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Ordentliche Jahressitzung der Zentraldirektion 2006

Die alljährliche ordentliche Jahressitzung der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts fand vom 11.-13. Mai 2006 im Wiegand-Haus der Zentrale in Berlin statt. Die Mitglieder der ZD, bestehend aus dem Präsidenten, einem Vertreter des Auswärtigen Amtes, einem Vertreter der leitenden Direktoren, mind. fünf Klassischen Archäologen sowie zehn Vertretern der archäologischen Fachdisziplinen, erörterten wissenschaftliche wie auch haushaltstechnisch anstehende Fragen für das kommende Jahr.

Einen Schwerpunkt der diesjährigen Sitzung stellten die Wahl des neuen Ersten Direktors der Abteilung Rom (Nachfolge Prof. Dr.-Ing. Dieter Mertens) sowie des neuen Zweiten Direktors der Abteilung Istanbul (Nachfolge PD Dr. Felix Pirson) dar. Desweiteren bestätigte die Zentraldirektion die Wahl des neuen Ersten Direktors der Römisch-Germanischen Kommission durch deren Kommissionsmitglieder am 23./24. Februar 2006.

Wahl des Ersten Direktors der Abteilung Rom:
Prof. Dr. Henner von Hesberg

Prof. Dr. Henner von Hesberg studierte von 1968 bis 1975 Klassische Archäologie, Alte Geschichte, Altphilologie und Kunstgeschichte an den Universitäten Bonn, Marburg und Würzburg und promovierte 1975 in Marburg mit dem Dissertationsthema "Zur Entwicklung und Funktion des Konsolengeison im Hellenismus und in der frühen Kaiserzeit". 1975 erhielt er das einjährige Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts, das ihn in die Länder des Mittelmeerraumes führte. Dem schlossen sich Tätigkeiten bis 1979 am DAI Rom und von 1979 bis 1983 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München an, wo er 1983 habilitiert wurde. Im Jahr darauf nahm er dort eine C2-Professur für Klassische Archäologie an, seit 1987 ist er Inhaber einer C4-Professur an der Universität Köln. Hier übte er Funktionen als Sprecher des Graduiertenkollegs "Formierung und Selbstdarstellung städtischer Eliten in den Provinzen des römischen Reiches" (1991-2000) sowie des Lehr- und Forschungszentrums für die antiken Kulturen des Mittelmeerraumes (seit 2001) aus. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der hellenistischen Architektur, römischen Urbanistik, römischen Architekturornamentik, römischen Grabbauten und der medialen Qualität antiker Bildwerke. H. von Hesberg sind zahlreiche grundlegende Publikationen zur Archäologie des republikanischen und kaiserzeitlichen Italien zu verdanken, so zum Mausoleum des Kaisers Augustus. Derzeit erforscht er die Villa des Kaisers Domitian in Castelgandolfo.

Wahl des Ersten Direktors der Römisch-Germanischen Kommission:
Dr. Friedrich Lüth

Dr. Friedrich Lüth studierte Vor- und Frühgeschichte sowie Vorderasiatische Archäologie und Völkerkunde in Saarbrücken und Hamburg und promovierte 1988 mit dem Thema "Salzmünde-Walternienburg-Bernburg. Typologische und chronologische Untersuchungen zum Äneolithikum Mitteldeutschlands". Ab 1988 arbeitete er zunächst als Volontär, von 1990 bis 1992 als Leiter der Abteilung Bodendenkmalpflege am Hamburger Museum für Archäologie. Seit 1992 ist er als Landesarchäologe von Mecklenburg-Vorpommern und Leiter des Landesamtes für Bodendenkmalpflege und des Archäologischen Landesmuseums tätig. Seine berufliche Tätigkeit wird ergänzt durch zahlreiche Mitgliedschaften, so war er u. a. Geschäftsführer und Vorstandsmitglied im Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland e. V., wo er auch als Beauftragter für Europäische Angelegenheiten fungiert, des weiteren ist er Gründungs- und Vorstandsmitglied des Europae Archaeologiae Consilium (EAC). 1999 wurde er von der ständigen Kultusministerkonferenz als deren Vertreter in die Delegation des Auswärtigen Amtes für die Verhandlungen zur UNESCO Charta zum Schutz des kulturellen Erbes unter Wasser benannt. Seit 2004 steht er dem Europarat in Strasbourg in Fragen des Kulturerbe-Managements beratend zur Seite. Neben seiner hauptsächlichen Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement war er bei zahlreichen Großprojekten federführend beteiligt. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die DFG-Forschergruppe SINCOS zu nennen, die sich mit der Rekonstruktion der historischen Abläufe im westlichen Ostseegebiet im 6.-4. Jt. v. Chr. befaßt. In diesen frühen Perioden liegen auch die persönlichen Forschungsschwerpunkte von F. Lüth. Künftig ist an eine Ausweitung dieses innovativen Vorhabens SINCOS auf Polen und das Baltikum gedacht. Forschungen zu raumbezogenen Siedlungsmustern der Trichterbecherkultur in Kooperation mit polnischen Kollegen sollen hinzutreten.

