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Der Tempel im Grab: Die Grabanlage K93.11/K93.12 in Dra´ Abu el-Naga/Theben-West (Ägypten)

Die außergewöhnliche Doppelgrabanlage K93.11/K93.12 wurde in der 18. Dynastie (um 1500 v. Chr.) angelegt und rund 400 Jahre später vom Hohenpriester des Amun Ramsesnacht und seinem Sohn und Amtsnachfolger Amenophis für den Bau eigener funerärer Monumente wiederbenutzt. Die priesterlichen Anlagen, von denen tausende Relief- und Architekturfragmente (z.B. von Säulen und Kapitellen) geborgen wurden, bilden ein herausragendes Beispiel für die in der Ramessidenzeit zu verzeichnende "Sakralisierung des Grabes", im Zuge derer das Grab nicht nur die Gestalt, sondern auch die Funktion eines Tempels übernimmt: Es wird zu einem heiligen Raum, in dem der Verstorbene mit den Göttern kommuniziert.

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die Erfassung der Nutzungsgeschichte dieser Doppelgrabanlage sowie die Bewertung ihrer baugeschichtlichen, vor allem aber religionshistorischen Stellung als "Tempelgrab" am Ende des Neuen Reiches. Anhand des Befundes in K93.11/K93.12 wird deutlich, daß mit den Elementen der Tempelarchitektur (Pylon, offener Hof mit Säulen- oder Pfeilerstellung) auch die Semantik des Tempels als Ort der Gottesnähe auf das Grab übertragen wird. Neben dem Aspekt der Architektursemantik des Tempelgrabes, welche im Förderzeitraum 2006-2009 im Rahmen des Forschungsclusters 4.3 im Fokus stand, soll nun verstärkt der Frage nach der kulttopographischen Verortung besonderes Augenmerk gelten, genauer: der Einbettung des Grabkomplexes in die Kultlandschaft Thebens. Diese Landschaft ist durch das lokale religiöse Festgeschehen geprägt, deren Ritualistik wiederum Einfluß auf Architektur und Bildprogramm der Gräber und Tempel genommen hat. Durch ihre exponierte Lage waren K93.11 und K93.12 in besonderer Weise in die lokalen Festzyklen bzw. religiösen Abläufe eingebunden. Zum einen durch den Sichtbezug zum Haupttempel von Karnak, zum anderen durch die Ausrichtung auf die zentrale Prozessionsstraße, welche im Fest den "Gottesweg" markierte.

Contact: U. Rummel, Abteilung Kairo

zum Projekt: Dra'Abu el-Naga

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