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Mitteilung über die Sitzung der Zentraldirektion 2004

Zu ihrer Frühjahrssitzung vom 13. - 15. Mai 2004 trafen sich in Berlin die 36 Mitglieder der Zentraldirektion des DAI. Aktuelle Entwicklungen und Programme zur Forschungsarbeit des Deutschen Archäologischen Instituts wurden erörtert und Entscheidungen über die Weiterführung und den Neubeginn wissenschaftlicher Projekte getroffen. Dabei galt es, den anhaltend sehr engen Finanzrahmen zu berücksichtigen.
Weiterer Gegenstand waren die Wahlen zur Neubesetzung mehrerer leitenden Positionen. Zur Wahl standen die Positionen des Generalsekretärs in Berlin, des 1. Direktors Madrid, des 2. Direktors jeweils in Athen und Istanbul sowie des Leiters des Architektur-Referats in Berlin
In diesem Jahr verlieh die Zentraldirektion auch wieder die traditionellen Reisestipendien an den wissenschaftlichen Nachwuchs der Altertumswissenschaften. Den Stipendiaten wird eine einjährige Reise, vorwiegend in die für die Archäologie wichtigen Länder des Mittelmeerraums, des Orients und der Arabischen Halbinsel, ermöglicht.


Wahl des Generalsekretärs, Berlin (Nachfolge Prof. Dr. Walter Trillmich): Dr. Ortwin Dally

Dr. Ortwin Dally absolvierte 1988 - 96 sein Hochschulstudium an den Universitäten Bonn, Basel und Heidelberg mit der Fächerkombination Klassische Archäologie, Lateinische und Griechische Philologie. Nach seiner Promotion (Akkulturationsprozesse in Nordapulien vom 6. bis zum 2. Jahrhundert v. Chr.) 1996 war er zunächst als wissenschaftlicher Angestellter an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und dem Archäologischen Institut der Universität Heidelberg und ab 1998 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin tätig. 2002/2003 hielt er sich zu Forschungszwecken an der Harvard University, Center for Hellenic Studies, Washington D.C auf. Zu Beginn 2004 legte er seine Habilitationsschrift "Rückblick und Gegenwart. Vergleichende Untersuchungen zur Visualisierung von Vergangenheitsvorstellungen in der Antike" beim Fachbereich für Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin vor.
Sein besonderes Forschungsinteresse gilt den Beziehungen zwischen Griechen, Römern und Einheimischen in Unteritalien, Sizilien und Südrussland und damit verbunden die Diskussion um die Begriffe Kultur und Akkulturation. Weitere Schwerpunkte liegen im Bereich der griechischen und römischen Architektur, regional spezifischer Keramik, der Geschichte der Archäologie, ferner der Rezeption und Umformung heidnischer Kulte und Kultbauten in der Spätantike.

Wahl der 1. Direktorin Madrid (Nachfolge Prof. Dr. Tilo Ulbert): PD Dr. Dirce Marzoli

Dr. Dirce Marzoli studierte 1976- 1984 Ur- und Frühgeschichte und Klassische Archäologie sowie Alte Geschichte und Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Leopold Franzens Universität in Innsbruck. Ihre Dissertation beschäftigt sich mit den treibverzierten Bronzefeldflaschen der italischen Eisenzeit. Nach der Promotion war sie Volontärin am Badischen Landesmuseum in Karlsruhe. 1988 bis 1992 arbeitete sie in der Abteilung Madrid des Deutschen Archäologischen Instituts. Während dieser Zeit nahm Sie an den Projekten in Fuente Álamo (Almería) und El Argar (Almerfa) sowie an den Untersuchungen zur Küstenforschung im Empordá (Girona) teil. Neben siedlungsarchäologischen Themen lag ihr Hauptinteresse bei den etruskischen Importen der Iberischen Halbinsel, auf Bronzestatuetten der Balearen und auf phönizisch-punische Keramik in Andalusien. Nach ihrer Tätigkeit in Madrid konnte sie dank eines Stipendiums der Gerda Henkel Stiftung die punischen Amphoren der Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts auf dem Morro de la Mezquitilla (Málaga) bearbeiten. Daran schloss sich 1996 ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft an (Landschafts- und Besiedlungsgeschichte im Empordá, NO Spanien, von der Endbronzezeit bis zum Beginn der Romanisierung). Sie hielt ab 1997 Lehrveranstaltungen am Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität und schloss zu dieser Zeit ihre Habilitation ab. Seit Oktober 1997 ist sie als Auslandskorrespondentin (Spanien, Portugal, Italien und Griechenland) für die Zeitschrift 'Archäologie in Deutschland' tätig. Seit 2002 ist sie Konservatorin am Württembergischen Landesmuseum Stuttgart.

