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Veränderungserscheinungen in Räumen

3. Seminar zum Netzwerk "Epochenwandel und historische Veränderungsprozesse in Anatolien" der Abteilung Istanbul des DAI

Freitag, 5. 3. 2010

Einführung 9.30 - 9.45 Uhr

9.45 - 10.45 Uhr: Barbara Horejs - Steffen Schneider
Geoarchäologische Landschaftsrekonstruktion im Kaikostal. Methoden und Fragestellungen

Kaffeepause 10.45 - 11.00 Uhr

11.00 - 12.00 Uhr: Pervin Şenol
Continuity and Discountinity of Settlements: Yassıören (Tymandos) Case

Mittagspause 12.00 - 13.30 Uhr

13.30 - 14.30 Uhr: Belgin Aksoy
Beckenlandschaften im dritten Jahrtausend v. Chr.: Strukturelle Änderung oder methodisches Problem?

14.30 - 15.30 Uhr: Haiko Türk
Assos, Stadtmauer

Kaffeepause 15.30 - 16.00 Uhr

16.00 - 17.00 Uhr: Ralf von den Hoff
Epochen der Gestaltung des urbanen Raumes zwischen Hellenismus und Kaiserzeit in Aizanoi

17.00 - 18.00 Uhr: Andrea Di Giorgi
From Satraps to Saints. North Pisidia through the Ages

Anschließend gemeinsames Abendessen

Samstag, 6. 3. 2010

9.30 - 10.30 Uhr: Felix Pirson
Die Eumenische Stadterweiterung: Ein epochaler Wandel im pergamenischen Städtebau?

10.30 - 11.30 Uhr: Albrecht Matthaei
Feldforschungen in der Stadt Atarneus und ihrem Umland

Kaffeepause 11.30 - 12.00 Uhr

12.00 - 13.00 Uhr: Ulrich Mania
Von der Palästra zur Therme. Zur Beständigkeit der Institution des Gymnasions

Mittagspause 13.00 - 14.30 Uhr

14.30 - 15.30 Uhr: Jesko Fildhuth
Spätantikes und byzantinisches Priene

15.30 - 16.30 Uhr: Martin Bachmann
Zeitschichten in Zeyrek. Veränderungen im Gefüge eines Istanbuler Altstadtviertels

16.30 - 17.30 Uhr: Abschlussbesprechung

Zusammenfassungen der Vorträge

Belgin Aksoy - Beckenlandschaften im dritten Jahrtausend v. Chr.: Strukturelle Änderung oder methodisches Problem?

Obwohl es immer noch einen großen Bedarf an der Grundlagenforschung gibt, ist der Stand der Forschung für eine Auseinandersetzung mit dem soziokulturellen Inhalt der spätprähistorischen Zeit gut genug, um gewisse Fragen zu stellen. Die flächendeckenden Surveys bieten uns Möglichkeiten zu den Interpretationen an. Die Aussagekraft einer Landschaft ist im Grunde ein weites Feld und wird auf verschiedene Weise in die Forschung integriert.
Die Landschaft als eine Lebensgrundlage ist schon für eine Kultur bestimmend. In Anatolien scheinen die Beckenebenen Bereiche zu sein, wo man recht günstige Umstände für die Subsistenz hatte. Dennoch ist es umstritten, wie weit man durch die Oberflächenfunde die Besiedlung rekonstruieren kann. Die Abtragungs- und Ablagerungsvorgänge werden als Ursachen genannt, die eine vollständige Aufnahme der Siedlungen verhindert.
Trotzdem kann man in allen Gebieten Anatoliens mehr oder weniger die Tendenz feststellen, dass die Besiedlung in Beckenebenen im dritten Jahrtausend drastisch zunimmt. Diese Situation kann als eine demographische oder soziale Entwicklung interpretiert werden. Der Forschungsstand und die Forschungsmethoden bedürfen dennoch eines kritischen Blicks. Wieweit sind wir in der Lage, von einem kontinuierlichen Bevölkerungszuwachs auszugehen? Das Problem liegt darin, dass die Forschung sich überwiegend mit Beckenebenen beschäftigt aber nicht mit den ungünstigen Arealen um diese herum. Die Erforschung der bewaldeten und bergigen Landschaften scheint problematisch zu sein. Dabei können die Agglomerationen von Siedlungen auf einer Ebene nur ein Teil eines Systems sein. Es ist sicher damit zu rechnen, dass die umliegenden Berge von der Bevölkerung auf verschiedene Weise genutzt worden ist.
Eine weitere Tendenz, die man sehen kann, ist, dass die Anzahl der Siedlungen im folgenden zweiten Jahrtausend abnimmt. In Eskişehir, wo man relativ verfeinerte Daten innerhalb der Frühbronzezeit hat, kann man sehen, dass die Tendenz zur Abnahme bereits in der FBZ III stattfindet. Darin kann man die Entstehung von lokalen Zentren erkennen, in denen sich die Bevölkerung sich konzentrierte.

