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Information zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik finden Sie
auf der Internetseite des Auswärtigen Amts.
Von der kulturpolitischen Dimension der archäologischen Forschung
Das DAI ist als Forschungsinstitution dem Auswärtigen Amt direkt nachgeordnet. Seinen Hauptsitz hat das in vier deutschen und elf ausländischen Städten des Mittelmeerraumes und des vorderen Orients ansässige Institut in Berlin (Abteilungen). Die Tätigkeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dient nicht nur wissenschaftlichen Interessen und dem Ansehen der deutschen Forschung, sondern auch der Erschließung des kulturellen Erbes anderer Länder und damit zu einem nicht unerheblichen Teil zum Dialog und Austausch im Rahmen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands bei.
Während seines Bestehens hat das DAI einige Veränderungen erlebt, besonders zukunftsweisende brachte die deutsche Einigung mit sich. 1991 konnte der archäologische Forschungsbereich des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR mit dem DAI verbunden werden. Dies bedeutete einen erheblichen Zuwachs an wissenschaftlichem Potenzial. Wissenschaftliche Beziehungen bestehen heute zu Ländern des Mittelmeerbereiches genauso wie zu Ländern der ehemaligen Sowjetunion, Asiens, Afrikas sowie Südamerikas (Projekte).
Besonders erfreulich ist, dass jetzt auch nach jahrzehntelanger Stagnation die wissenschaftlichen Beziehungen zum Iran wieder lebendig geworden sind und das DAI, übrigens bisher als einzige ausländische Institution, gemeinsam mit iranischen Kollegen Ausgrabungen in diesem alten Kulturland des mittleren Ostens durchführt.
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Bagh-e Babur, Kabul, Afghanistan.
Die Grabung ist als Lehrgrabung für afghanische
Archäologen in Ausgrabungs- und Vermessungsmethoden konzipiert. |
Das DAI genießt allgemein im Ausland und im internationalen Kollegenkreis besonderes Ansehen. Unterhalb der offiziellen, diplomatischen Ebene entsteht in der gemeinsamen Arbeit im Gelände, in der Bibliothek und in der wissenschaftlichen Diskussion Vertrauen, wachsen Freundschaften aus der persönlichen Begegnung. Diese Grundlage wird nicht in einem Augenblick und für alle Zeiten geschaffen, sondern muss immer wieder neu erworben und gepflegt werden. Die Kraft dazu ist gerade heute im Dialog mit der islamischen Welt besonders gefragt. In etlichen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens leistet das Institut gemeinsam mit örtlichen Wissenschaftlern wichtige Forschungsarbeit, die zur Bewahrung und zum Verständnis des kulturellen Erbes und der kulturellen Identität dieser Völker beiträgt. Schon im Sommer 2002, die Vertreibung der Taliban lag gerade erst wenige Monate zurück, nahm das Institut Ausgrabungen in Afghanistan auf. (Abb. Bagh-e Babur)
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| Uruk (Warka) im Irak. Abschluß der archäologischen Forschungen mit einem Fest im Hof
des Grabungsgehöftes. |
Wie abhängig die archäologische Forschung von der politischen Lage jeweils ist, zeigt sich momentan gerade am Beispiel des Irak, der als Kernland der alten vorderasiatischen Kulturen immer eine Schlüsselstellung in der Altertumswissenschaft eingenommen hat. Nach dem Golfkrieg hatte die Orient-Abteilung bald wieder den Kontakt mit irakischen Archäologen aufgenommen, gemeinsam mit diesen einen archäologischen Survey in der westlichen Wüste durchgeführt und hatte in begrenztem Maße die Erforschung des alten Grabungsplatzes Uruk wieder aufgenommen (Abb. Uruk).
Im Augenblick nun sind alle diese hoffnungsvollen Ansätze, die vor allem auch den Sinn haben, das Land aus der wissenschaftlichen Isolation zu lösen, wieder in Frage gestellt. Mit großer Sorge verfolgt das Institut die gegenwärtige politische Entwicklung in dieser Region.
Das Wissen um die Geschichte der eigenen Existenz einerseits und um Wesen und Leistungen fremder Kulturen andererseits bildet eine wichtige Grundlage - wenn auch nicht die einzige und auch nicht immer eine Garantie - für innere Freiheit und kritische Toleranz.
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