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Karakorum

Ausgedehnte mittelalterliche Stadtwüstung im Orchon-Tal

Aktuelle Ausgrabungen in der Hauptstadt Dschingis Khans in Partnerschaft mit dem Historischen Institut der Mongolischen Akademie

Localisation

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Germany
41° 33' 30.8628" N, 99° 9' 22.7196" E

(c) DAIDas Orchon-Tal im Herzen der Mongolei ist die Wiege spätnomadischer Stadtkultur und die bedeutendste spätnomadische Stadtlandschaft im nördlichen Zentralasien. Hier in den Weidegebieten seines dritten Sohnes und Thronfolgers Ögödej (1229-1241) gründete Dschingis Khan 1220 die Stadt Karakorum, nach Marco Polo "die erste Gründung der Tartaren seit ihrem Auszug aus den Stammlanden".

Im Orchon-Tal, am Fuße des Hanggai auf 1500m ü. NN gelegen, erstreckt sich auf 1,5 km Länge nördlich des Klosters Erdene Zuu die Stadtwüstung des mittelalterlichen Karakorum. Aus dem verhältnismäßig flachen Relief der nur etwa 2 qkm großen Wüstung heben sich neben dem drei Meter hochragenden Palasthügel (ca. 100 x 45 m) etliche Wohnpodeste und Wallanlagen heraus.

Historique

(c) DAIGegründet 1220 von Dschingis Khan als Hauptstadt des mongolischen Weltreichs; zunächst nur Jurtenlager und zentrale Garnison; eigentliche Stadtentwicklung erst unter Ögödej Khan; Stadtwall und Palastbezirk mit Palast, errichtet 1235 - 1236, gelten als die frühesten Anlagen; der Palastbezirk bildet die Keimzelle der am chinesischen Stadtmodell entwickelten Residenzstadt; zwischen 1235 und 1256 etliche aufwändige Bau- und Umbaumaßnahmen überliefert; 1380 Zerstörung der Stadt; Wiederaufbau nach 1415; südliche Peripherie der nach 1552 wüst gefallenen Stadt 1585 vom buddhistischen Kloster Erdene Zuu überbaut.

Previous Activities

(c) DAI(c) DAIDie seit 1999 von der Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) des DAI in Partnerschaft mit dem Historischen Institut der Mongolischen Akademie durchgeführten Untersuchungen knüpfen an russisch-mongolische Grabungen von 1890, 1934 und 1948/49 an. Die bisherigen Ausgrabungen konzentrierten sich auf Palast und Palastbezirk: 2000 wurde dort u.a. eine Reihe von Brennöfen für Bauschmuck und Ziegel zutage gefördert.

Travaux récents

Der Palast des Ögödei Khan (Sohn von Dschingis Khan) ist gefunden. Er befindet sich mit großer Wahrscheinlichkeit im Klostergeviert von Erdene Zuu und dort am Südrand der Stadt. In einem Wallschnitt an der nördlichen Klostermauer wurde im August 2005 unter der Klostermauer und unter einer Brandschicht mit Sung und Yüan-Keramik eine ältere, karakorumzeitliche Mauer entdeckt.

(c) DAI(c) DAIOb es sich, wie die Ausgräber annehmen, bei dieser Mauer um die nördliche Außenmauer der gesuchten Palaststadt des 13.Jahrhunderts handelt, werden aktuelle Wallgrabungen im Sommer 2006 zeigen.

Bestätigt sich der Mauerbefund in anderen Wallbereichen auch an der Ost-, West- und Südseite des Klosters so besteht begründete Hoffnung, hier in absehbarer Zeit auf die Überreste des Khan-Palastes zu stoßen, auf den Palast des Ewigen Friedens.

Die Ausgrabungen unter der Leitung von Hans-Georg Hüttel haben somit erwiesen, dass der als bislang als Khanspalast identifizierte zentrale Hallenbau im Palastbezirk als ein buddhistischer Stupatempel des 13.Jahrhunderts umzudeuten ist.

Foerderung: Die Ausgrabungen in Karakorum werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.