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Das DAI beteiligt sich an mehreren konkreten Kulturhilfe-Projekten für Irak. Einige sind abgeschlossen, andere in der Umsetzungsphase
1. Archivschränke für das Irak Museum Baghad
Für die Keilschrift-Abteilung des Irak-Museums Baghdad wurden
Flachablageschränke zur Neuordnung der Tontafeln besorgt. Die Mittel hierfür
stellte das Auswärtige Amt zur Verfügung.
2. Bücher für den Irak
Das DAI sammelt Bücher der Fachgebiete Altorientalistik und Vorderasiatische
Altertumskunde bzw. nimmt Geldspenden für die Anschaffung von Büchern
entgegen. Die Aktion ist Teil einer vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufenen
größeren Spendenaktion.
3. Irakische Wissenschaftler in Berlin
Das DAI lädt, z.T. in Zusammenarbeit mit DAAD und DFG, regelmäßig irakische
Archäologen nach Deutschland ein. Angeboten werden Arbeitsmöglichkeiten in der
Bibliothek zur Recherche neuester wissenschaftlicher Literatur und
wissenschaftliche Zusammenarbeit bei archäologischen Projekten.
4. Archäologische Fund-Datenbank
Zusammen mit anderen Wissenschaftlern und deutschen Wissenschaftsinstitutionen
wird am Aufbau einer gemeinsamen Datenbank gearbeitet, in der diejenigen
archäologischen Funde verzeichnet sind, die bei deutschen Ausgrabungen im Irak
zutage kamen und die im Irak-Museum archiviert sind / sein sollten.
5. Information der Öffentlichkeit
Das DAI informiert regelmäßig Journalisten und Öffentlichkeit in Radio- und
TV-Interviews, Stellungnahmen, Vorträgen und eigenen schriftlichen Berichten
über die Ereignisse aus dem Bereich der Archäologie des Irak.
(http://www.unesco-heute.de/0803/irak.htm)
Hintergrund
Der Krieg im Irak hatte weitreichende Folgen für Museen, Universitäten,
Kulturinstitutionen und archäologische Stätten.
Direkte Kriegseinwirkungen, wie Bombenschäden oder Mißbrauch historischer Orte
zu militärischen Zwecken, waren während des Krieges zwar kaum zu verzeichnen,
doch führte das anschließende Machtvakuum zu umso tiefgreifenderen
Zerstörungen kultureller Einrichtungen und archäologischer / historischer
Stätten.
Vom 10.-12. April wurde das Irak-Museum Baghdad geplündert. In derselben Woche
fiel ein Großteil der Bibliotheken des Landes Plünderungen und insbesondere
einer systematischen Brandschatzung zum Opfer. Die Ausraubung und damit
Zerstörung archäologischer Orte nahm in erschreckendem Maße zu und konnte bis
heute nicht gestoppt werden. Babylon und Ur sind in große Militärcamps
integriert; diese berühmten antiken Orte, vor allem ihre für Laien schwer
erkennbaren Wohn- und Vorstädte leiden in noch nicht abzuschätzendem Maße
darunter, daß mit schwerem, militärischem Fuhrpark und Service-Einrichtungen
die noch unter der Erde liegenden Baureste aufgewühlt oder verdichtet werden.
Das Auswärtige Amt, das Deutsche Archäologische Institut sowie mehrere
deutsche Museen und Universitäten, die sich traditionellerweise mit der
Geschichte des Irak befassen, erklärten sich unmittelbar nach den ersten
Meldungen der Katastrophe bereit, diese zu kommentieren, eigene Stellungnahmen
zu verbreiten und sich an nationalen und internationalen Gremien zu beteiligen,
um die notwendigen Sofort- und mittelfristigen Hilfsmaßnahmen für den Irak zu
unterstützen und eigene Hilfe bereitzustellen. Im DAI übernahm Frau van Ess,
kommissarische Leiterin der Außenstelle Baghdad, die Koordination der
Krisenmaßnahmen. Intensive Medienarbeit, internationale Vernetzung, die
Teilnahme an vielen spezifisch zum Thema organisierten Fachtagungen und
kulturpolitischen Veranstaltungen sowie eigene Vorträge zur Information der
Öffentlichkeit wurden wesentlicher Teil der Arbeit der Orient-Abteilung. Ende
Juni 2003 reiste Frau van Ess als Mitglied einer von UNESCO organisierten
Evaluationsreise in den Irak, die sich die Begutachtung von Museen, Bibliotheken
und archäologischen Stätten zur Aufgabe gemacht hatte.
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