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Archäologische Landesaufnahme und Oberflächenbegehungen in der Provinz Kilis, in Verbindung mit den Ausgrabungen in Oylum Höyük.
Die Provinz Kilis bildete ursprünglich den südlichen Teil der Provinz Gaziantep und ist seit 1994 eine selbständige Provinz. Sie umfaßt die südlichen Taurusvorberge westlich des Euphrat und den Nordrand der syrischen Ebene.
Die erste Projektphase wurde als extensive Oberflächenprospektion durchgeführt. Dazu wurden alle obertägig sichtbaren Ruinen und Denkmäler aufgesucht und doumentiert, sowie Oberflächenfunde von der gesamten Fläche gesammelt. Im Umkreis der Fundstellen wurden außerdem gezielt größere Bereiche abgelaufen.
Aufnahme aller obertägig sichtbaren oder durch Begehungen erschließbaren Geländedenkmäler mit dem Ziel, die Entwicklung des regionalen Siedlungssystems durch die Zeiten hindurch zu verstehen. In Hinblick auf die Ausgrabungen in Oylum Höyük, dem alten Zentrum der Region, stehen dabei insbesondere die bronzezeitlichen Fundorte im Mittelpunkt des Interesses.
Kilis wurde erstmals 1906 durch den Archäologen John Garstang besucht, der im örtlichen Basar einige Antiken ankaufte. In den 1960'er Jahren unternahm U. B. Alkım archäologische Prospektionen zu Pferde. Eine erste Aufnahme von Denkmälern in der gesamten Provinz Gaziantep erfolgte schließlich 1970 durch eine italienische Mission. Systematische Begehungen in der Ebene von Kilis wurden anschließend 1984/85 durch E. Özgen durchgeführt. Seit 1994 ist Kilis eine selbständige Provinz. Die damit einhergehende erhöhte Bauaktivität hat bereits zur Zerstörung zahlreicher Siedlungshügel und anderer Geländedenkmäler geführt, so daß eine vollständige Aufnahme umso dringender ist.
In einem ersten Schritt wurden im Rahmen eines extensiven Surveys von 2000 bis 2002 alle obertägig sichtbaren Denkmäler registriert und begangen.
Im Anschluß an den extensiven Survey sollen nun einzelne Fragen detailliert untersucht werden. Zum einen soll eine intensive Geländebegehung entlang des Akpınarflusses Aufschluß darüber geben, inwieweit obertägig sichtbare Siedlungshügel repräsentativ sind für das Siedlungsverhalten der Bronzezeit, und ob nicht vielmehr zugleich mit Flachsiedlungen und anderen, bis jetzt nur unzureichend bekannten Siedlungsformen zu rechnen ist. Zudem sollen einzelne Perioden (Paläolithikum, Antike - Spätantike) aus dem weiteren Surveyprogramm ausgegliedert und jeweils durch Spezialisten detailliert untersucht werden.
Die erste Projektphase wurde als extensive Oberflächenprospektion durchgeführt. Dazu wurden alle obertägig sichtbaren Ruinen und Denkmäler aufgesucht und doumentiert, sowie Oberflächenfunde von der gesamten Fläche gesammelt. Im Umkreis der Fundstellen wurden außerdem gezielt größere Bereiche abgelaufen.
Nach Abschluß der ersten Projektphase sind 145 archäologische Fundpunkte registriert. Zahlreiche paläolithische Stationen finden sich insbesondere auf den Abbruchkanten der Basaltterrassen direkt oberhalb der Ebene. Die meisten datieren in das Mittelpaläolithikum, Spät- und Epipaläolithikum sind nicht vertreten. Auch das Neolithikum fehlt fast völlig - lediglich ein Fundplatz weist eine akeramisch-neolithische Besiedlung auf. Ebenso sind Halafzeit, Ubaidzeit und das Spätchalkolithikum nur schwach belegt. Ein wesentlicher Grund dafür mag in der Taphonomie der Siedlungsplätze liegen: häufig bildet Basalt das Hauptbaumaterial, und auf vielen Siedlungshügeln sind alte Schichten deshalb gut unter Schichten von Basaltgeröll versiegelt, so daß altes Material insgesamt unterrepräsentiert ist.Erst in der Frühbronzezeit nimmt die Anzahl der Fundplätze sprunghaft zu, und zahlreiche Friedhöfe mit Steinkistengräbern sind bekannt. Auch die Mittelbronzezeit ist wiederum reich belegt. Die anschließenden Perioden sind archäologisch noch nicht so gut bekannt. Eine sichere Zuweisung von spätbronzezeitlichen und eisenzeitlichen Assemblagen schwierig ist deshalb schwierig, so daß diese Perioden wiederum unterrepräsentiert sind. In der hellenistischen Zeit war die Region dicht besiedelt, und erstmals sind nun Wachtürme und Burgen belegt. Unter der Pax Romana prosperierte die Region, und zahlreiche kleine Fundplätze repräsentieren einzelne Landgüter. In der byzantinischen Zeit schließlich finden sich zahlreiche Flachsiedlungen oder Hangsiedlungen.
In Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut der Hacettepe Universität Ankara (Prof. Dr. Engin Özgen, Dr. Atilla Engin) durchgeführte Untersuchung. Seit 2003 hat die Universität Liverpool die Betreuung des Teilbereiches "Hellenistische Burgen und Höhensiedlungen" übernommen.
Prof. Dr. Engin Özgen, Hacettepe Üniversitesi, Edebiyat Fakültesi, Arkeoloji Bölümü, 06532 Beytepe - Ankara, Türkei. - E-Mail: eiozgen@bilkent.edu.tr
Dr. Atilla Engin, Hacettepe Üniversitesi, Edebiyat Fakültesi, Arkeoloji Bölümü, 06532 Beytepe - Ankara, Türkei. - E-Mail: enginatilla@hotmail.com
Dr. Alan Greaves, School of Archaeology, Classics and Egyptology, University of Liverpool, L22 5NZ Liverpool, UK. - E-Mail: greaves@liv.ac.uk Foerderung: 2000 - heute: Türkisches Kulturministerium, Generaldirektion für Altertümer und Museen.
2000 -2002: Deutsches Archäologisches Institut, Abteilung Istanbul
E. Özgen/B. Helwing/A. Engin, The Oylum Regional Project: Archaeological Prospection 2000. Araştırma Sonuçları Toplantısı 19/2, 2002, 217-228.
E. Özgen/B. Helwing/L. Herling/A. Engin, The Oylum Regional Project: Archaeological Prospection 2001. Araştırma Sonuçları Toplantısı 20/2, 2003, 151-157.
Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts gehört. Das Institut mit Zentrale in Berlin und mehreren Kommissionen und Abteilungen im In- und Ausland führt archäologische Ausgrabungen und Forschungen durch und pflegt Kontakte zur internationalen Wissenschaft.
Das Institut veranstaltet wissenschaftliche Kongresse, Kolloquien und Führungen und informiert die Öffentlichkeit über seine Arbeit.