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Archäologie der Oase Tayma, Saudi-Arabien

Die Untersuchungen zur "Archäologie der Oasenstadt Tayma: Kontinuität und Wandel der Lebensformen im ariden Nordwesten der Arabischen Halbinsel vom Neolithikum bis zur Islamisierung" sind ein Gemeinschaftsprojekt der General Commission for Tourism and Antiquities, Riyadh, (bis 2007 des Deputy Ministry of Antiquities and Museums) und des Deutschen Archäologischen Instituts. Seit 2004 finden regelmäßig Ausgrabungskampagnen statt.

Lage

    
  Lage  

Die Oase Tayma (27°37'30" N, 38°32'30" E, ca. 830 m ü. N.N., Provinz Tabuk) liegt im Nordwesten der Arabischen Halbinsel, einem Gebiet, das durch sein arides Klima gekennzeichnet ist. Die Ansiedlung befindet sich in einem flachen Becken, das von mehreren Hügelketten umgeben ist, wie dem Jabal Ghunaym. Nördlich davon erstreckt sich eine Salzpfanne (sebkha), in der sich vor mehreren Zehntausend Jahren ein See befunden hatte. Die charakteristischen Umweltbedingungen einer Oase werden durch den Bir Haddaj-Brunnen (ca. 18 m Durchmesser) im Stadtzentrum und die ausgedehnten Palmengärten veranschaulicht. Die schnell wachsende moderne Stadt bedeckt etwa ein Drittel der antiken Siedelfläche von etwa 500 ha. Deutlich sichtbar sind heute noch die Überreste der Befestigungsmauern.

Abteilungen:
Orient-Abteilung

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

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Geschichte

    
  Ansicht der Ruine  
    
  Stadtmauer von Tayma  

Die historische Interpretation des Fundorts Tayma ist durch drei Faktoren besonders beeinflusst: Das Vorhandensein einer Oase als Grundvoraussetzung für die Anwesenheit von Menschen; die Rolle als Handelsstation an der Weihrauchstraße; die Residenz des babylonischen Königs Nabonid in der Mitte des 6. Jh. v. Chr.
Die archäologischen Ausgrabungen ergaben Befunde, die von der Mittleren Bronzezeit (frühes 2. Jt. v. Chr.) bis zur Islamischen Periode reichen. Spuren einer Silexindustrie zur Perlenherstellung gehen vermutlich auf das Chalkolithikum (4. Jt. v. Chr.) zurück. Die inschriftliche Überlieferung aus Tayma und Umgebung ist durch früh-nordwestarabische taymanitische ('thamudische') und aramäische Texte des 1. Jt. v. Chr. gekennzeichnet. Assyrische Quellen des 9. Jh. v. Chr. erwähnen arabische Stämme, der Name Tayma tritt nach der Nennung in einem Text aus dem Gebiet des Mittleren Euphrat im Zusammenhang mit einer Handelskarawane erst mit der Tributpflicht an Tiglatpileser III. in den historischen Quellen der Assyrer in Erscheinung. In der weiteren assyrischen (und auch biblischen) Überlieferung steht Tayma als Handelsplatz im Vordergrund, und in den folgenden Jahrhunderten war das Verhältnis zur benachbarten Handelsstadt Dedan (heute Khuraybah) durch Konkurrenz geprägt. Hierzu liefern die neuen Ausgrabungen inzwischen weitere Informationen. Die Art und Weise der Anbindung Taymas an die jeweiligen übergeordneten politischen Einheiten in der neubabylonischen und achämenidischen Zeit ist nur annähernd bekannt. Zur Zeit der Minäer (um 400 v. Chr.) geht die Bedeutung Taymas zurück. Es gelangt unter nabatäischen, dann römisch-byzantinischen Einfluss. Obschon Imru' al-Qays berichtet, der Regensturm lasse "weder Palmenbaum noch Haus in Tayma stehen, es sei denn, es war aus Stein gebaut", spielt Tayma als Ausgangspunkt für die Islamisierung der Levante eine bedeutende Rolle. Noch im 11. Jh. (so nach al-Bakri) gilt es als wohlhabender Ort mit einer großen Stadtmauer.  

Ziele

    
  Tayma-Stele  

Das Projekt hat folgende Hauptziele:
- Ermittlung, Sicherung und Bearbeitung der archäologischen Daten: Topografie, natürliche Umwelt (Schwerpunkt Hydrologie und Geologie), Chronologie, materielle Kultur.
- Sozialbeziehungen und Lebensformen: Politische Organisation, Verwandtschaftsorganisation, Subsistenz- und Produktionstechniken, kultisches Leben.
- Kulturelle, politische und ökonomische Außenbeziehungen: Siedlungssystem, regionale Beziehungen, überregionale Beziehungen (Mesopotamien, Südarabien, Golfregion, Levante, Ägypten).
Um die Arbeitsziele zu erreichen, ist eine effektive digitale Verarbeitung der gewonnenen Daten im Geografischen Informationssystem des Projekts Tayma (GISTa) erforderlich, das laufend an die Ziele und das Arbeitsprogramm des archäologischen Projekts angepasst wird und umgekehrt diese definiert. Die Öffentlichkeitsarbeit ist zum einen auf Maßnahmen vor Ort gerichtet (Präsentation des Fundorts und einzelner Kontexte sowie diesbezügliche Konsolidierungsmaßnahmen, Zusammenarbeit mit dem Museum), zum anderen auf die Vermittlung und Darstellung der Ergebnisse im Internet, durch Vorträge und durch Publikationen. 

