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Kulturweit! Junge Freiwillige unterstützen die Arbeit der Abteilung Istanbul

Bereits zum dritten Mal haben junge Menschen im Rahmen des kulturellen Freiwilligendiensts des Auswärtigen Amts Kulturweit DAI-Abteilungen bei Ihrer Arbeit unterstützt. 

Die Freiwilligen vor ihrer Abreise in der DAI-ZentraleDer internationale Freiwilligendienst basiert auf den Regelungen für das Freiwillige Soziale Jahr und gibt jungen Menschen zwischen 18 und 26 Jahren die Möglichkeit, sich in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Das Auswärtige Amt in Kooperation mit der UNESCO-Kommission setzt dabei auf seine bewährten Partnerorganisationen wie das Goethe Institut, den Deutschen Akademischen Austauschdienst und das Deutsche Archäologische Institut, die Einsatzstellen im Ausland anbieten.

In den vergangenen sechs Monaten konnten zwei Freiwillige an der Abteilung Istanbul vielfältige Einblicke in die Arbeit des Institut etwa im Bereich der Bibliotheken, Archive und Fototheken gewinnen.
Lesen Sie im folgenden, was die Beiden erlebt haben:

Istanbul – not Constantinople!

(c) A. DiegmannMit dieser Textzeile besang das kanadische Quartett „The Four Lads“ 1953 die Stadt am Bosporus. Spielt die Band eher auf deren Namenswechsel an, so hat dieser Satz für uns im vergangenen halben Jahr noch eine andere Bedeutung bekommen. Denn schließlich durften wir – die „kulturweit“-Freiwilligen Sophie Rölle und Anna Diegmann – ein halbes Jahr lang in der 13-Millionen-Metropole leben und die dortige Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts bei seiner Arbeit unterstützen. So sollten wir einen Einblick gewinnen, wie viel Konstantinopel noch in Istanbul, wie viel Orient im Okzident steckt.
Mitte September 2011 begannen wir unseren Freiwilligendienst mit einer großen Aufgabe: Die Inventur der Fotothek stand an, sodass wir mit zwei weiteren Praktikantinnen die Handschuhe, Fotozangen, Scheren und Feuerzeuge herausholten, um den Bestand u.a. mit einigen Tests in Glasplatten-, Nitrat-, Acetat- sowie Safetynegative zu trennen. Gerade die drei erstgenannten Formen sind häufig von Beschädigungen betroffen oder können selbst zum Schaden für andere Negative werden. Mit einer beachtlichen Zahl von 211.781 inventarisierten Bildträgern schlossen wir schließlich diesen ersten Auftrag ab. Daraufhin wurden wir in der Fachbibliothek des Instituts eingesetzt, wo bereits die nächste gewaltige Aktion auf uns wartete. Über mehrere Monate hinweg nahmen wir hier die Revision vor, die in dieser umfassenden Art und Weise schon einige Jahre nicht mehr vorgenommen worden war. Dabei halfen wir auch bei der Beseitigung von Fehlern, welche sich über die lange Zeit in den Zettelkatalogen oder den Büchern selbst angesammelt hatten, wodurch sich diese Arbeit als äußerst komplex herausstellte. Nebenher unterstützten wir die Bibliothekare bei der Besucherbetreuung, indem wir beispielsweise Digitalisierungswünsche ausführten, der Bestandspflege oder der Einarbeitung von Neuerwerbungen. Kurze Aushilfen im Sekretariat oder Archiv nahmen wir ebenfalls gern vor. Auf kleinere Strukturierungsaugfaben folgte eine weitere zeitintensive Tätigkeit: Die anfangs unzählig erscheinenden Digitalisate, e-Books und Scans sollten in einer zweckmäßigen Form für den internen, wissenschaftlichen Gebrauch nutzbar gemacht werden. Unsere hierzu angelegte Tabelle zählte am Ende über 2.242 elektronische Ressourcen zu sowohl größtenteils archäologischen als auch anderen geisteswissenschaftlichen Themen.
(c) A. DiegmannBei all unseren Tätigkeiten konnten wir uns stets auf die Hilfe der Institutsmitarbeiter verlassen. Ob fachliche oder eher praktische Tipps beispielsweise zur Wochenendgestaltung – unsere Kollegen standen uns immer mit Rat und Tat zur Seite, was neben dem freundlichen Umgang miteinander erheblich zu einer entspannten Atmosphäre beitrug. Besonders als wir am letzten Tag unsere Arbeitsergebnisse auf eine humoristische Weise vorstellten, wurde uns noch einmal die Dankbarkeit bewusst, die man uns für unsere Unterstützung entgegengebrachte sowie die positive Grundstimmung, die in der Abteilung vorherrschte.
Zudem konnten wir durch die Teilnahme an Hauskolloquien und Gastvorträgen unser Interesse auf archäologischem Gebiet befriedigen. Ein unvergessliches Erlebnis wird zudem der Besuch der antiken Städte Ephesos und Pergamon bleiben, bei dessen Planung die Hilfe einiger Kollegen ebenfalls unverzichtbar war.  Wie bereits zu sehen ist, bestand unser Aufenthalt nicht nur aus Arbeit, sondern zum gleichen Teil aus Spaß, spannenden Entdeckungen in der Stadt sowie dem Kennenlernen der türkischen Kultur. Oft unternahmen wir mit den Institutspraktikanten Streifzüge durch die verschiedenen Viertel Istanbuls, begaben uns so auf die Spuren des alten Byzanz bzw. des Osmanischen Reiches und machten nette Bekanntschaften auf Basaren oder in Cafés. Immer wieder waren wir fasziniert von der Vielfalt, die diese Stadt zu bieten hat, vor allem wie hier die westliche auf die orientalische Lebensweise trifft und wie im Stadtbild ihre jahrtausendealte, wechselhafte Geschichte sichtbar wird. Obwohl die Einwohner stolz auf ihre große Vergangenheit zurückblicken, ist Istanbul doch ein Ort, der gänzlich in der Moderne angekommen ist. Es werden dort Trends gesetzt, die Stadt gilt inzwischen als äußerst „angesagt“. So empfanden auch wir als zwei unter 13 Millionen Menschen die Metropole während unseres Aufenthalts wegen dieser Diversität als besonders spannend. But don’t forget: Now it’s Istanbul – not Constantinople!

Sophie Rölle und Anna Diegmann


Informationen zu den Einstellungsvoraussetzungen und -modalitäten entnehmen Sie bitte unter www.kulturweit.de.
Die Bewerbungsphase für die nächste Ausreise ab Februar 2013 beginnt am 30.03. und endet am 30.04.2012. Bewerbungen sind nur online möglich.

 

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