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Weihealtäre in Tempeln und Heiligtümern

Internationales Kolloquium am Römisch Germanischen Museum der Stadt Köln in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Rom, 3.-5. 12. 2009

In der römischen Kaiserzeit gehörten Altäre, die dauerhaft aus Stein gefertigt worden sind, zu den häufigsten Weihgeschenken an die Götter. In städtischen und ländlichen Heiligtümern und selbst im Bereich von Militärlagern standen Weihealtäre locker gruppiert, dicht gedrängt oder in Reihen nebeneinander. Auf diese Weise wurde an Opfer erinnert, die mit der Aufstellung der Altäre verbunden waren. Ansammlungen von Weihealtären forderten durch ihr Beispiel zu weiteren Opfern an die Götter auf, so dass die Besucher eines Heiligtums auf die vorgefundene Ausstattung und Bilderwelt reagierten. Ihre Zusammenstellung lässt auf allgemein akzeptierte Handlungsmuster und kollektive Modelle, aber auch auf Abweichungen von lokalen Vorbildern und individuelle Entscheidungen schließen. Die Stifter der Weihealtäre richteten sich zum einen an die Götter, zum anderen sprachen sie die übrigen Besucher eines Heiligtums an. Die äußere Form, Inschrift und figürliche Dekoration der Weihealtäre konnten dabei auf eigene Leistungen und Werte der Dedikanten verweisen oder sich in ein normiertes Spektrum einfügen. In beiden Fällen richteten sich die Weihealtäre an ein Publikum. Sie sind als Medien religiöser Kommunikation zu begreifen, die sich erst im Aufstellungskontext umfassend erschließen. Gruppen von Weihealtären können damit auch Auskunft über die spezifischen Funktionen und Aufgaben eines Sakralbezirks geben.

Ziel des Kolloquiums ist es, durch eine kontextbezogene Analyse sämtlicher nachweisbarer Weihealtäre eines Ortes, inhaltliche Kriterien und Handlungsmuster zu erarbeiten, die für die Wahl und die Aufstellung von Weihealtären bedeutsam gewesen sind. Der Kontextbegriff bezieht sich dabei nicht allein auf die konkrete Fund- und Aufstellungssituation, sondern beschreibt daneben auch die grundsätzliche Wahl des Ortes für eine Weihung, den eigentlichen Akt der Dedikation und das einzelne Monument als Teil des Denkmälerbestandes eines Sakralbezirks. Anders als bei einer epigraphisch-historischen Betrachtungsweise, die in der Regel die Kontexte der Denkmäler vernachlässigt, lassen sich auf diese Weise die medialen Qualitäten der Weihealtäre und deren Funktion als zentrale Kommunikationsträger erfassen.


Programm

Anreise 2.12.2009

Donnerstag, den 3.12.2009

9:00-9:30 Begrüßung Hansgerd Hellenkemper, Köln - Thomas Otten, Düsseldorf
Einführung Alfred Schäfer - Alexandra Busch
Einführende Beiträge
9:30-10:00 Jörg Rüpke, Erfurt: Frommste Religion - minimalste Variation. Norm und Devianz in individuellen Ritualpraktiken
10:15-10:45 John Scheid, Paris: Opferaltar und Weihaltar in Rom und Italien
11:00-11:15 Kaffeepause
11:15-11:45 Ulrike Egelhaaf-Gaiser, Göttingen: Altäre in der literarischen 'Topographie' von Ovids Fasten
12:00-12:30 Günther Schörner, Jena: Votivaltäre in Epidauros - antike Inventur und Kategorisierung'
12:45-14:15 Mittagspause
14:15-14:45 Christoph Berns, Kiel: Weihealtäre in der Hispania Tarraconensis: Lokale Standards, individuelle Selbstdarstellung
15:00-15:30 Markus Scholz, Mainz: Grabaltäre in den nordwestlichen Grenzprovinzen von Britannien bis Mösien
Altäre in zentralen Orten
15:45-16:15 William van Andringa, Lille: Espaces du sacrifice dans les sanctuaires des cités du Vésuve
16:30-16:45 Kaffeepause
16:45-17:15 Gabrielle Kremer, Wien: Die Weihepraxis in Carnuntum unter besonderer Berücksichtigung des Heiligtums für Silvanus und die Quadriviae
17:30-18:00 Friederike Naumann-Steckner, Köln: Weihaltäre eines Zentralortes am Beispiel Köln
18:00-18:30 Gerhard Bauchhenss, Bonn: Die Weihaltäre aus Bonn


Freitag, den 4.12.2009

Altäre in städtischen Territorien und in ländlichen Bereichen
9:00-9:30 Thierry Luginbühl, Lausanne: Autels, sacella et aires d'offrande dans la Civitas Helvetiorum
9:45-10:15 Ton Derks, Amsterdam: Die Heiligtümer der Nehalennia und sonstige ländliche Heiligtümer in Niedergermanien
10:30-11:00 Barbara Stark, Berlin: Das Heiligtum am Yalakbasi in Lykien und verwandte Heiligtümer in Kleinasien
11:15-11:30 Kaffeepause
11:30-12:00 Thomas Schattner, Madrid: Weihealtäre im indogermanischen Hispanien: Das Heiligtum des deus lar berobreus auf dem Monte do Facho (O Hío/Galicien/Spanien)
12:15-12:45 Carmen Ciongradi, Cluj: Höhenheiligtümer im Minendistrikt der Provinz Dakien
13:00-14:30 Mittagspause
14:30-15:00 Dirk Schmitz, Xanten: Weihbezirke an Wegkreuzungen (Quadruviae)
15:15-15:45 Frank Biller, Münster: Weihungen in Matronenheiligtümern (entfällt)
Altäre religiöser oder gesellschaftlicher Gruppen und Vereinigungen
16:00-16:30 Richard Neudecker, Rom: Weihealtäre für den Herrscher? Überlegungen zu den Kultdenkmälern der Augustalen
16:45-17:00 Kaffeepause
17:00-17:30 Alexandra Busch, Rom: Die Weihepraxis des Militärs - Religiöse Orte und Weihungen in stadtrömischen Militärlagern
17:45-18:15 Oliver Stoll, Passau: Genius, Minerva und Fortuna im Kontext. Gruppenbezogene Weihepraxis von Armeeangehörigen am Obergermanisch-Rätischen Limes


Samstag, den 5.12.2009

Fortsetzung: Altäre religiöser oder gesellschaftlicher Gruppen und Vereinigungen
9:00-9:30 Rudolf Haensch, München: Militärische Weihungen in Syrien
9:45-10:15 Jon Coulston, St. Andrews: The Roman Maryport Altars
10:30-11:00 Alfred Schäfer, Köln: Weihaltäre in Statthaltersitzen und Benefiziarier-Heiligtümern
11:15-11:30 Kaffeepause
11:45-12:15 Bernd Steidl, München: Der Weihebezirk der Benefiziarierstation von Oberburg am Main
12:30-12:45 Ute Verstegen, Erlangen: Weihedenkmäler aus St. Gereon - Spätantike Spoliennutzung als Ressourcenefizienz oder symbolischer Traditionsbruch?
anschließend Diskussion / Schlussworte






Eventperiod

2009-12-03 - 2009-12-05

Eventlocation

Römisch Germanisches Museum, Köln

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Contact

The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
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