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Gadara/Umm Qais (Jordanien): Politiken der Siedlungsentwicklung. Von der hellenistischen Kuppensiedlung zur byzantinischen Straßensiedlung

Auf einer Hügelkuppe am Rand einer fruchtbaren, östlich an das Jordantal angrenzenden Hochebene liegt der hellenistische Siedlungskern (2. Jh. v. Chr.) der antiken Stadt Gadara. Die topographischen und geomorphologischen Raumstrukturen ließen eine Ausdehnung der Stadt nur nach Westen zu. Blieb die hellenistische Siedlung auf den Akropolishügel begrenzt, so bildete in der römischen Kaiserzeit eine Ost-West-orientierte Verkehrsachse das städtebauliche Rückgrat der Stadt. Entlang dieser Achse hat sich die Stadt nach Westen bis in die Plateauebene ausgedehnt.

Seit der zweiten Hälfte des 2. Jhs. n. Chr. verfolgte Rom in den Siedlungsgebieten der östlichen Provinzen eine forcierte Urbanisierungspolitik. Vielfältige archäologische Spuren in den regionalen Raumstrukturen verweisen auf den eminenten politischen Stellenwert, den das Imperium Romanum der Stadtentwicklung in der Provinz zuwies. Auch Gadara gehörte zu den Städten, die davon profitierten und einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebten. Hiervon zeugen die verschiedenen öffentlichen Bauten, die entlang der von Kolonnaden gesäumten Ost-West-Achse aufgereiht sind und diese abschnittsweise betonen.

Die straßenbegleitenden Kolonnaden entstanden abschnittsweise und bildeten den "Lebensnerv" der Stadt. Diese für den Osten des Reiches typische Gestaltung der innerstädtischen Hauptverkehrsachse mit flankierenden Kolonnadenstraßen - in der Art römischer Foren - und die lineare Anordnung der öffentlichen Bauten entlang der Achse, die neben ihrer Funktionalität auch Größe und Reichtum der Stadt zum Ausdruck bringt, bestimmte im 2. und 3. Jh. n. Chr. das Stadtbild und wirkte auch in byzantinischer Zeit auf die Stadtentwicklung ein.

Das Forschungsprojekt zielt auf die umfassende Untersuchung der urbanistischen und kulturhistorischen Siedlungsentwicklung Gadaras von der hellenistischen bis in die byzantinische Zeit und ihrer räumlichen Einbindung. Im Zentrum steht dabei die bau- und kulturhistorische sowie städtebaulich-kontextuelle Analyse eines städtebaulichen Ensembles am östlichen "Stadteingang" Gadaras im Vergleich mit der Stadtentwicklung im Westen.

Contact: Dr. Ing. Claudia Bührig (E-Mail: clb@orient.dainst.de)

zum Projekt: Gadara/Umm Qais

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