Bisherige Arbeiten
Etwa ein Drittel der ca. 1,2 qkm großen Stadt kann in ihren oberen Schichten als archäologisch untersucht gelten. Es ist dies insbesondere der Bereich des E-babbar, des Tempelareals für den Sonnengott Šamaš. der in seinen neubabylonischen Schichten freigelegt wurde. Große Teile des Komplexes wurden bereits Ende des 19. Jh. ausgegraben, doch hat eine Erweiterung der Grabungsareale durch Forscher der Universität Baghdad wesentliche neue Erkenntnisse zum Grundriß gebracht. Ausgedehnte Hofanlagen umgeben hier eine Zikkurrat (Hochterrassen mit Tempel), die weitere Tempel sowie die Wirtschaftseinheiten des Heiligtums beherbergen. Der Fund einer Bibliothek, in der Tontafeln noch in regalartigen Ausfachungen, an ihrem ursprünglichen Aufbewahrungsort, aufgefunden wurden, gehört zu den wichtigsten Entdeckungen der Ausgrabungen bis 1999. In dieser Zeit erfolgten auch Grabungen in einem ausgedehnten Wohnbezirk aus der altbabylonischen Zeit sowie in einem Tiefschnitt durch die Siedlungschichten des 3. Jt. v. Chr.
Im Herbst 2000 wurde eine systematische Begehung der gesamten Oberfläche innerhalb der Stadtmauern von Sippar unternommen. Damit konnte ein topographischer Plan auf digitalen Standard übertragen werden. Systematische Beobachtung aller an der Oberfläche sichtbaren Befunde und Funde erlauben Kartierungen, anhand derer sich Funktionsbereiche sowie die Besiedlungsdauer in den einzelnen Teilen der Stadt bestimmen lassen. Die Siedlungsschwerpunkte verschiedener Epochen werden erkennbar, Hypothesen zur Lage von religiösen, Repräsentations- und Wirtschaftseinrichtungen bzw. privaten Wohnquartieren werden möglich. Die Daten der Oberflächenbegehung sind Grundlage zur Entwicklung neuer Forschungsstrategien und zur Wahl weiterer Ausgrabungsflächen. Erstes wichtigstes Ergebnis war der Nachweis einer fast flächendeckenden Besiedlung der Stadt in der bisher in Sippar nur partiell nachgewiesenen "frühdynastischen Zeit" (ca. 3000 - 2250 v. Chr.) Einige Keramikscherben aus der "Späten Uruk-Zeit" (Ende 4. Jt. v. Chr.) sind Beleg dafür, daß es auch in dieser frühen Zeit schon eine Ansiedlung gab.
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