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Kaiserzeitlicher Tempel. Denkmalpflegerische Maßnahmen zur Erhaltung des Ensembles
Das südsyrische Dorf Mushennef liegt etwa 20 km östlich der Bezirkshauptstadt Souweida am Ostrand des vulkanischen Basaltmassivs des Gabal al-Arab in einer Höhe von ca.1400 m.
Der antike Name des Ortes Mushennef ist nicht bekannt. Die von einigen Historikern vorgeschlagene Identifikation des Ortes mit dem antiken Nela ist durch kein Zeugnis gesichert. In römischer Zeit gehörte der Ort, der den Status eines Dorfes (Kome) hatte, zur Provinz Syrien. Zu den ältesten bekannten monumentalen Steinbauten zählt das Heiligtum im nördlichen Bereich des modernen Dorfes, das um die Zeitenwende zu Ehren des Zeus Patroos errichtet wurde (Abb. Tempel). Zahlreiche Inschriften, Grabbauten und plastische Bildwerke aus Basalt zeugen von einer regen Siedlungstätigkeit in römischer und frühchristlicher Zeit.
Das Heiligtum in Mushennef gehört zu den best erhaltenen Sakralbauten in Syrien aus römischer Zeit. Das undichte Dach des Tempels und moderne Einbauten auf dem originalen Pflaster des ehemaligen heiligen Bezirks verursachten Schäden, die denkmalpflegerische Maßnahmen zur Erhaltung des Ensembles notwendig machten.
Aus diesem Grund wurde im Jahr 1996 im Auftrag der Generaldirektion der Altertümer und Museen Syriens und des DAI-Damaskus ein Konzept zur Präsentation des Heiligtums in Mushennef von den Architekten K. Nohlen und F. Wenzel entworfen und von lokalen Arbeitern unter der Leitung von C. Hamzé durchgeführt. Dabei wurde das Dach des Tempels repariert und eine Drainage für den Abfluss des Regenwassers erbaut. Das Hofareal wurde gänzlich von einer Mauer aus Basalt umgeben und von den eingebauten Tierställen befreit (Abb. Heiligtum). Durch die Schaffung einer archäologischen Zone bleibt die erhaltene Bausubstanz des Monuments weitgehend geschützt. Ein Wächter und dessen Familie vor Ort betreuen und säubern das gesamte Areal mit den Ruinen. Auf diese Weise wird das antike Bauwerk den Besuchern in einem würdigen Erscheinungsbild präsentiert.
Die denkmalpflegerischen Maßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion der Antiken und Museen Syriens, der Antikendirektion von Souweida und den Architekturfakultäten der TU Karlsruhe und der Fachhochschule Wiesbaden durchgeführt.
Archäologische Arbeiten sind in der Monographie Damaszener Forschungen, Band 6, 1998, 59-62 veröffentlicht.
The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.