Martin Bachmann - Zeitschichten in Zeyrek. Veränderungen im Gefüge eines Istanbuler Altstadtviertels

Aus ephemerem Material errichtete Städte oder Stadtviertel scheinen für die Ausbildung von longue-durée-Phänomenen ungünstige Voraussetzungen zu besitzen. Die Vergänglichkeit der Bauten lässt einen nachhaltigen Einfluß auf die stadträumliche Entwicklung in historisch relevanten Prozessen nicht erwarten. Dagegen besitzt das Material Holz gute Voraussetzungen für die schnelle und generelle Umsetzung neuer Raumkonzepte und für die grundlegende Veränderung von Stadträumen.
Siedlungstopografische Untersuchungen der 1970er Jahre im Istanbuler Stadtviertel Zeyrek hatten die Erfassung der zu dieser Zeit noch relativ häufig vertretenen Holzhausbebaung zum Ziel. Die Holzbauten standen pauschal als "historische" Form des Wohnens in Istanbul im Kontrast zu der sie verdrängenden, modernen Bebauung in Betonskelett-Bauweise. Der radikale Veränderungsprozeß in den Raumkonzepten und im stadträumlichen Gefüge des Viertels erfolgte jedoch viel früher, bereits im Verlauf des 19. Jhs. In dieser Zeit wurden die traditionellen, frei stehenden und von Gärten umgebenen konaks mit ihrem komplexen System räumlicher Differenzierung öffentlicher und privater Bereiche durch eine die Gassen flankierende Zeilenbebauung ersetzt, deren Grundrissstrukturen sich kaum von mitteleuropäischen Beispielen kleinbürgerlichen Wohnens unterscheiden. Auch in den Fassaden wurde versucht, die reiche Gestaltung bürgerlicher Repräsentation der Gründerzeit mit ihren schnellen Stilfolgen aufzunehmen. Die kurzen Lebenszyklen der Holzhäuser brachten es mit sich, dass von den in Zeyrek dokumentierten Holzbauten fast alle dieser letzten Generation der Holzhäuser angehören. Die systematische Untersuchung der älteren Zeitschichten von Zeyrek und der wenigen baulichen Beispielen dieser Epochen versucht dennoch, eine Vorstellung vom Bild des Viertels vor diesem Wandel zu gewinnen.
Dabei zeigt sich das Material Holz als einzige Konstante in einer radikalen Veränderung der Stadträume und Lebenswelten, die wenig von den traditionellen osmanischen Wohnweisen und Raumgefügen bestehen ließ.

