Metanavigation

Lissos: Stadtmauern und Umland

Die Stadtmauer von Lissos war ein konstituierendes Element bei der Ausprägung sowohl des intramuralen als auch des extramuralen Raumes dieser Polis in Illyrien. Denn in der nordwestalbanischen Küstenebene war sie weithin sichtbar und unterstrich damit auch symbolisch die Bedeutung der Stadt, welche wohl vornehmlich durch die Kontrolle der Hauptverbindungsstraße entlang der Küste sowie der Straße nach Kosovo und durch die beiden Häfen begründet war.

Die Stadtmauer von Lissos stellt einen wichtigen Schwerpunkt des deutsch-albanischen Projekts " Lissos. Urbanistik und sozio-ökonomische Strukturen einer hellenistischen Polis in Illyrien" dar (siehe 3. Forschungsfeld: Urbane Räume), das von der DFG im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1209 ("Die hellenistische Polis als Lebensform. Urbane Strukturen und bürgerliche Identität zwischen Tradition und Wandel") gefördert wird. Einer detaillierten Baubeschreibung sollen in der nächsten Kampagne mehrere Sondagen folgen, um die Bauphasen chronologisch einordnen zu können. Insbesondere stellt sich die Frage, ob das die Oberstadt gliedernde Diateichisma erst in die späte caesarische Erneuerungsphase gehört. Von einer Mitarbeit in diesem Forschungsfeld sind durch den Austausch mit den anderen Stadtmauer-Projekten wichtige Impulse für die Arbeiten in Lissos zu erwarten.

Die Frage, welche Bedeutung die Stadtmauer von Lissos für den extramuralen Raum besaß, versucht ein Survey zu antworten, der die bislang weitgehend unbekannten Orte und Festungen im Umland systematisch erfasst. Die relativ kleine nordalbanische Küstenebene zwischen der Maat-Mündung im Süden und der montenegrinischen Grenze im Norden, die von der Adria im Westen und hohen Bergen im Osten eingeschlossen und gleichzeitig von mehreren Hügelrücken durchzogen wird, bietet sich in besonderer Weise für eine exemplarische multidisziplinäre Untersuchung eines Siedlungsraumes an.

Um die naturräumlichen Bedingungen des Umlands von Lissos besser kennen zu lernen, wurden 2006 durch das Geographische Institut der Universität Marburg (Prof. Dr. Helmut Brückner) Bohrungen im Küstenbereich der modernen Stadt Lezha durchgeführt, die bereits erste wichtige Ergebnisse zum Verlauf der antiken Küstenlinie, des Flusses Drin und vor allem zur Lage des vermuteten Seehafens in der Antike erbrachten. Sie sollen 2007 im Rahmen eines eigenen Projekts fortgeführt werden.

Die gerade erst begonnenen mulitdisziplinären Forschungen lassen wichtige Erkenntnisse zur Organisation des extramuralen Raums der Polis Lissos erwarten.

Kooperationspartner:
Archäologisches Institut der Akademie der Wissenschaften Albaniens, Tirana

Contact: Dr. Andreas Oettel (E-Mail: ao@dainst.de)
Dipl.-Ing. Hans-Christof Haas (E-Mail: hans-christof_haas@gmx.de)
Prof. as. Dr. Gëzim Hoxha (E-Mail: ghoxha@albmail.com)

zum Projekt: Lissos

Recent projects

  • 29.07.2013

    Frühmittelalterliche Häfen zwischen Wismar Bucht und Danziger Bucht more

  • 03.06.2013

    IANUS - Forschungsdatenzentrum Archäologie & Altertumswissenschaften more

  • 24.09.2012

    DARIAH-DE Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities more

Completed projects

  • 13.06.2013

    DressID more

  • 31.05.2011

    Griechenland, Palairos more

  • 31.05.2011

    Griechenland, Plaghia-Halbinsel-Survey more

Contact

The German Archaeological Institute (DAI) is a »scientific corporation« of the Federal Institution under the auspices of the Foreign Office. The staff of the Institute carries out research in the area of archaeology and in related fields and maintains relations with international scholars.
Furthermore, it organizes congresses, colloquia and tours, and informs the public through the media about its work.  

contact form