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AA 2009/1 und Jahresbericht 2008
AA 2008/2
AA 2008/1 und Jahresbericht 2007
AA 2007/2
AA 2007/1 und Jahresbericht 2006
AA 2006/2
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AA 2002/1
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Jeannette Marchand Alexander Herda – Eckart Sauter Maria Xagorari-Gleißner
All Roads Lead to Nemea: Physical Evidence for Ancient Roads in the Territory of Kleonai in the Northeastern Peloponnesos >>
Karerinnen und Karer in Milet: Zu einem spätklassischen Schüsselchen mit karischem Graffito aus Milet >>
Attische bilingue Grabreliefs des 4. Jhs. v. Chr. >>
Felix Pirson
Pergamon – Bericht über die Arbeiten in der Kampagne 2008
Mit Beiträgen von Martin Bachmann, Helmut Brückner, Stefan Feuser, Ralf von den Hoff, Barbara Horejs, Adnan Sarıoğlu, Felix Schäfer, Martin Seeliger und Martin Zimmermann >>
Simone Wolf – Pawel Wolf – Hans-Ulrich Onasch – Catharine Hof – Ulrike Nowotnick
Meroë und Hamadab – Stadtstrukturen und Lebensformen im afrikanischen Reich von Kusch. Die Arbeiten der Kampagnen 2008 und 2009
Mit einem Beitrag von Burkart Ullrich >>
Archäologische Gesellschaft zu Berlin e. V. 2009
Klaus S. Freyberger
Das Heiligtum in Baitokaike (Hössn Soleiman): Chronologie, Funktion und Bedeutung >>
Hinweise für Autoren
Jeannette Marchand, All Roads Lead to Nemea: Physical Evidence for Ancient Roads in the Territory of Kleonai in the Northeastern Peloponnesos
This paper presents physical evidence for three ancient Greek roads in the territory which belonged to the polis of Kleonai in the northeastern Peloponnesos; thirty-three discrete road sections are documented, consisting of over sixty segments of wheel ruts and associated features such as aqueducts, retaining walls, and quarries. These roads all appear to represent local alternatives on the first portion of an important route branching off of the Corinth-Argos road at Kleonai and leading west via Nemea. Based on autopsy of the region, the reports of early travelers, likely destinations, and potential roadside features, an additional circumstantial case is made that each road had multiple branches which can be plausibly reconstructed and shown to have had diverse functions. The multiplicity of roads presented here underscores both the importance of access through Kleonaian territory for interstate travel in the Peloponnesos and the ability of a moderately sized polis to maintain and construct roads for local purposes. In the process of documenting these roads, the notion of a standard 1,40 m axle width for Greek roads is challenged and the importance of autopsy for the study of local Greek roads is stressed; ultimately, a reconstruction of the Kleonai’s complex local road network is advanced which enhances the image of the polis as controlling the hub of an important crossroads of direct routes through the Peloponnesos and underscores the benefit of the city’s topographical position to its long-time ally Argos.
Keywords: topography • roads • Peloponnesos • Kleonai • Nemea ▲
Alexander Herda – Eckart Sauter, Karerinnen und Karer in Milet: Zu einem spätklassischen Schüsselchen mit karischem Graffito aus Milet
Die Entdeckung des ersten Graffitos in karischem Alphabet aus Milet bildet den Ausgangspunkt für eine Untersuchung über die Spuren der Anwesenheit der Karer in Milet und dem südlichen Ionien. Es ergibt sich das vielschichtige Bild einer komplizierten Wechselbeziehung zwischen den Karern und den seit der späten Bronzezeit in mehreren Migrationsschüben einwandernden ›ionischen‹ Griechen. Insbesondere die Schriftquellen, angefangen mit den hethitischen Annalen (16. – frühes 12. Jh. v. Chr.), aber dann vor allem Homer und die bruchstückhafte Überlieferung zur sog. Ionischen Migration (ab 8. Jh. v. Chr.) bezeugen eine Konfliktbeziehung, die spätestens im 12. Jh. v. Chr. beginnt (Milet VII, ca. 1180–1050 v. Chr.) und zumindest in Milet mit einer fast vollständigen Assimilation der karischen Bevölkerungsteile an die griechischen endet, während das karische Hinterland bis in das 4. Jh. v. Chr. hinein seine kulturelle Eigenständigkeit weitgehend erhalten konnte. Das Graffito, das aufgrund des Inschriftenträgers, eines attisierenden Glanztonschälchens, in das beginnende 4. Jh. v. Chr. datiert werden kann, fällt in die Spätzeit des Gebrauchs der karischen Schrift. Der Schreiber mag ein aus dem karischen Hinterland nach Milet gekommener Karer gewesen sein, der das milesische Bürgerrecht erhielt. Es wurde in der klassischen Vorgängeranlage des sog. Heroon III gefunden, deren spätere Bauphasen Bezüge zum Apollon-Didymeus-Kult aufweisen. Der synkretistische, karisch-griechische Orakelgott Apollon Didymeus wurde wahrscheinlich als karischer Gott ntro- prŋida- (›Apollon Branchideus‹) in archaischer Zeit im zu Milet gehörigen Heiligtum von Branchidai/Didyma und möglicherweise auch im Filialheiligtum des Gottes im ägyptischen Naukratis verehrt.
