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Anneliese Peschlow-Bindokat, Feldforschungen im Latmos. Die karische Stadt Latmos, mit einem Exkurs von Koray Konuk (Berlin - New York 2005)
Das karische Bergstädtchen Latmos, das vermutlich um 1000 v. Chr. als Rückzugssiedlung gegründet wurde, liegt im Hinterland von Milet am Südhang des gleichnamigen Gebirges. Es wurde um 300 v. Chr. aufgegeben, weitgehend zerstört und unter dem Namen Herakleia am Latmos unweit des alten Platzes neugegründet. Die im Unterschied zu Herakleia ganz in die Felsen eingebettete alte Siedlung ist für die Kenntnis des noch weitgehend unerforschten vorhellenistischen Städtebaus in Karien von nicht geringer Bedeutung; Latmos kann jedoch nur bedingt als typisch karisch gelten, da die Gesamtanlage der Stadt sowie Größe und Gestalt der einzelnen Bauten stark von der Felslandschaft des Gebirges geprägt sind. Besonders deutlich wird dieser Einfluß bei den Felshäusern, die innerhalb der Wohnbauten des westlichen Kleinasiens bisher einmalig sind.
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