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Archäologie der Oase Tayma, Saudi-Arabien
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Die Untersuchungen zur "Archäologie der Oasenstadt Tayma: Kontinuität und Wandel der Lebensformen im ariden Nordwesten der Arabischen Halbinsel vom Neolithikum bis zur Islamisierung" sind ein Gemeinschaftsprojekt der Saudi Commission for Tourism and Antiquities, Riad, und des Deutschen Archäologischen Instituts. Seit 2004 finden regelmäßig Ausgrabungskampagnen statt.
Lage
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Lage
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AKTUELL: Vortragsreihe im Auswärtigen Amt
Bis November findet die gemeinsam mit der Orient-Abteilung veranstaltete interdisziplinäre Vortragsreihe "Zivilisationen in der Wüste: Neue Forschungen in Saudi-Arabien" statt. Auswärtiges Amt, Am Werderschen Markt 1, jeden zweiten Mittwoch im Monat um 18 Uhr. Nähere Informationen und Flyer zum download auf der Homepage des Deutschen Archäologischen Instituts
GROSSE AUSSTELLUNG über die Archäologie Arabiens im Louvre Zwischen 16. Juli und 27. September 2010 zeigt die Ausstellung "Routes d'Arabie - Trésors archéologiques du royaume d'Arabie-saoudite" in Paris unter anderem zahlreiche archäologische und epigrafische Zeugnisse der deutsch-saudischen Ausgrabungen in Tayma. Weitere Informationen auf dem Website des Musée du Louvre
Die Oase Tayma (27°37'30" N, 38°32'30" E, ca. 830 m ü. N.N., Provinz Tabuk) liegt im Nordwesten der Arabischen Halbinsel, einem Gebiet, das durch sein arides Klima gekennzeichnet ist. Die Ansiedlung befindet sich in einem flachen Becken, das von mehreren Hügelketten umgeben ist, wie dem Jabal Ghunaym. Nördlich davon erstreckt sich eine Salzpfanne (sebkha), in der sich vor etwa zehntausend Jahren ein See befunden hatte.
Die charakteristischen Umweltbedingungen einer Oase werden durch den Bir Haddaj-Brunnen (ca. 18 m Durchmesser) im Stadtzentrum und die ausgedehnten Palmengärten veranschaulicht. Die schnell wachsende moderne Stadt bedeckt etwa ein Drittel der antiken Siedelfläche von etwa 500 ha. Deutlich sichtbar sind heute noch die Überreste der Befestigungsmauern.
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Geschichte
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Ansicht der Ruine
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Stadtmauer von Tayma
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Neueste archäologische und umweltgeschichtliche Untersuchungen in Tayma weisen auf eine Besiedlung durch Sesshafte ab dem 4. Jt. v. Chr. Reste einer Silexindustrie zur Perlenherstellung gehen auf diesen Zeitraum zurück. Auf einen urbanen Anspruch deuten die großen Lehmziegelmauern der äußeren Befestigung hin, die naturwissenschaftlichen Datierungen zufolge (OSL, C14) ab dem Ende des 3. Jt. v. Chr. errichtet worden sein dürften. Während für die späte Frühbronzezeit / frühe Mittelbronzezeit Metallwaffen als archäologische Indikatoren dienen (ausgegraben durch eine saudi-arabische Expedition, 2003), ist ab der frühen Eisenzeit eine vermutlich durchgehende Besiedlung nachweisbar. Zu dieser Zeit bestanden offenbar intensive Kontakte nach Ägypten und in die Levante. Diese neuen Ergebnisse haben die Perspektive auf Tayma als einen Ort vornehmlich des 1. Jt. v. Chr. grundsätzlich verändert.
Vor allem die inschriftliche Überlieferung aus Tayma und Umgebung ist durch früh-nordwestarabische taymanitische (thamudische) und aramäische Texte gekennzeichnet, die sich im 1. Jt. v. Chr. konzentrieren. Gleichwohl prägten bislang externe Quellen das historische Bild von Tayma. Assyrische Texte des 9. Jh. v. Chr. erwähnen arabische Stämme, der Name Tayma tritt nach der Nennung in einem Text aus dem Gebiet des Mittleren Euphrat im Zusammenhang mit einer Handelskarawane erst mit der Tributpflicht an Tiglatpileser III. in den assyrischen Quellen in Erscheinung. In der weiteren, auch biblischen Überlieferung steht Tayma als Handelsplatz im Vordergrund. Trotz neuer keilschriftlicher Textfunde in der Oase und den bereits bekannten Zeugnissen der Achämenidenzeit ist die Art und Weise der Anbindung Taymas an die jeweiligen übergeordneten politischen Einheiten in der neubabylonischen und achämenidischen Zeit nur in groben Zügen bekannt.
Auf regionaler Ebene war während der letzten Jahrhunderte des 1. Jt. v. Chr. das Verhältnis zur benachbarten Oase Dedan (heute Khuraybah) durch Konkurrenz geprägt. Könige der lihyanischen Dynastie von Dedan hinterlegten schließlich Inschriften und errichteten Statuen in einem Tempel von Tayma. Gleichzeitig ging die Siedlungsgröße der Oase zurück - ein Zeichen für die Machtverschiebung in der Region. Tayma gelangt unter nabatäischen, dann römisch-byzantinischen Einfluss. Obschon Imru' al-Qays berichtet, der Regensturm lasse "weder Palmenbaum noch Haus in Tayma stehen, es sei denn, es war aus Stein gebaut", spielt Tayma als Ausgangspunkt für die Islamisierung der Levante eine bedeutende Rolle. Zuvor war hier eine bekannte jüdische Gemeinde angesiedelt. Noch im 11. Jh. (so nach al-Bakri) gilt Tayma als wohlhabender Ort mit einer großen Stadtmauer.
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Ziele
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Tayma-Stele
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Das Projekt hat folgende Hauptziele:
- Gewinnung, Sicherung und Bearbeitung archäologischer und umweltlicher Daten aus der Oase und ihrer näheren Umgebung
- Untersuchung der Besiedlungsabfolge und -entwicklung der Oase auf Grundlage stratigrafischer Ausgrabungen
- Erstellung artefaktbezogener chronologischer Referenzsysteme
- Rekonstruktion der Sozialbeziehungen und Lebensformen: Politische Organisation, Verwandtschaftsorganisation, Subsistenz- und Produktionstechniken, kultisches Leben.
