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Untersuchungen der vorrömisch-hellenistischen Siedlung
Palmyra liegt in der syrischen Steppe auf halbem Weg zwischen Damaskus und dem Euphratknie.
Über die Geschichte Palmyras in hellenistischer Zeit sind wir bisher nur aus schriftlichen Quellen unterrichtet. Die größte Blüte erlebte die Stadt vom 1. bis 3. Jh. n. Chr. als wichtigste Handelspetropole in der syrischen Wüste und als Mittler zwischen dem römischen Reich einerseits und dem Parherreich bzw. den Sasaniden andererseits.
Das vorrömisch-hellenistische Palmyra kann heute südlich der späteren kaiserzeitlichen Stadt lokalisiert werden, in einem Gelände, das in nachantiker Zeit nicht überbaut worden ist. Damit bietet das Areal ideale Voraussetzungen, zum ersten mal im syrischen Raum "hellenistische"
Wohnstrukturen großflächig zu untersuchen. Durch eine 1997/98 durchgeführte geophysikalische Prospektion wurden auf einer Fläche von ca. 20 ha unterirdische Bebauungsstrukturen sichtbar gemacht (Abb. 1). Die Auswertung der gewonnenen Daten, ihre Verifizierung durch gezielte Sondagen und die Kombination mit Luftbildern und der Bauaufnahme der überirdisch sichtbaren Strukturen sollen einen Plan ergeben, der als Grundlage für weitere Forschungen zur Urbanistik des frühen Palmyra dienen kann.
Seit 1999 werden im Areal der vorrömischen Siedlung gezielte Testsondagen durchgeführt, die mehrere Bauhorizonte und eine durchgehende Siedlungskontinuität vom 3. Jh. v. - 2. Jh. n. Chr. belegen. Besonders aufschlußreich sind die zahlreichen hellenistischen Funde, die bereits für das 3. Jh. v. Chr. weiträumige Handelsbeziehungen für Palmyra bezeugen (Abb. 2). Andererseits wurde im Zentrum der Stadt eine monumentale hofartige Anlage angeschnitten (Abb. 3), die aufgrund ihrer ungewöhnlich qualitätvollen Wandmalerei und z. T. vergoldeter Stuckdekorationen (Abb. 4) sowie aufgrund verschiedener Kleinfunde am ehesten als Residenz oder als Karawanenbau angesehen werden kann.
Direction Générale des Antiquités et des Musées de la Syrie (DGAMS)
Wissenschaftliche Zusammenarbeit
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
CNRS ParisFachhochschule Köln
TU München
Universität Damaskus
Förderung 

Finanziert werden die Arbeiten vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) und der Universität Wien.
Prof. Dr. Andreas Schmidt-Colinet
Institut für Klassische Archäologie,
Franz-Klein-Gasse 1,
A-1190 Wien
Tel. 0043/1/427740601; Fax 0043/1/42779406;
E-Mail: andreas.schmidt-colinet@univie.ac.at
www.univie.ac.at/Klass-Archaeologie
W. al-As´ad, DGA de Palmyre (DGAMS)
A. Schmidt-Colinet - Kh. al-As'ad (u.a.), Zur Urbanistik des hellenistischen Palmyra. Ein Vorbericht, DaM 12, 2000, 61 ff. Taf. 7-16.
A. Schmidt-Colinet (Hrsg.), Palmyra. Kulturbegegnung im Grenzbereich (3. Aufl. 2005) 83ff., Abb. 132-139.
A. Schmidt-Colinet, Zur Urbanistik von Palmyra, Orte & Zeiten. 25 Jahre archäologische Forschung in Syrien 1980-2005 (2005) 88ff., Abb. 1-5.
A. Schmidt-Colinet, Stuck und Wandmalerei aus dem Areal der 'hellenistischen Stadt' von Palmyra, in: P.Bieli´nski - F. M. Stepniowski (Hrsg.), Aux pays d'Allat. Mélanges M. Gawlikowski (2005) 225-241.
A. Schmidt-Colinet - Kh. al-As'ad, Twenty Years of the Syro-German Mission at Palmyra, Annales Archéologiques Arabes Syriennes 45/46, 2002/03 (2005), 207-214.
A. Schmidt-Colinet - Kh. al-As'ad, A new tessera from Palmyra. Questions of Iconography and Epigraphy, in: E. Cussini (Hrsg.), A Journey to Palmyra. Collected Essays to Remember D.R. Hillers (2005) 166-180.
A. Schmidt-Colinet - Kh. al-As'ad, Zur Urbanistik des hellenistischen Palmyra. Zweiter Vorbericht (erscheint in: Zeitschrift für Orient-Archäologie 1, 2008)
The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.