Forschungsgeschichte

    
  Allgemeiner Plan von Tayma (1980)  

Im Jahre 1877 lieferte C. Doughty die erste detaillierte Beschreibung von Tayma, einschließlich Architektur, Keramik und einer Kartenskizze. Die Forschungen von Ch. Huber 1883 (später mit J. Euting) resultierten in der Aufstellung der Tayma-Stele im Musée du Louvre. Deutlich später setzen die archäologischen und umweltlichen Beobachtungen von H.St J. Philby in Tayma ein (1951). Die Veröffentlichung des NW-Arabien Surveys von Winnett und Reed (1970), einer Begehung verschiedener Fundorte der Region, erbrachte nicht nur reichhaltige Textquellen (hauptsächlich ins 6. Jh. v. Chr. datiert), sondern auch Informationen über die charakteristische bemalte Keramik. Wenig später führte P.J. Parr Ausgrabungen an einem Beobachtungsturm nahe Tayma durch. Mit der landesweiten Erforschung und Erfassung archäologischer Fundstätten durch das Department of Antiquities des Königreichs seit Mitte der 70er Jahre, die auch zur Gründung der Zeitschrift ATLAL führte, sind auch die weiteren Forschungen in Tayma verknüpft. 1979 begannen G. Bawden, Ch. Edens und R. Miller umfangreiche Untersuchungen in Tayma (Qasr al-Hamra, Qasr al-Radm) und veröffentlichten einen Übersichtsplan. Das Department führte die Ausgrabungen in Tayma fort: in Friedhöfen, Bewässerungssystemen und islamischen Bauresten (siehe Literatur). Die Auffindung taymanitischer Inschriften mit der Nennung des babylonischen Königs Nabonid außerhalb der Siedlung erregte in jüngerer Zeit große Aufmerksamkeit (Müller und Said 2002). 

Aktuelle Arbeiten

   Höhenmodell von Tayma und Umgebung  
  Höhenmodell von Tayma und Umgebung  
    
  Topografischer Plan der Ruine  
    
  Geomagnetische Prospektion  

Seit 2004 werden jährlich zwei Ausgrabungskampagnen durchgeführt. Die Ausdehnung der Arbeitsflächen beträgt inzwischen mehr als 3.000 qm. Dabei wurden in vier von insgesamt sechs Besiedlungsperioden bis zu neun Bauschichten festgestellt, die auf dem Sandsteinfels abgelagert sind. Die archäologischen Grabungen konzentrieren sich auf folgende Schwerpunkte:
- Abfolge, Verteilung und Chronologie öffentlicher Bauten und Wohnviertel der eisenzeitlichen Besiedlungsperiode 3 (1. Jt. v. Chr. bis zu den ersten Jh. n. Chr.) auf der zentralen Erhebung des Ortes (Qraya) durch stratigrafische und flächige Ausgrabungen. Ein Tempel sowie ausgedehnte öffentlich Bauten befinden sich im Nordosten von Qraya (Areal E); südwestlich davon schließt sich sich Wohnbebauung an (Areale F und D).
- Stratigrafische Untersuchung der Besiedlungsperioden 3 und 2 südwestlich davon (Mitte des 1. Jt. v. Chr. bis zur islamischen Zeit), beiderseits der Inneren Mauer (Areal C), des im Magnetogramm sichtbar gewordenen Grabens (Areal G) und der Siedlungsreste in diesem Gebiet (Quadranten C2, C3, C4, C6).
- Untersuchungen an den Resten der früheisenzeitlichen Besiedlungsperiode 4 (Ende 2. Jt. v. Chr.-frühes 1. Jt. v. Chr. zwischen Innerer und Äußerer Mauer (Areal O) sowie gleichzeitige Reste an der Äußeren Mauer (Areal A im Westen und Quadrant W10 im Süden).
- Ermittlung von Überresten der Besiedlungsperiode 5 (frühes 2. Jt. v. Chr.), in welche die Errichtung der Äußeren Mauer fällt.
- Einzelne Sondagen als Folge von markanten Oberflächenmerkmalen oder geophysikalischen Prospektionsergebnissen (Areale H, L, M).
- Auf Einladung der saudischen Antikenbehörden wurden 2004 Rettungsgrabungen im Gräberfeld von Talah durchgeführt, das südöstlich von Tayma liegt (Areal S).
- Untersuchungen zu Konstruktion und Organisation des Stadtmauersystems (Teilprojekt der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus [BTU]) und des Architekturreferats der Zentrale des DAI, seit 2006 gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung.
- Aus den stratifizierten Kontexten wurden Materialproben entnommen, an denen naturwissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt wurden, wie zum Beispiel C14-Datierungen sowie paläobotanische und paläozoologische Analysen.
- Geologische und geoarchäologische Untersuchungen (Universität Marburg) sowie Forschungen zu Hydrologie und Wasserbau (Fachhochschule Lübeck) sind Bestandteil der Untersuchungen zur antiken Umwelt. 

Methoden

    
  Ausgrabungen in Areal E  

Das archäologische Forschungsprojekt integriert unterschiedliche Disziplinen, die den Geschichtswissenschaften (Semitische Philologie und Assyriologie, Bau- und Architekturgeschichte) und den Geowissenschaften angehören (Paläozoologie und Paläobotanik, Hydrologie, Geologie und Geophysik, Mineralogie / Petrologie). Dazu kommt das Sachgebiet der Restaurierung und Konservierung. Diese fachübergreifende Zusammenarbeit wird intensiviert, ausgebaut und fortgesetzt; dies gilt auch für die Vernetzung zwischen Abteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts und Partneruniversitäten im In- und Ausland.