Jesko Fildhuth - Spätantikes und byzantinisches Priene

Ausgehend von der Publikation der ersten Ausgräber Prienes wurde bisher für die byzantinische Zeit der Stadt das Bild von einem schrittweisen Niedergang gezeichnet, der in einer völligen Verödung des Siedlungsstandortes im ausgehenden 13. Jh. mündete.
Diese bisher kaum behandelte Phase der Stadt ist seit 2007 der Schwerpunkt des vom DAI Istanbul geförderten Projekts "Strukturwandel des öffentlichen Raumes im spät- und nachantiken Priene". Schon beim augenblicklichen Stand der Forschungen lässt sich erkennen, dass die bisherige Annahme eines sukzessiven Verfalls der Stadt zu revidieren ist. Stattdessen deutet sich für die letzte Phase der nachantiken Besiedlung, ein erneuter Bedeutungsgewinn an.
Im Referat wird ein Überblick der Stadtentwicklung Prienes von 400 bis 1300 n. Chr. gegeben. Obwohl längst nicht derselbe Informationsreichtum wie für die hellenistische Epoche vorliegt, lässt sich auf Grundlage des derzeitigen Kenntnisstandes eine Rekonstruktion der Topographie Prienes vornehmen, die in drei Zeitphasen unterteilt werden kann. Im Vordergrund der Betrachtung steht nicht der einzelne Befund, sondern die Infrastruktur der Stadt; d. h. vorrangig die Frage, welche Bereiche des Areals kontinuierlich besiedelt und welche aufgegeben oder neu erschlossen wurden. Außerdem ist der Bestand an öffentlichen Bauten zu prüfen, den die Stadt während dieser Zeitspanne aufwies.
In einem zweiten Schritt soll die Entwicklung Prienes innerhalb des Untersuchungszeitraumes analysiert und in den historischen Kontext eingeordnet werden. Insbesondere die Veränderungen der Stadtstruktur der einzelnen Zeitphasen sollen herausgearbeitet, bewertet und einander gegenübergestellt werden.

Andrea di Giorgi, From Satraps to Saints. North Pisidia through the Ages II. January 2010

Anatolian landscapes are palimpsest of millennia of human activities; from the Neolithic Age down into Late Antiquity and beyond, human agencies have manipulated the environment in ways that responded to the vicissitudes of what we should call the here and now. Intensive crops, deforestation, grazing among other factors have caused modifications that can be still traced today and beg the question as to the original configuration of these eco-systems. Ancient settlement -in various shapes and forms - was the main stimulus behind this actions and contributed greatly to the manipulation of landscapes for religious, economic or social motives. As regards the themes at the heart of the discussion, the quality of settlement and its intrinsic nature need, however, to be addressed. The truism of longue durée remains a valid formula to diachronically illustrate the vitality of settlement in Anatolia, so long as we work with general, macroscopic models. One can hardly argue with that. Truth be told, as we engage with the minutiae of the archaeological record and extrapolate its inner contradictions, the picture gets more complicated. Regionalism, durability and environmental fluctuations are but some indices that come into play; the reassuring tenet of continuity of settlement fails at capturing the dynamics of transformation. Settlement shifts from villages to urban nucleations (and viceversa), dispersal vs. concentration and their incidence are parameters that become apparent as we gauge the presence of human activities and attempt to historicize landscapes. Northern Pisidia lends itself well to this type of questions and offers unique possibilities to investigate the ebb and flow between different types of settlements in ancient history. More notably, the area of Tymandos offers important insights on urban nucleations in the eras that long preceded the implementation of Hellenistic cities. Moreover, recent research venture in northern Pisidia takes up these questions and investigates the rural districts of ancient Konane, west of Lake Egridir. How the relatively small body of data acquired points in the direction of these themes is the subject of our presentation.

Ralf von den Hoff - Epochen der Gestaltung des urbanen Raumes zwischen Hellenismus und Kaiserzeit in Aizanoi

