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iDAI.field

Ein modulares Dokumentationssystem für Feldforschungsprojekte

Seit 3 Jahren wird am IT-Referat des DAI in Berlin ein modulares Datenbanksystem zur umfassenden Dokumentation von Feldforschungsprojekten entwickelt. Es wird bislang in mehreren DAI-Projekten mit unterschiedlichen Fragen, Überlieferungssituationen und Arbeitsweisen eingesetzt und soll nun erstmals interessierten Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden. Ermöglicht wurde und wird diese Entwicklung durch eine enge finanzielle und personelle Kooperation mit dem Archäologischen Institut der Universität Köln, um die langfristige Interoperabilität von iDAI.field mit der ARACHNE-Datenbank des DAI zu gewährleisten.

Zielsetzung

Mit der Bereitstellung eines einheitlichen Dokumentationssystems können auf einer freiwilligen Basis neue Feldforschungsprojekte unterstützt werden, so dass diese keine eigenen Systeme entwickeln, erproben und finanzieren müssen. Zudem sollen - im Zusammenspiel mit weiteren Anstrengungen im Bereich von IT-Infrastrukturen am DAI - die Voraussetzung dafür geschaffen werden, dass die digitale Dokumentation eines Projektes auch nach Ablauf seiner Finanzierung und Publikation der Ergebnisse nutzbar bleibt. Das DAI stellt mit iDAI.field einen Datenbank-Prototypen zur Verfügung, der sicherlich nicht zu 100 % für jedes Projekt geeignet sein wird, aber für die meisten Projekte im Schnitt zu ca. 70% direkt nutzbar ist. Die verbleibenden restlichen 30 %, müssen immer wieder individuell angepasst werden z.B. durch die Streichung oder Ergänzung von bestehenden Modulen, den Aufbau von neuen Modulen, die Überarbeitung der Indices bzw. der Thesaurus-Listen, der Beschriftungen im Layout oder der individuellen Kennungen.

Eigenschaften

iDAI.field führt Daten aus unterschiedlichen Projekten mit unterschiedlichen Methoden (Grabung, Survey, Bauaufnahme, Restaurierung, Geophysik, naturwissenschaftliche Untersuchungen, etc.) zusammen, d.h. es versucht die Feldforschung in ihrer gesamten Komplexität abzubilden. Die heterogenen Einzelinformationen werden dabei möglichst effizient verwaltet, damit sie nur einmal eingegeben und gespeichert werden müssen, aber in unterschiedlichen Formularen und in unterschiedlichen Kontexten abrufbar sind. Zu diesem Ansatz gehört, dass auch alte analoge Grabungsunterlagen in die Dokumentation einer aktuellen Unternehmung integriert werden können.

Abb.1 Übersicht der Module © DAIIn dem System wird zwischen Basis-, Methoden- und Fund-Modulen unterschieden, die alle stark miteinander vernetzt sind. Unter Basismodulen werden solche Elemente verstanden, die für alle Methoden- und Fundmodule relevant sind: die Verwaltung von Fotos, Zeichnungen und Archivmaterial sowie die Eingabe von Koordinaten, Datierungen und Literaturangaben. Die unterschiedlichen Arbeitsweisen werden durch die Methodenmodule realisiert: Survey, Ausgrabung, Bohrkern, Bauforschung. Und schließlich gibt es die Fundmodule zur Erfassung verschiedener Objektgattungen und Proben. Geplant, aber bislang noch nicht realisiert sind Module zur Geophysik, zu Restaurierungen und zu naturwissenschaftlichen Untersuchungen (Abb.1).

Dadurch, dass bei der Entwicklung von iDAI.field von Anfang an unterschiedliche Feldforschungen beteiligt waren, sind Anforderungen und Wünsche sowohl von Großprojekten wie Pergamon oder Hattuscha als auch von kleineren, befristeten Projekten eingeflossen. In diesem Sinne lebt die inhaltliche und technische Konzeption von den Rückmeldungen der derzeitigen Interessenten/Nutzer aus verschiedenen DAI-Abteilungen (u.a. Pergamon, Taganrog, Hattuscha, Kalapodi, Milet, Aizanoi, Marib, Munigua, Olympia, Selinunt, Istanbul) und den Forschergruppen innerhalb des Berliner Exzellenz-Clusters TOPOI.

Realisierung

Abb.2 Benutzeroberfläche (Projekt Pergamon) © DAI

Aus rein praktischen Gründen wurde iDAI.field bislang mit der kommerziellen Software FileMaker Pro entwickelt. Der Umfang des Systems beläuft sich auf ca. 60 Tabellen, ca. 2500 Felder, ca. 250 Index-/Wertelisten und ca. 110 Layouts/Formulare (Abb.2). iDAI.field kann entweder als lokale sog. Standalone-Version eingesetzt werden, so dass keine eigene FileMaker-Lizenz erworben werden muss. Sofern Interessenten FileMaker Pro (Version 8 oder höher) besitzen bzw. auf eigene Kosten erwerben, kann die Datenbank auch in einem kleinen Netzwerk oder mit FileMaker Server über einen zentralen Rechner betrieben werden. Seit Januar 2009 gibt es einen ersten mehrsprachigen Prototyp, der in bestimmten Modulen die Sprachen englisch, türkisch und russisch unterstützt. 

Weitere Entwicklung

Abb.3 Erweiterbarkeit © DAIMomentan wird daran gearbeitet, iDAI.field auf OpenSource-Technologien (PostGreeSQL/PostGIS) zu überführen, eine webbasierte Nutzeroberfläche (PHP, AJAX) zu erstellen und offene Schnittstellen (XML, CIDOC-CRM) zu implementieren. Unterstützt werden diese Arbeiten durch Mitarbeiter am Frauenhofer-Institut für Software- und Systemtechnik in Berlin und Dortmund. Auf diese Weise soll nicht nur eine flexible Lösung unabhängig von kommerziellen Produkten entstehen, sondern auch eine bessere Anbindung an unterschiedliche Ressourcen innerhalb des DAI (z. B. den Bibliothekskatalog ZENON oder die Objektdatenbank ARACHNE) als auch außerhalb sowie lokale Anwendungen (z.B. GIS, Statistikprogramme, Harris-Matrix-Genetaroren, etc.) geschaffen werden (Abb.3). Diese Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Web-Datenbankprojekt CISAR.

Cooperation / Cooperation partners

Archäologisches Institut der Universität Köln
Exzellenz-Cluster TOPOI

Ansprechpartner

Interessenten, die eine Version von iDAI.field erhalten, ausprobieren oder nutzen möchten, wenden sich bitte an Rainer Komp oder direkt an:

Dipl. Praehist. Philipp Gerth
Deutsches Archäologisches Institut
Zentrale, IT-Referat
Podbielskialle 69-71
14195 Berlin-Dahlem
Tel.: 030 - 187711 356
E-Mail

Foerderung

Finanziert wurde und wird iDAI.field durch Mittel der DAI-Zentrale in Berlin, die Universität zu Köln, das Exzellenz-Cluster TOPOI sowie die beteiligten Projekte, die iDAI.field nutzen.

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