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Olympia erhält ein neues Wahrzeichen

 
 

In einer spektakulären Aktion wurde am Dienstag, 13. Juli 2004 in Olympia das Kapitell einer wiedererrichteten Säule des Zeustempels versetzt. Unter den Augen hunderter Besucher und Schaulustiger wurde das 12 Tonnen schwere Kapitell als oberster Abschluss der 10,50 m hohen Säule in Stellung gebracht und exakt positioniert.

Damit ist rechtzeitig vor dem Beginn der Olympischen Spiele 2004 ein aufwendiges Restaurierungsprojekt erfolgreich abgeschlossen worden, das seit Jahren als Hommage an die Wiederkehr der Spiele nach Griechenland geplant war.

Vorangegangen war in den vier Jahren zuvor der schrittweise Aufbau des mächtigen, über zwei Meter dicken Säulenschaftes, eine Arbeit, die höchste Anforderungen an das handwerkliche Können des ausführenden Steinrestaurators Frank Beuthan und seiner Mitarbeiter stellte. Die stark beschädigten Säulentrommeln aus Muschelkalk mussten einzeln ergänzt, teilweise auch neu aus Naturstein gearbeitet werden.

Planung und Ausführung des Projekts lagen, mit Zustimmung des griechischen Kulturministeriums, in den Händen des Deutschen Archäologischen Instituts, das seit vielen Jahrzehnten für die Ausgrabungen und Forschungen im antiken Olympia verantwortlich ist. Die Leitung hatte der Architekt der Olympiagrabung, Klaus Herrmann, der in der Vergangenheit bereits mehrere Baudenkmäler Olympias restauriert hat. Für Statik und Hebetechnik zeichnete der Athener Ingenieur Kostas Zambas verantwortlich.

Die Kosten von über 300.000,- EUR wurden zu zwei Dritteln von der Foundation Anastasios G. Leventis (Nicosia / London) und zu einem Drittel von der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Archäologischen Instituts - Theodor Wiegand - Gesellschaft, getragen, die sich als Sponsoren durch dieses großzügige Geschenk ein bleibendes Verdienst um den Ursprungsort der Olympischen Spiele erworben haben.

Der dorische Zeustempel von Olympia, einer der bedeutendsten Tempelbauten der Antike, wurde in den Jahren 470 - 456 v. Chr. errichtet. Sein Kultbild, der 12 Meter hohe Zeus des Phidias aus Gold und Elfenbein, wurde zu den Sieben Weltwundern gezählt. Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde der Tempel durch ein verheerendes Erdbeben bis auf die Grundmauern zerstört. Obwohl in der Mitte des Ausgrabungsgeländes von Olympia gelegen, bot sich der Zeustempel bisher nur als flaches Trümmerfeld dar, das kaum etwas von der einstigen Gestalt des Bauwerks erahnen ließ. Mit der Wiedererrichtung einer der monumentalen Ringhallensäulen, die künftig das Bild der Ruinenstätte beherrschen wird, erhält der Besucher Olympias nunmehr eine anschauliche Vorstellung von der ursprünglichen Größe des Zeustempels.

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Aktualisiert: 13.10.2004

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