Beispiele für angewandte Arbeitsmethoden:
- Informationstechnologisches Rückgrat des Projekts ist ein Geo-Informationssystem (GIS) mit angeschlossenen relationalen Datenbanken. In dieses werden Geodaten ebenso eingearbeitet, wie die Informationen zu sämtlichen archäologischen Kontexten und Objekten.
- Die Bauaufnahme von Architekturresten setzt sich aus digitalen Aufnahmeverfahren (tachymetrische Aufnahme, Fotogrammetrie) und Handzeichnungen zusammen. Die Gesamtdaten werden digital verarbeitet.
- Systematische Beobachtungen von Begehungsbefunden werden GPS-gestützt dokumentiert.
- Nach Beendigung der Ausgrabungen werden freistehende Mauern mit Stützkonstruktionen stabilisiert, größere freiliegende Flächen mit einer haltbaren Abdeckung versehen. Zum Schutz vor Erosion wurde mit der Konservierung von Mauerabschnitten begonnen.
- Anlage zweier Steinsammelflächen (Lapidarien) als Lagerplatz und open-air-Museum für hervorragend erhaltene Bauelemente und Steingeräte.
- Das herstellungstechnische Referenzsystem für Keramik umfasst sieben petrografische Hauptgruppen, die mittels Dünnschliffanalysen an der Universität Padua ermittelt wurden und dort wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Die statistische Aufnahme der Surveykeramik ist abgeschlossen. Keramik aus Grabungskontexten wird laufend bearbeitet.
- Vor der Kohlenstoffdatierung werden die dafür ausgewählten organischen Reste einer Artenbestimmung zugeführt. 

Ergebnisse

    
  Großes Gebäude in Areal E (Tempel)  
    
  Spätbabylonische Stele  
    
  Kopf einer lihyanischen Statue  
    
  Arm- und Handfragment einer Statue  
    
  Körperfragmente lihyanischer Statuen  
    
  Weihrauchbrenner mit nabatäischer Inschrift  
    
  An der Inneren Stadtmauer (Areal C)  
    
  Sandsteinstele (Areal C)  
    
  Bemalte Keramik aus Areal O  
    
  Ritzverzierte Holzfragmente (Areal O)  
    
  Areal S: Steinkistengräber in Talah  
    
  Palmgärten in der Oase  

Untersuchungen im Zentralbereich: Qraya

Im Gebiet früherer Grabungen auf der Kuppe von Qraya (auch: Qasr al-Ablaq), der zentralen Erhebung von Tayma, konnten inzwischen mindestens fünf Bauschichten der Besiedlungsperiode 3 (Eisenzeit) bis zum gewachsenen Felsboden nachgewiesen werden. Die mittlere ist durch Reste eines vielräumigen, mehrfach umgebauten Steingebäudes gekennzeichnet, das als Tempel genutzt wurde. Sein Grundrissschema folgt dem einer Pfeiler- bzw. Säulenhalle. Das Gebäude ist mehr als 500 qm groß. Die am besten erhaltene Bauschicht datiert vermutlich in die Zeit zwischen der lihyanischen Dynastie und den Nabatäern (ca. 4. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr.). Unter ihrem Gründungsniveau befinden sich Mauern älterer, abweichend orientierter Vorgängerbauten. Der Zugang erfolgte an der Südwestfront über eine Treppenanlage, die vermutlich von Sphingen flankiert war. Im oder nach dem 3. Jh. n. Chr. (C14) wurden die Zwischenräume der Pfeiler-/Säulenstellungen zugesetzt. Als Baumaterial wurden Ausstattungselemente des Tempels vor allem aus der lihyanischen Periode wieder verwendet: ein früher bemaltes Statuenfragment, vergleichbar mit überlebensgroßen Königsstatuen, die von Jaussen und Savignac und neuerdings durch die saudi-arabische Expedition in Khuraybah ebenfalls im Tempelkontext gefunden wurden. Es ist das zweite derartige Statuenfragment aus Tayma (das erste befindet sich im Museum). Auch der Kopf einer dieser Statuen wurde entdeckt sowie Fragmente von Armen und Beinen. Pfeiler mit Inschriften aus dem 30. und 40. Regierungsjahr des TLMY, König von Lihyan, die sich um eine Inschrift aus dem 20. Regierungsjahr desselben Herrschers ergänzen lassen, zeigen, dass es eine wiederkehrende Deponierung lihyanischer Königsinschriften in einem Kultgebäude im Zentrum von Tayma gab. Die Details des historisch-politischen Hintergrunds gilt es nun genauer zu untersuchen. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um den ersten TLMY der lihyanischen Königsliste, der 44 Jahre regiert hat (Farès-Drapeau 2005). Dekorative Bauelemente sowie eine Inschrift des Königs Aretas IV unterstreichen die Beziehungen zwischen Hegra und Tayma während der nabatäischen Blütezeit in Nordwestarabien.

Stele des Königs Nabonid

Außerhalb des Tempels befand sich im Schutt eine Stele mit abgerundetem Bogenfeld. Sie zeigt die Darstellung eines stehenden Königs und dreier astraler Göttersymbole, welche sie zusammen mit dem fragmentarischen Keilschrifttext als Werk des babylonischen Königs Nabonid identifiziert, der in der Mitte des 6. Jh. v. Chr. für zehn Jahre in Tayma lebte. Während sich dieses neu gefundene Stelenfragment in die etablierte Ikonografie Babyloniens einfügt (siehe Eichmann, Schaudig und Hausleiter 2006), kann eine entsprechende chronologische Zuweisung nicht für die Darstellung eines Herrschers auf der sog. Tayma-Stele gelten, die vor mehr als 120 Jahren entdeckt und deren aramäischer Text in das 5./4. Jh. datiert wurde. Von den weiteren Steinfragmenten mit neubabylonischen Keilschrifttexten nennt eines einen König von Babylon (lugal tin.tir).

