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x. abgeschlossene Projekte: Sa'dullah Paşa Yalısı (türkçe)
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Sa'dullah Paşa Yalısı
Bauaufnahme eines osmanischen Haremlıks in Çengelköy/Istanbul als Grundlage einer bauhistorischen Untersuchung
Lage
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Traumhafte Lage direkt am Bosporus
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Das Sa'dullah Paşa Yalısı befindet sich auf der asiatischen Seite Istanbuls an einer kleinen Bucht des Stadtteils Çengelköy. Eingebettet in einen großen, parkartigen Garten liegt das einst als Haremlik genutzte Gebäude unmittelbar am Ufer des Bosporus und gibt sich mit seiner markanten roten Farbe sofort als einer der traditionellen hölzernen Uferpaläste, den sogenannten Yalıs, zu erkennen.
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Geschichte
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Die gartenseitige Eingangsfront
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Das Haremlık, eigentlich der Aufenthaltsbereich der Frauen, ist zusammen mit Fragmenten von kleineren Nebenbauten der letzte existierende Teil einer größeren Gebäudegruppe, die ursprünglich als Sommerresidenz einer Familie der Istanbuler Oberschicht diente. Abgesehen von geringen Spuren des Wasserzugangs sind das benachbarte Selamlik, der Trakt der Männer, und zusätzliche Nebeneinrichtungen zerstört. Der erhaltene Holzbau, ein sogenannter Köşk, stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jhs. und spiegelt beispielhaft die Prinzipien des osmanischen Pavillonbaus wider. Dabei ist nicht nur die direkte Lage am Wasser, sondern auch die Einbindung des Gebäudes in die umgebende Natur von besonderer Bedeutung. Ferner zeichnet den Bau ein großer Bestand an originaler Wand- und Deckendekoration aus, der durch Schnitzwerk und Stuckarbeiten ergänzt wird.
In der Vergangenheit befand sich das Haus teilweise in sehr schlechtem Zustand und wurde mehrfach restauriert. Verwaltet wird es von der privaten Tek Esin Stiftung. Im Vorfeld einer erneuten Nutzung als Wohnhaus war als Grundlage von Restaurierungsmaßnahmen ein Aufmaß des Gebäudes erforderlich. Zugleich ist geplant, eine wissenschaftliche Bearbeitung des Hauses vorzubereiten.
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Ziele
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Das prachtvoll überkuppelte Sofa im Obergeschoß
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Das Gebäude stellt eines der letzten erhaltenen und zugleich bedeutendsten Beispiele eines Bosporus-Yalı dar. Es ist in zwei Geschossen mit nahezu identischen Grundrissen organisiert. Ausgehend von einem zentralen Erschließungs- und Versammlungsraum, dem sogenannten Sofa, ist an jeder Gebäudeecke in punktsymmetrischer Anordnung jeweils ein aus zwei Räumen bestehendes Apartment angebunden. Großzügige Treppenhäuser liegen an beiden Schmalseiten des Gebäudes. Das offene Raumgefüge lässt Innen und Außen miteinander verschmelzen, so dass Tageslicht und Umgebung des Hauses an jeder Stelle des Hauses wahrnehmbar sind. Das obere Sofa ist von einer ovalen, reich dekorierten Leichtbaukuppel bekrönt, die vom Dachstuhl abgehängt ist und ebenfalls ein charakteristisches Element eines Yalı darstellt.
Mit einer umfassenden Bauaufnahme sind die Voraussetzungen für eine anschließende bauhistorische Analyse geschaffen worden, mit der im Rahmen einer interdisziplinären Untersuchung eine monographische Vorlage dieses raren Beispiels osmanischer Lebens- und Wohnkultur geplant ist, die als eine islamische Variante des seit der Antike bekannten, aber in diesem Zusammenhang noch unerforschten Villegiatura-Phänomens anzusehen sind.
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Forschungsgeschichte
Obwohl es einen hohen Bekanntheitsgrad genießt und seine bauhistorische Bedeutung erkannt wurde, ist das Sa'dullah Paşa Yalısı weitgehend unerforscht. Emel Esin hat sich mit der Geschichte seiner Bewohner befasst und ihre Forschungsergebnisse publiziert. In der umfangreichen Literatur zum osmanischen Wohnhaus ist das Sa'dullah Paşa Yalısı mehrfach erwähnt, doch steht eine ins Detail gehende Untersuchung noch aus. Darüber hinaus wurde vor allem die Innendekoration mit prachtvollen Trompe l'Oil-Malereien näher untersucht, die ein wichtiges Datierungselement darstellt. Vermutlich stammen die Malereien vom gleichen Künstler, der diejenigen im Harem des Topkapı-Sarayı geschaffen hat, was den Rang der Anlage in Çengelköy zusätzlich unterstreicht.
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Bisherige Arbeiten
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Grundriß des Obergeschosses |
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Mit einem Aufmaß vor Ort, wurden alle relevanten Daten für Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Lageplan, ausgewählte Details und die Nebenanlagen erfasst sowie eine Foto-Dokumentation erstellt. Die zeichnerische Ausarbeitung ist abgeschlossen.
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Methoden
Baudokumentation und Reinzeichnung wurden weitgehend digital gefertigt. Tachymetrisch erfasste Punkte sind direkt in den Rechner eingegeben und dort in CAD-Programmen weiter verarbeitet worden. Dekorative Elemente wie z.B. die Deckenspiegel, Supraporten und Binnenbrunnen wurden fotografisch aufgenommen, entzerrt, in Vektorgrafiken übersetzt und mit den CAD-Zeichnungen verbunden.
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Ergebnisse
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Nord-Süd Längsschnitt durch das Yalı |
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Ost-West Querschnitt mit Ansichtselementen |
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Die aktuellen Pläne unterscheiden sich teilweise wesentlich von den bisher publizierten. An vielen Stellen bricht der vermeintlich punkt- und achsensymmetrische Bau gezielt mit dieser Doppelsymmetrie, um bestimmte, aus funktionellen Anforderungen sich ergebende Bedingungen erfüllen zu können. Raum- und Lichtkonzept des Yalı sowie das Verhältnis von Innen und Außen entfalten vielfach bühnenhafte Wirkung; vor allem die fragile und provisorisch erscheinende Konstruktion von Kuppel und Dachstuhl bekräftigt den kulissenhaften Charakter des Hauses.
Nur für die Sommermonate gedacht erlaubt die eher schematisch organisierte Architektur darüber hinaus spezifische Rückschlüsse auf die Strukturierung des sommerlichen Wohnens und die hierarchische Ordnung der Bewohner eines Yalı.
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Externe Ansprechpartner
Prof. Dr.-Ing. Adolf Hoffmann über DAI Istanbul
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Literatur
E. Esin, Sa'dullah Paşa Yalısı (1977); S. H. Eldem, Türk Bahçeleri (1977); S. H. Eldem, Türk Evi - Turkish Houses, I-II (1984); O. Erdenen, Boğaziçi Sahilhaneleri, II (1993); Ch. Hellier-F. Venturi - Villen und Paläste am Bosporus (1994)
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