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FGrHist V

Edition, Übersetzung und Kommentierung der Fragmente der antiken Geographen

Forschungsgeschichte

Abb.1 Karte © DAINachdem Felix Jacoby (19. März 1876 - 10. November 1959) bereits 1908 in einer programmatischen Rede in Berlin sein Vorhaben, die Fragmente der griechischen Historiker  -FGrHist - zu publizieren, angekündigt hatte, veröffentlichte er ein Jahr später (Klio 9 1909, 80-123) einen ausführlichen Text, in dem er die Entwicklung der griechischen Historiographie skizzierte und sein Arbeitsprogramm darlegte, an das er sich auch im großen und ganzen später hielt: Prinzip seiner Auswahl und Reihung waren die historische Entwicklung der Geschichtsschreibung und die Ausrichtung der Werke (I. Genealogie und Mythographie; II. Universal- und Zeitgeschichte. Chronographie; III. Ethnographie und Horographie; IV. Antiquarische Geschichte und Biographie; V. Geographie; VI. Unbestimmbare Autoren. Theorie der Geschichtsschreibung).
Felix Jacobys Bände (FGrHist I-III, 1923-1958) sind daher eine unentbehrliche Arbeitsgrundlage für die altertumswissenschaftliche Forschung, aber er konnte sein Werk der Fragmente Griechischer Historiker selbst nicht mehr vollenden, und schon in den 20er Jahren wurde der Freiburger Gelehrte Friedrich Gisinger mit der Edition der fünften Abteilung (FGrHist V) betraut. Gisinger konnte jedoch seine Arbeiten an den Fragmenten bis zu seinem Tod 1964 nicht abschließen.  1996 wurde unter Leitung von H.-J. Gehrke am Seminar für Alte Geschichte der Universität Freiburg die Arbeit an FGrHist V erneut aufgenommen.
D. Meyer koordinierte die Fortsetzung des Sammelwerkes und seit Juni 2002 bis 2006 organisierte A. Arenz die Koordination dieses international angelegten Projektes.
Seit Ende 2008 widmete sich V. Bucciantini in der Koordination und Organisation des FGrHist V.

Aktuelle Arbeiten

Das Projekt sieht drei Abschnitte (batches) vor, die zunächst auf einer Online-Plattform des Brill Verlags in elektronischer Form veröffentlicht, anschließend auch in Buchform (in voraussichtlich fünf Bänden durch den Brill Verlag Leiden) publiziert werden.
Der erste Abschnitt des Werkes mit 30 geographischen Autoren wurde im April 2010 online veröffentlicht: Demetrios von Skepsis, Hypotyposis, Pinax zur Hypotyposis, Diagnosis, Polybios von Megalopolis, Sataspes, Athenagoras, Bakoris, Botthaios, Diogenianos, Ophelas, Simmeas, Skymnos, Phileas von Athen, Alexandros von Myndos, Euthymenes von Massalia, Zenothemis, Hanno von Karthago, Junior Philosophus, Philemon, Hippalos, Promathos von Samos, Eudoxos von Kyzikos, Pythagoras, Hieron von Soloi, Theophilos, Anonymi Peripli Ponti Euxini, Nikagoras, Pseudo Plutarch, Protagoras.
Der zweite Abschnitt wurde 2011 bearbeitet und soll im Frühjahr 2012 online gestellt werden. Er bietet weitere 29 Autoren: Agatharchides von Knidos, Alexander von Ephesos, Apollonides, Artemidoros von Ephesos, Damastes von Sigeion, Kleobulos, Diognetos, Kleon von Syrakus, Periplus Maris Erythraei, Phileas von Athen, [Skylax], Stadiasmos, Timagetos, Timostehenes von Rhodos, Timotheos, Xenophon von Lampsakos, Anaximandros von Milet, Anaximenes von Milet, Bion von Abdera, Dionysodoros von Melos, Krates von Mallos, Marinos von Tyros, Oinopides von Chios, Geminos, Kleomedes, Alexandros von Myndos, Euthymenes von Massalia, Simias sowie spätere Indienfahrer.
Der dritte Abschnitt sieht die Edition 40 geographischer Autoren vor und erscheint voraussichtlich im Sommer 2013: Apellas, Dionysios von Kyrene, Aristeides von Milet, Arrianos von Nikomedeia, Avienus, Demokles von P(h)ygela, Dikaiarchos, Dionysios von Byzantion, Dionysios S. d. Kalliphon, Dionysios Periegetes, Expositio totius mundi et gentium, Herakleides Kritikos, Knossos, Markianos von Herakleia, Menekrates von Elaia, Menippos von Pergamon, Menogenes, Mnasea von Patara, Pausimachos von Samos, Perimetros, Ps.-Plutarch, Poseidonios von Apameia, Priscianus, Achilleus (Tatios), Agathemeros, Demokritos von Abdera, Eratosthenes von Kyrene, Eudoxos von Knidos, Hipparchos von Nikaia, Pappos von Alexandreia, Archias von Pella, Diodoros von Samos, Diogenes, Dioskoros, Himilkon von Karthago, Euktemon von Athen, Iulius Maternus, Maes (Titianus), Pytheas von Massalia, Septimius Flaccus.