Baureste südwestlich des Tempels

Südwestlich des Tempels wurden Wohnquartiere festgestellt, die vom 2.-4. Jh. n. Chr. datiert werden und damit in die Zeit der späteren Nutzung des Tempels fallen. Aus ihrem Schutt wurden mehrere Weihrauchbrenner geborgen, von denen einer eine nabatäische Inschrift trägt. Weiter südwestlich (Areal F) wurden vier Wohngebäude des 3.-4. Jh. n. Chr. (C14) ermittelt, die eine systematisches Dimensionierung sichtbar werden lassen: die Häuser messen ca. 11 x 11 m. Das Inventar gestattet eine Rekonstruktion der häuslichen Tätigkeiten wie Nahrungszubereitung und -konsum (Werkzeuge, Küchengeräte, Keramik). Unter diesen Gebäuden wurden weitere Baureste und bichrom bemalte Keramik gefunden, welche auf die Mitte des 1. Jt. v. Chr. weist. Ein ähnlicher Befund bietet sich in Areal D am südwestlichen Ende der Kuppe von Qraya.

Die Stadtmauern

Reste des Mauersystems von Tayma sind auf einer Länge von annähernd 15 km und an einigen Stellen bis zu 8 m hoch erhalten. Frühere Untersuchungen zeigten die Anwendung unterschiedlicher Materialien und Konstruktionstechniken. Zur äußeren Stadtmauer gehören mehrere quadratische Türme, die auf ihr aufsitzen. Auf der stadtzugewandten Seite befinden sich Treppen und Wehrgänge. Beiderseits der Mauer liegen massive angewehte Sandablagerungen an. Seit 2006 werden die Stadtmauern von Tayma im Rahmen eines Forschungsprojekts der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) in Zusammenarbeit mit dem ( Architekturreferat der Zentrale des DAI) untersucht. Dazu gehört die erstmalige systematische DGPS-gestützte Aufnahme sämtlicher Stadtmauern und ihrer Bestandteile der Siedlung sowie die durch archäologische Ausgrabungen verifizierte Aussagen zu Organisation und Konstruktionstechnik.

Siedlungsreste des 2./1. Jt. v. Chr. an der Äußeren Mauer

Oberflächenfunde bemalter Keramik und Terrakottafiguren ließen auch auf der westlichen äußeren Stadtmauer Befunde des 1. Jt. v. Chr. erwarten. An den vermutlich letzten Steinaufbau, der auf der Lehmziegelmauer aufsaß, wurde außen ein Gebäude angesetzt (Areal A). Der Keramikbefund (sog. Qurayyah Painted Ware) und die C14-Daten der stratigrafischen Sequenz weisen auf die Besiedlungsperiode 4 (Ende 2.-frühes 1. Jt. v. Chr.). Der Umstand, dass das Gebäude auf den hoch angewehten Dünen errichtet wurde, unterstützt die Vermutung, dass es sich bei der Stadtmauer um ein entsprechend älteres Bauwerk handelt.

Die Äußere Mauer - ein Bauwerk des frühen 2. Jt. v. Chr.

Die Äußere Mauer ist auf Sedimenten errichtet, die auf dem gewachsenen Boden aufliegen. Sie verwendet auch an der tiefsten Stelle Lehmziegel und Sandsteine als Baumaterial. Naturwissenschaftliche Untersuchungen mittels optisch stimulierter Luminiszenz (OSL) der Sandakkumulationen (Quadrant C1) erbrachten inzwischen ein Datum für den Zeitpunkt der Ablagerung am Fuß der bereits errichteten Mauer, das zwischen 2.069 und 1.527 v. Chr. liegt, und die bisherige archäologische Datierung stützt. Weitere OSL-Proben sind in Bearbeitung.

Zwischen Äußerer und Innerer Mauer

Zwischen Äußerer und Innerer Mauer wurden in Areal O Reste eines quadratischen Bauwerks freigelegt, das zahlreiche verkohlte Holz- und Elfenbeinobjekte sowie Gerste und Weintrauben enthielt. Mehrere Fayencefiguren repräsentieren ägyptische Gottheiten wie Isis und Bastet/Sachmet. Die zahlreichen Scherben polychrom bemalter (Qurayyah) sowie unbemalter Keramik sind jener aus dem Gebäude an der äußeren Stadtmauer (Areal A) in Form und Dekor ähnlich. Daher ist auch dieser Komplex der Besiedlungsperiode 4 zuzuweisen (Ende 2. Jt. v. Chr. - frühes 1. Jt. v. Chr.; C14-Daten reichen vom 12.-10. Jh. v. Chr.). Östlich des Gebäudes befindet sich ein ausgedehnter Komplex mit gepflasterten Räumen und einem Korridor, welcher möglicherweise einen Zugang zu den Anlagen gebildet hat. Von den später hier angelegten Gräbern war eines mit einer aramäisch beschrifteten Stele abgedeckt, die für diese Bestattung wieder verwendet wurde.

Graben an der Inneren Mauer

Infolge der Identifizierung einer signifikanten geophysikalischen Anomalie außerhalb der Inneren Mauer als Graben (Areal G) wurden ein stratigrafischer Schnitt und mehrere Sondagen (Areal C) angelegt, um die Bau- und Siedlungsabfolge der beiden Mauern sowie des dazwischen liegenden Gebiets zu untersuchen. Ausgrabungen ergaben, dass der Aushub des etwa 12 m breiten und mehr als 6 m tief in den Fels gehauenen Grabens vermutlich als Füllung der beiden Schalen der Inneren Mauer diente, die aus Bruchsteinen errichtet sind.

