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Pietrele (Magura Gorgana)

Ausgrabungen einer kupferzeitlichen Siedlung an der Unteren Donau

Im westlichen Schwarzmeerraum ist im letzten Viertel des 5. Jt. v. Chr. erstmalig eine vollentwickelte Kupferproduktion und, wie die Gräberfelder zeigen, eine stratifizierte Gesellschaft nachweisbar. Die Ausgrabungen in Magura Gorgana bei Pietrele an der Unteren Donau bieten die Chance, die wirtschaftliche Entwicklung in einer Siedlung über mehrere Jahrhunderte ab etwa der Mitte des 5. Jt. v. Chr. zu beleuchten. Damit wird das Aufkommen der Kupfermetallurgie in einen ökonomischen und sozialen Rahmen gestellt. Mehr als 80 Kupferobjekte, die bisher gefunden wurden, zeigen, daß Pietrele in den Austausch, möglicherweise auch die Produktion von Metallobjekten eingebunden war und in den Fernbeziehungen eine wichtige Rolle gespielt haben dürfte.

Lokalisierung

44° 3' 45" N, 26° 6' 59.0004" E

Der Siedlungshügel „Magura Gorgana“ beim heutigen Dorf Pietrele in der südrumänischen Walachei (Abb. 1) war im 5. Jt. v. Chr. eine imposante Erscheinung. Der ca. neun Meter hohe Tell ragte auf der untersten Terrasse des Donautals etwa 15 m über dem damaligen Niveau der Aue. Heute ist das Gebiet zwischen dem Hügel und der acht Kilometer entfernten Donau eine seit den 1960er Jahren trockengelegte Nutzfläche. Ursprünglich handelte es sich um eine durch Seen und kleinere Wasserläufe gegliederte Auenlandschaft, wie man sie nur noch an wenigen Stellen am Donaulauf vorfindet.
Der Siedlungshügel Magura Gorgana war in ein Netz vergleichbarer Siedlungen an der Unteren Donau, Nordostbulgariens und Thrakiens eingebunden. Im 5. Jahrtausend v. Chr. war dieser Raum durch die dynamische Entfaltung der Kupfermetallurgie geprägt. Erstmals wurden Äxte und Beile sowie zahlreiche Schmuckobjekte aus Kupfer hergestellt. Zugleich setzte im Balkangebirge und im östlichen Serbien die bergmännische Gewinnung von Kupfererzen ein.
Pietrele war Teil eines überregionalen Austauschnetzes, das sich anhand gleichartiger Artefakte zwischen der Nordägäis und der Walachei, der Schwarzmeerküste und Oltenien nachweisen lässt. Die Entfernung bis zum Schwarzen Meer beträgt ca. 150 km und ebenso weit ist es bis nach Varna (Abb. 2). Dort wurde in den 1970er Jahren ein Friedhof freigelegt, in dessen unterschiedlich reich ausgestatteten Gräbern sich die Herausbildung sozialer Ungleichheiten reflektiert.

Abb. 1 Der Tell Măgura Gorgana (c) DAIAbb. 2 Pietrele an der Unteren Donau (c) DAI

Hintergrund

Die auffälligen Siedlungshügel im westlichen Schwarzmeerraum fanden bereits früh das Interesse der Archäologen. Bereits am Ende des 19. Jh. wurden in Bulgarien entsprechende Tellsiedlungen ausgegraben. Die Forschungen in der Walachei setzten in den 1920er Jahren durch Grabungen in mehreren Siedlungshügeln ein. In den 1940er Jahren unternahm Dumitru Berciu Grabungen in Pietrele, die aber nicht detailliert dokumentiert sind. Mit Ausnahme eines kürzeren Berichts ist über diese Grabungen nichts bekannt.
Die kupferzeitlichen Zeichensysteme („Kulturen“) nördlich und südlich der Unteren Donau sowie in Thrakien sind in den beiden Ländern Rumänien und Bulgarien mit unterschiedlichen Methoden untersucht worden. Diesseits und jenseits der Grenze wurden konkurrierende chronologische Systeme vorgeschlagen, die auch heute noch nicht befriedigend in Übereinstimmung gebracht wurden. Die Grabungsstrategien nördlich der Donau zielten mit einer Ausnahme auf die Klärung der Abfolge anhand von bis zu 20 Meter langen aber nur 1–2 m schmalen Sondagen. Ursprünglich erfolgte die Phaseneinteilung der Gumelnita-Kultur analog zur Einteilung der Cucuteni-Kultur in die Stufen A bis D, von denen die beiden ersten Stufen Unterteilungen in je zwei Unterstufen erfuhren. Von den insgesamt sechs vorgeschlagenen Stufen (A1–A2, B1–B2, C und D) werden heute nur noch die beiden ersten allgemein anerkannt, eine Selbständigkeit der Stufe B1 wird zunehmend in Frage gestellt. Wegen fehlender stratigraphischer Verankerung wurden die Stufen B2, C und D wieder verworfen.
In Bulgarien hingegen wurden die Tells in flächigen Abhüben abgetragen, wobei es zur Bildung von drei Perioden kam. Die chronologische Verankerung beruhte auf der Keramiktypologie. Im gesamten westpontischen Raum zielten die Ausgrabungen auf das Erfassen der deutlich sichtbaren Tellsiedlungen – weder wurden Flachsiedlungen systematisch erforscht, noch je das direkte Umfeld eines Tells nach Siedlungsspuren untersucht.
In Pietrele konnte in den vergangenen Jahren eine Abfolge der keramischen Formen beschrieben werden, die auf stratigraphischen Beobachtungen basiert. Durch eine Anzahl von 14C-Datierungen lassen sich die verschiedenen Siedlungsphasen auf dem Wohnhügel in ein enges, mit Jahreszahlen versehenes Raster einbinden. Pietrele ist dadurch für die Chronologie der Kupferzeit im westlichen Schwarzmeergebiet von überregionaler Bedeutung.

Ziele

Ziel der seit 2005 laufenden Grabungen ist die Erstellung einer verlässlichen Chronologie der Kupferzeit an der Unteren Donau. Darüber hinaus sollen Grundlagen für die Ordnung der Keramik und anderer Fundgruppen geschaffen werden. Weiterhin ist die Dokumentation der Architektur und der Siedlungsorganisation im Fokus der Untersuchungen. Schließlich soll die Entwicklung der wirtschaftlichen Strategien der Bewohner um die Mitte des 5. Jahrtausends anhand der Tierknochen und der botanischen Makroreste erforscht werden.
Bis auf kleinflächige Untersuchungen in den 40er Jahren des 20. Jhs. ist die Siedlungsgeschichte des Hügels von Pietrele unerforscht geblieben. Ziel unserer Grabungen ist es, durch die Einbindung der Naturwissenschaften die Kenntnisse der Kulturverhältnisse im 5. Jahrtausend v. Chr. an der Unteren Donau auf eine solide Grundlage zu stellen. Die verkehrsgeographisch günstige Lage der Magura Gorgana lässt vermuten, dass die Grabung wichtige Aufschlüsse zu den überregionalen Beziehungen sowohl in den Schwarzmeerraum als auch nach Mitteleuropa ergeben wird.

Methoden

Die Siedlungsstruktur des Tells konnte 2004 und 2005 durch eine geomagnetische Untersuchung rekonstruiert werden. In Verbindung mit der Archäobotanik, Archäozoologie, Anthropologie und der Archäometallurgie wird erstmals ein umfassendes Bild der Wirtschaftsaktivitäten in einer Siedlung dieser Zeitperiode an der Unteren Donau gezeichnet werden. Die Erarbeitung einer verlässlichen Chronologie wird sowohl auf der stratigraphischen Auswertung des Fundmaterials als auch auf einem dichten Netz von Radiokarbondaten beruhen. Untersuchungen zur Landschaftsentwicklung sollen die naturräumlichen Rahmenbedingungen zur Zeit der Besiedlung des Tells erhellen.