Wahl des Zweiten Direktors der Abteilung Istanbul:
Dr.-Ing. Martin Bachmann

Dr.-Ing. Martin Bachmann schloß 1996 sein Architekturstudium an der Universität Karlsruhe mit dem Diplom zum Thema "Badische Maschinenfabrik Durlach" ab. Von 1996 bis 2000 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Institut für Baugeschichte und promovierte 1999 mit dem Dissertationsthema "Die Karlsburg. Spuren einer Residenzanlage im Durlacher Stadtgefüge". Am DAI Istanbul führte er als Referent für Bauforschung von 2000 bis 2004 Forschungsprojekte zu konstruktionsgeschichtlichen Fragestellungen in Pergamon, Eflatun Pinar sowie auf dem Karasis durch. Seit 2005 leitet er beim DAI Istanbul die Konservierungsmaßnahmen an der Roten Halle in Pergamon. Das Spektrum seiner Forschungsprojekte reicht von Istanbuler Holzhäusern des 19. Jh. bis zum spätbronzezeitlichen Quellheiligtum Eflatun Pinar. Die Beschäftigung mit hethitischer Architektur hat sich zu einem wichtigen Teil seiner Arbeit entwickelt, einen weiteren Schwerpunkt bilden umfassende Untersuchungen zu Fragestellungen der Bautechnik und Bauorganisation im hellenistischen Kleinasien im Rahmen seiner Habilitationsarbeit. 

Ferner wurden für die Großgrabungen Boğazköy-Hattusa (Türkei) und Resafa (Syrien) neue Grabungsleiter bestellt. Einen weiteren wesentlichen Punkt stellte die Wahl neuer Mitglieder des Instituts dar.

Im Rahmen der Nachwuchsförderung durch das Deutsche Archäologische Institut konnten auf der diesjährigen Sitzung wieder mehrere Stipendien vergeben werden:

Ein Reisestipendium erhielten Frank Hildebrandt und Francis Breyer. Die Römisch-Germanische Kommission verlieh bereits auf ihrer Sitzung im Februar ein Reisestipendium an Eva Rosenstock und Philipp von Rummel. An Holger Schwarzer konnte ein Wülfing-Stipendium vergeben werden. Desweiteren verliehen die Mitglieder der ZD Fortbildungsstipendien an Dirk Brandherm, Renate Heckendorf und Daniel Lohmann. Den Anträgen von Nils Hellner, Kerstin Hofmann, David Knipp, Ralph Bodenstein, Beate Böhlendorf-Arslan sowie Sarah Japp auf ein Auslandsstipendium konnte ebenfalls entsprochen werden.

Auf der wissenschaftlichen Sitzung der Zentraldirektion am 13. Mai wurden die vier neuen Forschungscluster des Instituts ausführlich diskutiert. Diese Cluster sollen eine neue Qualität der institutsinternen Zusammenarbeit fördern und darüber hinaus auch zu einer engeren Vernetzung mit Einrichtungen außerhalb des DAI führen.

Pressemitteilung zur Ordentliche Jahressitzung der Zentraldirektion 2006 zum Download (PDF, 92 KB):

zd2006.pdf

Date:

13.05.2006

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