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Das Deutsche Archäologische Institut hat das Irak-Museum in Baghdad mit
Archivmaterialien unterstützt. Die Beschaffung wurde aus Mitteln des
Auswärtigen Amtes - insgesamt ca. 70 000 Euro - finanziert, fachliche Beratung
erfolgte durch das Vorderasiatische Museum Berlin und das Römisch-Germanische
Zentralmuseum Mainz.
Im April war das Irak-Museum in Baghdad über mehrere Tage Opfer von
Plünderungen, bei denen über 14 000 Objekte gestohlen und mindestens genauso
viele zerbrochen auf dem Boden liegengelassen wurden. Inzwischen sind etwa 4000
Objekte entweder freiwillig zurückgegeben oder von Polizei und internationalem
Zoll - sowohl im Irak wie im Ausland - konfisziert worden. Bei den Plünderungen
waren nicht nur die Ausstellungsräume und Magazine durchwühlt worden, sondern
vor allem auch alle Büroräume aufgebrochen und alles technische Equipment und
Mobiliar gestohlen worden. So müssen nun erst die Grundvoraussetzungen für
eine geregelte Museumsarbeit, zu der nach den Plünderungen natürlich auch eine
Generalinventur aller Objekte gehört, geschaffen werden. Die Neuausstattung
hat, dank vielfacher internationaler Hilfe, inzwischen wesentliche Fortschritte
gemacht.
Aus Deutschland wurden am 23. Dezember 68 Flachablageschränke (Planschränke)
deutscher Fabrikation auf den Weg nach Baghdad geschickt. Sie kamen am 30.
Januar 2004 wohlbehalten dort an. Sie sind für das Tontafel-Archiv gedacht, in
dem eine der größten Sammlungen antiker Keilschrifttexte der Welt lagert. Die
ältesten Texte, aus der Zeit der Schrifterfindung Ende des 4. Jt. v. Chr.,
lagern dort ebenso wie die jüngsten, die etwa 50 n. Chr. zum letzten Mal in
Keilschrift niedergeschrieben worden waren, insgesamt weit über 50 000 Stück.
Diese Sammlung war von den Plünderern nicht gefunden worden und hat die
Kriegswirren bislang unbeschadet überstanden. Sie war aber, um sie vor den
Kriegswirren zu schützen, in nur bedingt geeignete Lagerräume und Kisten
verbracht worden. Die Tontafelsammlung soll, so haben jetzt die Mitarbeiter des
Museums geplant, in die platzsparenden Flachablageschränke umgelagert werden.
Auf diese Weise werden die bisherigen Regale und Kisten frei für einen Einsatz
in anderen Teilen des Magazins.
Zusammen mit den Flachablageschränken wurden geeignete aufgeschäumte
Kunststofffolien bzw. -platten mitgeliefert, um die Tontafeln und andere Objekte
stoßsicher lagern bzw. transportieren zu können.
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