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Palynologie

Vegetations- und Klimarekonstruktion mittels Pollenanalyse

Verbundprojekt 'Anden-Transekt'

Objectives

Abb. 1: Das Atocata-Moor ©DAIIm Vordergrund steht die Rekonstruktion der Vegetations- und Klimageschichte des Holozäns (ab ca. 10.000 v. Chr.) mit Hilfe von Moor- und Seesedimenten. Diese Erkenntnisse sollen einerseits einen wichtigen Beitrag zum Verständnis großklimatischer Szenarien in Südamerika leisten und werden andererseits dazu beitragen, Ablauf und Ausmaß menschlichen Eingreifens in die Naturlandschaft zu bestimmen. Weiterhin kann auf die Wirkungsweise von klimainduzierten Stressfaktoren auf die menschlichen Kulturen geschlossen werden.

Methoden

Pollenanalyse
Durch die Analyse von Blütenstaub höherer Pflanzen, welcher sich in geeigneten Archiven (v. a. Moore und Seen) über lange geologische Zeiträume erhält, können vergangene Vegetationszustände rekonstruiert werden. Der Vergleich mit dem Pollenniederschlag der aktuellen Vegetation erlaubt fundierte Rückschlüsse auf das Klima vergangener Zeiten. Darüber hinaus kann die Pollenanalyse den Einfluss des Menschen auf seine Umwelt sichtbar machen. Umwelteingriffe durch Einführung von Viehhaltung und/oder Ackerbau wirken direkt auf die Zusammensetzung der Vegetation des genutzten Raumes und verändern damit auch die Zusammensetzung des akkumulierten Blütenstaubs in den Archiven.
Abb. 2: Pollen von Castilleja pumila ©DAI
Analyse verkohlter Pflanzenpartikel
Die Häufigkeit von Feuerereignissen in Zeiträumen großer klimatischer Variabilität lässt sich durch die Menge der in den Archiven akkumulierten, verkohlten Pflanzenpartikeln ermitteln. Diese Methode ergänzt die historischen Befunde und erlaubt Rückschlüsse im Wechselwirkungsgefüge Klima - Vegetation - Mensch.

Analyse von Makrofossilien
Moor- und Seeökosysteme reagieren empfindlich auf Veränderungen innerhalb ihrer Wassereinzugsgebiete. Dies hat Auswirkungen auf ihre Vegetationszusammensetzung und lässt sich anhand der Analyse von vorhandenen, fossilen Pflanzenresten nachweisen. Auch Pilzsporen und zoologische Makrofossilien sind wertvolle, klimasensitive Indikatoren.

Previous Activities

Abb. 3: Pollen von Gentiana prostrata ©DAIIn der Feldkampagne 2008 wurden von den Geographen der Universität Heidelberg Bohrkerne von Hochlandmooren genommen. Diese wurden in Köln am Itrax core scanner zunächst eingescannt und stehen nun für Pollenanalysen zur Verfügung. Die Proben wurden für entsprechende Untersuchungen aus den Kernen gewonnen und im Labor mit den gängigen Verfahren aufbereitet.
In der Feldkampagne 2009 wurden von den Geographen der Universitäten Köln und Heidelberg weitere Bohrkerne entnommen, welche die Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Atocata-Moores ergänzen. Ferner wurden botanische Studien durchgeführt, auch an weiteren Mooren im Gebiet. Zur Rekonstruktion des rezenten Pollenfluges wurden Oberflächenproben entlang des Anden-Transekts gesammelt.

Recent Activities

Zur Zeit werden Pollen, verkohlte Pflanzenpartikel und Makrofossilien an Proben aus den Bohrkernen des Atocata-Moores identifiziert und ausgezählt. Weitere aktuelle Arbeiten umfassen botanische Studien im Untersuchungsgebiet und die Sammlung von Oberflächenproben zur Ermittlung des rezenten Pollenflugs.Abb. 4: Pollen von Werneria pygmaea ©DAI

Results

Erste 14C-Datierungsergebnisse lassen darauf schließen, dass die Bohrkerne den Zeitrahmen der letzten 6000 Jahre abdecken. Ihre sehr interessante Stratigraphie und die gut erhaltenen Torfe erlauben Rückschlüsse auf klimatische Variationen. Sie sind daher bestens zur Rekonstruktion der Paläoumweltgeschichte seit Beginn der menschlichen Besiedlung geeignet.

Cooperation / Cooperation partners

Institut für Geologie und Mineralogie, AG Quartärgeologie, Universität zu Köln, Prof. Dr. Martin Melles, Dr. Volker Wennrich (Durchführung der Arbeiten am Itrax core scanner)

Externe Ansprechpartner

Prof. Dr. Frank Schäbitz
Seminar für Geographie und ihre Didaktik
Gronewaldstr. 2
50931 Köln
Tel.: 0221/470-4630
Fax: 0221/470-6736
Email: frank.schaebitz@uni-koeln.de

Dipl.-Umweltwiss. Karsten Schittek
Seminar für Geographie und ihre Didaktik
Gronewaldstr. 2
50931 Köln
Tel.: 0221/470-4634
Fax: 0221/470-6736
Email: schittek@uni-koeln.de

Contact

The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.  

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