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Mitteilung über die Sitzung der Zentraldirektion (Wahl des neuen Präsidenten)

Sitzung der Zentraldirektion des DAI 2002


vom 06. - 07. Juni 2002 im Wiegandhaus, Zentrale des DAI, Berlin




Sitzung der Zentraldirektion des DAI 2002

Die Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts kam auch in diesem Jahr wieder in Berlin zusammen, um wichtige Fragen zur weiteren Arbeit des Instituts zu besprechen. Die Zentraldirektion verfügte über die Verwendung der wissenschaftlichen Mittel des Instituts und entschied unter Berücksichtigung der anhaltend sehr engen Haushaltslage über die Durchführung und Fortsetzung neuer und laufender wissenschaftlicher Vorhaben.

In diesem Jahr verlieh die Zentraldirektion auch wieder die traditionellen Reisestipendien an den wissenschaftlichen Nachwuchs der Altertumswissenschaften. Den 7 Stipendiaten wird eine einjährige Reise, vorwiegend in die für die Archäologie wichtigen Länder des Mittelmeerraums, des Orients und der Arabischen Halbinsel, ermöglicht.

Der amtierende Präsident des DAI, Professor Dr. Helmut Kyrieleis scheidet zum 31.01.2003 aus. Als seinen Nachfolger wählten die Mitglieder der Zentraldirektion Professor Dr. Hermann Parzinger, 1. Direktor der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, Berlin. Hermann Parzinger studierte von 1979-1984 an den Universitäten München, Saarbrücken und Ljubljana und promovierte 1985 mit dem Thema "Studien zur Chronologie der Späthallstatt- und Frühlatènezeit". Nach einer einjährigen Reise als Stipendiat des DAI (1985/86), die ihn durch Nordafrika und den Nahen Osten führte, bekleidete er von 1986-1990 die Stelle eines Hochschulassistenten an der Universität München. 1991 erfolgte nach Einreichung seiner Habilitationsschrift zum Thema "Studien zur Chronologie und Kulturgeschichte der Jungstein-, Kupfer- und Frühbronzezeit zwischen Karpaten und Mittlerem Taurus" die Ernennung zum Privatdozenten der Universität München. 1990 wurde er zum Zweiten Direktor der Römisch-Germanischen Kommission des DAI in Frankfurt/Main gewählt. Seit 1995 leitet er die Eurasien- Abteilung des DAI in Berlin und führte in dieser Position diverse Grabungs- und Forschungsprojekte in Zentralasien durch. 1996 wurde er zum Honorarprofessor der FU Berlin bestellt. 1998 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im November 2000 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaft zuerkannt.

Sein Forschungsgebiet umfasst den Raum von Sibirien bis zur Iberischen Halbinsel und die Jahrtausende von der Jungsteinzeit bis Christi Geburt. Aufgrund seiner enormen Literaturkenntnis, vielfältiger eigener Forschungen, analytischer Studien ebenso wie Ausgrabungen überblickt Hermann Parzinger die unterschiedlichsten Kultur- und Lebensformen. Besonders interessiert ihn die Kulturentwicklung in Kontaktzonen, in denen aufgrund geographischer Gegebenheiten weiträumige Einflüsse ihren Niederschlag finden: in Nordspanien der keltische Einfluss auf die iberischen Völker, in Türkisch-Thrakien der Austausch zwischen dem Balkangebiet und Anatolien im Neolithikum und der Bronzezeit, in Sibirien die Kontakte zwischen dem eurasischen Steppenraum und den völlig anders gearteten chinesischen Kulturen in der Bronzezeit. In vielen Fällen hat Hermann Parzinger erstmals die Chronologie geklärt, wobei ihm der Kulturvergleich ein mindestens ebenso wichtiges Mittel ist wie die heute möglichen naturwissenschaftlichen Methoden.

Sein derzeitiger Forschungsschwerpunkt bildet die Untersuchung der Steppenkulturen zwischen Ural und Jenissei. Sensationelle Ergebnisse lieferte jüngst das Gemeinschaftsprojekt mit Wissenschaftlern der Ermitage in St. Petersburg in Arzhan, Republik Tuva. Über die Freilegung der bislang reichsten skythischen Grabanlage Sibiriens wurde vielfach in der Presse berichtet.

Hier finden Sie die Pressemitteilung "Mitteilung über die Sitzung der Zentraldirektion 2002" des DAI als pdf-Datei zum Herunterladen.

Kontakt

Deutsches Archäologisches Institut
Zentrale - Pressestelle
Podbielskiallee 69-71
Tel.: + 49-(0)30-8 300 8-120
Fax: + 49-(0)1888-7711-191

Ansprechpartnerin: Tatjana Petersen
Mobil: 0160 - 93 76 81 17
EMail: presse@dainst.de
www.tatjanapetersen.de

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Aktualisiert: 12.12.2005

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