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Russische Föderation: Taganrog

Taganrog

Das Projekt dient der Erforschung der frühgriechischen Siedlung von Taganrog im Mündungsgebiet des Don.

Lage

Taganrog liegt ca. 60 km westlich von Rostov und ca. 10 km westlich der heutigen Mündung des Don in das Asovsche Meer.

Abteilungen:
Zentrale Berlin

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

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Geschichte

Als in der 2. Hälfte des 7. Jhs.v.Chr. Griechen mit der Kolonisation des Schwarzmeerraumes begannen, stießen sie bis zur Mündung des Don und des Myus in das Asovsche Meer vor. Spuren dieser ersten griechischen Siedlung des späten 7. - späten 6/frühen 5. Jhs.v.Chr. im Mündungsgebiet des Don haben sich bei Taganrog erhalten. 

Ziele

Die Grabungen dienen dem Ziel, die räumliche und zeitliche Erstreckung der Siedlung zu untersuchen. Darüber hinausgehend ist geplant, die Stellung der Siedlung in ihrem einheimischen Umfeld zu beleuchten und die nur rudimentär vorhandene Kenntnis der naturräumlichen Gliederung der beiden Flußdelten des Don und des Myus zur Zeit der Gründung der Siedlung zu vertiefen. 

Forschungsgeschichte

    
   

Bislang bekannt sind über 20000 z.T. sehr qualitätvolle Scherben von Amphoren und Feinkeramik vorwiegend aus dem ostgriechischen Raum, die seit den dreißiger Jahren beständig an einen Uferabschnitt Taganrogs gespült werden und darauf schließen lassen, daß die Siedlung zumindest teilweise unter dem Grund des Asovschen Meeres begraben liegt. Dieser beständige Zufluß von Keramik hält auch weiterhin an (Abb.). Erst ein geringer Teil dieser Keramik ist bislang publiziert; Ausgrabungen haben erst 2004 begonnen. 

Aktuelle Arbeiten

    
   

Die Forschungen, die 2004 begannen, konzentrierten sich zunächst auf den südlichen Uferberreich Taganrogs. Mehrere Bohrungen (Abb.) und Suchschnitte bis zu einer Tiefe von knapp 7 Metern wurden durchgeführt.  

Methoden

Im Vordergrund der ersten beiden Kampagnen stehen Ausgrabungen, Bohrungen und Prospektionen. Im weiteren Verlauf sind auch archäometrische, archäozoologische und archäobotanische Untersuchungen geplant. 

Ergebnisse

    
   

Eine Kulturschicht wird in dem schräg abfallenden Grund des Asovschen Meeres angeschnitten und gibt beständig Keramik frei, die an das Ufer gespült wird. Diese Kulturschicht zieht sich unter den modernen Uferbereich in einer Tiefe von 3,50-5,00 Metern hin. Die wiederholt geäußerte These, daß die Keramikfunde von einem untergangenem Schiff herrühren, darf als wiederlegt gelten. Vielmehr ist davon auszugehen, daß sich tatsächlich ein bedeutender antiker Siedlungsplatz im Uferbereich Taganrogs befunden hat. In ca. 1 km Entfernung von diesem Siedlungsplatz ist der Myus im Vorfeld der Siedlungsgründung in das Asovsche Meer gemündet (Abb.). 

Kooperationen

Die Forschungen werden mit der Gesamtrussischen Gesellschaft zum Schutz von Kultur- und Geschichtsdenkmälern (WOOPIK), Rostov am Don (A. O. Kozin; P. A. Larenok), der Pädagogiischen Universität Rostov am Don (V. P. Kopylov), der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, Berlin (M. Ullrich), dem Institut für Geowissenschaften der Christian Albrechts Universität Kiel (IFG), Abt. Geophysik (W. Rabbel; H. Stümpel; Ch. Müller) und dem Institut für Nachrichtentechnik und Informationselektronik (NTIE), Forschungsgruppe Hydroakustik (G. Wendt) durchgeführt. 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Ortwin Dally

Klassische Archäologie
Telefon: +49-(0)30-187711-133
Telefax: +49-(0)30-187711-191
Email: generalsekretaer@dainst.de

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts (Berlin)  

Literatur

O. Dally - P. A. Larenok, Taganrog. Eine griechische Siedlung im Dondelta, in: J. Fornasier - B. Böttger (Hrsg.), Das bosporanische Reich (2002) 86-91.  

 


 
 

Aktualisiert: 24.02.2009

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