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Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jemen

 
Ausstellungseröffnung Hermann Burhardts
 
Bundeskanzler Gerhard Schröder und Iris Gerlach
 
Bundeskanzler Gehrhard Schröder, links: Deutscher Botschafter in Sanaa: Frank Marcus Mann

Am 2. und 3. März besuchte Bundeskanzler Gerhard Schröder im Rahmen seiner siebentägigen Arabien-Reise den Jemen. Neben politischen und wirtschaftlichen Themen stand während seines Aufenthaltes die Kultur des Landes im Vordergrund. Der Bundeskanzler besichtigte die seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Altstadt von Sanaa und eröffnete gemeinsam mit dem Ministerpräsident Abdulqader Ba Jammal eine Ausstellung mit historischen Photographien des Entdeckungsreisenden Hermann Burchhardt aus den Jahren 1900-1909. Die Führung des Bundeskanzlers durch die Ausstellung übernahm Frau Dr. Iris Gerlach, Leiterin der Außenstelle Sanaa der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts.
Die Ausstellung beruht auf einer Initiative der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Sanaa und wurde von Frau Dr. Ingrid Pfluger-Schindlbeck, Leiterin der Abteilung Islamischer Orient des Ethnologischen Museum Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Botschafter, Herrn Frank Marcus Mann, sowie dem Kulturattaché der Botschaft, Herrn Hendrik Selle, konzipiert.
Der begleitende Katalog zur Ausstellung "Hermann Burchhardt im Jemen - Photographische Reisen 1900-1909" erscheint in Band 3 der vom Deutschen Archäologischen Institut, Außenstelle Sanaa, und der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Sanaa herausgegebenen Reihe "Hefte zur Kulturgeschichte des Jemen". Er ist über die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Sanaa gegen eine Schutzgebühr von 10 erhältlich (www.sanaa.diplo.de; E-mail: zreg@sana.diplo.de).

Hermann Burchhardt im Jemen. Photographische Reisen 1900-1909 Hefte zur Kulturgeschichte des Jemen Band 3, Sanaa 2005
Als der deutsche Entdeckungsreisende und ehemalige Kaufmann Hermann Burchardt zu Beginn des 20. Jahrhunderts drei Expeditionen in den Jemen unternahm, war er einer der ersten Ausländer, die mit der damals noch jungen Technik der Photographie das Land und seine Bewohner dokumentierten. Damals war der unter osmanischer Herrschaft stehende Jemen für die westliche Welt noch kaum mehr als ein ferner und exotischer Landstrich. Burchardt war nicht der erste Deutsche, den es in diese Gegend zog. Einer der frühesten europäischen Besucher des Jemens war der aus Friesland stammende Carsten Niebuhr, der im Auftrag des dänischen Königs zwischen 1761 und 1767 Arabien bereiste. Niebuhr hat in Deutschland eine Tradition wissenschaftlichen und populären Interesses am Jemen begründet, die sich über Abenteurer und Forscher wie Ulrich Jasper Seetzen, Adolf v. Wrede, Heinrich v. Maltzan, Leo Hirsch, Hermann Burchardt und Hans Helfritz bis zu den Ausgrabungsprojekten des Deutschen Archäologischen Instituts erstreckt, dessen Außenstelle Sanaa vor zwei Jahren ihr 25jähriges Jubiläum begehen konnte. Sie alle trugen und tragen dazu bei, dass der Jemen dem Bewusstsein Europas näher gerückt ist.
Der Jemen von heute ist freilich nicht mehr der Jemen Burchardts. Wenn seine Photographien einst dazu dienten, die räumliche Entfernung zwischen Morgenland und Abendland zu überbrücken, so ist es heute die zeitliche Entfernung, die ihren Reiz ausmacht. Dies gilt insbesondere für die Ausstellung "Hermann Burchardt im Jemen", die die Aufnahmen an den Ort ihrer Entstehung zurückbringt und damit erstmals einer größeren Öffentlichkeit und speziell dem jemenitischen Publikum zugänglich macht. Bei der Anfertigung seiner Photographien verstand es Burchardt nicht nur, das Leben der damaligen Bevölkerung - der Städter, der Landbewohner, der Beduinen - mit Sorgfalt und Einfühlungsvermögen abzubilden, sondern er dokumentierte auch zahlreiche Baudenkmäler. Viele dieser Monumente sind heute zerstört, andere wiederum haben das letzte Jahrhundert überdauert. Dazu zählt die von Burchardt im Jahre 1901 photographierte al-'A-miri-yya-Moschee in Rada-', die mit Hilfe einheimischer und ausländischer Experten aufwändig restauriert wurde und nun in neuem Glanz erstrahlt. Dem heutigen Jemenreisenden zeigen die Bilder sowohl die rasante Entwicklung, die das Land durchlaufen hat, als auch die fest verwurzelten Traditionen, die vieles bis heute bewahrt haben. Der Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jemen am 2. und 3. März 2005, der die besondere Qualität der deutsch-jemenitischen Beziehungen unterstreicht, war ein würdiger Anlass, um in Sanaa im Haus der Kultur eine von der deutschen Botschaft angeregte Ausstellung zu eröffnen, die sich erstmals dem Schaffen Hermann Burchardts im Jemen widmet. Der weit umfangreichere Schatz der Photographien Burchardts befindet sich im Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin, von dem die Ausstellung unter der Betreuung von Frau Dr. Ingrid Pfluger- Schindlbeck entworfen wurde. Die von ihr in Abstimmung mit der Deutschen Botschaft Sanaa ausgewählten Jemen- Photographien und die von ihr verfassten Texte der Ausstellung bilden die Grundlage für den 3. Band der Reihe "Hefte zur Kulturgeschichte des Jemen".  

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Aktualisiert: 28.10.2005

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