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Im Rahmen des UNESCO-Projekts zur Rettung Karthagos Einrichtung eines archäologischen Parks (punische Wohnarchitektur, Bauten der römischen Kolonie), archaische Siedlungsreste.
Der moderne Villenvorort Carthage der Landeshauptstadt liegt im Areal der punischen Metropole und späteren römischen Provinzhauptstadt am Golf von Tunis.
Seit 1974 galt ein internationales Forschungsprogramm unter dem Patronat der UNESCO der Rettung noch nicht überbauter Freiflächen im antiken Siedlungsgelände. Das deutsche Projekt soll vor allem noch ungelöste topographische Probleme der Stadtgeschichte von ihren phönizischen Anfängen im 8. Jh. v. Chr. bis in die byzantinische Endphase klären.
Dokumentations- und Interpretationsarbeiten an ergrabenen Befunden sowie ausgewählten Fundgattungen und Fundkomplexen im Bereich der Grabung Rue Ibn Châabat und im Quartier Magon durch Dr. C. Flügel und Dr. H. Dolenz. Die römischen und frühbyzantinischen Befunde der Grabung Rue Ibn Châabat sind als Band Karthago IV in Vorbereitung für den Druck 2009.
Die Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI widmet sich den punischen Münzen aus den Grabungen im Quartier Magon und an der rue Ibn Chabâat.
Die Anlage der punischen Seemauer im 5. Jh. v. Chr., in deren Schutz die in archaischer Zeit offene Küstenebene in orthogonaler Ordnung urbanisiert wurde, dokumentiert den Wandel der phönizischen Siedlung zur internationalen Handelsmetropole. Im frühen 2. Jh. v. Chr. wurden ältere Wohneinheiten zu reich ausgestatteten Großhäusern zusammengelegt. Die von punischen Vorgaben bestimmte römische Neugründung mit ihren Baumaßnahmen und ihrer Organisation nach dem über hundertjährigem Siedlungsverbot wird auf dem küstennahen Grabungsareal deutlich, das als 'Magon-Viertel' nach seinen abschließenden Restaurierung und dem Bau eines Antiquariums mit didaktischen Modellen, Funden und Schaubildern dem archäologischen Park von Karthago eingebunden ist. Ein zweites deutschen Grabunsgelände an der nahen heutigen Rue Ibn Chabâat präsentiert nach der Sicherung der Befunde die acht Meter unter dem heutigen Gelände im 8. Jh. v. Chr. beginnende Siedlungssequenz der antiken Metropole mit archaischen Häusern, den Resten eines punischen Heiligtums unter römischen Großbauten und den Fundamenten eines monumentalen frühbyzantinischen Großbaus. Funde aus dem punischen Heiligtum, darunter griechische und ägyptische Tonsiegel aus dem im römischen Zerstörungsfeuer verbrannten Tempelarchiv sind im karthagischen Nationalmuseum auf dem nahen Byrsa-Hügel ausgestellt.
Die Arbeiten werden in Kooperation mit dem Institut National du Patrimoine (Tunis) sowie dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Landesmuseum Kärnten und der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI durchgeführt.
Grabung Rue Ibn Chabâat: Dr. C. Flügel, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, Alter Hof 2, D - 80331 München, Deutschland, Tel: +49 89 21014026, email:christof.fluegel@blfd.bayern.de
Grabung Rue Ibn Chabâat: Dr. H. Dolenz, Landesmuseum Kärnten, Ausgrabung Magdalensberg, A-9064 Pischeldorf, Österreich, Tel. +43 4224 2255, email: heino.dolenz@uni-klu.ac.at
Münzen: Dr. H. R. Baldus, Deutsches Archäologisches Institut, Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik München, email: baldus@aek.dainst.de
Vgl. auch Forschungen zu karthagischen Münzen, Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI.
F. Rakob (Hrsg), Die deutschen Ausgrabungen in Karthago I (Mainz 1991); II (Mainz 1997); III (Mainz 1999). - F. Rakob, u.a., Forschungen im Stadtzentrum von Karthago, in: Römische Mitteilungen 102, 1995, 413 ff. (mit Bibliographie der Forschungen bis 1995). - C. Flügel - H. Dolenz, Vom römischen Großbau zur christlichen Grabstätte. Neue Grabungen in Karthago, in: Antike Welt 27, 6, 1996, 453 ff.; C. Flügel - H. Dolenz, Karthago IV. Römische und byzantinische Großbauten am Decumanus Maximus. Die Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Institutes Rom an der Rue Ibn Chabâat und der Avenue Habib Bourguiba (im Druck).
The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.