- Erforschung der kulturellen, politischen und ökonomischen Außenbeziehungen: Siedlungssystem, regionale und überregionale Beziehungen (Mesopotamien, Ägypten, Levante, Golfregion und Südarabien).
- Digitale Verarbeitung und Archivierung der gewonnenen Informationen (Datenbanken und GIS)
- Durchführung konservatorischer Maßnahmen an Objekten und Bauwerken
- Wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse (Druckwerke und Internetauftritt)
- Mitwirkung bei der Ausarbeitung touristischer Erschließungsmaßnahmen in Kooperation mit der SCTA
- Öffentlichkeitsarbeit: Vorträge, Veröffentlichungen, Funk- und Fernsehen
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Forschungsgeschichte
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Allgemeiner Plan von Tayma (1980)
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Im Jahre 1877 lieferte C. Doughty die erste detaillierte Beschreibung von Tayma, einschließlich Architektur, Keramik und einer Kartenskizze. Die Forschungen von Ch. Huber 1883 (später mit J. Euting) resultierten in der Aufstellung der Tayma-Stele im Musée du Louvre. Deutlich später setzen die archäologischen und umweltlichen Beobachtungen von H.St J. Philby in Tayma ein (1951). Die Veröffentlichung des NW-Arabien Surveys von Winnett und Reed (1970), einer Begehung verschiedener Fundorte der Region, erbrachte nicht nur reichhaltige Textquellen (hauptsächlich ins 6. Jh. v. Chr. datiert), sondern auch Informationen über eine charakteristische bemalte Keramik. Wenig später führte P.J. Parr Ausgrabungen an einem Beobachtungsturm nahe Tayma durch. Mit der landesweiten Erforschung und Erfassung archäologischer Fundstätten durch das Department of Antiquities des Königreichs seit Mitte der 70er Jahre, die auch zur Gründung der Zeitschrift ATLAL führte, sind auch die weiteren Forschungen in Tayma verknüpft. 1979 begannen G. Bawden, Ch. Edens und R. Miller umfangreiche Untersuchungen in Tayma (Qasr al-Hamra, Qasr al-Radm) und veröffentlichten einen Übersichtsplan. Das Department of Antiquities führte die Ausgrabungen in Tayma fort: in Friedhöfen, Bewässerungssystemen und islamischen Bauresten (siehe Literatur). Die Auffindung taymanitischer Inschriften mit der Nennung des babylonischen Königs Nabonid außerhalb der Siedlung erregte in jüngerer Zeit große Aufmerksamkeit (Müller und Said 2002). Seit 2004 ist Tayma das deutsch-saudi-arabische Kooperationsprojekt tätig, das die Ruine und ihre antike Umwelt archäologisch untersucht.
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Aktuelle Arbeiten
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Höhenmodell von Tayma und Umgebung |
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Topografischer Plan der Ruine |
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Geomagnetische Prospektion |
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Seit 2004 finden jährlich ein bis zwei Forschungsaufenthalte in Tayma statt. Durch Begehungen und archäologische Ausgrabungen wurden sechs Besiedlungsperioden vom Neolithikum bis zur Moderne festgestellt, die mit folgenden Zielsetzungen schwerpunktmäßig untersucht werden:
- Besiedlungsperiode 5 (Frühe und Mittlere Bronzezeit): Sondagen an der Äußeren Stadtmauer: Nachweis von Besiedlung (Areal C)
- Besiedlungsperiode 4 (Frühe Eisenzeit, 12.-9. Jh. v. Chr.): Ausgrabung und Funktionsbestimmung eines umschlossenen Komplexes mit einem öffentlichem Gebäude, das in einem Brand zugrundeging (Areal O)
- Besiedlungsperiode 3 (Späte Eisenzeit bis zur Spätantike / prä-islamischen Periode): Chronologie und Ausdehnung öffentlicher Bauten und Wohnviertel auf der zentralen Erhebung des Ortes (Qraya). Ausgrabungen in einem Tempel (Areal E, Gebäude E-b1, und seiner Umgebung; Untersuchung eines post-nabatäischen bis spätantiken Wohnviertels und seines Inventars südwestlich davon (Areal F)
- Besiedlungsperiode 2 (islamisch): Erfassung von Siedlungsbefunden an der Oberfläche (zwischen Arealen C und F); Ausgrabungen in einem Gehöfte (C4), einer großen Umschließung (C2 und C3) und Resten öffentlicher Bauten (Areal Z)
- Hydro-archäologische Ausgrabungen im Umfeld von Bewässerungseinrichtungen (Areal H)
- Sondagen in Folge von markanten Oberflächenmerkmalen oder geophysikalischen Prospektionsergebnissen (Areale L, M, N).
- Rettungsgrabungen auf Einladung der saudischen Antikenbehörden: Gräberfeld von Talah (Areal S), südöstlich von Tayma (2004)
- Untersuchungen zu Konstruktion und Organisation des Stadtmauersystems (Teilprojekt der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus [BTU]) und des Architekturreferats der Zentrale des DAI, zwischen 2006 und 2008 gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung
- Naturwissenschaftliche Untersuchungen und archäometrische Analysen zum Zwecke der Materialbestimmung, Datierung und Rekonstruktion von Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen
- Geoarchäologische Untersuchungen der Universität Marburg, ab 2010 Universität Köln, zur Landschaftsgeschichte
- Forschungen zu Hydrologie und Wasserbau der (Fachhochschule Lübeck)
- Rezentbotanische Forschungen (2009-2010)
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Methoden
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Ausgrabungen in Areal E |
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Das archäologische Forschungsprojekt integriert unterschiedliche Disziplinen, die den Geschichtswissenschaften (Semitische Philologie und Assyriologie, Bau- und Architekturgeschichte) und den Geowissenschaften angehören (Archäozoologie und -botanik, Anthropologie, Hydrologie, Geologie und Geophysik, Mineralogie / Petrografie). Dazu kommt das Sachgebiet der Restaurierung und Konservierung. Diese fachübergreifende Zusammenarbeit wird intensiviert, ausgebaut und fortgesetzt; dies gilt auch für die Vernetzung zwischen Abteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts und Partneruniversitäten im In- und Ausland.
