Metanavigation

Athenische Mitteilungen 122, 2007

Weitere Ausgaben

AM 121, 2006
AM 120, 2005

Inhalt

Περιεχόμενα και Περιλήψεις 

Inhalt und Zusammenfassungen
(in chronologischer Reihenfolge)


Inhalt

Giorgos Rethemiotakis
A Syro-Minoan cylinder seal from Poros, Herakleion  >>

Conrad M. Stibbe
Mädchen, Frauen, Göttinnen. Lakonische weibliche Bronzestatuetten und Stützfiguren archaischer Zeit  >>

Giorgos I. Despinis
Neues zu der spätarchaischen Statue des Dionysos aus Ikaria  >>

Torsten Mattern
Griechische Kultbildschranken   >>

András Patay-Horváth
Zur Rekonstruktion und Interpretation des Ostgiebels des Zeustempels von Olympia  >>

John Pollini
Christian desecration and mutilation of the Parthenon  >>

Ilja Steffelbauer
Lage und Grenzen des Demos Kerameis und des Kerameikos von Athen  >>

Klaus Hallof
Ehreninschrift aus Samos für den Stadtkönig von Paphos  >>

Christina Papastamati-von Moock
Menander und die Tragikergruppe. Neue Forschungen zu den Ehrenmonumenten im Dionysostheater von Athen  >>

Christof Berns
Ein Antefix aus Nemea und der emblematische Architekturdekor im späten Hellenismus  >>

Zusammenfassungen

Giorgos Rethemiotakis, A Syro-Minoan cylinder seal from Poros, Herakleion 
A cylinder seal made of hematite was found in the excavation of a LM I A–B rock-cut tomb at Poros, Heraklion. In the lower zone it portrays a griffi n attacking an ibex and, in the upper zone, a tumbler, a fl ying bird and a rosette in between. It belongs to a ›special‹ group of cylinder seals with mixed Creto-Syrian iconography, as comes out from the selection and rendering of the subjects and their place in the composition. Shape, choice of the material of manufacture and the stylistic features of the representation, all attest to its origin from a Syrian workshop most probably of the Middle Bronze Age. The dissemination of this complex and idiomatic imagery in other art forms except for the seal engraving, like ivory relief and pictorial wall paintings in the Aegean, Egypt and the Levant, indicates the development of a common iconographic script with a specific ideological content. In this context, the role of the major Knossian harbor at Poros is projected both in the circulation of costly objects, like the cylinder seal, as well as of the message they emitted through iconography.

Keywords: Crete, Poros (Herakleion) - cylinder seal, Syro-Minoan - griffin - tumbler

Conrad M. Stibbe, Mädchen, Frauen, Göttinnen. Lakonische weibliche Bronzestatuetten und Stützfiguren archaischer Zeit
Es werden in diesem Aufsatz zum ersten Mal alle lakonischen Bronzestatuetten, die weibliche Figuren darstellen, zusammengefasst und in einem Katalog einzeln analysiert. Ausgangspunkt sind die unbekleideten Mädchenfi guren, die, zumal als Spiegelträgerinnen, eine im archaischen Griechenland einmalige Reihe bilden. Die Interpretation ist umstritten. Es wird ein neuer Deutungsvorschlag vorgetragen. Bekleidete Frauenfi guren, die ebenfalls erfasst sind, stellen daneben eine unverzichtbare Vergleichsreihe dar.

Schlagwörter: Lakonien - Bronze - Statuetten, archaische, weibliche - Nacktheit - Göttinnen

Giorgos I. Despinis, Neues zu der spätarchaischen Statue des Dionysos aus Ikaria
Im ersten Abschnitt (I) der Untersuchung werden die Fragmente der spätarchaischen Sitzstatue des Dionysos aus Ikaria beschrieben und erörtert, die sich heute im Athener Archäologischen Nationalmuseum Inv. 3897 (Torso), 3073 (rechte Hand mit Kantharos), 3074 (Füße) und 3072 (Gesicht) befi nden. Im zweiten Abschnitt (II) der Untersuchung werden zwei Fragmente aus dem Heiligtum in Ikaria eingehend besprochen, die bei den Ausgrabungen der Jahre 1888–1889 gefunden worden sind und die die Forschung bisher nicht beschäftigt haben. Wie ihre geglückte Verbindung zeigt, handelt es sich um Fragmente einer ~1,645 - ~1,275 m großen Marmorüberdachung mit pyramidenförmiger Ober- und konkaver Unterseite, die entlang des Randes mit acht Weintraubenreliefs geschmückt ist. Auf der Grundlage der Charakteristika dieser beiden Fragmente kann mit Sicherheit ein Baldachin wiederhergestellt werden, unter dem die Sitzstatue des Dionysos ANM 3897 + 3073 + 3074, deren Deutung als Kultstatue damit weiter gestützt wird, ohne Schwierigkeiten Platz findet. Aus Anlass des Dionysosbaldachins aus Ikaria werden die Bezeichnung und der Typus des Monuments, das Fragment eines zweiten spätarchaischen Baldachins in Delphi sowie die Darstellungen von Baldachinen auf Weihreliefs an Herakles und in der Vasenmalerei behandelt.