Aramäische Inschriften und eine Stele

An der Kante des Grabens wurde eine aramäische Steininschrift in sekundärer Lage gefunden, die nicht nur den Bau einer Bresche in der Stadtmauer erwähnt, sondern durch die Nennung eines weiteren lihyanischen Königs, LWDN, Interesse weckt. Er ist jünger anzusetzen als TLMY, der seine Inschriften im Tempel (Areal E) niederlegte (siehe oben). Welche Autonomie der in der Inschrift genannte, zu dieser Zeit eingesetzte Gouverneur von Tayma, Natir-El, genoss, gilt es künftig zu untersuchen.
Eine auf der Innenseite der Innenmauer wieder verwendete Sandsteinstele zeigt auf ihrer Frontseite einen Waffen tragenden Mann mit reicher Haarpracht und kurzem Schurzgewand. Die drei verbleibenden Seiten zeigen stehende Figuren, auf der früheren Hauptseite eine in einer Einfassung sitzende Figur. Diese Darstellungen waren gezielt entfernt worden, wahrscheinlich bevor der Waffenträger graviert wurde. Eine reichsaramäische Positivschrift des 5./4. Jh. v. Chr. gehört zur früheren Darstellung und gibt den bislang zeitlichen Anhaltspunkt für die Chronologie des Objekts. Vermutlich wurde die Mauer erst nach dem späten 1. Jh. v. Chr. errichtet, wie dies ein C14-Datum suggeriert. Tiefer liegende Reste, bei denen es sich um die Mauer aus der Zeit der lihyanischen Dynastie handelt, müssen noch weiter untersucht werden.

Islamische Baureste und ihre Erhaltung

Zwischen Äußerer und Innerer Mauer ragt markant eine rechteckige Umschließung mit Eckräumen hervor (ca. 2.500 qm Ausdehnung), die vermutlich der frühislamischen Zeit angehört (Besiedlungsperiode 2). Zu dieser Zeit befanden sich auf der Innenseite der Mauer, nicht aber auf der Kuppe von Qraya mehrere Gehöfte, die spätestens im 8. Jh. n. Chr. (C14) errichtet wurden. An den Mauern der großen Umschließung wurde mit konservatorischen Maßnahmen zur Bauwerkserhaltung begonnen.

Rettungsgrabungen in Talah (Areal S)

Auf den Felsnasen südöstlich von Tayma befinden sich zahlreiche Gräber. Zehn Steinkammergräber wurden 2004 ausgegraben, deren Innenraum zwischen 3,5 und etwa 5 qm umfasst. Ein großer Türstein und mehrere massive Decksteine schließen jedes Grab. Trotz Beraubung und Zerstörung ließ sich ermitteln, dass es sich um Kollektivbestattungen handelt (bis zu fünf Individuen pro Grab). Rückwärtig waren zwei kleine Kistengräber angesetzt mit Einzelbestattungen von Kindern. Der vollständig freigelegte Grabkomplex gehört in die Eisenzeit (Besiedlungsperiode 3), wie dies die zahlreichen bemalten Scherben und Gefäße der sogenannten Sana'iye-Keramik bezeugen, die aus dem Grabungsgebiet "Industrial Site", etwa 1 km weiter nördlich, bekannt ist, aber auch Bauform und Anlage der Gräber.

Steingeräte und Perlenproduktion

Das hohe Aufkommen von Steinbohrern und Karneolperlen wurde bereits früher beobachtet. Während die Steingeräteindustrien damals in die Eisenzeit datiert wurden, lässt das Vergleichsmaterial aus dem Norden Saudi-Arabiens und dem Südosten der Türkei (Chalkolithikum) eine frühere Datierung möglich erscheinen. Ob die Silexindustrie sich im ummauerten Gebiet oder einst am Rand der sebkha befand, muss noch genauer untersucht werden.

Konservierung und Restaurierung

Neben der Ausdehnung der modernen Besiedlung tragen die umweltlichen Verhältnisse erheblich zur Zerstörung der antiken Überreste bei. Archäologische und bauforscherische Kenntnisse werden für die Entwicklung von Lösungsstrategien der Bauwerkserhaltung angewandt. Organisches Fundmaterial wird restauratorisch behandelt.

Antike Umwelt

Paläobotanik und Paläozoologie
Erste Ergebnisse paläobotanischer Untersuchungen deuten auf eine typische Oasenvegetation hin (Dattelpalme, Artemisia, Tamariske, aber auch Wein). Belegte Tierarten sind Schaf und Ziege sowie eine Reihe von Greifvögeln, die nicht unbedingt in Tayma heimisch gewesen sein müssen. Die vorläufige Auswertung des Befundes erbrachte eine sehr geringe Anzahl von Kamelknochen in den Ablagerungen von Besiedlungsperiode 4, hingegen eine Zunahme während des Verlaufs der Eisenzeit bis nahe 20%.

Geologie und Hydrologie
Die Erforschung der Geologie und der Hydrologie bildet einen Teil jener Untersuchungen, die zur Umweltrekonstruktion der Oase Tayma beitragen. In der sebkha wurden mittels Kernbohrungen der Forschergruppe von der Universität Marburg drei Schnittlinien angelegt, anhand derer ein Ablagerungsprofil rekonstruiert werden konnte. Sowohl diese Bohrungen als auch Luftbildauswertungen und die Ergebnisse eines Querschnitts durch die niedrige Lehmmauer am Nordrand der Siedlung (Areal SE) lassen folgende hypothetische Rekonstruktion zu: Diese Mauer fungierte als Trenn- und Drainagemauer zwischen salzlosen Sedimenten auf einer landwirtschaftlich genutzten Terrasse (ca. 2,3 m unter der Oberfläche) und salzhaltigen Milieus eines tieferen Niveaus (erreichtes Niveau 4,3 m unter der Oberfläche) in der sebkha. Eine fortifikatorische Bedeutung der Mauer ist damit zunächst auszuschließen.
Eine Sondage am Nordrand der sebkha lieferte durch die dort festgestellten Algen und Gastropoden am ordovizischen Fels Hinweise auf die Existenz eines Paläosees in Tayma, dessen Niveau ca. 13 m über der heutigen Oberfläche der sebkha lag.
Die hydrologischen Untersuchungen, die mit einer Oberflächenbegehung des Jahres 2005 zur Sichtung und Kartierung wasserwirtschaftlicher Installationen in der Ruine führten, werden als Teilprojekt (DFG) der Fachhochschule Lübeck systematisch fortgesetzt. Zahlreiche Einrichtungen zur Wassergewinnung und -management sowie Wasserschutzbauten wurden bislang festgestellt.  

