Ergebnisse
Die Ausgrabung Olympias in den Jahren 1875 bis 1881 ist die erste durch zwischenstaatliche Verträge geregelte Großgrabung in Griechenland; finanziert wurde sie vom Deutschen Reich und geleitet von einem Direktorium in Berlin (E. Curtius, F. Adler). Verantwortliche Ausgräber vor Ort waren u. a. G. Hirschfeld, G. Treu, A. Furtwängler als Archäologen und A. Boetticher, W. Dörpfeld, R. Borrmann als Architekten. Freigelegt wurde das Zentrum des Heiligtums mit Zeustempel, Heraion, Metroon, Schatzhäusern, Buleuterion, Philippeion, Echohalle, Palästra usw. Wichtigste Funde: Skulpturen des Zeustempels, Nike des Paionios, Hermes des Praxiteles, zahlreiche Bronzen (mehr als 14.000 inventarisierte Stücke). Ziel der Unternehmung war die wissenschaftliche Erforschung des Grabungsplatzes, nicht - wie bis dahin üblich - der Gewinn von Ausstellungsstücken für die heimischen Sammlungen. Für die Funde wurde erstmals ein eigenes Museum am Ort errichtet (nach Plänen von F. Adler).
Zwischen 1908 und 1929 fanden einzelne, zeitlich und örtlich begrenzte Untersuchungen durch W. Dörpfeld vornehmlich zur Frühgeschichte des Heiligtums statt (Entdeckung der prähistorischen Häuser).
Ein Neubeginn systematischer Ausgrabungen erfolgte 1936 aus Anlaß der Olympiade in Berlin. Seit 1937 waren E. Kunze und H. Schleif mit der Durchführung der Arbeiten betraut. Schwerpunkte bildeten der Stadion-Südwall, die Südhalle, der Bäderbezirk und das Gymnasion. Die Grabungen nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen 1952 und 1966 standen wiederum unter Leitung von E. Kunze, dem A. Mallwitz als Grabungsarchitekt zur Seite stand. Gegraben wurde im Bereich der Phidias-Werkstatt, im Leonidaion, Stadion-Nordwall, Südostgebiet (Aufdeckung von fast 140 Erdbrunnen mit zahlreichen Bronze- und Keramikfunden sowie Dachterrakotten).
Von 1972 bis 1984 lag die Leitung in den Händen von A. Mallwitz. Nach einer Pause zur Aufarbeitung der Funde begannen 1978 neue Ausgrabungen im Südosten und seit 1980 im Südwesten (wichtigste Ergebnisse: Umdatierung der Stadionanlagen, Entdeckung der Arkader-Gräben, Lokalisierung des Hestia-Heiligtums, weitere Brunnenfunde, Studium von Dachterrakotten).
1984 übenahm H. Kyrieleis die Oberleitung (Stellvertreter seit 1992 K. Herrmann). Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen zur Frühzeit des Heiligtums mit Grabungen im Prytaneion und Pelopion (1986-1996). Außerdem wird die Veröffentlichung verschiedener Fundgattungen durch befristet angestellte Mitarbeiter kontinuierlich fortgesetzt. Daneben läuft ein eigenes Forschungsprogramm »Olympia während der römischen Kaiserzeit und in der Spätantike« unter Leitung von U. Sinn (Würzburg) mit Grabungen im römischen Gebäude nordwestlich vom Prytaneion und im Bereich des Südwest-Gebäudes, das als Vereinshaus der Athleten interpretiert wird. Baugeschichtliche Untersuchungen werden von K. Herrmann durchgeführt, verbunden mit Sondagen am Buleuterion, an der Kladeos-Ufermauer (zusammen mit J. Knauss, Obernach) und auf der Schatzhaus-Terrasse; hinzu kommen denkmalpflegerische Maßnahmen (Anlage von Steindepots, Erschließung der Ruinen und Restaurierungen einzelner Monumente). Außerdem erfolgt eine Neubearbeitung der Zeustempel-Architektur unter der Obhut von W. Koenigs, München.
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