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ZeitRäume - Milet in Kaiserzeit und Spätantike

Eine Ausstellung in der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin vom 6.5.2009 bis 10.1.2010

Eine Ausstellung der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin vom 6.5.2009 bis 10.1.2010, in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut, gefördert durch das Exzellenzcluster TOPOI der Berliner Universitäten und durch den Verein der Freunde der Antike auf der Museumsinsel Berlin e.V.

Eröffnung Di 5.5.2009, 19 Uhr

Seit dem Jahre 2006 wird die gute Zusammenarbeit zwischen der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) um eine neue Komponente bereichert: Beide Institutionen betreiben - zum ersten Mal gemeinsam - Feldforschungen an einem der traditionsreichen Grabungsorte im Mittelmeer, in Milet an der türkischen Westküste. Die für die Entwicklung der abendländischen Wissenschaft, Philosophie und Kunst so wichtige Metropole - man denke nur an die Namen Thales und Hippodamos - wird seit über 100 Jahren systematisch erforscht. Der seinerzeitige Direktor der Antikensammlung, Theodor Wiegand, begann mit ihrer Ausgrabung im Jahre 1899; seit den 50er Jahren des 20. Jhs. liegt die Grabung in den Händen des DAI. Derzeit arbeitet dort im Auftrag des Instituts ein interdisziplinäres Team aus Archäologen, Historikern, Architekten, Naturwissenschaftlern, Informatikern und Restauratoren unter der Leitung von Volkmar von Graeve, Ruhr-Universität Bochum. Die neuen gemeinsamen Forschungen der Antikensammlung und des DAI sind in das Großprojekt der Milet-Grabung eingegliedert und widmen sich einem speziellen Bau, den Faustinathermen, der größten und heute noch am besten erhaltenen Badeanlage der Stadt. Untersucht wird deren Entwicklung über mehrere Jahrhunderte hinweg, von der Gründung in der zweiten Hälfte des 2. Jhs. n. Chr. bis mindestens ins 6. Jh. n. Chr. Die Veränderungen in der Baustruktur, in der Ausstattung und in der Nutzung innerhalb dieses langen Zeitraums sind exemplarisch für die mit der Christianisierung einhergehenden Wandlungsprozesse einer kleinasiatischen polis in der Spätantike. Das Projekt wurde zunächst von der Gerda Henkel Stiftung und danach von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Mit der am 5. Mai 2009 eröffnenden Sonderausstellung im Pergamonmuseum wird nun eine Zwischenbilanz dieser Forschungen gezogen. Dabei fügt es sich gut, dass erst vor wenigen Monaten, am 18. November 2008, der Abschluss des ersten Abschnitts der jahrelangen Restaurierungen am Markttor von Milet gefeiert werden konnte. Nach mehreren Jahren ist das zweitwichtigste Monument der Antikensammlung im Pergamonmuseum endlich von Gerüsten und Schutzwänden befreit, die rund 50 Werkstücke des Giebelbereichs sind nach ihrer Restaurierung in einer externen Werkstatt wieder an ihrer ursprünglichen Position am Bau versetzt. Zusätzlich konnten im Zuge dieser ersten Etappe der Restaurierung einige antike Fragmente in die Rekonstruktion eingefügt werden, die bislang nicht verbaut waren und in den Museumsdepots lagerten. Außerdem wurden viele der ästhetisch unbefriedigenden und technisch minderwertigen Nachkriegsreparaturen durch neue Ergänzungen ersetzt. Dem Markttor und seiner Umgebung - der Agora mit dem hellenistischen Rathaus (Bouleuterion) aus dem 2. Jh. v. Chr. und dem flavischen Prachtbrunnen (Nymphäum) aus dem späten 1. Jh. n. Chr. - ist folgerichtig neben den Faustinathermen ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung gewidmet. Für das Markttor wird ein neuer Datierungsansatz vorgeschlagen, demzufolge das Monument früher entstanden ist als bislang angenommen, nämlich in der Regierungszeit des Kaisers Trajan (98-117 n. Chr.). Auch für seine spätere Geschichte, die durch seine Einbeziehung in den frühbyzantinischen Befestigungsring um den inneren Stadtkern bestimmt ist, gibt es neue, wenngleich von der Forschung noch nicht einstimmig beurteilte Erkenntnisse. Hierbei spielt ein Inschriftenblock des Kaisers Justinian aus dem Jahre 538 n. Chr. eine große Rolle; er wurde für die Ausstellung eigens neu aufgestellt.

Die Ausstellung ist in den Rundgang der ständigen Präsentation der Antikensammlung im Pergamonmuseum integriert. Nicht nur das Markttor, auch viele andere Monumente aus Milet gehören sozusagen zum festen Inventar einer ganzen Reihe von Sälen im Messel-Bau und können nur schwer oder gar nicht bewegt werden. Aus dieser vermeintlichen Not wurde eine Tugend gemacht und die Ausstellung auf drei Säle mit jeweils unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten verteilt; um die zur ständigen Ausstellung gehörenden Monumente wurden jeweils weitere, teils seit Jahrzehnten in den Depots befindliche Objekte gruppiert. Auch hierbei musste eine Auswahl getroffen werden, denn der Bestand der aus Milet stammenden Fundstücke ist groß und der Platz begrenzt. Mit den für die Schau ausgewählten 22 Objekten wird nun ein repräsentativer Querschnitt über die ionische Metropole in ihrer Spätzeit gegeben, der begleitende Katalog geht darüber hinaus auch auf die früheren Epochen ein.

Die Ausstellung ist vom 6. Mai 2009 bis zum 10. Januar 2010 zu sehen.
Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr.
Der Eintritt in die Ausstellung ist im Preis des Haustickets Pergamonmuseum bzw. der Standortkarte Museumsinsel inbegriffen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog im Verlag Schnell & Steiner mit 208 teils farbigen Abbildungen und 228 Seiten. Preis in der Ausstellung: 16 .
Die Ausstellung wurde vom Exzellenzcluster TOPOI der Berliner Universitäten und vom Verein der Freunde der Antike auf der Museumsinsel Berlin e.V. großzügig unterstützt.

Pressekonferenz am Di 5. Mai 2009, 11 Uhr, im Pergamonmuseum/Theodor-Wiegand-Saal
Andreas Scholl, Direktor der Antikensammlung, SMB,
Ortwin Dally Generalsekretär des Deutschen Archäologischen Institutes (DAI),
Peter Schneider, Referent am Architekturreferat des Deutschen Archäologischen Institutes (DAI),
Martin Maischberger, Kustos der Antikensammlung, SMB

Einladung zur Pressekonferenz PM_PK_ZeitRaeume (PDF, 81.9 KB)
Pressemitteilung PM_ZeitRaeume_Milet (PDF, 104 KB)
Pressefotos Pressefotos_Zeiträume-Milet_in_Kaiserzeit_und_Spaetantike (PDF, 651 KB)

Date:

26.04.2009

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