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Nach der letztjährigen Kritik an Platons Lehre von der Weltentstehung konnte bei der Forschungskampagne 2009 des Deutschen Archäologischen Instituts in Oinoanda unter der Leitung des Wissenschaftlichen Direktors der Abteilung Istanbul Martin Bachmann wiederum eine aufsehenerregende Inschrift gefunden werden. Erneut ist es der epikureische Philosoph Diogenes von Oinoanda: diesmal vermittelt er an seine liebeskranken Mitmenschen die Einsicht, daß der bloße Anblick des begehrten Menschen auch ohne Geschlechtsverkehr die höchste Lust bereitet; für den Liebesakt selbst ist es hingegen egal, ob er mit schönen oder mit häßlichen Körpern vollzogen wird - ein lebenspraktischer Rat zur Frustrationsvermeidung. Der ungewöhnliche Inhalt dieser Inschrift fügt sich in das umfangreiche, in Stein gehauene, philosophische Vermächtnis des Diogenes, zu dessen Enträtselung die neuen Ergebnisse des internationalen Forschungsprojekts in Oinoanda einen weiteren Beitrag leisten können. Neben weiteren Inschriftenfragmenten des Diogenes zeigen andere epigrafische Neufunde, darunter eine rätselhafte Weihung an die Göttin Nemesis und Grabinschriften, die große Bandbreite dessen auf, was die Bergstadt in Lykien an schriftlichen Zeugnissen zu bieten hat. Die reiche Schriftkultur dieses Ortes wird vor dem Hintergrund einer genauen Dokumentation des Stadtgefüges und seiner Entwicklung untersucht. Auch hierzu konnte mit der erstmalig steingerechten Dokumentation des gesamten hellenistischen Stadtzentrums - der sog. Esplanade - ein wesentlicher Schritt geleistet werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite zu Oinoanda unter www.dainst.org.
Als Ansprechpartner stehen Ihnen Dr. Martin Bachmann (bachmann@istanbul.dainst.org) und Dr. Jürgen Hammerstaedt (für inhaltliche Fragen zum antiken Text, ala19@uni-koeln.de) gerne zur Verfügung.
Bildmaterial: © DAI - Abteilung Istanbul
Das Bildmaterial wird Ihnen honorarfrei für eine einmalige Nutzung im Zusammenhang der aktuellen Berichterstattung mit Inschriftenneufund in Oinoanda zur Verfügung gestellt. Jede weitere Nutzung dieses Bildmaterials ist nur mit unserer ausdrücklichen Genehmigung gegen Honorar gestattet.
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