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Parasmarca, Topographischer Plan mit Grabungsflächen
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Parasmarca, Grabung
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Parasmarca, Scherben Späte Nasca-Zeit
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Ausgrabungen in Parasmarca
Eines der wesentlichen Ziele des Projektes Nasca ist es, eine möglichst lückenlose Abfolge der Kulturstufen im Raum Palpa zu dokumentieren. Dazu müssen von archäologischer Seite die notwendigen Befunde zur Stratigraphie aus Siedlungsgrabungen sowie die auf dieser Grundlage entwickelte relative Chronologie von Fundobjekten, insbesondere der Keramikfunde geliefert werden. Eine der Zeitphasen, die sich im Zusammenhang mit den paläoökologischen Studien des Teilprojektes Geomorphologie (siehe Projektverbund Nasca/Palpa) als besonders interessant erwiesen hat, die späte Nasca-Zeit (450-600 n. Chr.), war durch Siedlungsgrabungen bisher noch nicht dokumentiert worden. Aus diesem Grund wurde der Fundort Parasmarca, im mittleren Rio Grande-Tal, der sich bei Oberflächenbegehungen und bei Testgrabungen als Spät-Nasca-zeitlicher Fundort erwiesen hatte, für intensivere Untersuchungen ausgewählt.
Die Siedlungsreste von Parasmarca erstrecken sich auf dem rechten Talhang des Rio Grande-Tales über eine Fläche von annähernd 1 qkm, insbesondere im Bereich des großen Schwemmfächers eines Trockentales. Besonders auffallend ist ein in Mauersockeln gut erhaltener, etwa 100 m x 100 m großer Gebäudekomplex am unteren Talhang. Auf mehreren Terrassen sind rechteckig ummauerte Höfe, kleinere Raumeinheiten sowie Grabanlagen angeordnet. Letztere sind stark geplündert, ebenso wie das weiter östlich liegende Gräberfeld. Der übrige Bereich des Fundortes zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte Siedlungsterrassen aus, auf denen zum Teil noch einzelne Mauerzüge aus Bruchsteinen erhalten sind. Direkt angrenzend an die Siedlungsreste befinden sich zwei trapezförmige Geoglyphen.
Die Oberflächenbegehungen ergaben, dass nur der regelmäßig angelegte Gebäudekomplex im unteren Bereich des Fundortes der Späten Nasca-Zeit zuzuordnen war. Die Grabanlagen waren nach der Auflassung der Gebäude in der nachfolgenden Zeit des Mittleren Horizontes eingetieft worden. Die umliegenden Terrassen wiesen mehrheitlich Keramikfunde aus früheren Epochen auf, nämlich aus der Mittleren Nasca-Zeit (250-450 n. Chr.), der Initial-Nasca-Zeit (200 v. Chr.-50 n. Chr.), der Paracas-Zeit (800-200 v. Chr.) und der Initial-Zeit (1500-800 v. Chr.). Somit erwies sich Parasmarca als einer der wenigen Fundorte im Nasca-Gebiet, der eine Siedlungskontinuität über alle bisher bekannten Epochen aufweist, mit einer Ausnahme, der frühen Nasca-Zeit (50-250 n. Chr.).
Der Fundort wurde mit hoher Detailgenauigkeit topographisch vermessen (Abb. Parasmarca, Topographischer Plan mit Grabungsflächen). Die Grabungsschnitte wurden so angelegt, dass zum einen die genaue zeitliche Einordnung der Architektur möglich wurde, zum anderen aber auch umfangreiches Keramikmaterial der späten Nasca-Zeit gesichert werden konnte. Darüber hinaus sollten auch stratigraphische Befunde erfasst werden, die den Übergang von der vorausgehenden Mittleren Nasca-Zeit sowie zu der nachfolgenden Zeit des Mittleren Horizontes erkennen ließen. Schließlich sollten auch die auffälligen intrusiven Grabanlagen beschrieben werden.
In einer 10 m x 20 m großen Grabungsfläche (Abb. Parasmarca, Grabung) wurde die Bauweise mehrerer Einheiten des Gebäudekomplexes sowie dessen eindeutige Vergesellschaftung mit Keramik der späten Nasca-Zeit dokumentiert. Während in diesem Gebäudebereich nur wenige Keramikfunde gemacht wurden, ließen sich in einem weiteren Schnitt reichhaltige Keramikfunde der Späten Nasca-Zeit dokumentieren, die außerdem einen älteren Baubefund der Mittleren Nasca-Zeit überlagerten (Abb. Parasmarca, Scherben Späte Nasca-Zeit).
Die intrusiven Grabanlagen des Mittleren Horizontes waren sehr gleichförmig angelegt: innerhalb eines quadratischen Mauereinschlusses befand sich ein Grabschacht, der bis zu einer etwa 2 m tief liegenden Grabkammer reichte. Die gut erkennbaren Gräber waren systematisch geplündert worden. In zwei Fällen hatten die Grabräuber jedoch die Grabkammer verfehlt. In beiden Gräbern wurden Keramikinventare des Mittleren Horizontes (Loro-Stil) geborgen.
Aus allen Grabungskontexten wurden Proben für die Radiokohlenstoffdatierung entnommen. Die Proben, die es erlauben werden, die späte Nasca-Zeit absolutchronologisch einzuordnen, werden derzeit analysiert.
Weitere Informationen:
Paracas-Projekt
Nasca-Projekt
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