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Griechenland, Palairos

Erforschung von Palairos - Region Akarnanien

Der Hauptort einer geschlossenen Siedlungskammer im Westen des griechischen Mutterlandes mit vorzüglich erhaltenen Bebauungsresten soll intensiv zunächst oberflächlich untersucht und dokumentiert werden, worauf sich gezielte Grabungen anschließen werden.

Lokalisierung

Lokalisierung

Griechenland
38° 48' 45.8928" N, 20° 49' 45.8004" E

Die antike Stadt liegt an einem Felssporn am nordöstlichen Ausläufer des Felsmassivs, das die Plaghia-Halbinsel östlich der Insel Leukas bildet. Im felsigen Gelände haben sich die Stadtmauer der Oberstadt, Strassenzüge und Wohnbereiche der Siedlung vorzüglich erhalten. Großflächige Nekropolen im Norden zum Voulkariasee hin und im Süden zur Fruchtebene von Zaverda sind leider fast vollständig beraubt.

Ziele

Sog. "Heiliges Tor" im Nordwesten der Stadtmauer © DAIWie bei den Projekten Stratos und Stratiké gilt es die bisher archäologisch kaum erforschte Region Akarnanien im westlichen Griechenland für die Altertumswissenschaft zu erschließen. Die Verwaltung der Peripherie Westgriechenlands plant in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium, der 6. Ephorie in Patras und der Großgemeinde (Neu-)Palairos das Antikengelände zugänglich zu machen und denkmalpflegerisch und wissenschaftlich zu betreuen.

Aktuelle Arbeiten

Seit 1997 hat auf Bitten der 6. Ephorie das Architektur-Referat einen Stadtplan mit den Stadtmauern und allen sichtbaren Ruinenresten zur Vorbereitung denkmalpflegerischer Maßnahmen aufgenommen. Dem gleichen Ziel diente die detaillierte Vermessung des stark einsturzgefährdeten südlichen Haupttores der Stadt. Die wissenschaftliche Auswertung der Arbeiten liegt beim Architektur-Referat. Im Herbst 2000 begann im Rahmen des Projektes Plaghia-Halbinsel-Survey ein intensiver Stadtsurvey, bei dem die Geschichte, Funktion und Kultur des antiken Stadtstaates erfasst werden soll.

Ergebnisse

Seit der ersten skizzenhaften Aufnahme und Identifizierung der Stadt durch L.Heuzey 1855 ist die Plaghiahalbinsel mit ihrem Hauptort Palairos mehrfach wissenschaftlich betrachtet worden. Zum einen wegen ihres geschlossenen Siedlungsgebietes und zum anderen wegen der historisch gut fassbaren Auseinandersetzungen mit den einkreisenden korinthischen Kolonieen Sollion, Leukas und Anaktorion. Die Überprüfung gerade jüngerer Publikationen zeigt aber, daß ohne grundlegend neues Planmaterial mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet waren.

Kooperation

Die Erschließungs- und Restaurierungsarbeiten in der Stadt stehen unter der Leitung des Generaldirektors des griechischen Antikendienstes Lazaros Kolonas. Desgleichen leitet er das Projekt Plaghia-Halbinsel-Survey, an dem das Architektur-Referat (E.-L. Schwandner), das Winckelmann-Institut der Humboldt-Universität Berlin (F. Lang) und das Althistorische Seminar der Universität Münster (P. Funke) beteiligt sind. Pollenanalytische Untersuchungen der umgebenden Gewässer betreut das Institut für Palynologie der Universität Göttingen (E. Grüger). An allen Unternehmungen ist das Personal der 6. Ephorie der Altertümer in Patras (Leitung M. Petropoulos) beteiligt.

Bibliographie

L. Heuzey, Le mont Olympe et l´Acarnanie, Paris 1860. - E. Oberhummer, Akarnanien, Ambrakia, Amphilochien, Leukas im Altertum, München 1887. - Inschriftencorpus. G. Klaffenbach, IG IX 12,2, Berlin 1957. - W. Murray, The Coastal Sites of Western Acarnania, Diss., Ann Arbor 1982. - C. Wacker, Palairos, Eine historische Landeskunde der Halbinsel Plagia in Akarnanien, München 1999. - Kurzberichte jährlich im Jahresbericht des DAI (Zentrale) im »Archäologischen Anzeiger«. - E.-L. Schwandner: Akarnanien, die unbekannte Landschaft Griechenlands. Feldforschungen in Stratos und Palairos. in: Nürnberger Blätter zur Archäologie : Publikationsreihe des Bildungszentrums der Stadt Nürnberg, Fachbereich Archäologie ; NBA 17.2000/01, 8-22.

Kontakt

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts gehört. Das Institut mit Zentrale in Berlin und mehreren Kommissionen und Abteilungen im In- und Ausland führt archäologische Ausgrabungen und Forschungen durch und pflegt Kontakte zur internationalen Wissenschaft.
Das Institut veranstaltet wissenschaftliche Kongresse, Kolloquien und Führungen und informiert die Öffentlichkeit über seine Arbeit.  

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