 

Abb. 3 Topographie und Geomagnetik (c) DAI

Abb. 4 Siedlungsplan (c) DAI

Abb. 5 14C-Daten (c) DAI

Auf dem Tell konnten vier Reihen Nord-Süd ausgerichteter Häuser nachgewiesen werden, deren südlichste leicht der gebogenen Hügelkante angepasst ist (Abb. 3–4). Insgesamt dürften etwa 23 Häuser in dichter Bebauung auf dem Tell gelegen haben. Um den Tell verlief ein etwa fünf Meter breiter Graben. Die Messungen haben gezeigt, dass auch das Umfeld des Hügels intensiv genutzt wurde: Am Fuße des Tells im Norden und Südwesten standen ebenfalls zahlreiche Häuser. Die Siedlung war also, zumindest während einer gewissen Zeit, viel größer als bislang gedacht. Man muss mit etwa 110 Häusern rechnen. In geringer Entfernung liegt im Südwesten des Hügels das Gräberfeld. Aufgrund von bislang 31 Radiokarbondaten kann das Ende der Siedlung auf 4250 v. Chr. ermittelt werden. Nicht nur vom Tell, auch aus der Außensiedlung liegen inzwischen einige Daten vor, die die Zeitgleichheit der verbrannten Bauten nördlich des Tells und denen vom Tell nahelegen (Abb. 5).
Mit dem digitalen Geländemodell der Aue können die durch Vermessungen und Befliegungen (Abb. 6) erzeugten Höhendaten aus der näheren Umgebung des Tells sinnvoll ergänzt werden.

 

 

Abb. 6 DGM (c) DAI

Landschaftsrekonstruktion

Die Rekonstruktion der Auenentwicklung und des Gewässernetzes werden Hinweise auf die Anbindung der Siedlung an die heute ca. 8 km entfernte Donau liefern. Der Fokus der Untersuchungen lag auch in den Geländekampagnen 2009 und 2010 auf Erkundungen des Untergrundes mittels Rammkernsondierungen. Dabei wurde das Augenmerk verstärkt auf den nahezu flächendeckend in den Bohrungen anzutreffenden Wechsel von einer sandigen fluvialen zu einer Stillwasserfazies in ca. 8 m Tiefe gerichtet, der in das mittlere Holozän datiert wird und hinsichtlich der Rekonstruktion der kupferzeitlichen Umweltbedingungen eine Schlüsselstellung einnimmt. Es wurde der Frage nachgegangen, ob der Fazieswechsel auf Einflüsse des postglazialen Meeresspiegelanstiegs des Schwarzen Meeres oder auf einen verstärkten menschlichen Einfluss durch zunehmende Eingriffe in den Landschaftshaushalt zurückzuführen ist. Vor diesem Hintergrund wurden zum einen die Bohrungen im Umfeld des Tells und der Außensiedlung, insbesondere im Verzahnungsbereich von Hang- und Auensedimenten, verdichtet. Ferner wurde das Untersuchungsgebiet nach Osten bis zum Lacul Greaca, und nach Süden bis zur Donau erweitert, um großräumige Zusammenhänge und den direkten Einfluss der Donau zu erfassen (Abb. 7, 9). Insgesamt wurden während der Feldkampagnen 2009 und 2010 neunundfünfzig Bohrungen mit insgesamt 458 Bohrmetern abgeteuft. Es wurden mehr als 1000 Proben und aus vier Bohrungen geschlossene Kerne entnommen an denen eine Vielzahl von Laboruntersuchungen durchgeführt wird.
Während sich die Hochflut- und Stillwassersedimente oberhalb der Sandfazies durch mehrere 14C-Datierungen recht zuverlässig zeitlich einordnen lassen, liegen aus den Sanden an der Basis der Profile bislang noch keine Datierungen vor. An Proben aus zwei geschlossenen Kernen, die bis in die liegenden Sande abgeteuft wurden, werden daher OSL-Datierungen am Lumineszenzlabor der Universität Heidelberg (Dr. A. Kadereit) durchgeführt. Mit den Ergebnissen ist Anfang 2011 zu rechnen.
Die Sedimente im Bereich der bis in die 1960er Jahre existierenden Seen Lacul Greaca und Lacul Pietrelor stellen für die Paläoumweltrekonstruktion wichtige Archive dar. Es handelt sich durchweg um Stillwassersedimente, die seit dem mittleren Holozän kontinuierlich abgelagert wurden. Dies konnte durch die ersten im Bereich der ehemaligen Seen abgeteuften Bohrungen bestätigt werden. An den Kernen Piet 63 und Piet 64 (vgl. Abb. 9) wurden pollenanalytische Überblicksuntersuchungen durchgeführt, die eine relativ schlechte Pollenerhaltung belegen. Demgegenüber zeigten entsprechend aufbereitete Proben eine große Anzahl und gute Erhaltung von Ostrakoden, die besonders für Rekonstruktionen der lokalen Paläomilieus und damit der Paläoumweltbedingungen geeignet sind.

 Abb. 7 Untersuchungsgebiet in Tellnähe (c) DAI  Abb. 8 Digitales Geländemodell der Donauaue (c) DAI  Abb. 9 Übersichtskarte (c) DAI
 Abb. 10 Lithologisches Profil (c) DAI  Abb. 11 Lithologisches Profil (c) DAI  Abb. 12 Pollen- und Makrorestdiagramm (c) DAI

Weiterhin wurden entlang eines die Donauaue querenden N-S-Transektes (Profil A, Abb. 9) mehrere Bohrungen durchgeführt, die bereits deutlich den lateralen Wechsel von holozänen Hochflutablagerungen zu deutlich jüngeren sandigen Donausedimenten erkennen lassen (Abb. 10).
Die Zusammenschau aller bislang erbohrten Sedimentsequenzen zeigt, dass im Bereich der Aue an nahezu allen Lokalitäten die Stillwassersedimente oberhalb der basalen Sandfazies in einem vergleichbaren Niveau durch einen schwärzlichen Horizont gekennzeichnet sind, dem somit die Funktion eines Leithorizontes zukommt (Abb. 10–11). Dieser Leithorizont, der vermutlich zeitnah zur Tellbesiedlung gebildet wurde, belegt, dass zur Zeit der Ablagerung weite Teile des Untersuchungsgebietes von einem Stillgewässer eingenommen wurden. Ferner deutet die schwarze Färbung auf besondere ökologische Bedingungen hin, für die es bislang noch keine befriedigende Erklärung gibt. Nur an wenigen Stellen wurden die fluvialen Sande im Liegenden der Stillwassersedimente bereits in geringerer Tiefe angetroffen. Ob es sich dabei um Terrassensedimente handelt oder ob sie den Verlauf ehemaliger Gerinne markieren, ist ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt.
Das Hangende der tonigen Stillwassersedimente bilden zum Teil wieder sandige, fluviale Ablagerungen, die sich überwiegend bis an die Oberfläche verfolgen lassen und relativ lagestabile Gerinne repräsentieren. Das Netz dieser Abflussbahnen soll durch die Erstellung eines hochgenauen digitalen Geländemodells (DGM) der Überflutungsebene flächenhaft erfasst werden. Da die vorliegenden topographischen Karten das Relief der Aue nur unzureichend abbilden, müssen Höhendaten selbst ermittelt werden. Dies erfolgt unter Verwendung eines geländegängigen Fahrzeugs (ATV) des Instituts für Physische Geographie der Goethe-Universität Frankfurt, auf dem der Rover des Differentiellen GPS montiert wird. Während der Geländephase 2010 konnten so für Teile der Aue Höhendaten in großer Dichte aufgenommen und daraus digitale Geländemodelle berechnet werden (Abb. 8). In dem sehr flachen, durch Kultivierungsmaßnahmen weitgehend planierten Gelände, lassen sich mit dieser Methode selbst geringe Höhenunterschiede detektieren.