Beispiele für angewandte Arbeitsmethoden:
- Archäologische Datengewinnung durch Flächengrabungen mit Ortskräften und erforderlichenfalls unter Zuhilfenahme maschineller Mittel
- Erfassung stratigrafischer Informationen in stratigrafischen Einheiten (stratigraphic units) und Zusammenführung in Matrizen
- Anwendung zerstörungsfreier Prospektionsmethoden (Geomagnetik, Georadar, geoelektrische Widerstandsmessung)
- Digitale Dokumentation und Speicherung archäologischer Daten (Fotografie, Fotogrammetrie, Datenbanken für stratigrafische Einheiten, Objekte, Fotografien, Zeichnungen, Pläne usw.)
- Kombinierte digitale und zeichnerische Aufnahme von Architekturresten. Digitale Verarbeitung der Gesamtdaten
- Zusammenführung der Daten im GIS des Projekts
- Konservierung erhaltungswürdiger Baureste mit einem eigens vor Ort entwickelten Lehmmörtel ohne Zusatz chemischer Substanzen
- Verfüllung abgeschlossener Grabungsflächen
- Systematische Konservierung archäologischer Artefakte durch spezialisierte Restaurator/inn/en
- Archäometrische Untersuchung der Keramikherstellung
- Anwendung naturwissenschaftlicher Datierungsverfahren: Optisch stimulierte Lumineszenz (OSL), Radiocarbondatierung (C14)
- Archäobotanische und archäozoologische Untersuchung der Flora und Faunenreste
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Ergebnisse
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Großes Gebäude in Areal E (Tempel) |
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Spätbabylonische Stele |
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Kopf einer lihyanischen Statue |
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Arm- und Handfragment einer Statue |
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Körperfragmente lihyanischer Statuen |
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Weihrauchbrenner mit nabatäischer Inschrift |
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An der Inneren Stadtmauer (Areal C) |
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Sandsteinstele (Areal C) |
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Bemalte Keramik aus Areal O |
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Ritzverzierte Holzfragmente (Areal O) |
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Areal S: Steinkistengräber in Talah |
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Palmgärten in der Oase |
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Untersuchungen im Zentralbereich: Qraya
Auf der Kuppe der zentralen Erhebung von Tayma (bekannt als Qraya) wurden bislang fünf Bauschichten der Besiedlungsperiode 3 bis zum gewachsenen Felsboden nachgewiesen. Bauschicht 3 ist durch ein mehrfach umgebautes, etwa 500 qm großes Gebäude aus Sandsteinmauerwerk repräsentiert, das als Tempel genutzt wurde. Die ursprüngliche Pfeilerhalle wurde später zu einer Säulenhalle umgebaut und dabei verkleinert. Bauschicht 3 ist ausweislich ihrer Funde in die Zeit zwischen der lihyanischen Dynastie von Dedan und den Nabatäern (ca. 4. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr.) zu datieren. Unter ihrem Gründungsniveau befinden sich Mauern abweichender Orientierung, möglicherweise Reste von Vorgängerbauten (Bauschichten 4-5). Der Zugang erfolgte an der Südwestfront über eine beidseitige Treppenanlage, die vermutlich von Sphingen flankiert war. Ein unterirdischer Tunnel gehört vermutlich dem frühesten Bauzustand an und war mit einem Brunnen verbunden. Im oder nach dem 3. Jh. n. Chr. (C14) wurden die Zwischenräume der Säulenstellungen zugesetzt. Als Baumaterial wurden Ausstattungselemente des Tempels vor allem aus der lihyanischen Periode wieder verwendet, wie ein früher bemaltes Statuenfragment, vergleichbar mit überlebensgroßen Königsstatuen, die von Jaussen und Savignac und neuerdings durch die saudi-arabische Expedition in Khuraybah ebenfalls im Tempelkontext gefunden wurden. Auch der Kopf einer dieser Statuen wurde entdeckt sowie Fragmente von Armen und Beinen. Pfeiler mit Inschriften aus dem 30. und 40. Regierungsjahr des TLMY, König von Lihyan, die sich um eine Inschrift aus dem 20. Regierungsjahr desselben Herrschers ergänzen lassen, zeigen, dass es eine wiederkehrende Deponierung lihyanischer Königsinschriften in einem Kultgebäude im Zentrum von Tayma gab. Die Details des historisch-politischen Hintergrunds gilt es nun genauer zu untersuchen. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um den ersten TLMY der lihyanischen Königsliste, der 44 Jahre regiert hat (Farès-Drapeau 2005). Dekorative Bauelemente sowie eine Inschrift des Königs Aretas IV. unterstreichen die Beziehungen zwischen Hegra und Tayma während der nabatäischen Blütezeit in Nordwestarabien.
Stele des Königs Nabonid
Außerhalb des Tempels befand sich im Schutt eine Stele mit abgerundetem Bogenfeld. Sie zeigt die Darstellung eines stehenden Königs und dreier astraler Göttersymbole, welche sie zusammen mit dem fragmentarischen Keilschrifttext als Werk des babylonischen Königs Nabonid identifiziert, der in der Mitte des 6. Jh. v. Chr. für zehn Jahre in Tayma lebte. Während sich dieses neu gefundene Stelenfragment in die etablierte Ikonografie Babyloniens einfügt (siehe Eichmann, Schaudig und Hausleiter 2006), kann eine entsprechende chronologische Zuweisung nicht für die Darstellung eines Herrschers auf der sog. Tayma-Stele gelten, die vor mehr als 120 Jahren entdeckt und deren aramäischer Text in das 5./4. Jh. datiert wurde. Ein scheibenförmiges Objekt aus der Umgebung des Tempels nennt nun erstmals in Tayma den Namen Nabonids (556-539 v. Chr.) in babylonischer Keilschrift. Seine Form und die Nennung des Schriftzeichens für "Bild" vor dem Königsnamen deuten darauf hin, dass es zu einer Statuen- oder Stelenbasis gehört haben könnte.