Schlagwörter: Ikaria - Plastik, archaische - Sitzstatue - Dionysos - Baldachin

Torsten Mattern, Griechische Kultbildschranken
Sowohl im archäologischen Befund wie auch in literarischen Beschreibungen oder epigraphischen Zeugnissen sind schrankenartige Einbauten in den Cellae griechischer Tempel belegt. Sie umgaben entweder das Kultbild oder sperrten sogar wesentliche Teile der Cella für den Besucher ab. Obgleich ihre Existenz, u. a. durch die Beschreibung der von Panainos bemalten Schrankenplatten im Zeustempel von Olympia, durchaus bekannt ist, werden sie erstmals zusammengestellt und in vier Typen getrennt, die sich durch ihre Konstruktion unterscheiden. Die Funktion der Schranken lag v. a. in dem Schutz des Kultbildes vor Berührungen und Beschädigungen während des privaten Kultes in der Cella. In zweiter Funktion sind Kultbildschranken aber auch ein Element zur Bedeutungssteigerung des Kultbildes durch seine Isolation. Da derzeit noch keine Kultbildschranken in römischen Tempeln bekannt sind, darf hierin wohl auch ein tiefgehender Unterschied in der Kultpraxis vermutet werden.

Schlagwörter: Architektur - Tempel - Schranken - Kultbild

András Patay-Horváth, Zur Rekonstruktion und Interpretation des Ostgiebels des Zeustempels von Olympia
Der Verfasser geht anhand seiner früheren Studien davon aus, daß die bei Pausanias (5,10,5 ff.) überlieferte Themenangabe des Ostgiebels nicht zutreffend sein kann. Um eine neue, besser begründete Deutung der Giebelgruppe zu präsentieren, wird zuerst die Rekonstruktion anhand solcher Überlegungen diskutiert, die von der Deutung unabhängig sind. Es stellt sich dabei heraus, daß von allen bisher vorgeschlagenen Rekonstruktionen diejenige von F. Studniczka und E. Buschor am besten begründet ist. Bei der anschließend vorgetragenen, auf neue Detailbeobachtungen basierenden Deutung der Gruppe kommt der Autor zum Ergebnis, daß der Giebel eine wichtige, sonst kaum dargestellte Szene aus dem Trojanischen Krieg, nämlich die Versöhnung des Achill mit Agamemnon (Ilias 19,255 ff.) darstellt. Im letzten Abschnitt folgt eine ikonologische Untersuchung, die die historischen Umstände der Errichtung des Tempels diskutiert und die Themenwahl des Ostgiebels vor diesem geschichtlichen Hintergrund verständlich macht.

Schlagwörter: Olympia - Bauplastik, klassische - Zeustempel, Ostgiebel

John Pollini, Christian desecration and mutilation of the Parthenon
The damage suffered by ancient monuments is often assumed to be the result of war, natural causes, or building collapse. Frequently overlooked is physical evidence of willful destruction, attributable in a number of cases to early Christians who feared or were offended by ancient images. Considered here are indications of Christian assaults on the Parthenon and it architectural sculpture, especially its frieze. In the case of the frieze, the evidence has gone largely unnoticed and undiscussed in the scholarly literature. In fact, all of the heads in the central part of the East Frieze, as well as at least one block of the North Frieze, can be shown to have suffered defacement. These particular sections were taken down and consequently made more accessible to attack when the Parthenon was converted to a Christian church, beginning probably in the late 6th century. The conclusions reached represent new observations on the Parthenon Frieze and new insights into the history of one of most important monuments of ancient Greek civilization.

