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x. abgeschlossene Projekte: Dedecik-Heybelitepe (türkçe)

Dedecik/Heybelitepe

Ein neolithischer Siedlungsplatz an der anatolischen Westküste

Lage

Der Fundplatz Dedecik-Heybelitepe befindet sich ca. 35 km südlich von Izmir am Rand der Ebene von Torbalı etwa 2 km südlich der antiken Stadt Metropolis. Der prähistorische Siedlungsplatz am Südhang eines natürlichen Geländevorsprungs liegt am westlichen Rand der Ebene von Torbalı, die durch das Ost-West verlaufende Flusstal des Kleinen Mäander über eine natürliche Anbindung sowohl zum Hinterland als auch zum Meer verfügt. Die prähistorische Fundstelle war in den 90er-Jahren von R. Meriç entdeckt worden.

Abteilungen:
Abteilung Istanbul

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

 

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Ziele

In den letzten Jahren mehren sich die Anzeichen, dass Westanatolien bei der Übermittlung der bäuerlichen Lebensweise nach Europa eine bedeutende Rolle zukam. Der Bereich der anatolischen Westküste ist für die vorbronzezeitlichen Perioden und insbesondere für das Neolithikum und frühe Chalkolithikum noch unzureichend erforscht und kaum durch Grabungen sondern nahezu ausschließlich durch Oberflächenfunde bekannt. Von besonderem Interesse ist dabei das ausgehende 7. und frühe 6. vorchristliche Jahrtausend, und damit genau der Zeitabschnitt, in dem in Griechenland und Südosteuropa das Neolithikum beginnt. Die Unternehmung in Dedecik-Heybelitepe soll einen Beitrag zur Verbesserung der Quellensituation für diese Periode in Westanatolien leisten. Durch Vorlage eines nachweislich zusammengehörigen Fundensembles, können andere bereits bekannte Oberflächenfunde besser eingeordnet werden.  

Bisherige Arbeiten

    
  Blick von S nach N auf die Grabungen  

Im Sommer 2003 und 2004 wurden mehrere Sondagen angelegt. Zunächst wurden Untersuchungen am oberen, mittleren und unteren Hangabschnitt vorgenommen um die Ausdehnung der Fundstelle besser bestimmen zu können und Anhaltspunkte für die Anlage weiterer Grabungsflächen zu gewinnen. Die Analyse des Fundmaterials - zumeist Keramik und Steingeräte - wurde in Angriff genommen. Einige Obsidianartefakte wurden zur Herkunftsbestimmung naturwissenschaftlich analysiert.  

Methoden

    
  Arbeiten an den Sondagen im unteren Hangbereich  

Grabungs- und Dokumentationsarbeiten wurden von einem kleinen Team bewerkstelligt. Zwischen den jeweils 5x5 m großen Grabungsflächen erlauben 1 m breite Stege mit Profilen eine nachträgliche Kontrolle und Dokumentation der Abfolge. Das Fundmaterial wurde für die Auswertung nach 5-10 cm mächtigen Abhüben getrennt. Die Untersuchung der Keramik und Kleinfunde wird von C. Lichter, die der Steingeräte von L. Herling vorgenommen. Naturwissenschaftliche Analysen der Obsidianproben wurden am Institut für Archäometrie in Freiberg von K. Kasper durchgeführt. 

Ergebnisse

    
  Frühbronzezeitliche Bestattung in linker Hocklage  

Auf der Hügeloberfläche befindet sich ein byzantinisches Gräberfeld des 10./11. Jahrhunderts so dass evtl. vorhandene ältere Siedlungsreste völlig zerstört worden sind.
Im mittleren Hangbereich hat die Erosion die Kulturschicht auf nur wenige Zentimeter reduziert, während sich die Sedimentakkumulation und Kulturschichten im unteren Hangbereich stellenweise auf eine Mächtigkeit von bis zu 2,5 m addieren.
Die Arbeiten der Kampagne 2004 konzentrierten sich auf den unteren Hangabschnitt wo insgesamt drei 5 x 5 m große, durch jeweils 1 m breite Profilstege voneinander getrennte Flächen geöffnet wurden. 0,8 m unter der Oberfläche kam eine quer zum Hang verlaufende Mauer aus Bruchsteinen zum Vorschein, die über zwei Grabungsflächen verfolgt werden konnte und z. T. noch bis zu sieben Steinlagen hoch erhalten war. Zwei O-W orientierte Steinkistengräber eines erwachsenen Individuums und eines Kindes in linker bzw. rechter Hocklage lagen nördlich der Mauer bzw. wurden durch diese gestört. Beim Schädel befand sich jeweils ein Gefäß. Mauer und Bestattungen können nach der gefundenen Keramik der Frühbronzezeit zugeordnet werden.
In der darunter liegenden Schicht, die sich auch durch eine hellere Färbung deutlich abzeichnete, kam ausschließlich spätneolithisch/frühchalkolithisches Fundmaterial zum Vorschein, das sich mit Keramik aus dem südwestanatolischen Seengebiet (Hacılar) gut vergleichen lässt. Ein Stempel aus Ton mit konzentrischen Kreisen auf der Stempelfläche findet in Form und Verzierung Entsprechungen in Zentralanatolien, Griechenland und dem Südbalkan und belegt die Kulturverbindungen in dieser Zeit. Als Rohmaterial für die geschlagene Steinindustrie wurde Obsidian von der Kykladeninsel Melos verwendet, der damit in Westanatolien für diese frühe Zeit erstmals zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte und die intensiven Beziehungen zum ägäischen Raum dokumentiert.  

Kooperationen

Projektleitung: C. Lichter in Kooperation mit R. Meriç (Dokuz-Eylül Universität Izmir) und der Grabung Metropolis 

Externe Ansprechpartner

Dr. Clemens Lichter, über die Abteilung İstanbul des Deutschen Archäologischen Institus, Inönü Cad. 10
34437 İstanbul, Türkei, Tel : +90-(0)212-393 76 10, Fax : +90-(0)212-393 76 40, Email : sekretariat@istanbul.dainst.org


 
 

Aktualisiert: 05.02.2009

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