Ergebnisse

Abb.2 Babylonische Karte © DAIDas Editionsprojekt zielt auf die Komplettierung der großen Unternehmung des Felix Jacoby zur Edierung und Kommentierung der griechischen Historikerfragmente (FGrHist), für das dieser bereits vor über 100 Jahren auch eine Abteilung V für die Geographen vorgesehen hatte.
An der Edition des fünften Bandes der FGrHist sind 47 Forscher aus 9 Ländern für 99 antike Autoren beteiligt. Die Fragmente werden – der Vorgehensweise Jacobys entsprechend – mit einem philologisch-historischen Kommentar ediert, daneben auch – im Unterschied zu Jacoby – ins Deutsche, Englische, Französische oder Italienische, nach Wahl des jeweiligen Bearbeiters, übersetzt.

Kooperation

Das Editionsprojekt FGrHist V hat großes internationales Ansehen für das Studium der Alten Geschichte und vor allem der historischen Geographie der alten Welt gewonnen: So nimmt FGrHist V an dem internationalen Projekt von D. Marcotte (Reims) über Les sociétés méditerranéenes et l’ océan Indien: Genèse des représentations, interactions culturelles et formation des savoirs, des périples grecs aux routiers portugais (MeDIan) teil.
Kooperationspartner: Università degli Studi di Firenze (S. Bianchetti); Università degli Studi di Perugia (F. Prontera); Université Lyon 2, Maison de l’Orient et de la Méditerranée  (P. Arnaud); V. Bucciantini (Gerda-Henkel-Stiftung). Die Koordinatorin des Projektes, V. Bucciantini, beendete am 30. April 2011 ihren Dienst an der DAI Zentrale Berlin und setzt seit Anfang Mai 2011 ihre Arbeit am Seminar für Alte Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. im Rahmen eines Forschungsstipendiums der Gerda Henkel Stiftung (Karten im Kopf. Grundlagenforschung zu geographischen Weltbildern der Antike in ihrer Relation zur empirischen Erkundung) fort. 

Förderung

Das Projekt wurde von der DFG gefördert und wird nunmehr aus Mitteln des DAI-Forschungsclusters 3 (Politische Räume) finanziert.

Kontakt

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts gehört. Das Institut mit Zentrale in Berlin und mehreren Kommissionen und Abteilungen im In- und Ausland führt archäologische Ausgrabungen und Forschungen durch und pflegt Kontakte zur internationalen Wissenschaft.
Das Institut veranstaltet wissenschaftliche Kongresse, Kolloquien und Führungen und informiert die Öffentlichkeit über seine Arbeit.  

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