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Rettungsgrabung im Gebiet des Tishreen-Stausees. Das Projekt hat 1993 begonnen.
Tall Bazi liegt in Nordsyrien, ca. 60 km südlich der Grenze zur Türkei am Ostufer des Euphrats in dem Gebiet des neuen, seit 1999 aufgestauten Tishreen-Stausees. Die auf einem 60 m hohen Ausläufer des Euphratrandgebirges gelegene Zitadelle überragt heute den See, während die auf der unteren Flußterrasse gelegene Unterstadt inzwischen größtenteils überschwemmt ist.
Der antike Name von Tall Bazi ist noch nicht bekannt, jedoch stellte der Siedlungskomplex offensichtlich vom 15. bis 14. Jh. v. Chr. die Burg eines mittanischen Fürsten mit Unterstadt am Fuße davon dar, die in der Mitte des 14. Jhs. unter hethitische Oberherrschaft geriet. Das abrupte Ende zu Beginn des 12. Jhs., das zu der guten Konservierung der Funde und Befunde führte, ist wohl auf Feindeinwirkung zurückzuführen. Danach wurde die hervorragende strategische Lage der Zitadelle erst wieder in römischer Zeit für eine befestigte Anlage genutzt.
Tall Bazi bietet die einzigartige Gelegenheit, exemplarisch die zwei komplementären Elemente einer spätbronzezeitlichen Stadt mit ihren Wechselbeziehungen zu erforschen: zum einen das kultische und administrative Zentrum, das auf der Zitadelle vermutet wird, zum anderen die ökonomischen und Wohnzwecken dienenden Stadtviertel der Unterstadt.

Die Ausgrabungen konzentrierten sich bis 1999 auf die westliche Unterstadt ("Weststadt"), die großflächig freigelegt wurde. Es handelt sich hierbei um eine im 13. Jh. v. Chr. geplant angelegte Siedlungserweiterung rein städtischen Charakters, deren etwa 50 Häuser einerseits dem Wohnen, andererseits der Produktion von Gegenständen dienten. Ein in der Mitte der Häuserviertel gelegener Platz bildete das ökonomische Zentrum der Weststadt. Erste Ergebnisse auf der Zitadelle deuten auf kultische und palastartige Gebäude, die durch aufwendige Verteidigungsanlagen geschützt wurden.
Seit dem Jahr 2000 wird das Projekt Tall Bazi durch das Seminar für Vorderasiatische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München weitergeführt.
PD Dr. Adelheid Otto M.A., Dr. Berthold Einwag M.A., Institut für Vorderasiatische Archäologie, Ludwig-Maximilians-Universität München, Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München, e-mail: A.Otto@vaa.fak12.uni-muenchen.de
Vorberichte über die bisherigen Arbeiten sind in der Zeitschrift Damaszener Mitteilungen, Band 8, 1995, 96-124, Band 9, 1996, 15-45 und Band 13, 2002, 65-88 publiziert.
The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.