Start   DAI   Forschung   Recherche   Kontakt   Infos   Aktuell   Jahresbericht 
English   

Deutsche Archäologen unterstützen den irakischen Plan, der antiken Stadt Babylon den Status des Unesco-Weltkulturerbes zu verleihen.

Berlin. Das Deutsche Archäologische Institut fordert anlässlich des 50-jährigen Jubiläums seiner Außenstelle in Bagdad die größtmögliche Unterschutzstellung und Sicherung der wertvollen Kulturgüter im Irak. Dazu gehört das Bestreben, der Stadt Babylon den Status als Unesco-Weltkulturerbe zu verleihen. Der antike Ort Babylon war von April 2003 bis Dezember 2004 von den Coalition Forces als Militärcamp genutzt worden. Diese Nutzung hat an der Stadt massive Schäden hinterlassen.

Ein Unesco-Komittee, in dem Wissenschaftler des DAI mitarbeiten, soll nun die Schadensdokumentation begleiten, um die Schäden in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die Schadensbeseitigung soll in einen Site-Management-Plan münden, der möglicherweise von einer Nichtregierungsorganisation (NGO) umgesetzt wird. Ziel ist es, Babylon für die Liste des Unesco-Weltkulturerbes vorzubereiten. Zu diesem Zweck tagt, auch anlässlich des 50-jährigen Jubiläums, das Unesco-Komittee in der nächsten Woche am Berliner DAI. Zudem werden zahlreiche irakische Wissenschaftler zu Gast sein.

Der Präsident des DAI, Prof. Dr. Hermann Parzinger, erklärt anlässlich des Jubiläums:
 „Das Deutsche Archäologische Institut sieht mit Ungeduld und Freude dem Tag entgegen, an dem es in Bagdad wieder vor Ort ein Domizil seiner Außenstelle eröffnen kann, um sich dann erneut mit ganzer Kraft der gemeinsamen Erforschung der großen historischen Vergangenheit des Irak zu widmen und auf diese Weise den gegenseitigen Respekt und das Verständnis zwischen den Völkern zu fördern. Das vor 176 Jahren gegründete DAI hatte den Vorderen Orient von Anfang an im Blick, weil man schon sehr früh um die Bedeutung der vorderasiatischen Zivilisationen für die Entwicklung der ersten Hochkulturen auf europäischem Boden wusste. Deutsche Ausgrabungen im heutigen irakischen Staatsgebiet setzten schon im ausgehenden 19. Jahrhundert ein, wozu auch die Arbeiten in Babylon gehören und die Forschungen in Uruk-Warka, einem Ort mit einer 4500 -jährigen kulturellen Tradition. Am 28. Februar 1955 erfolgte die erste Gründung einer Abteilung des Instituts nach dem Zweiten Weltkrieg, und zwar im Irak. Im Jahr 1973 wurde ihre Existenz im irakischen Gesetz verankert, und zwar als bislang einziges ausländisches archäologisches Forschungsinstitut. Seit 1955 ist das Deutsche Archäologische Institut ununterbrochen im Irak tätig und dort durch eine Zweiganstalt vertreten, die in den vergangenen 50 Jahren nie geschlossen war, wenngleich es zeitweise geboten schien, das entsandte deutsche Personal zurückzuholen, wie das auch derzeit der Fall ist.“

Festveranstaltungen:
-
Vortragsreihe des DAI im Auswärtigen Amt: „Archäologie und Kultur des Irak“ (16.11.,  Thema: „Zerstörung und Ausverkauf“ , und  23.11., Thema: „Schönheit und Macht“, 18 Uhr)
- Symposium anlässlich des 150. Geburtstages von Robert Koldewey, dem ersten Ausgräber von Babylon (21.11., Vorderasiatisches Museum, ab 10 Uhr)
- Empfang in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft (21.11., 20 Uhr) Journalisten können sich bis Mittwochabend (16.11.) anmelden unter der E -Mail: orient@dainst.de

Kontakt:
Dr. Margarete van Ess, Wissenschaftliche Direktorin der Orient-Abteilung des DAI und kommissarische Leiterin der Außenstelle Bagdad, Tel: 01888-7711-170, mve@orient.dainst.de

Tatjana Petersen, Pressearbeit des DAI, Tel: 01888-7711-120, Funk: 0160-93 76 81 17, presse@dainst.de

 

pr_50jahreirak.pdf

Kontakt

Deutsches Archäologisches Institut
Zentrale - Pressestelle
Podbielskiallee 69-71
Tel.: + 49-(0)30-8 300 8-120
Fax: + 49-(0)1888-7711-191

Ansprechpartnerin: Tatjana Petersen
Mobil: 0160 - 93 76 81 17
EMail: presse@dainst.de
www.tatjanapetersen.de

Seite drucken
   
   
 
 

Aktualisiert: 17.04.2008

Copyright 2002-2008 Deutsches Archäologisches Institut | Impressum & Disclaimer  Sitemap