Kooperationen

Die archäologischen Untersuchungen in Tayma basieren auf einer schriftlichen Kooperation zwischen dem Deputy Ministry of Antiquities and Museums, Riyadh (vertreten durch den damaligen Deputy Minister Prof. Dr. Sa'ad al-Rashid), und dem Deutschen Archäologischen Institut, Orient-Abteilung (Prof. Dr. Ricardo Eichmann). Ihr Beginn ist der Initiative und der ständigen Unterstützung von Herrn Prof. Dr. Said F. al-Said, King Saud University, Riyadh, zu verdanken. Die Genehmigung und großzügige Unterstützung des Deputy Ministry of Antiquities and Museums (Direktor für Forschung und Surveys, Dr. Dhaifallah al-Talhi) bildeten das Rahmenwerk für das Projekt. Seit 1.1.2008 liegt die Zuständigkeit auf saudi-arabischer Seite bei der Supreme Commission for Tourism (geleitet von Prof. Dr. Ali Ghabban).
Die archäologischen Untersuchungen vor Ort werden gemeinsam von der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin (Direktor Prof. Dr. Ricardo Eichmann, Grabungsleiter Dr. Arnulf Hausleiter [DFG], GIS und Dokumentation Dr. Thomas Götzelt [DFG]) und der King Saud University, Riyadh (Prof. Dr. Said F. al-Said) durchgeführt; spezielle Forschungsaufgaben werden in mehreren Teilprojekten wissenschaftlich untersucht (siehe unten). Das Museum für Archäologie und Ethnografie in Tayma als Teil der Antikenverwaltung bildet die infrastrukturelle Ausgangsbasis vor Ort (Direktor: Mohammed Hamed al-Najem).

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

- C14-Datierungen: Dr. Joachim Görsdorf, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin, Zentrale (bis 2007)
- Geologie und Geoarchäologie: Prof. Dr. Helmut Brückner, Jan Bosch, Max Engel, Universität Marburg, FB Geographie
- Epigrafik, Forschungsgeschichte: Prof. Dr. Said F. al-Said, King Saud University, Riyadh
- Epigrafik, Keilschrifttexte: Dr. Hanspeter Schaudig, Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg, Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients, Assyriologie
- Geschichte und Textquellen: Prof. Dr. Norbert Nebes, Universität Jena
- Hydrologie und Wasserbau (DFG-Teilprojekt): Prof. Dr. Matthias Grottker, Benjamin Heemeier, Fachhochschule Lübeck, Labor für Siedlungswasserwirtschaft
- Mineralogie und Petrographie (Teilprojekt Keramikanalysen): Prof. Dr. Claudio Mazzoli, Mirko Giannetta, Università degli Studi, Padova, Dipartimento di Mineralogia e Petrologia
- Paläobotanik: Drs. Reinder Neef, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin, Zentrale
- Paläozoologie: Prof. Dr. Norbert Benecke, Michael Hochmuth, Deutsches Archäologisches Institut, Berlin, Zentrale
- Stadtmauerforschung (Teilprojekt der Fritz-Thyssen-Stiftung): Prof. Dr. Klaus Rheidt (Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU)), Dr. Peter I. Schneider
( Architekturreferat der Zentrale des DAI)

Wissenschaftliche Dienstleistungen

- C14-Datierungen: Leibniz-Labor für Altersbestimmungen, Christian-Albrechts-Universität, Kiel
- Geophysikalische Prospektionen (2005) und Auswertung: Zentralanstalt für Metrologie und Geodynamik, Wien
- Geophysikalische Prospektionen (2004) und Auswertung: GGH GbR, Freiburg
- Konservierung, Restaurierung (Stein), Bauwerkserhaltung: ars restauro
- Konservierung, Restaurierung (organische Materialien), Bauwerkserhaltung: Büro für Restaurierungsberatung Götz, Lindlar, Breu
- Vermessung: Fachhochschule Karlsruhe, Institut für Geomatik