Die Zahl der schriftlichen Zeugnisse zur Geschichte Aizanois besonders aus der Frühzeit der griechischen Siedlung, aber auch aus der Kaiserzeit ist relativ gering. Besonders fehlen naturgemäß solche Zeugnisse zur konkreten Stadtentwicklung. So wissen wir zwar von die Existenz eines Zeus-Heiligtum und von Aktivitäten der Könige von Pergamon und Bithynien, hören aber von Bestandteilen einer Polis (Demos, Agora) erst im 1. Jh. v. Chr., für das uns makedonische Namen auch die Präsenz griechischer Siedler bezeugen. Der Ausbau der Wasserversorgung der Stadt ist für das späte 1./frühe 2. Jh. n. Chr. bezeugt; der Ausbau des großen Theater-Stadions und der Brücken im 2. Jh. n. Chr. Dem stehen wenige archäologische Befunde gegenüber, die ein relativ ausschnitthaftes Bild der hellenistisch-frührömischen Siedlung liefern. Die erste fassbare Anlage eines architektonisch gestalteten Platzes, wie man sie für eine Agora erwarten würde, datiert erst ins frühe 1. Jh. n. Chr. Seit der frühen Kaiserzeit lässt sich aber eine Monumentalisierung Aizanois beobachten, die bereits in der frühen Kaiserzeit eine elaborierte Wasserversorgung voraussetzt, doch reicht die Phase dieses Ausbaus kontinuierlich von iulisch-claudischer Zeit bis ins 2. Jh. n. Chr. und darüber hinaus. Im Rahmen dieses Stadtausbaus stellt das Zeusheiligtum mit den benachbarten Platzanlagen ein urbanes, aber gleichwohl am Rand der Siedlung liegendes Zentrum dar.
Der Vortrag wird die Entwicklung der Stadt zwischen dem Hochhellenismus und der mittleren Kaiserzeit skizzieren. Daran anschließend sollen einige Grundfragen der Periodisierung von urbaner und historischer Entwicklung untersucht werden:
1. Welchen Zeugniswert haben die archäologischen Befunde im Kontext weitgehend fehlender historischer Zeugnisse für die Frühgeschichte der Stadt und der Stadtenwicklung? Welches sind die im archäologischen Befund fassbaren Umbrüche?
2. Welche Rolle spielte in der schrittweisen Entwicklung der Stadt das Zeusheiligtum und welches sind u.U. andere Zentren dieses Ausbaus? Ist die langfristig wichtigste Kultstätte Aizanois prägendes Element der urbanen Gestaltung ?
3. Wie verhält sich die Gestaltung des urbanen Raumes zum unmittelbaren Umland der Siedlung?

Ulrich Mania - Von der Palästra zur Therme. Zur Beständigkeit der Institution des Gymnasions

Die Geschichte des griechischen Gymnasions beginnt spätestens im 5. Jh. v. Chr. und endet nicht vor dem Ende des 3. Jhs. n. Chr. Sowohl die Bauten, die mit dem Gymnasion verbunden werden als auch die Institution selbst veränderten sich in dieser Zeitspanne auf vielfältige Weise. Historische Untersuchungen zum Gymnasion bzw. der damit verbundenen Ephebie haben grundsätzliche Entwicklungslinien aufgezeigt. Auch die archäologischen Forschungen zu den gegenständlichen Hinterlassenschaften der Gymnasien können Veränderungen in den unterschiedlichsten Bereichen belegen. Damit sind gute Voraussetzungen gegeben, um historische Veränderungsprozesse und archäologische Überlieferung vergleichend zu betrachten. Der Schwerpunkt des Vortrages wird auf der baulichen Gestaltung von Gymnasien während des Übergangs vom Hellenismus zur Kaiserzeit liegen. Dabei werden architektonische Veränderungen im Kontext kultureller Entwicklungen betrachtet. Da diese kulturellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Epochenwandel zwischen hellenistischen Monarchien und dem Imperium Romanum stehen, ergibt sich ein enger Bezug zu einem zentralen Thema unseres Netzwerkes - den archäologisch nachweisbaren Wandlungsprozessen eines kulturellen Umbruches.