Baureste südwestlich des Tempels
Südwestlich des Tempels wurden Wohnquartiere festgestellt, die vom 2.-4. Jh. n. Chr. datiert werden und damit in die Zeit der späteren Nutzung des Tempels fallen. Aus ihrem Schutt wurden mehrere Weihrauchbrenner geborgen, von denen einer eine nabatäische Inschrift trägt. Weiter südwestlich (Areal F) wurden vier Wohngebäude des 3.-4. Jh. n. Chr. (C14) ermittelt, die eine systematische Dimensionierung sichtbar werden lassen: die Häuser messen ca. 11 x 11 m. Das Inventar gestattet eine Rekonstruktion der häuslichen Tätigkeiten wie Nahrungszubereitung und -konsum (Werkzeuge, Küchengeräte, Keramik). Unter diesen Gebäuden wurden weitere Baureste und bichrom bemalte Keramik gefunden, welche auf die Mitte des 1. Jt. v. Chr. weist. Ein ähnlicher Befund bietet sich in Areal D am südwestlichen Ende der Kuppe von Qraya und in Bauresten nördlich des Tempels.
Die Stadtmauern
Reste des Mauersystems von Tayma sind auf einer Länge von annähernd 18 km und an einigen Stellen bis zu 8 m hoch erhalten. Frühere Untersuchungen zeigten die Anwendung unterschiedlicher Materialien und Konstruktionstechniken. Zur äußeren Stadtmauer gehören mehrere quadratische Türme, die auf ihr aufsitzen. Auf der stadtzugewandten Seite befinden sich Treppen und Wehrgänge. Beiderseits der Mauer liegen massive angewehte Sandablagerungen an.
Seit 2006 werden die Stadtmauern von Tayma im Rahmen eines Forschungsprojekts der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU)
in Zusammenarbeit mit dem (Architekturreferat der Zentrale des DAI) untersucht. Dazu gehört die erstmalige systematische DGPS-gestützte Aufnahme sämtlicher Stadtmauern und ihrer Bestandteile der Siedlung sowie die durch archäologische Ausgrabungen verifizierte Aussagen zu Organisation und Konstruktionstechnik.
Die Äußere Mauer - ein Bauwerk des späten 3. Jt. v. Chr.
Die Äußere Mauer ist auf Sedimenten errichtet, die auf dem gewachsenen Boden aufliegen. Sie verwendet auch an der tiefsten Stelle Lehmziegel und Sandsteine als Baumaterial. Naturwissenschaftliche Untersuchungen mittels optisch stimulierter Luminiszenz (OSL) der Sandakkumulationen (Quadrant C1) erbrachten inzwischen ein Datum für den Zeitpunkt der Ablagerung am Fuß der bereits errichteten Mauer, an das Ende des 3. Jt. v. Chr. datiert werden kann.
Siedlungsreste des 2./1. Jt. v. Chr. an der Äußeren Mauer
Oberflächenfunde bemalter Keramik und Terrakottafiguren ließen auch auf der westlichen äußeren Stadtmauer Befunde des 1. Jt. v. Chr. erwarten. An den vermutlich letzten Steinaufbau, der auf der Lehmziegelmauer aufsaß, wurde außen ein Gebäude angesetzt (Areal A). Der Keramikbefund (eine lokale Variante der so genannten Qurayyah Painted Ware) und die C14-Daten der stratigrafischen Sequenz weisen auf die Besiedlungsperiode 4 (Ende 2.-frühes 1. Jt. v. Chr.). Der Umstand, dass das Gebäude auf den hoch angewehten Dünen errichtet wurde, unterstützt die Vermutung, dass es sich bei der Stadtmauer um ein entsprechend älteres Bauwerk handelt.
Zwischen Äußerer und Innerer Mauer
Zwischen Äußerer und Innerer Mauer wurden in Areal O Reste eines rechteckigen Bauwerks freigelegt, das an drei Seiten von gemauerten Pilaster eingefasst war. Die vermutliche Eingangsseite ist mit einer Doppelreihe solcher Pilaster versehen. Im Gebäude wurden zahlreiche verkohlte Holz- und Elfenbeinobjekte sowie Gerste und Weintrauben entdeckt - Hinweise auf eine Brandzerstörung. Mehrere Fayencefiguren repräsentieren ägyptische Gottheiten wie Isis und Bastet/Sachmet. Hinzu kommt ein Menschenkopfskarabäus des frühen 1. Jt. v. Chr. Die zahlreichen Scherben polychrom bemalter sowie unbemalter Keramik sind jener aus dem Gebäude an der äußeren Stadtmauer (Areal A) in Form und Dekor ähnlich. Daher ist auch dieser Komplex der Besiedlungsperiode 4 zuzuweisen (Ende 2. Jt. v. Chr. - frühes 1. Jt. v. Chr.; C14-Daten reichen vom 12.-9. Jh. v. Chr.). Östlich des Gebäudes befindet sich ein ausgedehnter Komplex mit gepflasterten Räumen und einem Korridor, welcher möglicherweise einen Zugang zu den Anlagen gebildet hat. Der gesamte Bereich war von einer 2 m dicken Mauer umgeben. Während der Besiedlungsperiode 3 (nach C14-Daten während der Zeit der lihyanischen Dynastie von Dedan) wurde hier ein Friedhof angelegt, was die Vermutung bestätigt, dass das Gebiet zu dieser Zeit als außerhalb der Siedlung liegend betrachtet wurde. Eines der Gräber war mit einer aramäisch beschrifteten Stele abgedeckt, die für diese Bestattung wieder verwendet wurde.
Graben an der Inneren Mauer
Infolge der Identifizierung einer signifikanten geophysikalischen Anomalie außerhalb der Inneren Mauer als Graben (Areal G) wurden ein stratigrafischer Schnitt und mehrere Sondagen (Areal C) angelegt, um die Bau- und Siedlungsabfolge der beiden Mauern sowie des dazwischen liegenden Gebiets zu untersuchen. Ausgrabungen ergaben, dass der Aushub des etwa 12 m breiten und mehr als 6 m tief in den Fels gehauenen Grabens vermutlich als Füllung der beiden Schalen der Inneren Mauer diente, die aus Bruchsteinen errichtet sind.
Aramäische Inschriften und eine Stele
An der Kante des Grabens wurde eine aramäische Steininschrift in sekundärer Lage gefunden, die nicht nur den Bau einer Bresche in der Stadtmauer erwähnt, sondern durch die Nennung eines weiteren lihyanischen Königs, LWDN, Interesse weckt. Er ist jünger anzusetzen als TLMY, der seine Inschriften im Tempel (Areal E) niederlegte (siehe oben). Welche Autonomie der in der Inschrift genannte, zu dieser Zeit eingesetzte Gouverneur von Tayma, Natir-El, genoss, gilt es künftig zu untersuchen.