Schlagworte: Milet • Karer • Graffito • Glanzton-Keramik • Apollon Branchideus • Zeus-Tarhunt ▲
Maria Xagorari-Gleißner, Attische bilingue Grabreliefs des 4. Jhs. v. Chr.
Phönizier lebten nachweislich seit der frühen Eisenzeit in Griechenland (z. B. Kommos und Eleutherna auf Kreta, Thera, Vroulia auf Rhodos, Paros). Proxenie- und Ehrendekrete sowie Grabstelen von Phöniziern – immer mit Bilinguen – sind aus dem Athen klassischer Zeit erhalten. Darunter befinden sich drei Grabreliefs, von denen zwei jeweils für einen Mann und das dritte für eine Frau bestimmt sind. Die zwei phönizischen Männer, Abdeschmun und Antipatros, hatten wohl eine besondere Funktion in Athen. Antipatros war ein Theoros, wie die Bilingue überliefert. Abdeschmun war wohl ein Gesandter oder Händler. Die Reliefdarstellungen beider Stelen sind von der phönizischen Kunst und Kultur beeinflusst. Das dritte Grabmal mit Bilingue war für eine Eirene aus Byzanz errichtet worden. Vielleicht war sie mit einem Phönizier in Athen verheiratet. Das Motiv auf ihrer Naiskosstele ist auch von anderen attischen Stelen bekannt.
Schlagworte: Plastik • Grabreliefs • Athen • Klassik • Phönizier ▲
Felix Pirson, Pergamon – Bericht über die Arbeiten in der Kampagne 2008
Die Arbeiten der Pergamongrabung im Jahr 2008 konzentrierten sich auf die Erforschung der hellenistischen Residenzstadt und ihres Umlandes im Rahmen des neuen Forschungsprogramms. Daneben fanden zahlreiche Projekte zur Bearbeitung und Vorlage einzelner Materialgattungen und älterer Grabungsbefunde statt. Im Zuge der Konservierungsarbeiten an der Roten Halle konnte die Kuppel des südlichen Rundbaus mit einer Bleideckung versehen werden. Die Untersuchungen am Ostabhang des Burgbergs haben die neue Rekonstruktion des Straßensystems weiter verdichtet. So konnte die Nord-Süd verlaufende Hauptachse sicher nachgewiesen werden. Im nördlichen Teil des Osthangs, der sich durch für Wohnbebauung ungünstige topographische und klimatische Verhältnisse auszeichnet, ließen sich hingegen nur wenige Straßen- und Wegeführungen, aber kein Straßensystem beobachten. Es konnte jedoch mindestens ein Felsheiligtum identifiziert werden, das möglicherweise zu einem ganzen Ensemble solcher Anlagen gehört. Die Grabungen in den hellenistischen Gebäuden Bau T und Bau U haben unsere Kenntnis von der Besiedlungsgeschichte des Osthangs erheblich erweitert. Die Untersuchungen im Umland konzentrierten sich wiederum auf die Poleis Atarneus und Elaia; daneben wurde ein neues Projekt am frühbronzezeitlichen Siedlungshügel Yeni Yeldeğirmentepe begonnen. Dieser Platz könnte in Zukunft zu einem zentralen Referenzpunkt in der prähistorischen Besiedlungsgeschichte des Gebietes zwischen Troia im Norden und der Izmirregion im Süden werden. In Atarneus wurden neue Ergebnisse zu den Stadtbefestigungen, den Nekropolen und insbesondere zur Wohnbebauung am Südhang erzielt. In Elaia, dem Haupthafen Pergamons, konnte ein offenbar hellenistisches Straßenraster prospektiert werden, das zusammen mit Beobachtungen des Keramiksurveys den Ausbau der Stadt unter dem Einfluß der Attaliden illustriert. Eine Notgrabung in der Nordwestnekropole hat wesentliche neue Einblicke in die Bestattungssitten und in die räumliche Organisation der hellenistischen Nekropolen von Elaia erbracht.