Pollen- und Makrorestanalysen

An geschlossenen Bohrkernen aus der unmittelbar südlich des Tells gelegenen Doppelbohrung Piet 41/53 wurden von Dr. A. Röpke und Dr. C. Herbig, Universität Frankfurt) Pollen- und Makrorestanalysen durchgeführt (Abb. 12). Insbesondere das variierende Spektrum der botanischen Makroreste erlaubt die Differenzierung mehrerer Profilabschnitte, die durch unterschiedliche fluviale Morphodynamik gekennzeichnet sind. Auch das Pollendiagramm in Abb. 12 lässt Veränderungen erkennen, die auf fazielle Unterschiede hindeuten. Für Rückschlüsse auf die regionale Vegetation und deren Entwicklung ist das Pollendiagramm aufgrund der Auendynamik und der möglichen Umlagerung des Materials nur bedingt geeignet. Für die Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte wurden daher Standorte außerhalb der Aue erkundet. Auf Corona-Satellitenbildern der 1960er Jahre konnten mehrere ehemalige Seen identifiziert werden. Bohrungen an diesen Lokalitäten zeigten jedoch, dass die Sedimente an diesen Standorten aufgrund der tief reichenden Drainage für Pollenanalysen nicht geeignet sind.
Bessere Erhaltungsbedingungen für Pollen werden in Feuchtgebieten südlich der Donau in Bulgarien erwartet, die sich im Mündungsbereich von Seitentälern der Donau entwickelt haben (z.B. Lake Srebarna, vgl. Lazarova/Bozilova 2001). In Zusammenarbeit mit Dr. Elena Marinova (zur Zeit Leuven, Belgien) wurden daher im Juli 2010 in mehreren dieser teilweise unter Naturschutz stehenden Feuchtgebiete östlich und westlich von Tutrakan, Bulgarien, Probebohrungen durchgeführt. An den entnommenen Proben werden derzeit erste Pollen- und Großrestuntersuchungen durchgeführt. Die Probennahme war jedoch problematisch, da durch den im Sommer 2010 sehr hohen Pegel der Donau weite Teile der Feuchtgebiete überflutet waren, so dass die besser geeignete Lokalitäten nicht zugänglich waren.

Tiere und Pflanzen auf dem Siedlungshügel

Für die Rekonstruktion der wirtschaftlichen Aktivitäten der Bewohner der kupferzeitlichen Siedlung spielt die Auswertung der Tierreste und der pflanzlichen Makroreste eine entscheidende Rolle.
Die untersuchten Tierreste dokumentieren unterschiedliche Strategien in der Nahrungswirtschaft und in der Versorgung mit tierischen Rohstoffen: die geregelte Tierhaltung, die Jagd auf Haar- und Federwild, den Fischfang sowie das Sammeln von Schildkröten, Schnecken und Muscheln. Der von den Siedlungsbewohnern gehaltene Tierbestand umfasste die für die Gumelnita-Zeit typischen Haustiere Rind, Schwein, Schaf, Ziege und Hund (Abb. 13). Das mit Abstand häufigste und damit für die Fleischversorgung wichtigste Nutztier war das Schwein. Eine zahlenmäßig bedeutende und artenreiche Gruppe im Fundmaterial vom Tell Magura Gorgana stellen die Wildsäugetiere dar. Die meisten Funde entfallen hier auf Arten des Jagdwildes wie Wildschwein, Rothirsch, Reh, Ur und Wildpferd. Bezogen auf die Haustiere erreicht ihr Anteil Werte zwischen 45 und 55%. Dies weist auf einen bedeutenden Beitrag von Jagdwild für die Fleischversorgung und den Fleischverzehr der Tellbewohner hin. Die an den Tierresten ablesbare Jagdstrecke umfasste auch verschiedene Spezies der Raubtiere, wie Braunbär, Wolf, Luchs, Wildkatze, Fuchs, Dachs, Fischotter, Marder und Waldiltis, sowie Feldhase und Biber. Zum regelmäßig verfolgten Jagdwild gehörten zudem Wildvögel, darunter mehrere Arten an Gänsen und Enten sowie solche Spezies wie Kranich, Reiher, Kormoran und verschiedene Greifvögel. Wie zahlreiche Funde an Fischresten belegen, stellte der Fischfang einen bedeutenden Zweig der Nahrungswirtschaft am Ort dar. Wildkarpfen, Karausche und Wels waren die wichtigsten Speisefische der Tellbewohner. Ein nicht geringer Teil der Tierreste vom Siedlungshügel gehört zu Arten, die in der Umgebung des Platzes gesammelt werden konnten. Dazu zählen Muscheln, Schnecken und Schildkröten. Ihre Reste finden sich durchgängig in allen Kollektionen, so dass davon auszugehen ist, dass auch diese Tiere regelmäßig zu Nahrungszwecken genutzt worden sind.
Nach den vorläufigen Ergebnissen der zoologischen Analyse bezogen die Bewohner vom Magura Gorgana tierische Nahrung bzw. Rohstoffe aus ganz unterschiedlichen Aktivitäten. Ingesamt ergibt sich als Gesamteindruck, dass dabei der Nutzung natürlicher Ressourcen ein hoher Stellenwert zukam. Nur ein Teil der in den Abfällen dokumentierten Fleischnahrung stammt aus der Haltung von Haustieren. Mehr als zwei Drittel der Nahrungsrückstände gehen auf wildlebende Tiere zurück (Abb. 14). Aus dem Spektrum der nachgewiesenen Wildtier-Arten wird deutlich, dass alle Ökotope im Umfeld des Siedlungsplatzes – die Donau-Aue und ihre Gewässer sowie die Hochterrasse – in die Nutzung einbezogen waren.

Die Pflanzen: Unter den gegebenen Trockenboden-Bedingungen in Magura Gorgana waren die noch bestimmbaren botanischen Großreste, wie Samen, Früchte und Holz, nur im verkohlten Zustand erhalten geblieben. An Kulturpflanzen sind in Magura Gorgana die Getreidearten Einkorn (Triticum monococcum), ein Nacktweizen (Triticum cf. durum) und Gerste, nachgewiesen worden. Bei der Gerste handelt es sich um eine mehrzeilige Spelzgerste (Hordeum vulgare) und eine Nacktgerste (Hordeum vulgare var. nudum). Reste von Hülsenfrüchten, wie Linsen (Lens culinaris) und Erbsen (Pisum sativum) oder Faserpflanzen wie Flachs (Linum usitatissimum) sind vor allem in den tieferen Ablagerungen gefunden worden. Auffällig hoch ist die Zahl an Wildobstarten in den höheren Ablagerungen. Die vielen Reste von Steinkernen von wilden Obstbäumen und Sträuchern legen ein reges Sammeln der Früchte nahe. Die nachgewiesenen Wildobstarten (Abb. 15) treten verstärkt nach oder bei menschlichen Eingriffen im Wald, wie Lichtungen durch (Brand-)Rodung oder Beweidung, hervor. Dies kann teils dichtes Gebüsch an den Säumen der Wälder sein mit stark dornigen oder stachligen, also gegen Viehverbiss einigermaßen geschützten Sträuchern, wie Schlehe (Prunus spinosa), Kreuzdorn (Crataegus monogyna) und mehrere Wildrosen-Arten (Rosa spp.). Es können auch Pionierhölzer sein auf offenen, gerodeten Flächen, mit z.B. Himbeere (Rubus idaeus) und einigen Wildrosen-Arten, sowie offene Wälder mit Kornelkirsche (Cornus mas) und Kirschpflaume (Prunus divaricata).
Außergewöhnlich waren auch die Funde von mehreren Tausend Samen der Tollkirsche (Atropa bella-donna), eine Pflanze mit einer stark halluzinogenen Wirkung. Aus mehreren Proben, sowohl aus Fläche B als auch aus F, konnten Hunderte, in einem Fall sogar weit über tausend Samen der Tollkirsche bestimmt werden, was auf eine intensive Nutzung hindeutet. Die Tollkirsche (Abb. 16) gehört zu den wirkungsvollsten psycho-aktiven und giftigen Pflanzen in der Alten Welt. In Kleinstmengen ist die Pflanze aber nicht gefährlich. Die belle donne von Venedig nutzten Tollkirsche als Augentropfen, um die Pupillen zu erweitern und Glanzaugen zu bekommen. Die Pflanze wurde in der Volksmedizin vor allem gegen Schmerzen und Krampfzustände eingesetzt. Die tödliche Dosis liegt bei Erwachsenen zwischen 10 und 20 Beeren. Bei dieser hohen Toxizität wäre durchaus auch an eine Nutzung als Pfeilgift zu denken.