Eine auf der Innenseite der Innenmauer wieder verwendete Sandsteinstele zeigt auf ihrer Frontseite einen Waffen tragenden Mann mit reicher Haarpracht und kurzem Schurzgewand. Die drei verbleibenden Seiten zeigen stehende Figuren, auf der früheren Hauptseite eine in einer Einfassung sitzende Figur. Diese Darstellungen waren gezielt entfernt worden, wahrscheinlich bevor der Waffenträger graviert wurde. Eine reichsaramäische Positivschrift des 5./4. Jh. v. Chr. gehört zur früheren Darstellung und gibt einen zeitlichen Anhaltspunkt für die Chronologie des Objekts. Mauer und Graben wurden erst nach dem späten 1. Jh. v. Chr. errichtet (C14), gegen Ende der nabatäischen Periode. Massive Lehmablagerungen, in welche die Mauer gesetzt wurde, weisen auf eine mögliche Flut als Ursache für die Neuerrichtung von Mauer und vorgelagertem Graben hin. Tiefer liegende Reste, bei denen es sich um die Mauer aus der Zeit der lihyanischen Dynastie handeln könnte, müssen noch weiter untersucht werden.
Islamische Baureste und ihre Erhaltung
Zwischen Äußerer und Innerer Mauer ragt markant eine rechteckige Umschließung mit Eckräumen hervor (ca. 2.500 qm Ausdehnung), die vermutlich der frühislamischen Zeit angehört (Besiedlungsperiode 2). Zu dieser Zeit befanden sich auf der Innenseite der Mauer, nicht aber auf der Kuppe von Qraya mehrere Gehöfte, die spätestens im 8. Jh. n. Chr. (C14) errichtet wurden. An den Mauern der großen Umschließung wurde mit konservatorischen Maßnahmen zur Bauwerkserhaltung begonnen. Die Mauern eines kleinen Gehöftes wurden im Jahr 2008 vollständig konserviert.
Rettungsgrabungen in Talah (Areal S)
Auf den Felsnasen südöstlich von Tayma befinden sich zahlreiche Gräber. Zehn Steinkammergräber wurden 2004 ausgegraben, deren Innenraum zwischen 3,5 und etwa 5 qm umfasst. Ein großer Türstein und mehrere massive Decksteine schließen jedes Grab. Trotz Beraubung und Zerstörung ließ sich ermitteln, dass es sich um Kollektivbestattungen handelt (bis zu fünf Individuen pro Grab). Rückwärtig waren zwei kleine Kistengräber angesetzt mit Einzelbestattungen von Kindern. Der vollständig freigelegte Grabkomplex gehört in die Eisenzeit (Besiedlungsperiode 3), wie dies die zahlreichen bemalten Scherben und Gefäße der sogenannten Sana'iye-Keramik bezeugen, die aus dem Grabungsgebiet "Industrial Site", etwa 1 km weiter nördlich, bekannt ist, aber auch Bauform und Anlage der Gräber.
Steingeräte und Perlenproduktion
Das hohe Aufkommen von Steinbohrern und Karneolperlen wurde bereits früher beobachtet. Während die Steingeräteindustrien damals in die Eisenzeit datiert wurden, lässt das Vergleichsmaterial aus dem Norden Saudi-Arabiens und dem Südosten der Türkei (Chalkolithikum) eine frühere Datierung möglich erscheinen. Ob die Silexindustrie sich im ummauerten Gebiet oder einst am Rand der sebkha befand, muss noch genauer untersucht werden.
Konservierung und Restaurierung
Neben der Ausdehnung der modernen Besiedlung tragen die umweltlichen Verhältnisse erheblich zur Zerstörung der antiken Überreste bei. Archäologische und bauforscherische Kenntnisse werden für die Entwicklung von Lösungsstrategien der Bauwerkserhaltung angewandt. Ein Team von Restauratoren hat in Kooperation mit Archäologen ein Konservierungs- und Restaurierungskonzept für Tayma erarbeitet, das implementiert wird. Für die Konservierung von Mauerwerk wurde im Rahmen einer Testreihe ein spezieller modifizierter Lehm entwickelt, der frei von chemischen Zusatzstoffen ist und in Tayma vor Ort hergestellt werden kann.
Antike Umwelt
Paläobotanik und Paläozoologie
Erste Ergebnisse paläobotanischer Untersuchungen deuten auf eine typische Oasenvegetation hin (Dattelpalme, Artemisia, Tamariske, aber auch Wein). Belegte Tierarten sind Schaf und Ziege sowie eine Reihe von Greifvögeln, die nicht unbedingt in Tayma heimisch gewesen sein müssen. Die vorläufige Auswertung des Befundes erbrachte eine sehr geringe Anzahl von Kamelknochen in den Ablagerungen von Besiedlungsperiode 4, hingegen eine Zunahme während des Verlaufs der Eisenzeit bis nahe 20%.
Geologie und Hydrologie
Die Erforschung der Geoarchälogie und der Hydrologie bildet einen Teil jener Untersuchungen, die zur Umweltrekonstruktion der Oase Tayma beitragen.
In der sebkha wurden mittels Kernbohrungen der Forschergruppe von der Universität Marburg (ab 2010 Universität Köln) mehrere Schnittlinien (Transekte) angelegt, anhand derer ein Ablagerungsprofil rekonstruiert werden konnte. Sowohl diese Bohrungen als auch Luftbildauswertungen und die Ergebnisse eines Querschnitts durch die niedrige Lehmmauer am Nordrand der Siedlung (Areal SE) lassen folgende hypothetische Rekonstruktion zu: Diese Mauer fungierte als Trenn- und Drainagemauer zwischen salzlosen Sedimenten auf einer landwirtschaftlich genutzten Terrasse (ca. 2,3 m unter der Oberfläche) und salzhaltigen Milieus eines tieferen Niveaus (erreichtes Niveau 4,3 m unter der Oberfläche) in der sebkha. Eine fortifikatorische Bedeutung der Mauer ist damit zunächst auszuschließen.
Eine Sondage am Nordrand der sebkha lieferte durch die dort festgestellten Algen und Gastropoden am ordovizischen Fels Hinweise auf die Existenz eines Paläosees in Tayma, dessen Niveau ca. 13 m über der heutigen Oberfläche der sebkha lag.
