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Ambrona, Kastilisches Hochland

Bis vor wenigen Jahren ging die Forschung davon aus, daß die Anfänge des frühesten Neolithikums auf der Iberischen Halbinsel mit Siedlern zusammenhingen, die aus dem ostmediterranen Raum stammten. Diese sollten sich an der Ostküste Spaniens niedergelassen und die entlang der Küsten des Mittelmeeres weit verbreitete Cardialkeramik mitgebracht haben. In einem Akkulturationsprozeß hätten die Einheimischen dann die neolithische Lebensweise übernommen und aus der Cardialkeramik das sog. Epicardial entwickelt. Im Inneren der Iberischen Halbinsel waren beide Keramikstile lange Zeit unbekannt, und man nahm an, daß seßhafte Lebensweise und produzierendes Wirtschaften dort erst erheblich später mit dem Beginn der Megalithkultur Einzug hielten. In den letzten Jahrzehnten wurden jedoch vermehrt Funde eines sog. Meseta-Neolithikums bekannt, die eine gänzlich andere Entwicklung denkbar erscheinen ließen, bislang aber noch nicht verläßlich datiert werden konnten. Die vor einigen Jahren durchgeführten Ausgrabungen an Fundstellen im kastilischen Hochland im Raum Ambrona verfolgten das Ziel, diese Spuren eines frühesten, vom Cardial-Bereich offenbar unabhängigen Neolithikums näher zu erforschen. Dabei gelang es, für die zweite Hälfte des 6. Jt. v. Chr. ein vollausgebildetes Frühneolithikum mit Tierhaltung und Pflanzenanbau nachzuweisen, das die Anfänge von seßhaftem Leben und produzierendem Wirtschaften auf der Meseta nun in anderem Licht erscheinen läßt.

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