 Abb. 13 Tierartenliste und Fundhäufigkeiten (c) DAI Abb. 14 Unterkiefer eines Keilers (c) DAI  Abb. 15 Nachgewiesene Nutzpflanzen aus der Kampagne 2006 (c) DAI   Abb. 16 Verkohlte Samen der Tollkirsche (c) DAI

Ergebnisse

Die mittlerweile 31 14C-Daten zeigen, dass die bisher ausgegrabenen Häuser in die Zeit zwischen ca. 4450 und 4250 v. Chr. gehören (Abb. 5). Nach dem letzten Brand im 43. Jh. v. Chr wurde die Häuser nicht mehr aufgebaut. Die bisherigen Ausgrabungen haben Ergebnisse erbracht, die das Bild der kupferzeitlichen Siedlungen der Gumelnita-Kultur in wesentlichen Zügen verändern:

Terrassenförmige Anlage des Tells
Bislang sprechen alle Daten dafür, dass die südlichen Häuserzeilen auf einer bis zu drei Meter tieferen Terrasse standen als die Häuser der nördlichen Wohnzeile. Dieser Befund ist für die Frage der Tellarchitektur von großer Bedeutung.

Hausarchitektur
Durch die Grabung wurden erstmals unverbrannte Häuser in der Gumelnita-Kultur dokumentiert und Aufschlüsse über ihre Bauweise gewonnen. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Gebäude aus massiven Lehmwänden errichtet wurden. Erstmalig sind Häuser der Gumelnita-Kultur komplett ausgegraben worden. Daraus ergibt sich u.a. die Möglichkeit, Funktionsbereiche zu identifizieren und die wirtschaftlichen Strategien der Haushalte zu differenzieren. Der Nachweis eines zweigeschossigen Hauses darf als besonderer Glücksfall gelten. Der Wohnbereich war oben, während das Untergeschoss als Speicher- und Arbeitsraum diente.

Siedlungsgröße
Die geomagnetischen Messungen im Umfeld der Siedlung haben eine dichte Bebauung am Fuß des Tells nachgewiesen. Dieser Befund ist für die Interpretation des Tells von erheblicher Bedeutung. Denn die Siedlung war mindestens während einer Phase deutlich größer. Damit stellt sich die Frage nach den möglichen sozialen und ökonomischen Unterschieden zwischen Tell- und Flachsiedlung.

Spezialisierung
Auf dem Tell lassen sich Indikatoren für spezialisierte Haushalte erkennen. Drei Hausgenerationen in Fläche F sind durch Jagd und Fischfang gekennzeichnet. Nahezu das gesamte Arsenal an Jagdwaffen in Pietrele stammt aus diesen Häusern. Drei Hausgenerationen in Fläche B sind hingegen durch das Vorherrschen von Installationen zur Textilherstellung geprägt.

Zentraler Ort ?
Die Größe der Siedlung, die Hinweise zur arbeitsteiligen Produktion und die Qualität der Funde (Figurinen, Metall) können als Hinweise für die ein hierarchisiertes Siedlungssystem mit zentralen Orten gewertet werden.

Gräberfeld
Durch die geomagnetischen Messungen konnte ein Gräberfeld im Westen der Siedlung wahrscheinlich gemacht werden. Eine Bohrung erbrachte in ca. 35–40 cm Tiefe eine fragmentierte Silexklinge, die eine "tellzeitliche" Datierung des Friedhofs nahelegt. Es ist zu vermuten, dass die am Hang gelegenen Gräber durch Bodenerosion stark geschädigt sind.

Chronologie
Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass für die Kupferzeitchronologie an der Unteren Donau Pietrele künftig der Ankerplatz sein wird. Für die Keramiksequenzen stehen gleichsam "geschlossene" Befunde in den Häusern zur Verfügung. Ein besonderer Glücksfall ist die hohe Zahl der vollständigen Gefäße. Die 14C-Daten haben bereits jetzt neue Anhaltspunkte für das Ende des KGK VI-Komplexes erbracht. Zu klären wird sein, ob sich in der Siedlungssequenz die neuen hohen Datierungsansätze für Varna bestätigen lassen.

Landschaftrekonstruktion
Durch Bohrungen bis 17 m Tiefe sowie geoelektrische Messungen konnte der Aufbau der bis an den Tellfuß reichenden Überschwemmungsebene der Donau erfasst werden.
Die Basis der feinkörnigen Hochflutsedimente, die bis zur Trockenlegung der Aue (ab ca. 1950) durch ein anastomosierendes Flusssystem abgelagert wurden, liegt etwa 10 m unter der heutigen Oberfläche. Sandige und schluffige Einschaltungen deuten auf die Verlagerung von Rinnen hin. Der Beginn der Sedimentation der Hochflutsedimente kann auf der Basis von 14C-Datierungen auf etwa 4000 v. Chr. festgelegt werden. Das Liegende der Hochflutsedimente bilden Sande und Kiese unbestimmten Alters. Durch die Kombination von Bohrungen und geoelektrischen Messungen lassen sich räumliche Zusammenhänge der identifizierten faziellen Einheiten erkennen. Es konnten Gerinnebettstrukturen identifiziert werden, die auf einen zeitlich noch nicht einzuordnenden Donauarm in unmittelbarer Nähe des Tells hindeuten. An derartigen Schlüsselstellen, zu denen auch der Übergang von der Terrasse im Bereich des Tells zur angrenzenden Hochflutebene zu rechnen ist, müssen weitere parallel angeordnete Geoelektrikprofile gemessen und Kontrollbohrungen durchgeführt werden.

Perspektive
Es dürfte erkennbar sein, dass die bisherigen Arbeiten in Pietrele bereits wesentliche Ergebnisse zur Architektur, Siedlungsstruktur und Wirtschaftstätigkeit in der Kupferzeit erbracht haben und die Chronologie auf eine solide Basis stellen werden. Zugleich wird mit den Ergebnissen der Prospektion erahnbar, dass das bisherige Bild kupferzeitlicher Tellsiedlungen grundlegend zu revidieren ist. Das enorme archäologische Potential des Platzes mit den außergewöhnlich reichhaltigen und qualitätvollen Funden zeichnet sich in Verbindung mit dem Gräberfeld, der Außensiedlung und der Kreisgrabenanlage deutlich ab.

