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Die römische Armee im Osten zwischen Staatskult und lokalen religiösen Kulturen

Die römische Armee im Osten zwischen Staatskult und lokalen religiösen Kulturen

Departments:
Commission for Ancient History and Epigraphy Munich

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History

    
  Die römische Armee im Osten zwischen Staatskult und lokalen religiösen Kulturen  

Den römischen Staatskult lernten viele Provinzialen erst in der Armee näher kennen. Aber Rekruten legten auch nicht in dem Augenblick, in dem sie das Lager betraten, ihre heimatlichen religiösen Vorstellungen ab. Genauso wenig taten dies ihre unmittelbaren Vorgesetzten und die hohen Offiziere, die oft aus entfernten Reichsteilen kamen. Auch mit den Kulten der Stationierungsorte kam man in Berührung. In der römischen Armee begegneten sich aus dienstlichen und aus privaten Zusammenhängen heraus die unterschiedlichsten Kulte. Abkommandierte einzelne Soldaten, verlegte Formationen und entlassene Veteranen trugen wiederum die Kulte, die sie kennengelernt hatten, zu ihren neuen Dienst- oder Wohnorten.  

Objectives

Diese Rolle, die die Armee bei der Verbreitung von Kulten und der Durchdringung mit neuen religiösen Anschauungen zwischen den verschiedenen lokalen Kulturen des Reiches spielte, wurde bisher vor allem für die Provinzen des weit besser erforschten Westens untersucht. Das Forschungsprojekt will dies für den Osten mit seinen in vieler Hinsicht anders gestalteten Voraussetzungen auf der Basis von Inschriften, Papyri, literarischen Aussagen und archäologischen Befunden nachholen, soweit es die Quellen zulassen. Es geht um die Frage, auf welchen Wegen und in welchem Ausmaß das überregionale System "Armee" unter dem Gesichtspunkt der Religion und der kultischen Praxis von den lokalen Kulturen beeinflußt wurde und wie es auf sie zurückwirkte. Dabei ist auch zu überprüfen, ob die einzelnen Heeresgruppen im Laufe dieser Prozesse partiell und auf inoffiziellem Wege religiöse "Subsysteme" ausbildeten. Schließlich ist zu fragen, wie sich der die religiöse Welt des Heeres im Kern treffende Wechsel vom römischen Staatskult zum Christentum in der Armee des Ostens im 4. Jh. vollzog.

Nirgendwo dürften sich im Osten des Reiches Reichsreligion und lokale Religionen so oft berührt haben wie im Heer. Nirgendwo anders sollten diese für das Schwerpunktprogramm zentralen Prozesse von Auseinandersetzung und Beeinflussung so gut zu fassen sein wie dort. 

Cooperation

Gemeinsame Leitung des Projektes mit Prof. Dr. W. Eck (Universität zu Köln).  

Contact

PD Dr. phil. Rudolf Haensch

Telefon: +49-(0)89-286767-60
Telefax: +49-(0)89-286767-80
Email: haensch@aek.dainst.de

Sponsors

Im Rahmen des Schwerpunktprogramms "Römische Reichsreligion und Provinzialreligion" der Deutschen Forschungsgemeinschaft.  

Bibliography

- R. Haensch, La christianisation de l´armée romaine, in: Y. Le Bohec/ C. Wolff (ed.), L´armée romaine de Dioclétien à Valentinien Ier, Actes du Congrès de Lyon (12-14 septembre 2002), Lyon 2004, 525-531
- R. Haensch, Heidnische Armeepriester und die kaiserlichen Maßnahmen zur Stärkung paganer Religionen, in: L. de Blois u. a. (ed.), Fifth Workshop of the International Network Impact of Empire, Münster, June 30 - July 4, 2004, The Impact of Imperial Rome on Religions, Ritual and Religious Life in the Roman Empire (im Druck)  

 


 
 

updated: 01/14/08

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