Albrecht Matthaei - Feldforschungen in der Stadt Atarneus und ihrem Umland

Der Survey in der Chora von Pergamon untersucht seit nunmehr vier Jahren die Ruinen der Stadt Atarneus und das sie umgebende Umland. Die dabei aufgenommenen Befunde belegen eine durchgehende Besiedlung des städtischen Zentrums vom 6. bis in das 1 Jh. v. Chr. sowie eine Wiederbelebung desselben im 13 Jh. n. Chr. Parallel dazu geben Funde aus dem ländlichen Umfeld der Stadt Informationen über die Region, die im Zeitraum vom 6 Jh. v. Chr. bis in mittelbyzantinische Zeit durchgehend, aber in unterschiedlicher Intensität genutzt wurde. Anhand einer Diskussion der Vorgehensweise und Ergebnisse dieses Projekts soll in dem Vortrag drei Fragen des Netzwerktreffens nachgegangen werden:
- in welchem Verhältnis stehen hier die aus literarischen und archäologischen Quellen gewonnenen Informationen und in welcher Form lassen sich an den archäologischen Befunden historische Veränderungsprozesse erkennen?
- sind die hier angewendeten Surveymethoden dazu geeignet Informationen über Veränderungen in der Anlage von Siedlungen und ländlichen Befunden zu gewinnen?
- sind schließlich die von den Historikern der Annales-Schule und der Begriffsgeschichtlichen Schule für eine differenzierte Auseinandersetzung mit Zeitabläufen entworfenen Kategorien sinnvolle Hilfsmittel für die Interpretation der festgestellten Veränderungen?

Felix Pirson: Die Eumenische Stadterweiterung: Ein epochaler Wandel im pergamenischen Städtebau?

Die große hellenistische Stadterweiterung Pergamons, die allgemein Eumenes II. (197-159 v. Chr.) zugeschrieben wird, gilt als Markstein der hellenistischen Urbanistik. Mit ihr wurde Pergamon zu einem Beispiel für Landschaftsarchitektur und damit zu einem Gegenmodell der "Reißbrettanlagen der Bürgerpoleis" (W. Raeck). Nachdem U. Wulf in den 1990er-Jahren ein streng orthogonales Raster für die Eumenische Stadt postuliert hatte und ihre Rekonstruktion auch allgemein akzeptiert wurde, schien Pergamon seine Position als städtebaulicher Sonderfall allerdings eingebüßt zu haben. Seit 2005 werden erstmals großflächige archäologische Untersuchungen in den bisher unerforschten Bereichen der Eumenischen Stadt durchgeführt, die den pergamenischen Städtebau wiederum in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Ziel des Beitrags zum Seminar ist, zunächst das Verhältnis zwischen Altstadt und Neustadt zu beschreiben und auf dieser Basis das Innovationspotential der hochhellenistischen Maßnahmen für die Stadtentwicklung Pergamons zu ermessen. Im Anschluß daran soll die Frage diskutiert werden, ob die signifikanten Veränderungen das Produkt eines großen planerischen Wurfs oder doch eher das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung sind.

Barbara Horejs - Steffen Schneider: Geoarchäologische Landschaftsrekonstruktion im Kaikostal. Methoden und Fragestellungen

Die Entwicklung des Kaikostales ist sowohl aus archäologischer als auch aus paläogeographischer Sicht in vielen Teilen unbekannt. Die prähistorische Besiedelung scheint im Lauf der Jahrtausende durch massive Lücken geprägt zu sein. Bislang ist offen, ob sie durch Überlieferungsfilter (Erosion, topographische Verlagerung) oder durch eine flächendeckende Aufgabe der Siedlungen zu erklären sind. Die bereits von J. Driehaus angestellten Überlegungen werden durch neue Surveys überprüft und fortgeführt.
Die Paläogeographie betreffend sind Fragen zur Entwicklung des Flusssystems und zum Einfluss des Menschen auf die Landschaft ungeklärt. Welchen natürlichen und anthropogenen Veränderungen unterlag der Lauf des Kaikos in den letzten Jahrtausenden? Hatte die Siedlungstätigkeit des Menschen Einfluss auf das Fließverhalten oder wirkten sich natürliche Laufänderungen auf die Siedlungsbedingungen aus? Sedimentologische und geomorphologische Untersuchungen im Auen- und Talrandbereich gehen diesen Fragen nach.
Die eng verknüpften archäologischen und paläogeographischen Fragestellungen werden anhand der Fundsituation des 3. Jts. v. Chr. und der Sedimentarchive des Kaikostals exemplarisch dargestellt und mit möglichen Lösungsansätzen im Kontext der interdisziplinären Forschungen diskutiert.