Wahl des 2. Direktors Athen (Nachfolge Dr.-Ing. Hermann Kienast): PD Dr. Reinhard Senff

Dr. Reinhard Senff studierte 1976-1983 Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Unversität Münster, an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie am Institute of Archaeology London. 1982 nahm er an archäologischen Ausgrabungen des British Museum in Stonea/Cambridgeshire und der British School of Rome in Ponte Nepesino/Nepi teil. 1987 promovierte er über "Das Apollonheiligtum von Idalion, Architektur und Statuenausstattung eines zyprischen Heiligtums". 1987/88 war er Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts. Von 1988 bis 1989 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kommission für das Corpus Vasorum Antiquorum an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München. Danach war er bis 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem Bochumer DFG-Projekt "Ausgrabung und Erforschung der antiken Stadt Milet". 1995 bis 2000 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Archäologie der Ruhr-Universität Bochum. 2002 schloss sein Habilitationsverfahren ab. Titel der Habilitationsschrift: "Milet. Die archaische Stadt. Die Ausgrabungen in den Wohngebieten und den städtischen Heiligtümern 1899 - 2001. Baugeschichte und Stratigraphie". Seit dem hält er Lehrveranstaltungen an der der WWU Münster und an der Ruhr-Universität Bochum ab. Der Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit liegt im Bereich der Griechischen Archäologie, insbesondere des östlichen Mittelmeerraums. Sein besonderes Interesse gilt urbanistischen Fragen der griechisch-römischen Antike.

Wahl des 2. Direktors Istanbul (Nachfolge Prof. Dr. Wolfgang Radt): Dr. Felix Pirson

Dr. Felix Pirson studierte 1989-1993 Klassische Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Albertus-Magnus-Universität Köln und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach seinem Abschluss als Magister 1994 erwarb er den Master of Philosophy an der Faculty of Classics der University of Cambridge. 1996 folgte die Promotion an der Universität München mit dem Dissertationsthema: "Mietwohnungen in Pompeji und Herkulaneum. Untersuchungen zur Architektur, zum Wohnen und zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Vesuvstädte" 1996-98 war er an der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts tätig und untersuchte Aspekte der Stadtkultur in der römischen Kaiserzeit. 1998/99: Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Baugeschichte der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus; Lehrauftrag für Archäologie im Rahmen des Studiengangs "World Heritage Studies" tätig. Seit April 2001 ist er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Klassische Archäologie und Antikenmuseum der Universität Leipzig. Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit sind die hellenistisch-römische Wohnarchitektur und Urbanistik sowie die Bildersprache antiker Reliefs.

Wahl der Leiterin des Architektur-Referats, Berlin (Nachfolge Prof. Dr.-Ing. Ernst-Ludwig Schwandner): Dr.-Ing. Ulrike Wulf-Rheidt

Dr.-Ing. Ulrike Wulf-Rheidt studierte 1982-1990 Architektur an der Technischen Universität Karlsruhe. Nach dem Diplom war ihre berufliche Tätigkeit eng mit den Aufgaben der Bauforschung verknüpft. 1990 war sie Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich 315 "Erhalten historisch bedeutender Bauwerke" der Universität Karlsruhe und beschäftigte sich sowohl mit Industriebauwerken aus dem 19. Jahrhundert als auch mit mittelalterlicher Architektur. 1997 Promotion zum Doktor-Ingenieur, ihr Dissertationsthema behandelt die "Die hellenistische und römischen Wohnhäuser von Pergamon". 1992-1994 Forschungstätigkeit in Aizanoi (Türkei) und Mitarbeit in der wissenschaftlichen Kommission zur Restaurierung der Hagia Sophia. Von 1994 bis 1997 nahm sie an einem Survey in Akören bei Adana (DFG Projekt) teil und bearbeitete die historische Topographie zweier römisch-spätantiker Siedlungen und übernahm die bauhistorische Erforschung der Wohnhäuser. 1995-2001 war sie wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Baugeschichte der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Seit dem ist sie dort als Oberingenieurin tätig. 1996 wurde sie Mitglied der Koldewey-Gesellschaft, Vereinigung für baugeschichliche Forschungen e.V. und ist seit 2002 Vorstandsmitglied dort. Seit Frühjahr 1998 ist Sie an der Leitung des Forschungsprojektes "Die sogenannte Domus Severiana und das .Gartenstadium' auf dem Palatin in Rom" beteiligt.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen bei Themen der antiken Architektur und Stadtbaugeschichte. Ihr weiteres Interesse gilt neuen Methoden und Aufnahmeverfahren in der historischen Bauforschung.


Hier finden Sie die Pressemitteilung "Mitteilung über die Sitzung der Zentraldirektion 2004" des DAI als pdf-Datei (675 KB) zum Herunterladen.

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updated: 03/02/05

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