Teilnehmer

Majid al-Anizy (2004-2, 2005-1, 2006, 2007-2, 2008-1), Norman Basler (2008-1), Abdallah Basonbul (2004-2, 2005-1, 2006-1), Erol Bayirli (2005-1), André Beuger (2004-2, 2005-1, 2006-2), Jan Bosch (2006-2, 2007-1, 2008-1), Christian Bost (2005-2, 2006-1), Helmut Brückner (2006-2, 2007-1), Andreas Bussas (2008-1), Oliver Conradt (2007-1), Mirco Cusin (2004-1, 2005-1, 2006-2007), Khalil / Abdulaziz al-Dayel (2005, 2007-2, 2008-1), Florian Deinert (2007-1), Ricardo Eichmann (seit 2004), Max Engel (2006-2, 2007-1, 2008-1), Khaled Eskoubi (2008-1), Thomas Ewender (2006-1), Denny Fauter (2007-1), Armin Frei (2006-1), Mirko Giannetta (2006-1, 2007-1), Stefan Giese (2004-1), Andreas Ginau (2008-1), Thomas Götzelt (seit 2004-2), Matthias Grottker (2005-1, 2007-1, 2008-1), Detlef Grubert (2004-1), Johannes Hackl (2004-1, 2005-1), Rene Hahn (2008-1), Matthias Hamann (2005-1, 2007-1), Holger Hanisch-Gräfe (2006-1, 2007-1, 2008-1), Arnulf Hausleiter (seit 2004), Benjamin Heemeier (2007-1), Markus Heller (2008-1), Jeza al-Herbi (2005, 2006-1), Michael Hochmuth (2006-1), Christian Hübner (2004-1), Andrea Intilia (seit 2005), Heinz Jantzen (2006-1, 2007-1, 2008-1), Ulrich Kapp (2008-1), Patrick Keilholz (2007-1, 2008-1), Daniel Keller (2006-2), Arno Kose (2006, 2007-1, 2008-1), Johannes Kramer (2008-1), Jan Krumnow (2005, 2006, 2007-1, 2008-1), Guido Licciardi (2005-2), Gereon Lindlar (2007-2, 2008-1), Sebastiano Lora (2006-1, 2007, 2008-1), Claudio Mazzoli (2006-1, 2007-1), Max Möhle (2006, 2007-1), Franz Moll (2005, 2006-1), Maher al-Moosa (2004-2, 2005, 2006-2), Faisal al-Mughailly (2006-2), Mohammed al-Najem (seit 2004), Reinder Neef (2005-1, 2006-1, 2008-1), Andreas Nette (2007-1), Arno Patzelt (2007-1, 2008-1), Emmanuele Petiti (2008-1), Alexander Pfützner (2008-1), Christoph Purschwitz (2005-1, 2006-1, 2007-1), Thomas Pusinelli (2007-1), Naif al-Qanur (2004-2, 2005, 2006), Andrea Ricci (2005-1), Said F. al-Said (2004-2), Alberto Savioli (2004), Hanspeter Schaudig (2005-1), Olivier Scheeck (2006-1), Peter Schneider (2005-1, 2006, 2007-1, 2008-1), Philipp Schwinghammer (2004-1, 2005-1, 2006-1), Sirri Seren (2005-1), Marian Stickel (2005-1), Gunnar Sperveslage (2005-2, 2006-1, 2007-1, 2008-1), Francelin Tourtet (2008-1), Anselm Ullmann (2006-1), Friedrich Weigel (2008-1), Kai Wellenbrock (2008-1), Hagen Wirsing (seit 2007), Florian Ziegler (2005-2, 2006-1).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin

Claudia Beuger (2007), Helga Kosak (2008), Anna Kress (2005), Melanie Münzner (seit 2008), Jana Rogasch (seit 2005), Susanna Wittmann (2005), Benjamin Andreas (2007).

Danksagung

Allen Personen und Institutionen, die das Projekt unterstützt haben, sagen wir unseren herzlichen Dank. Den saudi-arabischen Kollegen in Khuraybah danken wir für die freundliche Aufnahme ebenso wie der saudi-arabisch-französischen Expedition in Madain Salih. Der wachsenden Besucherzahl in Tayma danken wir für ihr Interesse an der Arbeit des Kooperationsprojekts.

Prinz Sultan bin Salman, Präsident der General Commission for Tourism and Antiquities, besuchte die Ausgrabung und das Museum von Tayma im Frühjahr 2008. Der Emir von Tabuk, Prinz Fahd bin Sultan bin Abdulaziz, stattete im Frühjahr 2006 dem Kooperationsprojekt einen Besuch ab. Der Muhafadh von Tayma und der Vorsteher der Stadtverwaltung in Tayma zeigten freundliches Interesse am Fortgang der archäologischen Arbeiten. Die Deutsche Botschaft in Riyadh und das Generalkonsulat in Jeddah leisten stets freundliche Unterstützung in Verwaltung, Logistik und Öffentlichkeitsarbeit. 

Ansprechpartner

Prof. Dr. phil. Ricardo Eichmann

Vorderasiatische Archäologie
Telefon: 03018-7711-0
Telefax: 03018-7711-189
Email: orient@dainst.de

Dr. phil. Thomas Götzelt (DFG)

Vorderasiatische Archäologie
Telefon: 03018-7711-202
Telefax: 03018-7711-189
Email: orient@dainst.de
weitere E-Mail Adresse: tg@orient.dainst.de

Dr. phil. Arnulf Hausleiter (DFG)

Vorderasiatische Archäologie
Telefon: 03018-7711-121
Telefax: 03018-7711-189
Email: orient@dainst.de
weitere E-Mail Adresse: arh@orient.dainst.de

externe Ansprechpartner

General Commission for Tourism and Antiquities
Section for Antiquities and Museums
P.O. Box 66680 Riyadh 11586 Saudi-Arabia
Tel: +966-1-8808855
Fax: +966-1-8808844

Förderung

Das Projekt wird finanziert mit einer Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn, (DFG) sowie aus Mitteln der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts. Logistische und technische Unterstützung leistet das Museum für Archäologie und Ethnografie in Tayma sowie die Antikenverwaltung in Tabuk.

Das Teilprojekt Wasserbau der Fachhochschule Lübeck wird gefördert mit einer Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn, (DFG).

Das Stadtmauerprojekt der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) und des Architekturreferats der Zentrale des DAI wird gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung.

Die naturwissenschaftlichen Untersuchungen der Keramik werden unterstützt von der Università degli studi di Padova.

Die Firma Hansa Luftbild, Riyadh, leistet Unterstützung in Logistik und Gerät.  

Literatur

Allgemeine Informationen zu Tayma

al-Ansary, A., Abu al-Hasan, H.
2002. Tayma. Crossroads of Civilizations. Riyadh.
Buhl, F., Bosworth, C.E.
1999: s.v. Tayma'. Encyclopedia of Islam (2nd edition), 430-431. Leiden.
Eichmann, R., Hausleiter, A., Götzelt, T.
2006: Einstmals an der Weihrauchstraße, Forschung - Das Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft 4/2006, 3-9 (download).
Parr, P.J.
1997: s.v. Tayma'. In: E.M. Meyers ed., The Oxford Encyclopedia of Archaeology in the Near East 5. 160-161. New York/Oxford.