Die hydrologischen Untersuchungen, die mit einer Oberflächenbegehung des Jahres 2005 zur Sichtung und Kartierung wasserwirtschaftlicher Installationen in der Ruine führten, werden als Teilprojekt (DFG) der
Fachhochschule Lübeck systematisch fortgesetzt. Zahlreiche Einrichtungen zur Wassergewinnung und -management sowie Wasserschutzbauten wurden bislang festgestellt. Innerhalb der Ruine wurden zwei Brunnen und ein Quellteich als Wasserquellen identifiziert.
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Kooperationen
Die archäologischen Untersuchungen in Tayma basieren auf einer schriftlichen Kooperation zwischen der Saudi Commission for Tourism and Antiquities (SCTA), Riad (vertreten durch ihren Sekretär Prof. Dr. Ali al-Ghabban), und dem Deutschen Archäologischen Institut, Orient-Abteilung (Prof. Dr. Ricardo Eichmann). Ihr Beginn ist der Initiative und der ständigen Unterstützung von Herrn Prof. Dr. Said F. al-Said, King Saud University, Riad, zu verdanken. Die Genehmigung und großzügige Unterstützung der Antiquities Section der Saudi Commission for Tourism and Antiquities bildeten das Rahmenwerk für das Projekt.
Die archäologischen Untersuchungen vor Ort werden gemeinsam von der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin (Direktor Prof. Dr. Ricardo Eichmann, Grabungsleiter Dr. Arnulf Hausleiter [DFG], Dokumentation Herr Dr. Andrea Intilia [DFG]) und der King Saud University, Riad (Prof. Dr. Said F. al-Said) durchgeführt; spezielle Forschungsaufgaben werden in mehreren Teilprojekten wissenschaftlich untersucht (siehe unten). Das Museum für Archäologie und Ethnografie in Tayma als Teil der Antikenverwaltung bildet die infrastrukturelle Ausgangsbasis vor Ort (Direktor: Mohammed bin Hamed al-Najem).
Wissenschaftliche Zusammenarbeit
- Archäobotanik: Drs. Reinder Neef, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin, Zentrale
- Archäozoologie: Prof. Dr. Norbert Benecke, Michael Hochmuth, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin, Zentrale
- C14-Datierungen: Dr. Joachim Görsdorf, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin, Zentrale (bis 2007)
- Geoarchäologie und OSL-Datierungen: Prof. Dr. Helmut Brückner, Dr. Nicole Klasen, Max Engel, bis 2010 Universität Marburg, FB Geographie, nun Universität Köln
- Epigrafik, Koordination und frühnordwestarabische Inschriften: Prof. Dr. Said F. al-Said, King Saud University, Riyadh
- Epigrafik, Keilschrifttexte: Dr. Hanspeter Schaudig, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients, Assyriologie
- Epigrafik, aramäische und nabatäische Inschriften: PD Dr. Peter Stein, Universität Jena, Michael C.A. Macdonald, Universität Oxford
- Geschichte und Textquellen: Prof. Dr. Norbert Nebes, Universität Jena
- Hydrologie und Wasserbau (DFG-Teilprojekt): Prof. Dr. Matthias Grottker, Kai Wellbrock, Fachhochschule Lübeck, Labor für Siedlungswasserwirtschaft
- Mineralogie und Petrografie (Teilprojekt Keramikanalysen): Prof. Dr. Claudio Mazzoli, Dr. Lara Maritan, Università degli Studi, Padova, Dipartimento di Mineralogia e Petrologia
- Restaurierung und Konservierung: Dipl.-Rest. Gereon Lindlar, Büro für Restaurierungsberatung, Bonn; Jörg Breitenfeldt, Restaurierung am Oberbaum, Berlin
- Rezente Vegetation: Prof. Dr. Harald Kürschner, Freie Universität Berlin
- Stadtmauerforschung (Teilprojekt der Fritz-Thyssen-Stiftung): Prof. Dr. Klaus Rheidt (Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU)), Dr. Peter I. Schneider (Architekturreferat der Zentrale des DAI)
Wissenschaftliche Dienstleistungen
- C14-Datierungen: Leibniz-Labor für Altersbestimmungen, Christian-Albrechts-Universität, Kiel (bis 2008); Center for Applied Isotope Studies, Athens, Georgia (USA)
- Geophysikalische Prospektionen (2005) und Auswertung: Zentralanstalt für Metrologie und Geodynamik, Wien
- Geophysikalische Prospektionen (2004) und Auswertung: GGH GbR, Freiburg
- Konservierung, Restaurierung (Stein), Bauwerkserhaltung (2005-2006): ars restauro
- Präsentation und Site Management: Albert Distelrath, Köln
- Vermessung (2005-2006): Fachhochschule Karlsruhe, Institut für Geomatik
Teilnehmer/innen
Majid al-Anizy (2004-2, 2005-1, 2006, 2007-2, 2008), Norman Basler (2008), Abdallah Basonbul (2004-2, 2005-1, 2006-1), Erol Bayirli (2005-1), André Beuger (2004-2, 2005-1, 2006-2), Alessia Borlin (2010-1), Jan Bosch (2006-2, 2007-1, 2008-1), Christian Bost (2005-2, 2006-1), Jörg Breitenfeldt (2008-2, 2009-1), Helmut Brückner (2006-2, 2007-1), Andreas Bussas (2008-1), Martin Christiansen (2009-1), Oliver Conradt (2007-1), Mirco Cusin (2004-1, 2005-1, 2006-2007, 2009-1, 2010-1), Khalil / Abdulaziz al-Dayel (2005, 2007-2, 2008), Florian Deinert (2007-1), Paolo Del Vesco (2009-1), Albert Distelrath (2008-2), Ricardo Eichmann (seit 2004), Max Engel (2006-2, 2007-1, 2008-1, 2010-1), Khaled Eskoubi (2008, 2009, 2010-1), Thomas Ewender (2006-1), Denny Fauter (2007-1), Michael Fielauf (2008-2, 2009-1, 2010-1), Armin Frei (2006-1), Mirko Giannetta (2006-1, 2007-1), Stefan Giese (2004-1), Andreas Ginau (2008-1), Thomas Götzelt (2004-2 bis 2008-1), Matthias Grottker (2005-1, 2007-1, 2008-1, 2009-1), Detlef Grubert (2004-1), Johannes Hackl (2004-1, 2005-1), Mubarak al-Hajji (2009-1), Rene Hahn (2008-1), Matthias