Forschungsstand

Die Grabungsflächen auf dem Tell

Im Norden und Süden des Tellplateaus (Abb. 1) wurden zwei Grabungsflächen geöffnet, in denen mehrere ortskonstant errichtete Häuser identifiziert werden konnten. Unter den zusammengestürzten Lehmwänden der verbrannten Bauten lagen Hunderte vollständige oder rekonstruierbare Gefäße teilweise noch in der ursprünglichen Position. Die Bauten werden von 1–2 m breiten, grau-grünlich verfärbten Streifen begrenzt, die als Außenbereiche bzw. Gassen gedeutet werden können. Hier fanden sich Speiseabfälle (Tierknochen und Muschelschalen) sowie eine Vielzahl von kleinen Keramikscherben, aber auch unbrauchbar gewordenes Arbeitsgerät wie Steinbeile, Knochenspitzen und kupferne Ahlen. Erstmals gelang in einer Siedlung der südrumänischen Kupferzeit der Nachweis unverbrannter Lehmbauten. Die Gebäude waren aus ca. 40–60 cm breiten Stampflehmwänden errichtet, die naturgemäß nur schlecht erhalten sind (Abb. 17). Da die unverbrannten Häuser vor ihrer Zerstörung ausgeräumt wurden, finden sich auch deutlich weniger Gefäße oder Geräte in ihnen. Um ganz außergewöhnliche und bislang einmalige Funde handelt es sich bei zwei Webstühlen, von denen sich nur die unverbrannten Webgewichte aus Lehm erhalten haben (Abb. 18). Bislang kannte man nur Konzentrationen sekundär gebrannter Webgewichte, von denen nicht sicher eine andere Verwendung ausgeschlossen werden kann.
Der Bauhorizont, der 2008 in Fläche B aufgedeckt wurde, ist durch Reste von verbrannten Häusern gekennzeichnet, von denen im südlichen Teil der Fläche nur ein kleiner rückwärtiger Teil erfasst wurde (Abb. 19). Nördlich davon schließt ein Bereich mit lehmigen "Wänden" und Streifen aus Sand und Konglomeratgestein an, die kompakten Lehm umrahmen. Die Ansprache dieser Strukturen als Wohnbauten ist auszuschließen. Wir halten es für möglich, dass es sich um Kästen unterschiedlicher Bauweise gehandelt haben könnte, die der Befestigung von Auffüllmaterial (Steine, Sand, Lehm) dienten. Auch größere Anhäufungen von Steinen waren stellenweise zu beobachten.

 Abb. 17 Unverbrannte Hausreste in Fläche B (c) DAI  Abb. 18 Unverbrannte Webgewichte in Fläche B in Fundlage (c) DAI  Abb. 19 Fläche B mit Lehmkästen (c) DAI
 Abb. 20 Obergeschoss mit umgestürztem Gefäß in Fläche F (c) DAI  Abb. 21 Blick auf das verbrannte Gebäude in Fläche F (c) DAI  Abb. 22 Zwischenwand im Süden des Hauses (c) DAI  Abb. 23 Südlicher Teil des Gebäudes mit der Lehminstallation (c) DAI

2006 und 2007 konnte in Fläche F ein verbranntes zweigeschossiges Haus dokumentiert werden (Abb. 20). Der Holz-Lehmboden des Obergeschosses, das wahrscheinlich als Wohn- und Schlafraum diente, war mitsamt dem Ofen auf das Erdgeschoss gestürzt. In diesem Haus fanden sich nach den ersten anthropologischen Untersuchungen durch PD Dr. Joachim Wahl Reste von mindestens 9 Individuen, die im Schadensfeuer zu Tode kamen. Durch den Einsturz des Hauses wurde das Inventar des Erdgeschosses versiegelt. Dadurch lassen sich Angaben über die Zahl der in den Haushalten verwendeten Geräte machen. So fanden sich 26 Silex- und Felsgesteinbeile (Abb. 50). Zweigeschossige Häuser wurden schon mehrfach in neolithischen Siedlungen Südosteuropas postuliert.
Das zweigeschossige Haus war auf einer mächtigen Planierschicht aufgebaut worden, die dem Gebäude Stabilität verleihen sollte. Das darunterliegende Haus, das 2009 und 2010 ausgegraben werden konnte, war vermutlich durch den Einsturz eines darunterliegenden Hohlraums zusammengestürzt. In diesem verbrannten Haus konnten zahlreiche Funde aufgedeckt werden, darunter über 200 Gefäße, in denen sich teilweise noch die verkohlten Vorräte befanden. Teilweise fanden sich sehr große Wandfragmente (Abb. 21). Am westlichen und südlichen Rand des Ofens konnten die Abdrücke einer Reihe von dünnen Pfosten (ca. 4–6 cm im Dm.) entdeckt werden, die zu einer dünnen Zwischenwand gehörten, welche den Vorratsbereich mit dem Ofen und der Lehminstallation zum Getreidemahlen abtrennte (Abb. 22). Deutlich erkennbar ist, dass der südliche Teil des Gebäudes mit der Getreidemahlinstallation wegsackte (Abb. 23), wodurch möglicherweise das Gebäude in Brand geriet und zerstört wurde.

Die Außensiedlung

Durch die geomagnetischen Untersuchungen war deutlich geworden, dass die Siedlung nicht nur aus dem Wohnhügel, sondern aus wesentlich mehr Gebäuden bestand. Seit 2009 wurden in der Außensiedlung mehrere Grabungsflächen geöffnet. Dabei konnten die geomagnetischen Messergebnisse und anschließende Bohrungen bestätigt werden. Unter einem 1 m bis stellenweise 1,7 m mächtigen Kolluvium liegen die kupferzeitlichen Kulturschichten, die teilweise überraschend gut erhalten sind.

Fläche G (2009)

Bereits bei den ersten Sondierungsarbeiten auf Magura Gorgana wurde bei Ausschachtungsarbeiten etwa 60 m östlich des Siedlungshügels direkt an der Terrassenkante zur Donauaue unter einem über ca. 1 m mächtigen Kolluvium eine massive Scherbenpackung aufgedeckt. Daher wurde 2009 die 5x10 m große Fläche G im Bereich dieser Fundkonzentration angelegt (Abb. 24–25). Erwartungsgemäß wurden mehrere zerbrochene aber rekonstruierbare Tongefäße sowie verschiedene Kleinfunde aufgedeckt. Von hier stammt auch ein Tongefäß mit zugehörigem Deckel (Abb. 45), deren eingeritzter Wirbeldekor stilistisch an den Beginn der Gumelnita-Entwicklung gehört. Die Funde sprechen dafür, dass es sich um den Bereich eines Hauses handelt, doch wurden durch die Grabungsfläche entweder keine Wandstrukturen erfasst oder konnten während der Grabung nicht erkannt werden. Abb. 24 Flächen auf dem Tell und in der Außensiedlung (c) DAI
 Abb. 25 Fläche G (c) DAI  Abb. 26 Fläche J (c) DAI  Abb. 27 Lehmbank mit der Standspur des großen Pithos in Fläche J (c) DAI

Fläche J (2009 und 2010)

Eine zweite Fläche J wurde in leichter Hanglage ca. 50 m nördlich vom Tell angelegt. Bis zu einer Tiefe von 1,7 m unter der heutigen Fläche konnten keine Strukturen in der dunkelbraunen Erde erkannt werden. Die geborgenen Funde aus diesem abgeschwemmten Material lassen sich von der spätneolithischen Boian-Kultur bis zur mittelalterlichen Dridu-Kultur datieren.
Unter diesem kamen dann überraschend gut erhaltene Befunde unter verbrannten Wandfragmenten zum Vorschein (Abb. 26). Im Norden lagen die Reste einer 180x140 cm großen Lehminstallation, die ursprünglich direkt an einen Ofen angeschlossen haben dürfte. In dieser fanden sich zwei große, 40 und 60 cm lange und über 50 kg schwere Mahlsteine und unmittelbar daneben ein Tongefäß in situ. Westlich von Ofen und Lehminstallation lagen zahlreiche große Scherben neben einer Lehmbank, auf der noch etwas vertieft der Boden eines Großgefäßes stand (Abb. 27).