Geschichte und Archäologie der Region

al-Ansary, A.R., Abu al-Hassan, H.
2004: Die alten Kulturen von al-'Ula und Mada'in Salih. Bedeutende Städte an der Weihrauchstraße, Bd. 1, Riyadh.
Euting, J.
1896-1914. Tagebuch einer Reise in Inner-Arabien. Leiden.
Jaussen, J.A., Savignac, R.
1909-22. Mission archéologique en Arabie. Paris (Reprint 1997).
Parr, P.J., Harding, G.L., Dayton, J.E.
1972: Preliminary survey in Northwest Arabia. BIA 10: 23-62.
Philby, H.St.J.
1957. The Land of Midian, London.
Winnett, F.V., Reed, W.L.
1970. Ancient Records from North Arabia. Toronto/Buffalo.

Berichte über den archäologioschen Survey in NW Arabien sind in der Zeitschrift ATLAL publiziert.

Spezifische Untersuchungen

Bawden, G.
1981. Recent Radiocarbon Dates from Tayma. ATLAL 5: 149-153.
Bawden, G., Edens, C.
1989. History of Tayma' and Hejazi trade during the first millennium B.C. JESHO 32: 48-103.
Briquel-Chatonnet, F., Robin, C.
1997. Objets d'Arabie Nord-Ouest (autres objets d'Arabie), no. 199-204. In: Calvet, Y., Robin, C. eds., Arabie heureuse - arabie deserte. Les antiquités arabiques du Musée du Louvre. Paris: 260-264.
Farès-Dappeau, S.
2005. Dédan et Lihyan, Histoire des Arabes aux confins des pouvoirs perse et hellénistique (IV-II avant l'ère chrétienne), Lyon.
al-Ghazzi, A.
2000. Dating and ascertaining the origin of the painted al-Ula pottery. ATLAL 15: 179-190.
Hayajneh, H.
2001. First evidence of Nabonidus in the Ancient North Arabian inscriptions from the region of Tayma'. PSAS 31: 81-95.
Macdonald, M.A.
1997. Trade routes and trade goods at the northern end of the 'Incense Road' in the first millennium B.C. In: Avanzini, A. ed., Profumi d'Arabia. Atti del Convegno. Rom: 333-349.
Müller, W.W. und al-Said, S.
2002. Der babylonische König Nabonid in taymanitischen Inschriften. In: Nebes, N. ed., Neue Beiträge zur Semitistik. Wiesbaden: 105-121.
Parr, P.J.
1988. Pottery of the late second millennium B.C. from North West Arabia and its historical implications. In: Potts, D.T. ed., Araby the blest. Studies in Arabian archaeology. Copenhagen: 73-90.
Schaudig, H.
2001. Inschriften Nabonids von Babylon und Kyros' des Großen samt den in ihrem Umfeld entstandenen Tendenzschriften. Textausgabe und Grammatik. Münster (=AOAT 256).

Bisherige Untersuchungen in Tayma

Abu Duruk, H.I.
1986. Introduction to the Archaeology of Tayma. Riyadh.
Bawden, G., Edens, C., Miller, R.
1980. Preliminary archaeological investigations at Tayma. ATLAL 4: 69-106.
al-Najam, M.H.
2000. Irrigation system and ancient water resources in Tayma area. ATLAL 15: 191-200.
at-Taima'i, M.H. (al-Najem, M.H.)
2006. Mintaqa rujum sa's'a bi-Tayma. Riyadh.

Weitere Vorberichte sind in der Zeitschrift ATLAL publiziert.

Vorberichte

Bosch, J., Engel, M., Brückner, H., Eichmann, R., Götzelt, T., Hausleiter, A., al-Najem, M., al-Said, S.
2007: Geoarchaeological studies in arid environments - the case of the Tayma oasis, Saudi-Arabia (Poster, Jahrestreffen der AG Geoarchäologie, Regensburg).
Deputy Ministry of Antiquities and Museums
2007: Mashru' al-ba'tha al-athariyya al-sa'udiyya al-almaniyya al-mushtaraka li-l-tanqib 'an athar Tayma', Riad.
Eichmann, R.
Im Druck: Tayma - Oasis and trade center on the frankincense caravan route. Adumatu.
Eichmann, R., Hausleiter, A., al-Najem, M., al-Said, S.
2006: Tayma - Spring 2004. ATLAL 19: 91-116 (arab. Fassung 191-216).
Im Druck: Tayma - Autumn 2004 and Spring 2005. ATLAL 20.
Eichmann, R., Schaudig, H., Hausleiter, A.
2006: Archaeology and Epigraphy at Tayma (Saudi-Arabia), Arabian Archaeology and Epigraphy 17, 163-176.
al-Ghabban, A.
2008: L'influence de Babylone à Tayma et dans sa région à la lumière des découvertes archéologiques récentes. In: B. André-Salvini ed., Babylone. Paris: 231-232.
Hausleiter, A.
2006: Tayma, North-West Arabia. The context of archaeological research. Special Issue of Oriental Studies. Collection of papers on Ancient Civilizations of Western Asia, Asia Minor and North Africa, Peking, 160-182.
2008: Stèle néo-babylonienne de Tayma (Teiman). In: B. André-Salvini ed., Babylone. Paris: 187.

Tayma im Fernsehen

"Flucht aus Babylon" in der Serie Schliemanns Erben des ZDF, ausgestrahlt am 9.3.2008
Abrufvideo beim ZDF  

 


 
 

Aktualisiert: 11.11.2008

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