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ein EU-Projekt zur Erforschung von Kleidung als Identitätsträger im Römischen Reich
Was im Jahr 2005 als ein Symposium der Reiss-Engelhorn-Museen begann, ist inzwischen ein multinationales und interdisziplinäres EU-Forschungs- und Ausstellungsprojekt. Textilwissenschaftler, Archäologen, Papyrologen, Althistoriker, Kunsthistoriker, Restauratoren, Zoologen, Archäobotaniker, Physiker, Chemiker und viele andere widmen sich gemeinsam der Erforschung von römerzeitlichen archäologischen Textilfunden bzw. den Darstellungen von Kleidung in der Kunst. Um die vielfältigen Forschungsansätze zu kanalisieren, hat DressID eine einzigartige interdisziplinäre Infrastruktur zur Kooperation geschaffen. Elf Arbeitsgruppen erforschen das Selbstverständnis antiker Menschen im Römischen Reich in Bezug auf Dress-Codes als Ausdruck ethnischem, regionalem, religiösem, standes- und geschlechtsspezifischem Selbstbewusstsein.
Die Projektstruktur weist zwei methodische und inhaltliche Schwerpunkte auf. Zum einen Grundlagenforschung, die zu den Themen Bekleidungselemente, Material & Technik, Qualität, Farbe & Datierung und Experimentelle Archäologie arbeitet; zusätzlich widmet sich eine Arbeitsgruppe der Präsentation der Ergebnisse als Wanderausstellung. Parallel dazu und aufbauend auf diesen Arbeiten entfaltet sich der zweite Schwerpunkt: Kontextfragen, die sich aus den schriftlichen und bildlichen Hinterlassenschaften ergeben. Dabei setzen sich die Arbeitsgruppen mit der Selbstdarstellung des Individuums im gesellschaftlichen Kontext des römischen Weltreichs auseinander, mit der Beziehung von Rom zu den Provinzen, der Darstellung des jeweils spezifisch gekleideten Menschen im Kontext von Geschlecht, sozialem Status, Beruf und Alter sowie im Kult, zudem mit Fragen zu Handel und Produktion von Kleidung. Neben der das Projekt leitenden Institution, den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, sind sechs weitere Forschungsinstitutionen beteiligt: das "Centre for Textile Research (CTR)" der Universität Kopenhagen, das "Royal Institute for Cultural Heritage (KIK-IRPA)" in Brüssel, die Universitäten Kreta (Rhethymnon), Sheffield und Valencia sowie das Naturhistorische Museum Wien. Der Gesamtetat des fünf Jahre dauernden Projektes wird zu 50% von den teilnehmenden Institutionen und zu 50% vom Kulturprogramm der Europäischen Union aufgewendet.
Das Deutsche Archäologische Institut ist mit dem Teilbereich der Darstellung von Kleidung in römischen Denkmälern befaßt, insbesondere solchen, die sich im Hinblick auf die soziale oder administrative Stellung der im Bild oder als Statue auftretenden Personen historisch deuten lassen, sowie beratend auch mit dem Teilbereich der Archäozoologie, speziell der frühen Domestikation von Haustieren und deren Nutzung für Bekleidungsherstellung.
Dass Kleidung bereits in römischer Zeit als unmittelbarstes Ausdrucksmittel von Persönlichkeit und Identität gedient hat, ist zwar durch antike Schriftquellen gut belegt, wie es sich jedoch konkret im Gewandschnitt oder der Gewebequalität ausgewirkt hat, muss noch erforscht werden. Die bislang nur von wenigen Experten betriebene und wenig berücksichtigte archäologische Textilforschung erhält durch DressID eine nachhaltige Würdigung. Die Kooperation und Vernetzung von verschiedenen Forschungsrichtungen verspricht dabei völlig neue Erkenntnisse. Sie werden in zahlreichen Publikationen und durch eine europaweit kursierende Wanderausstellung einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Erster Ausstellungsort sollen im Jahr 2011 die Reiss-Engelhorn-Museen sein, es folgen das Naturhistorische Museum in Wien und das Wissenschaftsmuseum in Valencia. DressID schließt somit eine Forschungslücke und schafft durch die europaweite Zusammenarbeit von Experten und Institutionen zugleich neue Standards in der Textilforschung.
Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
Centre for Textile Research (CTR), Universität Kopenhagen
Royal Institute for Cultural Heritage (KIK-IRPA), Brüssel
Universität Kreta (Rhethymnon)
Universität Sheffield
Universität Valencia
Naturhistorisches Museum, Wien.
The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.