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Vortragsreihe der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Mai bis November 2010, einmal monatlich, jeweils mittwochs um 18.00 Uhr, im Besucherzentrum des Auswärtigen Amts
Die interdisziplinäre Vortragsreihe des Jahres 2010 widmet
sich neuen Forschungen im Königreich Saudi-Arabien, einer der
am geringsten erforschten Regionen des Vorderen Orients.
Wissenschaftler / innen berichten aus ihrer aktuellen Arbeit in den
Bereichen Archäologie, Biologie, Epigrafik, Geschichte und
Islamwissenschaft
Die Kulturgeschichte der Arabischen Halbinsel wurde bislang
überwiegend an ihren geografischen Randbereichen erforscht.
Das Gebiet des Königreichs Saudi-Arabien steht indes erst seit
kurzem im Blickfeld einer wachsenden Anzahl internationaler
archäologischer Projekte, an denen auch deutsche Einrichtungen
beteiligt sind.
Die Vortragsreihe gibt Einblick in die ganze Bandbreite aktueller
Forschungen: Neben dem Naturraum werden anthropogenen
Einflüsse und Innovationen untersucht, die seit der
Prähistorie darauf abzielten, eine abgesicherte
Lebensgrundlage in den extrem ariden Landschaften zu sichern. Die
Oasensiedlungen haben dabei eine entscheidende Funktion für
die kulturelle Prägung, die nicht zuletzt wegen der
Handelskontakte durch eine Vielzahl an Sprachen und Schriften
charakterisiert ist. Stets waren dabei mobile Gruppen von
großer wirtschaftlicher Bedeutung. Über sie erfahren
wir durch ihre Felszeichnungen und -inschriften, aber auch aus der
Sicht sesshafter Lebensformen benachbarter Regionen.
Schließlich geht es bei den Forschungsansätzen auch
um die Auseinandersetzung mit Entwicklungsprozessen der
Moderne.
Die Aktivitäten deutscher Einrichtungen finden in Vernetzung
mit der Deutschen Botschaft Riad statt. Sie eint das Bemühen,
die Kulturbeziehungen der beiden Länder auszubauen, zu
vertiefen und um neue Perspektiven zu bereichern.
Archäologische Forschungen sind in Saudi-Arabien mit der
touristischen Erschließung des Landes verbunden und in der
Saudi Commission for Tourism and Antiquities (SCTA) gebündelt,
die sich als Kooperationspartner für den Erhalt des
Kulturerbes einsetzt. Neben der King Saud Universität nimmt
eine Reihe teils neu gegründeter Universitäten die
Vermittlung der neu gewonnenen Erkenntnisse wahr.
12. Mai
Erforschung und Erhaltung der Biodiversität Arabiens
– Grundlagen einer nachhaltigen Entwicklung
Dr. Friedhelm Krupp (Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum,
Frankfurt/Main)
16. Juni
Jenseits der Oasen – Neolithische Viehzüchter im
Osten der Arabischen Halbinsel
Dr. Philipp Drechsler (Universität
Tübingen)
14. Juli
4000 Jahre Siedlungsgeschichte in Tayma, einer Station der
Karawanenstraße
Dr. Arnulf Hausleiter (DAI Orient-Abteilung, Berlin)
11. August
Schriftkulturen im prä-islamischen Arabien
Prof. Dr. Said F. al-Said (King Saud Universität,
Riad)
15. September
Nabatäer im nördlichen Hijaz –
Französisch-saudische Ausgrabungen in
Madain Salih / Hegra, 2008-2010
Prof. Dr. François Villeneuve (Universität Paris 1,
Panthéon Sorbonne)
13. Oktober
‚Städte kennen sie nicht’ –
Altorientalische Reflexionen auf nicht-sesshafte
Gesellschaften
Prof. Dr. Markus Hilgert (Universität
Heidelberg)
17. November
Jidda im 19. Jahrhundert – eine Hafenstadt im
Wandel
Prof. Dr. Ulrike Freitag (Zentrum Moderner Orient,
Berlin)
Flyer zur Vortragsreihe zum Download als PDF
11.05.2010 - 17.11.2010
Auswärtiges Amt, Besucherzentrum (Fritz-Kolbe-Saal und Saal II) <br/>
Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts gehört. Das Institut mit Zentrale in Berlin und mehreren Kommissionen und Abteilungen im In- und Ausland führt archäologische Ausgrabungen und Forschungen durch und pflegt Kontakte zur internationalen Wissenschaft.
Das Institut veranstaltet wissenschaftliche Kongresse, Kolloquien und Führungen und informiert die Öffentlichkeit über seine Arbeit.