Die Restaurierung der Scherben ergab, dass der Boden zu einem 120 cm hohen Pithos gehört, der knapp 400 Liter enthielt. Damit gehört dieser Pithos zu den größten Tongefäßen des Neolithikums und der Kupferzeit, die gegenwärtig bekannt sind. Noch ist unklar, was in ihm aufbewahrt wurde, doch zeigt der Pithos das wirtschaftliche Potential der Siedlung an.
Darüberhinaus darf dieses Gefäß als ein Zeugnis für die handwerkliche Spezialisierung und Differenzierung gelten. Nach allen ethnographischen Belegen wurden Großgefäße von spezialisierten Töpfern hergestellt. Die wochenlange Arbeit am Aufbau der Gefäße und ihr kontrollierter Brand erforderte viel Erfahrung. Das schwere Gefäß für das vier kräftige Träger benötigt werden, wurde möglicherweise vor Ort hergestellt. Eine Herstellung außerhalb von Pietrele und eine „Anlieferung“ mit dem Boot ist freilich nicht auszuschließen. In jedem Fall stellte der Pithos einen Wert dar, der nicht einfach ersetzt werden konnte. Mindestens einmal ist er repariert worden (Abb. 28–29).
Ein zweiter, ebenfalls reich verzierter Pithos mit 200 Liter Inhalt, stand dicht daneben (Abb. 30).
Die größte Überraschung in Fläche J war jedoch der Nachweis eines zweiten, unverbrannten älteren Hauses unter dem verbrannten Gebäude. In seiner Orientierung weicht es nur geringfügig von dem jüngeren verbrannten Gebäude ab. Es konnten eine entsprechende Lehmbank und eine Mahlinstallation freigelegt werden (Abb. 31–32). Es ist nach unserem Kenntnisstand das erste Mal, dass in einer Flachsiedlung eine Kontinuität in der Errichtung von Häusern festgestellt werden konnte, was den Gedanken an eine Parzellenaufteilung nicht nur auf dem Tell, sondern auch der Außensiedlung nahelegt.

 Abb. 28 120 cm großer Pithos (c) DAI  . 29 Reparaturen in Bodennähe (c) DAI Abb. 30 76 cm großer Pithos (c) DAI 
 Abb. 31 Unverbranntes Haus in Fläche J (c) DAI  Abb. 32 Lehminstalltion des unverbrannten Hauses (c) DAI  Abb. 33 Bestattung in Fläche J (c) DAI  Abb. 34 Beigaben der Bestattung in Fläche J (c) DAI

Nicht geklärt werden konnte, ob das nur wenige Meter entfernt gefundene Grab mit einer Hockerbestattung während der Benutzung des Hauses oder erst nach seiner Zerstörung angelegt wurde. Eine sehr qualitätvolle Silexklinge und ein Eberhauer waren dem Toten an die Wange gelegt worden (Abb. 33–34).

Fläche M (2010)

Nach dem Magnetogramm wurden die Grenzen der 7x14 m großen Fläche M abgesteckt, wo zwei Ofenstrukturen zu erwarten waren (Abb. 35). Dies bestätigte sich auch. 170 cm unter der Oberfläche wurde im Osten der Fläche eine umfangreiche Keramikkonzentration freigelegt, die südlich einer noch erhaltenen Lehmbank lag und aus insgesamt 70 Gefäßen bestand (Abb. 36). Einige der Gefäße lagen noch in originaler Versturzlage. Im westlichen Teil der Fläche fanden sich die schlechter erhaltenen Reste einer Lehminstallation mit Mahlstein sowie deutlich weniger Keramik. Im Süden der Fläche wurden insgesamt drei Bestattungen angetroffen. Bemerkenswert sind zwei Gräber, die direkt übereinander angelegt wurden und nur durch 30 cm Erdreich voneinander getrennt waren (Abb. 37).

 Abb. 35 Flächen J und M (c) DAI  Abb. 36 Keramikkonzentration in Fläche M (c) DAI  Abb. 37 Hockerbestattung in Fläche M (c) DAI

Die Funde

Die Keramik: Neben den 1270 Gefäßen sind bisher über 10 Tonnen bzw. 400.000 Scherben ausgegraben worden. Der Großteil der restaurierbaren Gefäße lag in den verbrannten Häusern und war infolge der hohen Temperaturen oft rot durchglüht und sogar verformt. Auf dem Tell konnten pro Hauseinheit bis zu 200 Gefäße dokumentiert werden, die ein breites Spektrum an Typen abdecken: tiefe Töpfe und große Vorratsgefäße waren meist mit Schlicker (Barbotine) überzogen (Abb. 38), seltener poliert (Abb. 39). Becher und Schalen sind oft mit Graphit bemalt (Abb. 40). Ein immer wieder auftretendes Motiv ist die „Welle“ in Kombination mit „Tropfen“, wie sie auch auf dem Schälchen von Abb. 41 (vgl. das Logo Abb. 63) vorkommt. Die Malfläche war entweder in zwei Hälften oder in vier gleich große Segmente unterteilt, die mit identischen Mustern ausgestaltet wurden – diese wurden aber nicht gespiegelt, sondern um den Mittelpunkt „rotiert“. Ineinandergeschlungene Wellen sind auch auf dem Hals des Gefäßes von Abb. 42 dargestellt: der Bezug zum Wasser wird durch die mit einer Muschel in horizontalen Reihen eingedrückten Klammern verstärkt.
Das Motiv der Welle wurde auch in anderen Ziertechniken aufgegriffen: auf einem Deckel (Abb. 43) ist das eingeritzte Wellenmotiv ebenfalls vier Mal um den Griff im Mittelpunkt geführt worden. Womöglich waren die breiten Ritzlinien ursprünglich mit weißer Paste ausgelegt. Rote und weiße, nach dem Brand aufgetragene Farbe tritt immer in Kombination mit Ritzverzierung auf. Eine Schale aus der bislang untersten ausgegrabenen Schicht vom Tell ist auf dem Rand mit Graphit bemalt, auf dem Körper aber mit roter Farbe in vertikalen breiten Feldern versehen (Abb. 44).
In der Außensiedlung tritt Graphitbemalung nur selten auf; hier überwiegen die Ritzverzierungen. Auf den beiden Pithoi (Abb. 28–30) wurden ineinandergreifende Schlaufen, die eine Helix bilden, eingeritzt und mit roter Farbe ausgelegt. Interessant ist der Positiv-Negativ-Effekt, der durch den Wechsel von eingeritzten und polierten Bereichen entsteht. Auch auf dem emblemartigen Hauptmotiv des 120 cm großen Pithos wird die Reversibilität des Dekors von eingeritztem „Malteserkreuz“ und polierten Blattmotiven deutlich.
Die bislang ältesten Gefäße stammen aus Fläche G im Osten des Tells (Abb. 24): die auf einem Deckel eingeritzte Triskele besteht aus drei rotierenden Wellen im Positiv-Negativ-Dekor, die diesmal nicht von Tropfen sondern von Kreisen ergänzt werden (Abb. 45). Eine Besonderheit der Gefäße aus diesem Außenbereich ist ihr konkav einziehender Unterteil (Abb. 46), ein als chronologisches Kriterium zu wertendes Formelement.

