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Rom, Kaiserpalast

Die 'Domus Severiana' und das Gartenstadium der Kaiserpaläste auf dem Palatin in Rom

Baugeschichtliche Erforschung der Entwicklung der Kaiserpaläste auf dem Palatin von den Anfängen unter Kaiser Augustus bis in spätantike Zeit. Erstellung eines Bauwerkinformationssystems.

Location

Die Kaiserpaläste der römischen Kaiser auf dem Palatin, einem der sieben Hügel Roms, bildeten in der Antike zusammen mit dem nördlich angrenzenden Forum Romanum, dem Capitol im Westen und dem im Süden vorgelagerten Circus Maximus das Zentrum der Hauptstadt des Römischen Reiches.

Departments:
Devision of Building Archaeologie at the Head Office

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Objectives

    
  Kaiserpaläste  
    
  Das Gartenstadium  

Trotz einer langen Forschungsgeschichte kann die architektonische Entwicklung und die Rekonstruktion der Funktionen der einzelnen Teile des Palastes der römischen Kaiser auf dem Palatin als weitgehend unerforscht gelten. Ziel ist es, ausgehend von einer erstmaligen umfassenden Baudokumentation und bauforscherischen Analyse der sogenannten Domus Severiana und des Gartenstadiums im Südosten des Hügels die einzelnen Bauphasen des gesamten Kaiserpalastes sowie das Erscheinungsbild und die Funktion der einzelnen Palastteile zu rekonstruieren. Durch den Aufbau eines Bauwerksinformationssystems bestehend aus dem 3D-Modell der Anlage, das mit einer Datenbank verknüpft ist, soll auch ein Beitrag zur Entwicklung innovativer Aufarbeitungs- und Präsentationsmethoden innerhalb der archäologischen Bauforschung geleistet werden.  

Previous Activities

    
  'Domus Severiana'  

Ab 1998 wurden im Auftrag der Soprintendenza Archeologica di Roma als vorbereitende Sanierungsmassnahmen von den Lehrstühlen für Baugeschichte und Vermes-sungskunde der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus eine Bau-aufnahme der sogenannten Domus Severiana im Südosten des Palatins erstellt. Ab 2001 konnten die Bauaufnahme ebenfalls im Auftrag der römischen Antikendirektion um den Bereich des Gartenstadiums und den antiken Resten unter dem Kloster San Bonaventura erweitert werden.  

Current Work

    
  Bauwerkinformationsmodell  

Auf der Grundlage der detaillierten Baudokumentation erfolgt derzeit eine Bauanalyse der dokumentierten Bereiche, die auch einen Katalog der Baudekoration und eine Bearbeitung der Ziegelstempel umfasst. Parallel wird ein 3D-Modell der Anlage erstellt, das sowohl die Grundlage für Rekonstruktionsüberlegungen zu den einzelnen Bauphasen bildet, als auch durch Verknüpfung mit Datenbanken in ein hybrides Bauwerkinformationsmodell überführt werden soll.  

Results

    
  'Domus Severiana'  
    
  Bauphasen  
    
  Rekonstruktionsversuch  

Die Bauuntersuchungen zur 'Domus Severiana' und zum Gartenstadium haben voll-kommen neue und unerwartete Ergebnisse zu diesem von der Forschung bislang vernachlässigten Teilbereich der Kaiserpaläste erbracht. Die bisherige Forschungs-meinung, dass die 'Domus Severiana' eine Erweiterung des Palastes von Kaiser Do-mitian (81 - 96 n. Chr.) um den Neubau einer Therme in severischer Zeit (Anfang 3. Jh. n. Chr.) darstellt, muss danach revidiert werden. Es konnte vielmehr nachgewiesen werden, dass hier bereits in domitianischer Zeit ein zusätzlicher großer Gebäu-dekomplex bestand, der zusammen mit dem Gartenstadium untrennbar mit der Gesamtanlage des flavischen Kaiserpalastes verbunden ist. Über hohen Substruktionen erhob sich auf einer künstlich geschaffenen Plattform im Südosten des Palatins eine Art "hängender Garten" mit luftigen Aussichtsräumen, großen Wasserbecken und ges-talteten Gartenanlagen. Auch Kaiser Domitian wollte wie vor ihm schon Kaiser Nero mit seiner berühmten Domus Aurea (beg. 64 n. Chr.) nicht auf den Luxus einer "Villa in der Stadt" verzichten.Der severischen Phase kommt dagegen keine so große Bedeutung zu, wie bisher all-gemein angenommen wurde, da der domitianische Bau zwar Anfang des 3. Jhs. n. Chr. erweitert wurde, sich die Haupträume aber offensichtlich an älteren Strukturen orientier-ten. Sollten sich die bisherigen Untersuchungen bewahrheiten, so haben erst die severischen Kaiser in diesem Bereich der Palastanlage eine von der Ausdehnung noch bescheidene Therme eingerichtet. Den End- und einen Glanzpunkt stellte die nochmali-ge gewaltige Erweiterung dieser Thermenanlage dar, die vermutlich Kaiser Maxentius (306-312 n. Chr.) zuzuschreiben ist.Diese ersten Resultate haben zusammen mit den wichtigen neuen Ergebnissen der Grabungen in der 'Vigna Barberini' durch die Ècole Française de Rome eine differenzierte Phasenabfolge und Neuinterpretation des gesamten Kaiserpalastes zur Folge. Danach muss der bisher als blockhaft geschlossen und introvertiert interpretierte Palast des Domitian wesentlich größer und um weitläufige Gartenanlagen und raffinierte Aus-sichtsarchitektur bereichert rekonstruiert werden. Zusammen mit den Parkanlagen und Villentrakten besetzte er schon in flavischer Zeit den gesamten Ostteil des palatinischen Hügels. 

Cooperation

Lehrstuhl für Baugeschichte und Lehrstuhl für Vermessungskunde der BTU Cottbus
Soprintendenza Archeologica di Roma 

Contact

Dr.-Ing. Ulrike Wulf-Rheidt

Bauforschung
Telefon: 01888-7711-138
Telefax: 01888-7711-191
Email: uwr@dainst.de
Further Email Addresses: architektur@dainst.de

Sponsors

Soprintendenza Archeologica di Roma
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Fritz Thyssen Stiftung
DAAD  

Bibliography

A. Hoffmann, U. Wulf,: Vorbericht zur bauhistorischen Dokumentation der sogenannten Domus Severiana auf dem Palatin in Rom, in: RM 107, 2000, 279-298. U. Wulf, Die Pracht der Macht. Die Paläste der römischen Kaiser zwischen Luxus und Repräsentation in: K. Rheidt - E.L. Schwandner (Hrsg.) Architektur der Macht - Macht der Architektur, DiskAB 8 (2004) 168-179 . U. Wulf, Die Kaiserpaläste auf dem Palatin in Rom. Von den 'bescheidenen Anfängen' unter Augustus zum urbanistischen Zentrum eines Weltrei-ches, in: Nürnberger Blätter zur Archäologie Heft 19, Jg 2002/2003, 121-146. A. Hoffmann, U. Wulf (Hrsg.), Die Kaiserpaläste auf dem Palatin in Rom. Das Zentrum der antiken Welt und seine Bauten (2004).  

 


 
 

updated: 03/20/08

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