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Report: Grundsteinlegung für eine neue Brücke zwischen China und Deutschland

Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen DAI und CACH

Am 13. November 2009 unterzeichnete der Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke, und der Direktor der Chinesischen Akademie für das Kulturerbe der Volksrepublik China (CACH), Herr Gu Yucai, eine Kooperationsvereinbarung, mit der die Weichen für die Einrichtung einer Außenstelle der Eurasien-Abteilung des DAI in Peking gestellt werden.

Bereits am Vorabend wurde die deutsche Delegation bestehend aus Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke, Prof. Dr. Svend Hansen, Direktor der Eurasien-Abteilung, und Prof. Dr. Matthias Knaut, Dekan des Fachbereichs V der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, von Herrn Gu Yucai, Direktor der Chinesischen Akademie für das Kulturerbe der Volksrepublik China (CACH), zu einem ersten ungezwungenen Zusammentreffen geladen. Die Gespräche wurden am nächsten Tag gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Peking, Dr. Michael Schaefer, und dem Direktor des Chinesischen Staatsamtes für Kulturgüter, Herrn Shan Jixiang, fortgesetzt. Herr Shan bot dabei einen Kurzüberblick über den Stand der archäologischen Arbeiten in China und lobte die bereits bestehenden Kooperationen mit deutschen Wissenschaftlern. Besonders interessant war ein Einblick in die chinesische Museumslandschaft mit über 2900 staatlichen und 300 privaten Sammlungen. Aktuell kommt es auch in diesem Bereich zu enger Zusammenarbeit mit der deutschen Museumslandschaft, die Herr Shan gerne weiter ausbauen möchte. Der deutsche Botschafter in Peking, Dr. Schaefer, reagierte auf das Angebot positiv und bot umfangreiche Unterstützung von deutscher Seite an. Besonders freut ihn die Institutionalisierung der bewährten Kooperation zwischen DAI und CACH. Dem schloss sich auch Prof. Gehrke an und dankte dem Staatsamt für Kulturgüter für die Unterstützung beim Ausbau der DAI-Aktivitäten in China. Erste Auswirkungen sind bereits sichtbar: Im Sommer 2009 konnten zwei chinesische Studenten auf der Grabung von Prof. Hansen in Pietrele mitarbeiten. Zwei weitere Studenten wurden für ein Studium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ausgewählt und lernen derzeit Deutsch (s.u.).

Im Anschluss an die Gespräche fand die feierlicher Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im Raffles Beijing Hotel vor den Augen zahlreicher chinesischer Pressevertreter statt.

Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde zudem Prof. Dr. Tong Mingkang, Vize-Direktor des Staatsamtes für Kulturgüter, Vorsitzender von ICOMOS-China und Stellvertretender Vorsitzender der Archäologischen Gesellschaft Chinas als Korrespondierendes Mitglied in die Reihen des DAI aufgenommen und erhielt von Prof. Gehrke die Ernennungsurkunde.

Bei einem gemeinsamen Mittagessen fand der offizielle Teil seinen Abschluss. Am Nachmittag besichtigte die deutsche Delegation die Forschungslabore der Akademie für Kulturerbe.

Diese neue Kooperation und damit die Gründung einer Außenstelle in Peking bilden den Höhepunkt einer langjährigen Entwicklung deutsch-chinesischer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Archäologie.

Vereinbart im Deutsch-Chinesischen Kulturabkommen von 1979 nahmen erstmalig chinesische und deutsche Archäologen gemeinsame Projekte in Angriff. Bereits ein Jahr später entstanden enge Kooperationen zwischen dem DAI und diversen chinesischen Institutionen. Mit einer Außenstelle kann das Institut diese Verbindungen nun vertiefen und erweitern. "Es soll zukünftig wie eine solide Brücke wirken, auf der Wissen in beide Richtungen und in mehreren Sprachen vermittelt wird", sagte der Deutsche Botschafter Dr. Michal Schaefer in seiner Ansprache zur Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Die Perspektiven sind höchst vielversprechend: Neuste Entdeckungen in China werden in deutscher oder englischer Sprache dem europäischen Publikum zugänglich gemacht. Dazu wurde die neue Buchreihe "Archäologie in China" ins Leben gerufen, die in enger Kooperation mit chinesischen Archäologen aktuelle archäologische Entdeckungen genauso wie überregionale Vergleiche von Einzelfunden und Kulturen sowie naturwissenschaftliche Analysen und Rekonstruktionen von Landschaften und Klima veröffentlicht. Band 1 wurde in Kooperation mit der Shandong-Universität produziert und auf der Internationalen Buchmesse Peking vorgestellt. Der Inauguralband wird für die Einweihung der Außenstelle vorbereitet.

Modernste Methoden der archäologischen Forschung in Europa wiederum sollen in chinesischer Sprache dem lokalen Publikum vorgestellt werden. Dies geschieht in den im nächsten Jahr beginnenden "Brücken-Vorlesungen des DAI" in Peking, die nicht ausschließlich für ein wissenschaftliches Publikum gedacht sind. Beispielsweise sind spezielle Vorträge für die Deutsche Schule in Peking in Planung. Das Themenspektrum wird weit gefächert sein.

Einen besonders hohen Stellenwert hat die Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Institut vergibt Stipendien an junge chinesische Archäologen für ein Masterstudium der Geo- und Feldarchäologie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. In Kooperation mit dem Carl Duisberg Training Center Beijing werden die Studenten in speziell auf die Studieninhalte ausgerichteten Deutschkursen auf ihren Aufenthalt in Berlin vorbereitet. Gegenstand dieses Studienganges ist die Dokumentation von Kulturgütern und ihre sachgerechte Konservierung auf höchstem technischem Niveau.

Bereits im Frühjahr 2009 konnten im German Centre in Peking Büroräumlichkeiten angemietet und damit eine erste Infrastruktur geschaffen werden. Die Außenstelle wird von PD Dr. Mayke Wagner, derzeit Zweite Direktorin der Eurasien-Abteilung, geleitet und zusätzlich mit einer lokalen wissenschaftlichen Assistenz personell besetzt sein.

Das Deutsche Archäologische Institut ist damit die erste und einzige ausländische, auf Archäologie und Denkmalschutz ausgerichtete Forschungsinstitution mit fester Niederlassung in China.

Weitere Informationen:
Carl Duisberg Training Center Beijing
Hochschule für Technik und Wirtschaft
Chinesische Akademie für das Kulturerbe der Volksrepublik China
Chinesisches Staatsamtes für Kulturgüter:
Fotos und Berichte auf Chinesisch

Eventdate

2009-11-16

Eventlocation

Außenstelle Peking der Eurasien-Abteilung

Images

Besichtigung der Forschungslabore des neuen Partners in China; Foto D. Hosner
Besichtigung der Forschungslabore des neuen Partners in China; Foto D. HosnerBesichtigung der Forschungslabore des neuen Partners in China; Foto D. Hosner
Besichtigung der Forschungslabore des neuen chin. Partners; Foto D. Hosner
Besichtigung der Forschungslabore des neuen chin. Partners; Foto D. HosnerBesichtigung der Forschungslabore des neuen chin. Partners; Foto D. Hosner
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The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
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