History
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Der Kirchenbau in den spätantiken Patriarchaten Antiocheia und Jerusalem und der antike Euergetismus
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Die rasche Christianisierung des Römischen Reiches in der Spätantike führte zu einer Welle von Kirchenbauten. In diesen Kirchen wurde gerne mit Inschriften darauf hingewiesen, wer die Bauten des neuen Glaubens organisiert und finanziert hatte, aus welchen Motiven heraus er gehandelt hatte und wie diese Bauprojekte in die neuen kirchlichen Gemeinden mit dem Bischof an der Spitze eingebunden waren. Allein aus dem Gebiet der beiden spätantiken Patriarchate Antiocheia und Jerusalem, die sich von der heutigen Südosttürkei über Syrien und Jordanien bis Palaestina erstreckten, sind über 1000 solcher - oft noch in situ erhaltener - Inschriften bekannt. Jährlich werden circa zwanzig weitere gefunden. Diese Inschriften wurden gesammelt und im Rahmen einer Habilitationsschrift unter historischen Gesichtspunkten ausgewertet. Leitfrage war dabei, wer diese Baumaßnahmen finanziert hatte und wie sich diese Personen und die entsprechenden Kleriker selbst darstellten. Speziell wurde untersucht, inwieweit das für die Antike generell wichtige Phänomen des Euergetismus - d. h. der Finanzierung der für die Allgemeinheit bestimmten Bauten durch sozial herausragende Einzelne, um deren Position zu rechtfertigen - auch noch für den spätantiken Kirchenbau eine Rolle spielte. Für alle diese Fragen ist der archäologische Kontext der jeweiligen Inschrift von großer Wichtigkeit, da die Inschriften das nicht mehr explizit erwähnen, was sich ihrem Anbringungsort entnehmen ließ. Ob eine Bauinschrift von der Erbauung einer ganzen Kirche oder eines Raumes berichtete, läßt sich z.B. oft nur anhand ihres Anbringungsortes entscheiden.
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