Dr. Pervin Senol (Isparta) - Continuity and Discountinity of Settlements: Yassıören (Tymandos) Case
Asst. Prof.Dr.Pervin Şenol, SDU, Department of City and Regional Planning ISPARTA
Asst. Prof.Dr.Bilge Hürmüzlü, SDU, Department of Archeology ISPARTA

This paper aims at finding the answers to the two interrelated questions concerning the ancient settlement of Yassıören - Tymandos, which is located within administrative boundaries of Senirkent, Isparta in Turkey. The questions are; (1) the identification of the historical-cultural-spatial continuities and discontinuities observed within the settlement at issue. (2) the historical, cultural and spatial characteristics can be sustained in the settlement while the rural styles of life prevail at present. These questions are supported by findings obtained via different approaches, methods and techniques of the disciplines of city planning and archeology. In the settlement of Yassıören (Tymandos), which comprises historical and cultural values of rural quality, the continuities and discontinuities from past to present are scrutinized to discuss the ways of how the sustainability of these characteristics can be achieved.
The concept of continuity is depicted as those circumstances where the Ancient City of Tymandos has continued to be settled for more than four thousand years and still continues to be lived as the city of Yassıören. In spite of the changing economic, political, historical and cultural background, the geographical characteristics in addition to the strategical advantages of the settlement remain as those factors which play a crucial role in repeatedly sustaining its location.
It is manifest that settlement areas are determined as result of different locational preferences and therefore, display different land uses that differ on basis of the specific conditions of the time in every settlement and every period. It is evident that the cemeteries and lands deemed as sacred or holy sustain their spatial characteristics for long centuries. Similarly, the ancient city of Thymandos and current settlement of Yassıören do sustain their characteristics in our time as well. Areas as such are regarded to be seen as "spatial continuities / discontinuities of settlements”.

Haiko Türk - Die Wehranlagen von Assos in der Troas, Definition der Stadt-(geschichte)?

Die antike Stadt Assos liegt beim heutigen Ort Behramkale an der Südküste der Troas (Türkei). Das antike Stadtgebiet ist nur zu einem kleinen Teil von dem modernen Dorf überbaut und bietet daher ideale Bedingungen für eine wissenschaftliche Untersuchung. Die in einigen Teilen noch hoch anstehenden antiken Stadtmauern mit einer ursprünglichen Länge von 3,5 km gehören zu den best-erhaltenen Wehranlagen in Kleinasien, sind jedoch bisher nur unzureichend untersucht.
Im Sommer 2008 und 2009 wurde mit der Neuuntersuchung der Wehranlagen begonnen, um die relative Abfolge der Mauerabschnitte zu ermitteln und die älteren Forschungen zu verifizieren.
Der Vortrag zeigt wie die bisher nur in getrennten Abschnitten und Einzelphänomenen betrachtete Anlage durch eine detaillierte Gesamtuntersuchung Erkenntnisse zur Stadtentwicklung ermöglicht, die die Basis für weitere Forschungen bilden können. Die geringe schriftliche Überlieferung gibt jedoch wenig Information die historische Einordnung der beobachteten Phänomene betreffend.

Eventperiod

2010-03-05 - 2010-03-06

Calendar

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  • 03/02/2012 - 03/02/2012

    Vortrag: Prof. Dr. Silvia Orlandi, Rom

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  • 03/02/2012 - 05/02/2012

    'Irregular’ burials in prehistory: norm, ritual, punishment …?

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  • 03/02/2012 - 05/02/2012

    'Irregular’ burials in prehistory: norm, ritual, punishment …?

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  • 03/02/2012 - 05/02/2012

    'Irregular’ burials in prehistory: norm, ritual, punishment …?

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  • 08/02/2012 - 11/02/2012

    Internationales Kolloquium: Die Architektur des Weges

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  • 08/02/2012 - 11/02/2012

    Internationales Kolloquium: Die Architektur des Weges

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  • 09/02/2012 - 10/02/2012

    Die Eurasische Steppe in sarmatischer Zeit

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10
  • 08/02/2012 - 11/02/2012

    Internationales Kolloquium: Die Architektur des Weges

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  • 09/02/2012 - 10/02/2012

    Die Eurasische Steppe in sarmatischer Zeit

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  • 08/02/2012 - 11/02/2012

    Internationales Kolloquium: Die Architektur des Weges

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Contact

The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
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