Sammlungen im Deutschen Archäologischen Institut

Aktuelles Projekt

Das Grundlagenforschungsprojekt von Reinder Neef  (Labor für Archäobotanik) hat zum Ziel, in Kooperation mit dem Groningen Instituut voor Archeologie (Prof. Dr. René T. J. Cappers) mit Hilfe der Bildverarbeitung und Bildanalyse einen weltweit gültigen Standard zur Materialbestimmung in der Archäobotanik zu schaffen.

Die Resultate sind bis jetzt in zwei getrennten, mehrsprachigen Bänden – Digitaler Atlas der Nutzpflanzen (2009) und Digitaler Atlas der Nutzpflanzen in der Archäologie (2012) – und auf einer interaktiven Website (www.pflanzenatlas.eu), zusammen mit einem Handbuch zur Methodik und Bestimmung in der Archäobotanik (Handbook of Plant Palaeoecology, 2012), veröffentlicht worden. 

Referenzsammlungen

Referenzsammlungen spielen in der archäologischen Forschung auch in anderen Forschungsumgebungen eine Rolle. Auf Grabungsplätzen erlauben Zusammenstellungen signifikanter und bestimmter Fragmente antiker Keramik während der Fundbearbeitung die Bestimmung neu gefundener Fragmente aus den Grabungen. 

Diese Vorgehensweise ist notwendig, da Hunderttausende von Fragmenten bei Ausgrabungen gefunden werden, die es zu sortieren und zu bestimmen gilt. Die Gefäßfragmente in Referenzsammlungen sind zumeist kontextlos als Oberflächenfunde auf den Grabungsplätzen gefunden worden und verbleiben als Vergleichssammlung immer am Grabungsplatz oder den zugehörigen Magazinen. 

Abklatschsammlungen

Eine ganz besondere Form der Sammlung wird bei der Erforschung antiker Inschriften zusammengestellt: Abklatsche! Die Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik verfügt über eine kleine Sammlung von Abklatschen, die Inschriften aus laufenden Projekten dokumentieren. Dies betrifft vor allem griechische Inschriften kleinasiatischer Städte (Pergamon, Aizanoi, Patara, Kyaneai, Limyra, Myra, Selge, Etenna, Side). 

Die Dokumentation zur Neuedition der lateinischen Inschriften der Iberischen Halbinsel im Rahmen des Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL II²), an der die Kommission beteiligt ist,  wird überwiegend am Centro CIL II der Universität Alcalá de Henares aufbewahrt. Teile des Materials sind über die Homepage des Centro zugänglich.

Die Kommission kooperiert bei der langfristigen Archivierung zudem mit den Inscriptiones Graecae und dem Corpus Inscriptionum Latinarum an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die das weltweit größte Archiv zur antiken Epigraphik unterhält, sowie mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, die über ein bedeutendes Archiv zu den Inschriften Kleinasiens verfügt.

Uruk-Warka-Sammlung

Die Studiensammlung des Ausgrabungsprojekts Uruk-Warka (Irak) wird durch die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg betreut. Auf Basis der irakischen Antikengesetzgebung überließ die Republik Irak der deutschen Expedition in den Jahren 1954 bis 1968 einen Teil der wissenschaftlich wichtigen, jedoch nicht museal wertvollen Funde und Proben. Sie stehen in Absprache mit dem DAI und der Universtät Heidelberg für die Lehre, wissenschaftliche Bearbeitung und für Materialanalysen zur Verfügung.

Ansprechpartner sind:
Prof. Dr. Margarete van Ess, wiss. Direktorin der Orient-Abteilung
Prof. Dr. Stefan M. Maul, Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients - Assyriologie der Universität Heidelberg

Zur Webseite der Sammlung auf den Seiten der Universität Heidelberg kommen Sie hier