Hamann (2005-1, 2007-1), Holger Hanisch-Gräfe (2006-1, 2007-1, 2008-1), Arnulf Hausleiter (seit 2004), Benjamin Heemeier (2007-1, 2009-1), Markus Heller (2008-1), Carsten Henselmann (2008-2), Jeza al-Herbi (2005, 2006-1, 2009-1, 2010-1), Michael Hochmuth (2006-1), Christian Hübner (2004-1), Andrea Intilia (seit 2005), Heinz Jantzen (2006-1, 2007-1, 2008-1), Benjamin Junge (2009-1), Thomas Kabs (2009-1), Ulrich Kapp (2008-1), Patrick Keilholz (2007-1, 2008-1), Daniel Keller (2006-2), Nicole Klasen (2009-1, 2010-1), Arno Kose (2006, 2007-1, 2008-1), Johannes Kramer (2008, 2009-1), Jan Krumnow (2005, 2006, 2007-1, 2008, 2009-1, 2010-1), Harald Kürschner (2009-1, 2010-1), Guido Licciardi (2005-2), Gereon Lindlar (2007-2, 2008, 2009-1, 2010-1), Sebastiano Lora (2006-1, 2007, 2008-1, 2009-1, 2010-1), Michael Macdonald (2010-1), Samy Mahjoub (2009-1, 2010-1), Claudio Mazzoli (2006-1, 2007-1), Frank Mindt (2009-1), Max Möhle (2006, 2007-1), Franz Moll (2005, 2006-1), Maher al-Moosa (2004-2, 2005, 2006-2), Nina Müller (2010-1), Faisal al-Mughailly (2006-2), Mohammed al-Najem (seit 2004), Reinder Neef (2005-1, 2006-1, 2008-1, 2009-1, 2010-1), Andreas Nette (2007-1), Khaled al-Othaibi (2010-1), Arno Patzelt (2007-1, 2008-1, 2009-1), Emmanuele Petiti (2008-1, 2009-1, 2010-1), Alexander Pfützner (2008), Christoph Purschwitz (2005-1, 2006-1, 2007-1, 2009-1), Thomas Pusinelli (2007-1), Naif al-Qanur (2004-2, 2005, 2006), Azzam Rajab (2009, 2010-1), Denise Resch (2010-1), Andrea Ricci (2005-1), Said F. al-Said (2004-2), Alberto Savioli (2004), Hanspeter Schaudig (2005-1), Matthias Scheck (2009-1), Olivier Scheeck (2006-1), Peter Schneider (2005-1, 2006, 2007-1, 2008), Philipp Schwinghammer (2004-1, 2005-1, 2006-1), Jennifer Scollin (2010-1), Sirri Seren (2005-1), Marian Stickel (2005-1), Gunnar Sperveslage (2005-2, 2006-1, 2007-1, 2008-1, 2009-1), Philipp Tollkühn (2009-1, 2010-1), Francelin Tourtet (2008-1, 2009-1, 2010-1), Anselm Ullmann (2006-1), Friedrich Weigel (2008-1, 2009-1), Kai Wellbrock (2008-1, 2009-1), Hagen Wirsing (seit 2007), Florian Ziegler (2005-2, 2006-1).
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin
Claudia Beuger (2007), Helga Kosak (seit 2008), Anna Kress (2005), Melanie Münzner (seit 2008), Jana Rogasch (2005-2009), Susanna Wittmann (2005), Benjamin Andreas (2007), Wolfgang Hirth (2008).
Danksagung
Allen Kolleg/inn/en und Institutionen in Saudi-Arabien, Deutschland und anderen Ländern, die das Projekt auf vielfältige Weise unterstützen, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Der wachsenden Besucherzahl in Tayma danken wir für ihr Interesse an der Arbeit des Kooperationsprojekts.
Prinz Sultan bin Salman, Präsident der General Commission for Tourism and Antiquities, besuchte die Ausgrabung und das Museum von Tayma im Frühjahr 2008. Der Emir von Tabuk, Prinz Fahd bin Sultan bin Abdulaziz, stattete im Frühjahr 2006 dem Kooperationsprojekt einen Besuch ab. Der Muhafadh von Tayma und der Vorsteher der Stadtverwaltung in Tayma zeigten freundliches Interesse am Fortgang der archäologischen Arbeiten. Die Deutsche Botschaft in Riad und das Generalkonsulat in Jeddah leisten stets freundliche Unterstützung in Verwaltung, Logistik und Öffentlichkeitsarbeit.
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Ansprechpartner
Prof. Dr. phil. Ricardo Eichmann
Vorderasiatische Archäologie
Telefon: +49-(0)30-187711-0
Telefax: +49-(0)30-187711-189
Email: orient@dainst.de
Dr. phil. Arnulf Hausleiter (DFG)
Vorderasiatische Archäologie
Telefon: 030-187711-121
Telefax: 030-187711-189
Email: orient@dainst.de
weitere E-Mail Adresse: arh@dainst.de
Herr Dr. phil. Andrea Intilia (DFG)
Vorderasiatische Archäologie
Telefon: 03018-7711-202
Telefax: 03018-7711-189
Email: orient@dainst.de
weitere E-Mail Adresse: ai@orient.dainst.de
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Externe Ansprechpartner
General Commission for Tourism and Antiquities
Section for Antiquities and Museums
P.O. Box 66680
Riyadh 11586
Saudi-Arabia
Tel: +966-1-8808855
Fax: +966-1-8808844
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Förderung
Das Projekt wird finanziert mit einer Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn, (DFG) sowie aus Mitteln der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Logistische und technische Unterstützung leistet das Museum für Archäologie und Ethnografie in Tayma sowie die Antikenverwaltung in Tabuk.
Das Teilprojekt Wasserbau der Fachhochschule Lübeck wird gefördert mit einer Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn, (DFG).
Das Stadtmauerprojekt der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) und des Architekturreferats der Zentrale des DAI wurde gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung und wird unterstützt von der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts.
Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen der Keramik werden unterstützt von der Università degli studi di Padova.
Die Firma Hansa Luftbild, Riyadh, leistet Unterstützung in Logistik und Gerät.
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Literatur
Allgemeine Informationen zu Tayma
al-Ansary, A., Abu al-Hasan, H.
2002. Tayma. Crossroads of Civilizations. Riyadh.
Buhl, F., Bosworth, C.E.
