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Der archaische Apollontempel ('Tempel II') in Didyma

Der archaische Apollontempel ('Tempel II') in Didyma gilt schon seit seiner Auffindung zu Beginn des 20. Jhs. - insbesondere auch wegen der qualitätvollen marmornen Bauskulptur (heute im Pergamonmuseum in Berlin sowie im Archäologischen Museum in Istanbul) - neben den beiden berühmten Dipteroi im Heraion in Samos sowie dem älteren Artemision in Ephesos als einer der bemerkenswertesten archaischen ionischen Tempel in Kleinasien. Der bislang unzureichend erforschte hypäthrale Marmor-Kalkstein-Bau des 6. Jhs., der einer die Heilige Quelle als natürliches Kultmal architektonisch einfassenden älteren Hofanlage ('Sekos I') nachfolgt, prägt in funktionaler Anpassung an den Orakelkult konzeptionelle, typologische und stilistische Besonderheiten aus, die wiederum im hellenistischen Nachfolger, dessen eindrucksvolle Tempelruine heute noch vor Ort zu sehen ist, weiterwirken.

Ziel des 2003 begonnenen Vorhabens, bei dem auch Dr. Volker Kästner (Kapitelle) von der Antikensammlung der Staatlichen Museen Berlin sowie Dr.-Ing. Aenne Ohnesorg (Marmordachziegel) vom Lehrstuhl für Baugeschichte der TU München mitwirken, ist es, diesen Tempel, Stätte eines über die Grenzen Ioniens hinaus bedeutenden Orakelkults, seiner Signifikanz für die ionische Baukunst entsprechend auf der Grundlage einer möglichst vollständigen Materialaufnahme angemessen wissenschaftlich zu publizieren - ein lange überfälliges Desiderat. Da Bauglieder und Bauskulptur des Tempels im Vergleich zu den anderen ionischen Dipteroi, mit denen das Didymaion in Wettstreit trat, in seltener Vollständigkeit und ungewöhnlicher Formen- und Material-Vielfalt erhalten sind, sind viel versprechende Ergebnisse für die Kenntnis der archaischen ionischen Baukunst zu erwarten.

Contact: Uta Dirschedl, Zentrale

zum Projekt: Didyma

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