Keywords: Parthenon Frieze - Christian - Elgin - Iconoclasm - Mutilation


Ilja Steffelbauer, Lage und Grenzen des Demos Kerameis und des Kerameikos von Athen
In dem Beitrag wird der Versuch unternommen, die Ausdehnung des athenischen Demos Kerameis mithilfe allgemeiner Überlegungen zur natürlichen und menschengemachten Topographie Nordwestathens und archäologisch oder literarisch belegter Fixpunkte festzumachen.

Schlagwörter: Athen - Kerameis - Demengrenzen - Kerameikos - Demen


Klaus Hallof, Ehreninschrift aus Samos für den Stadtkönig von Paphos
Edition eines fragmentarischen Ehrendekretes aus dem Heraion von Samos, das in den Jahren zwischen 322 und 319 für einen der Stadtkönige von Paphos auf Zypern erlassen wurde und neue Fakten zur Geschichte von Samos liefert.

Schlagwörter: Samos - Paphos (Zypern) - Hellenismus - Inschriften - Alexander d. Gr.

Christina Papastamati-von Moock, Menander und die Tragikergruppe. Neue Forschungen zu den Ehrenmonumenten im Dionysostheater von Athen
Die Nachrichten, die die antiken Quellen bezüglich der Ehrenstatuen der vier bedeutendsten Vertreter der dramatischen Dichtung (Aischylos, Sophokles, Euripides und Menander) im Dionysostheater enthalten, sind so spärlich, dass die Frage nach ihrem Erscheinungsbild und dem Platz ihrer ursprünglichen Aufstellung innerhalb des Theaters bis heute ein Desiderat der Forschung blieb. Die Verbindung der Auswertung der zur Verfügung stehenden Fakten mit dem ersten, von E. Ziller 1863 angefertigten topographischen Plan, der der Forschung bis heute nahezu unbekannt geblieben ist, sowie einer Reihe historischer Photographien dieser Zeit (1868) hat zur Lösung des Problems der Basen in der Ostparodos geführt und das Bauwerk damit um verlorene morphologische und historische Elemente bereichert. Aufgrund dieser neuen Fakten konnte der ursprüngliche Platz des beschrifteten Sockels der Menanderstatue ermittelt werden. Darüber hinaus haben neue Beobachtungen zur Form des Gesamtmonuments Hinweise auf die Bewertung des gesellschaftspolitischen Rahmens der Aufstellung erbracht, die mit Demetrios Poliorketes verbunden wird. Das lykurgische Monument ist rechts der Menanderstatue und zusammen mit dieser vor der Stützmauer der Parodos zu rekonstruieren, die den Haupteingang zum Theater bildete. Auf der Grundlage der Hinweise, die die römischen Kopien bezüglich der Statuentypen vermitteln, wird der Versuch unternommen, das Monument in seiner Gesamtheit zu rekonstruieren und zu deuten.

Schlagwörter: Athen - Theater - Rundplastik - Porträt - Dichter

Christof Berns, Ein Antefix aus Nemea und der emblematische Architekturdekor im späten Hellenismus
Mit dem Beitrag wird ein Antefix aus Nemea in der Kieler Antikensammlung vorgelegt. Das Stück fällt durch seine altertümliche Form wie auch durch seinen ungewöhnlichen Dekor mit einer dionysischen Szene auf. Die Untersuchung der ikonographischen, stilistischen und technischen Eigenarten führt zu dem Ergebnis, dass der Stirnziegel in späthellenistischer Zeit hergestellt worden ist und vermutlich zum Dach eines kleinformatigen Monuments, das im Zusammenhang mit den musischen Agonen von Nemea stand, gehörte.

Schlagwörter: Dachterrakotten - Nemea - Antikensammlung Kiel - Architektur des Hellenismus

Bilder

Aktuelle Publikationen

  • 25.09.2011

    Historische Landeskunde und Epigraphik in Griechenland mehr

  • 25.09.2011

    Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung (»Athenische Mitteilungen«) mehr

  • 25.09.2011

    Beihefte zu den Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung mehr

Bibliotheksbestände des DAI

Kontakt

Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die als Bundesanstalt zum Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts gehört. Das Institut mit Zentrale in Berlin und mehreren Kommissionen und Abteilungen im In- und Ausland führt archäologische Ausgrabungen und Forschungen durch und pflegt Kontakte zur internationalen Wissenschaft.
Das Institut veranstaltet wissenschaftliche Kongresse, Kolloquien und Führungen und informiert die Öffentlichkeit über seine Arbeit.  

zum Kontaktformular