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Eichmann, R., Hausleiter, A., Götzelt, T.
2006: Einstmals an der Weihrauchstraße, Forschung - Das Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft 4/2006, 3-9 (download).
Parr, P.J.
1997: s.v. Tayma'. In: E.M. Meyers ed., The Oxford Encyclopedia of Archaeology in the Near East 5. 160-161. New York/Oxford.
Geschichte und Archäologie der Region
al-Ansary, A.R., Abu al-Hassan, H.
2004: Die alten Kulturen von al-'Ula und Mada'in Salih. Bedeutende Städte an der Weihrauchstraße, Bd. 1, Riyadh.
Euting, J.
1896-1914. Tagebuch einer Reise in Inner-Arabien. Leiden.
Jaussen, J.A., Savignac, R.
1909-22. Mission archéologique en Arabie. Paris (Reprint 1997).
Parr, P.J., Harding, G.L., Dayton, J.E.
1972: Preliminary survey in Northwest Arabia. BIA 10: 23-62.
Philby, H.St.J.
1957. The Land of Midian, London.
Winnett, F.V., Reed, W.L.
1970. Ancient Records from North Arabia. Toronto/Buffalo.
Berichte über den archäologioschen Survey in NW Arabien sind in der Zeitschrift ATLAL publiziert.
Spezifische Untersuchungen
Bawden, G.
1981. Recent Radiocarbon Dates from Tayma. ATLAL 5: 149-153.
Bawden, G., Edens, C.
1989. History of Tayma' and Hejazi trade during the first millennium B.C. JESHO 32: 48-103.
Briquel-Chatonnet, F., Robin, C.
1997. Objets d'Arabie Nord-Ouest (autres objets d'Arabie), no. 199-204. In: Calvet, Y., Robin, C. eds., Arabie heureuse - arabie deserte. Les antiquités arabiques du Musée du Louvre. Paris: 260-264.
Farès-Drappeau, S.
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1997. Trade routes and trade goods at the northern end of the 'Incense Road' in the first millennium B.C. In: Avanzini, A. ed., Profumi d'Arabia. Atti del Convegno. Rom: 333-349.
Müller, W.W. und al-Said, S.
2002. Der babylonische König Nabonid in taymanitischen Inschriften. In: Nebes, N. ed., Neue Beiträge zur Semitistik. Wiesbaden: 105-121.
al-Najem, M., Macdonald, M.C.A.
2009. A new Nabataean inscription from Taymā', Arabian Archaeology and Epigraphy 20: 208-217.
Parr, P.J.
1988. Pottery of the late second millennium B.C. from North West Arabia and its historical implications. In: Potts, D.T. ed., Araby the blest. Studies in Arabian archaeology. Copenhagen: 73-90.
Schaudig, H.
2001. Inschriften Nabonids von Babylon und Kyros' des Großen samt den in ihrem Umfeld entstandenen Tendenzschriften. Textausgabe und Grammatik. Münster (=AOAT 256).
Bisherige Untersuchungen in Tayma
Abu Duruk, H.I.
1986. Introduction to the Archaeology of Tayma. Riyadh.
Bawden, G., Edens, C., Miller, R.
1980. Preliminary archaeological investigations at Tayma. ATLAL 4: 69-106.
al-Najam, M.H.
2000. Irrigation system and ancient water resources in Tayma area. ATLAL 15: 191-200.
at-Taima'i, M.H. (al-Najem, M.H.)
2006. Mintaqa rujum sa's'a bi-Tayma. Riyadh.
Weitere Vorberichte sind in der Zeitschrift ATLAL publiziert.
Projektpublikationen und Vorberichte
Bosch, J., Engel, M., Brückner, H., Eichmann, R., Götzelt, T., Hausleiter, A., al-Najem, M., al-Said, S.
2007: Geoarchaeological studies in arid environments - the case of the Tayma oasis, Saudi-Arabia (Poster, Jahrestreffen der AG Geoarchäologie, Regensburg).
Deputy Ministry of Antiquities and Museums
2007: Mashru' al-ba'tha al-athariyya al-sa'udiyya al-almaniyya al-mushtaraka li-l-tanqib 'an athar Tayma', Riad.
Eichmann, R.
2008: Tayma - Oasis and trade center on the frankincense caravan route. Adumatu 17, 17-26.
Archaeological evidence of the pre-Islamic period (4th to 6th cent. AD) at Tayma. In: C. Robin, J. Schiettecatte eds., L'Arabie à la veille de l'Islam, Paris, 55-69.
Eichmann, R., Hausleiter, A., al-Najem, M., al-Said, S.
2006: Tayma - Spring 2004. ATLAL 19: 91-116 (arab. Fassung 191-216).
Im Druck: Tayma - Autumn 2004 and Spring 2005. ATLAL 20.
Eichmann, R., Schaudig, H., Hausleiter, A.
2006: Archaeology and Epigraphy at Tayma (Saudi-Arabia), Arabian Archaeology and Epigraphy 17, 163-176.
al-Ghabban, A.
2008: L'influence de Babylone à Tayma et dans sa région à la lumière des découvertes archéologiques récentes. In: B. André-Salvini ed., Babylone. Paris: 231-232.
Hausleiter, A.
2006: Tayma, North-West Arabia. The context of archaeological research. Special Issue of Oriental Studies. Collection of papers on Ancient Civilizations of Western Asia, Asia Minor and North Africa, Peking, 160-182.
2008: Stèle néo-babylonienne de Tayma (Teiman). In: B. André-Salvini ed., Babylone. Paris: 187.
Fragment der Tayma-Stele Nabonids. In: J. Marzahn, G. Schauerte eds., Babylon. Wahrheit, Berlin, 273-274; 248, Abb. 170a-c.
2010: L'oasis de Tayma, in: A.I. Ghabban, B. André-Salvini, F. Demange, C. Juvin, M. Cotty, Routes d'Arabie. Archéologie et histoire du Royaume d'Arabie Saoudite, Paris, 218-239 (Katalogeinträge ibid., 241-261); Englische Fassung: In: iid., Roads of Arabia, Paris, 218-239 sowie Katralogeinträge ibid., 241-261)
Tayma im Fernsehen
"Flucht aus Babylon" in der Serie Schliemanns Erben des ZDF, ausgestrahlt am 9.3.2008
Abrufvideo beim ZDF
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