Schlagworte: Pergamon • Elaia • Atarneus • Yeni Yeldeğirmentepe • Straßensystem • Stadtmauern • Gymnasien • Häfen • Rote Halle ▲
Simone Wolf – Pawel Wolf – Hans-Ulrich Onasch – Catharine Hof – Ulrike Nowotnick, Meroë und Hamadab – Stadtstrukturen und Lebensformen im afrikanischen Reich von Kusch. Die Arbeiten der Kampagnen 2008 und 2009
Die Feldkampagnen 2008 und 2009 in den Royal Baths von Meroë sowie in Hamadab haben an beiden Orten entscheidende Erkenntnisse zur Baugeschichte sowie zur Nutzung der Areale erbracht: In den Royal Baths konnten die Kulturschichten bis hinab zum gewachsenen Boden, also weit vor Errichtung der Bäder erfasst werden, darunter mächtige Keramikdeposite sowie zwei Grablegungen. Die gewonnene Stratigraphie dokumentiert klar das relative zeitliche Verhältnis zwischen dem Bau der Royal Baths und der Stadtmauer von Meroë. Dabei ließen sich erstmals Konstruktionsweise und Bauphasen der Stadtmauer steingerecht aufnehmen, woraus wiederum eine korrekte Zuordnung der erhaltenen angrenzenden Mauerzüge der Royal Baths resultiert. Neu ist darüber hinaus die Entdeckung einer Gartenanlage mit Pflanzgruben rund um das Wasserbecken. Auch ist jetzt der zweite unterirdische Wasserkanal südöstlich des Beckens sowohl hinsichtlich Bauweise als auch Gefällerichtung genau dokumentiert und in seiner Beziehung zu den Royal Baths definierbar. Neben den Grabungen wurden die Konservierungsmaßnahmen im Areal der Royal Baths fortgesetzt. In Hamadab ist inzwischen der Stadtplan für den gesamten Nordteil der Oberstadt und einen Teil der Unterstadt durch Oberflächensondagen erfasst. Grabungen in zwei meroitischen Gebäudekomplexen der Oberstadt ermöglichen erstmals detaillierte Erkenntnisse zur internen Struktur, bauhistorischen Entwicklung und Nutzung von Häusern. Sondagen an der Stadtmauer und in der Umgebung des Stadttempels beleuchten darüber hinaus Entstehungs- und Baugeschichte der Siedlung. Prospektionen mit Georadar und geoelektrischen Widerstandsmessungen an zwei Eisenschlackehalden sind methodisch richtungsweisend. Die Erforschung der Peripherie von Hamadab und Meroë wurde mit einem Survey begonnen, dabei wurde der erste bekannte napatanisch-frühmeroitische Siedlungsplatz ohne spätere Überbauung im Kerngebiet des meroitischen Reiches entdeckt. Darüber hinaus erbrachte die vergleichende Bearbeitung der Keramik von Meroë und Hamadab erste Fortschritte, auch konnte der Bau des 3D-Modells für beide untersuchten Plätze fortgeführt werden.
Schlagworte: Kusch • Meroë • Hamadab • Siedlungsarchäologie • geophysikalische Prospektion • Konservierung ▲
Klaus S. Freyberger, Das Heiligtum in Baitokaike (Hössn Soleiman): Chronologie, Funktion und Bedeutung
Das Heiligtum in Baitokaike ist keine spezifisch phönizische, sondern eine lokale Kultstätte, deren Tradition von der Eisenzeit bis in die Spätantike reicht. Die Errichtung des gesamten Komplexes wurde von der Speicherung, Nutzung und Verteilung des Wassers bestimmt. In frühhellenistischer Zeit wurde die sakrale Anlage von den Seleukiden monumental in Stein ausgebaut, ehe sie im 1. Jh. v. Chr., als das Seleukidische Reich im Niedergang war, der Priesterschaft von Baitokaike vermacht wurde. In seiner religiösen, merkantilen und therapeutischen Funktion hatte das Heiligtum den Anliegen der Einwohner und Besucher in vielfältiger Weise Genüge zu leisten und fungierte dabei als das organische Zentrum der in dieser Region lebenden Gemeinwesen. Unabhängig von dem Prozess der Hellenisierung, der sich in den architektonischen Formen und den griechischen Weihinschriften geltend macht, setzte sich der lokale Kult ungebrochen fort. Spätestens im 2. Jh. n. Chr. diente die Anlage auch dem Kaiserkult, der wahrscheinlich den Ausschlag für einen Neubau des Tempels im großen Bezirk gab.
Schlagworte: Syrien • Sakralarchitektur • Kult • Handel • Ressourcen ▲
The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.