 Abb. 38 Vorratsgefäß mit Barbotineauftrag (c) DAI  Abb. 39 Gefäß mit Rippenzier (c) DAI  Abb. 40 Graphitbemalte Schale (c) DAI  Abb. 41 Schälchen oder Deckel mit Graphitbemalung (c) DAI
 Abb. 42 Gefäß mit Muscheleindrücken und Graphitbemalung (c) DAI  Abb. 43 Deckel mit eingeritztem Wellendekor (c) DAI  Abb. 44 Gefäß mit Graphitbemalung auf dem Rand mit roten Farbfeldern darunter (c) DAI
 Abb. 45 Deckel mit eingeritztem Wellendekor (c) DAI  Abb. 46 Flasche mit Deckel (c) DAI    

Die Kleinfunde: Den großen Bedarf an Geräten dokumentieren über 9200 Silexgeräte, darunter auch Klingen mit einer Länge von über 25 cm, die in Siedlungen eine große Seltenheit darstellen (Abb. 47).
Mit über 1700 Stücken sind die Knochen- und Geweihartefakte besonders zahlreich (Abb. 48–49). Dazu kommen 270 Silex- und Felsgesteinbeile und Äxte (Abb. 50). 1895 Mahl-, Schleif- und Wetzsteine zeigen vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Steine (Abb. 51). Mahlsteine dienten keineswegs allein der Verarbeitung von Getreide. Viele andere organische Materialien, wie Wurzeln, Nüsse, Fleisch und anorganische Pigmente wie Ocker oder Graphit wurden ebenfalls gemahlen; manche Schleifsteine dienten der Bearbeitung von hölzernen Oberflächen. Reib- und Klopfsteine verweisen ebenfalls auf die Bedeutung von Steinen als Werkzeuge. Unbrauchbar gewordene Mahlsteine konnten als Abstellplatten im Haushalt weiterverwendet werden oder schließlich auch zur Befestigung des Eingangsbereichs des Hauses dienen.

 Abb. 47 Superblades (c) DAI  Abb. 48 Harpunen (c) DAI  Abb. 49 Knochengeräte (c) DAI
 Abb. 50 Beile (c) DAI  Abb. 51 Mahl- und Klopfsteine (c) DAI  

Nach der Auffindung zweier Webstühle (Abb. 18) wurden die gebrannten Webgewichte einer genaueren Betrachtung unterzogen. Bei einer Reihe von Gewichten konnten Abdrücke der Aufhängeschnüre nachgewiesen werden. Damit ist klar, dass auch diese Gewichte sekundär im Schadensfeuer gebrannt wurden. Die Webgewichte wurden also in ungebranntem Zustand genutzt. Ziel war es, schwere Gewichte zu haben, denn bei der Herstellung von Leinenstoffen brauchen die Fäden große Spannung. Mit der Einführung des Wollschafs im 4. Jahrtausend v. Chr. und der Herstellung von Wollstoffen kommen dann leichtere Webgewichte auf.

530 menschen- bzw. tiergestaltige Ton- und Knochenstatuetten stellen einen erheblichen Fundbestand dar. Neben dem für die Gumelnita-Kultur gängigen Typenspektrum, sind außergewöhnliche und singuläre Stücke hervorzuheben. Hierzu gehören z.B. die Tonfigur einer Schildkröte, eines Wildpferds und eines Hundes (Abb. 52). Zwei komplett erhaltene Knochenfigurinen fanden sich relativ nah beieinander in der N-S-Gasse in Fläche B. Sie tragen Perlenketten, was erstmals für Knochenstatuetten nachgewiesen wurde (Abb. 53). Die 2007 gefundene komplette Steinstatuette (Abb. 54) unterstreicht in besonderer Weise die Bedeutung des Fundplatzes. Sie ist die zweite Steinfigur aus Pietrele und die dritte aus Rumänien! So wie die Knochenfigurinen sind auch zahlreiche Tonfiguren „gepierct“ – sowohl an den Ohren als auch unter dem Mund. Bei einigen Figurinen blieben in den Einritzungen, die ein Gewand darstellen könnten, auch noch Spuren von roter Farbe erhalten (Abb. 55).
Mit roter und weißer Farbe ist auch das tönerne, frei stehende Objekt verziert (Abb. 56–57). Zu den Tonmodellen gehören auch 64 Hausmodelle sowie Tische u.a.m.

 Abb. 52 Tierfigur (c) DAI  Abb. 53 Knochenfigur (c) DAI  Abb. 54 Steinfigur (c) DAI  Abb. 55 Tonstatuetten (c) DAI
 Abb. 56 Tongegenstand (c) DAI  Abb. 57 Tongegenstand (c) DAI  Abb. 58 Kupferartefakte (c) DAI  Abb. 59 Kupferartefakte (c) DAI

Die große Zahl von 233 Kupferobjekten (Abb. 58–59) zeigt, dass Kupfer in der zweiten Hälfte des 5. Jahrtausends einen gängigen Werkstoff für die Herstellung von Schmuck aber auch von Alltagsgeräten wie Haken oder Ahlen darstellte. Nach den metallurgischen Untersuchungen wurden die Objekte in Pietrele aus Kupfer verschiedener Lagerstätten im südlichen Balkangebirge und im östlichen Serbien gefertigt.
Zahlreich ist auch der Schmuck aus Spondylus (Abb. 60), der entweder als Rohstoff oder bereits in fertiger Form aus dem Mittelmeergebiet, vermutlich der Ägäis, nach Pietrele gelangte. Ein Anhänger in Beilform ist aus Grünstein angefertigt (Abb. 61).

Abb. 60 Spondylusschmuck (c) DAIAbb. 61 Grünsteinanhänger in Beilform (c) DAI

Kooperation

Abb. 62 Team der Grabungskampagne 2009 (c) DAIKooperationspartner sind neben der Eurasien-Abteilung des DAI (Prof. Dr. Svend Hansen und Dr. Agathe Reingruber) das Archäologische Institut "Vasile Pârvan" (Prof. Dr. Alexandru Vulpe und Drd. Meda Toderas) und das Institut für Physische Geographie der Universität Frankfurt a.M. (Prof. Dr. Jürgen Wunderlich und Dipl. Geogr. Dirk Nowacki).
Teil des Teams (Abb. 62) sind Prof. Dr. Norbert Benecke (Archäozoologie), PD Dr. Reinder Neef (Archäobotanik), Dr. Jochen Görsdorf (Archäometrie), Prof. Dr. Andreas Hauptmann und Dr. Michael Prange (Archäometallurgie), PD Dr. Joachim Wahl (Anthropologie), Dr. Baoquan Song (Geophysik), Dr. Kenneth Ritchie (Ichthyologie), Prof. Dr. T. Douglas Price (Isotopenanalysen), Prof. Dr. Marvin Kay (Spurenanalysen), Prof. Dr. Ivan Gatsov und Drd. Petranka Nedelcheva (Flintgeräte), Dr. Jorrit Kelder (Miniaturmöbel), Dr. Florian Klimscha (Beile), Ute Koprivc, M.A. (Handmühlen), Michael Müller (Statuetten), Christoph Schröder (Innendienst und Miniaturgefäße), Katrin Beutler (Innendienst), Dr. Daniel Spânu (Hausmodelle), Cristina Georgescu (Restaurierung und Zeichnungen), Irma Berdzenishvili und Tilmann Vachta M.A. (Zeichnungen), Heide Nørgaard M.A. (Schmuck), Drd. Petar Zidarov (Knochen- und Geweihartefakte), Joni Abuladze, Sven Brummack M.A., Drd. Elena Gavrila, Vladimir Ioseliani, Mehmet Karaucak, Nils Schäkel, Levan Tchabashvili, Stanislav Terna, Dimitri Zhvania (Ausgrabung).
Seit 2005 wird die Grabung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. 2006–2010 wurde die Grabung auch mit finanzieller Unterstützung des Kulturministeriums in Bukarest durchgeführt.

Bibliographie

Vorberichte

S. Hansen, A. Dragoman, N. Benecke, J. Görsdorf, F. Klimscha, S. Oanta-Marghitu, A. Reingruber, Bericht über die Ausgrabungen in der kupferzeitlichen Tellsiedlung Magura Gorgana bei Pietrele in Muntenien/Rumänien im Jahre 2002. Eurasia Antiqua 10, 2004, 1–53.

S. Hansen, A. Dragoman, A. Reingruber, I. Gatsov, J. Görsdorf, P. Nedelcheva, S. Oanta-Marghitu, B. Song, Der kupferzeitliche Siedlungshügel Pietrele an der Unteren Donau. Bericht über die Ausgrabungen im Sommer 2004. Eurasia Antiqua 11, 2005, 341–393.

S. Hansen, A. Dragoman, A. Reingruber, N. Benecke, I. Gatsov, T. Hoppe, F. Klimscha, P. Nedelcheva, B. Song, J. Wahl, J. Wunderlich, Pietrele – Eine kupferzeitliche Siedlung an der Unteren Donau. Bericht über die Ausgrabung im Sommer 2005. Eurasia Antiqua 12, 2006, 1–62.

S. Hansen, M. Toderas, A. Reingruber, I. Gatsov, C. Georgescu, J. Görsdorf, T. Hoppe, P. Nedelcheva, M. Prange, J. Wahl, J. Wunderlich, P. Zidarov, Pietrele, Magura Gorgana. Ergebnisse der Ausgrabungen im Sommer 2006. Eurasia Antiqua 13, 2007, 43–112.

S. Hansen, M. Toderas, A. Reingruber, I. Gatsov, F. Klimscha, P. Nedelcheva, R. Neef, M. Prange, T. D. Price, J. Wahl, B. Weniger, H. Wrobel, J. Wunderlich, P. Zidarov, Der kupferzeitliche Siedlungshügel Magura Gorgana bei Pietrele in der Walachei. Ergebnisse der Ausgrabungen im Sommer 2007, Eurasia Antiqua 14, 2008, 19–100.

S. Hansen, M. Toderas, A. Reingruber, N. Becker, I. Gatsov, M. Kay, P. Nedelcheva, M. Prange, A. Röpke und J. Wunderlich, Pietrele: Der kupferzeitliche Siedlungshügel "Magura Gorgana" und sein Umfeld. Bericht über die Ausgrabungen und geomorhologischen Untersuchungen im Sommer 2008. Eurasia Antiqua 15, 2009, 15–66.

S. Hansen, M. Toderas, A. Reingruber, I. Gatsov, M. Kay, P. Nedelcheva, D. Nowacki, A. Röpke, J. Wahl, J. Wunderlich, Pietrele, „Magura Gorgana“. Bericht über die Ausgrabungen und geomorphologischen Untersuchungen im Sommer 2009. Eurasia Antiqua 16, 2010 (im Druck).

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Einzelbeiträge

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S. Hansen, Kleine Körper, große Ideen – Statuetten aus der kupferzeitlichen Tellsiedlung Magura Gorgana bei Pietrele an der Unteren Donau. In: N. Tasic/C. Grozdanov (Hrsg.), Homage to Milutin Garašanin (Belgrade 2006) 433–447.

S. Hansen/M. Toderas, Pietrele. O asezare din epoca cuprului la Dunarea de Jos (Bukarest 2007).

S. Hansen, M. Toderas, Pietrele. Eine kupferzeitliche Siedlung an der Unteren Donau. In: K. Schmidt (Hrsg.), Frühe Tempel – Frühe Siedlungen. 12000 Jahre Kunst und Kultur. Ausgrabungen und Forschungen zwischen Donau und Euphrat (Oldenburg 2009) 91–116.

S. Hansen, M. Toderas, Pietrele und die neuen Dimensionen kupferzeitlicher Siedlungen an der Unteren Donau. In: S. Hansen (Hrsg.), Leben auf dem Tell als soziale Praxis. Beiträge des internationalen Symposiums in Berlin vom 26.–27. Februar 2007. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte Bd. 14 (Bonn 2010) 135–156.

S. Hansen, A. Reingruber, M. Toderas, Pietrele, Magura Gorgana: Monumentalität im Raum. In: H.-J. Beier/E. Claßen/Th. Doppler/B. Ramminger (Hrsg.), Neolithische Monumente und neolithische Gesellschaften. Beiträge der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Neolithikum während der Jahrestagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung in Schleswig 9.–10.Oktober 2007. Varia neolithica VI (Langenweissbach 2009) 55–63.

F. Klimscha, Die Verbreitung und Datierung kupferzeitlicher Silexbeile in Südosteuropa. Fernbeziehungen neolithischer Gesellschaften im 5. und 4. Jahrtausend v. Chr. Germania 85, 2007, 275–305.

A. Reingruber, Mobilität an der Unteren Donau in der Kupferzeit: Pietrele im Netz des Warenverkehrs. Das Altertum 52, 2007, 81–100.

A. Reingruber, Deckel mit besonderen Griffen aus Pietrele, Rumänien. In: F. Falkenstein/S. Schade-Lindig/A. Zeeb-Lanz (Hrsg.), Kumpf, Kalotte, Pfeilschaftglätter. Zwei Leben für die Archäologie. Gedenkschrift für Annemarie Häußer und Helmut Spatz. Studia honoraria 27 (Rahden/Westf 2008) 201–209.

A. Reingruber, Wohnen und Wirtschaften auf dem Tell "Magura Gorgana" bei Pietrele. In: S. Hansen (Hrsg.), Leben auf dem Tell als soziale Praxis. Beiträge des internationalen Symposiums in Berlin vom 26.–27. Februar 2007. Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte Bd. 14 (Bonn 2010) 157–174.

A. Reingruber, Keramische Hausinventare des 5. Jahrtausends v. Chr. aus Pietrele, Rumänien. In: P. Kalábková/B. Kovár/P. Pavúk/J. Šuteková, Pantha Rhei. Studies in Chronology and Cultural Development of the SE and Central Europe in Earlier Prehistory Presented to Juraj Pavúk on the Occasion of His 75. Birthday (Bratislava 2010) 131–142.

A. Reingruber, S. Hansen, M. Toderas, Monumental Living: Pietrele Near the Lower Danube River in the 5th Millennium BC. In: Landscapes and Human Development: The Contribution of European Archaeology. Proceedings of the International Workshop “Socio-Environmental Dynamics over the Last 12,000 Years: The Creation of Landscapes. Kiel, 1st–4th April 2009. UPA 191 (Bonn 2010) 171–180.

A. Reingruber, L. Thissen, Depending on 14C- Data: Chronological Frameworks in the Neolithic and Chalcolithic of Southeastern Europe. Radiocarbon 51, 2009, 751–770.

Abb. 63 Grabungslogo (c) DAIB. Weninger, A. Reingruber, S. Hansen, Konstruktion eines stratigraphischen Altersmodells für die Radiocarbondaten aus Pietrele, Rumänien. In: P. Kalábková/B. Kovár/P. Pavúk/J. Šuteková, Pantha Rhei. Studies in Chronology and Cultural Development of the SE and Central Europe in Earlier Prehistory Presented to Juraj Pavúk on the Occasion of His 75. Birthday (Bratislava 2010) 143–151.

P. Zidarov, Green bone pin from Pietrele: possible evidence for intentional colouration of bone artefacts during the Copper Age in the Balkans. In: R. I. Kostov, B. Gaydarska, M. Gurova (ed.), Geoarchaeology and Archaeomineralogy. Proceedings of the International Conference, 29–30 October 2008 Sofia, Publishing House “St. Ivan Rilski”, Sofia, 73–74.

Kalender

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