Start   DAI   Forschung   Recherche   Kontakt   Infos   Aktuell   Jahresbericht   Presse  FAQ
 RSS   English   

Olympia

Olympia: Heiligtum mit zahlreichen Bauten, Denkmälern und Anlagen für die Olympischen Spiele, Ausgrabungen seit 1875, Funde im Museum von Olympia.

Heiligtum des Zeus. In der Antike Ort der olympischen Spiele. Zahlreiche repräsentative Baute für Kulte und Sport.

Lage

Das Heiligtum des Zeus von Olympia, in der westlichen Peloponnes gelegen, war neben Delphi das bedeutendste Heiligtum des antiken Griechenland. Seinen von der Antike bis heute fortdauernden Ruhm verdankt es vor allem den olympischen Sportwettkämpfen, die alle vier Jahre die ganze griechische Welt zu friedlichem Wettstreit in Olympia zusammenführten.

Abteilungen:
Abteilung Athen

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

Google Maps

 

 

druckerfreundliche Version
 

Ziele

Schwerpunkte der neueren Arbeiten des Deutschen Archäologischen Instituts in Olympia: Untersuchungen zur frühesten Geschichte des Heiligtums durch stratigraphische Nachgrabungen. Hierdurch konnten die Geschichte der prähistorischen Besiedlung (3. Jt. v. Chr.) aufgeklärt und Anzeichen für eine Kultkontinuität seit der ausgehenden Bronzezeit gewonnen werden. - Forschungsprojekt Olympia in der römischen Kaiserzeit und in der Spätantike, teilweise durch Erweiterung der Ausgrabungen nach Norden und Süden. Hierdurch ergeben sich neue Erkenntnisse zu der großen Bedeutung, die Olympia auch in der römischen Kaiserzeit noch hatte, zur Spätzeit des Heiligtums und der Olympischen Spiele und zu dem bescheidenen Nachleben Olympias in christlicher Zeit. 

Aktuelle Arbeiten

Erstellung eines Rahmenplanes für eine behutsame denkmalpflegerische Entwicklung und Präsentation des Ruinengeländes angesichts ständig wachsender Besucherzahlen.
Fortsetzung der systematischen Publikation der Grabungsergebnisse. 

Ergebnisse

Die Ausgrabung Olympias in den Jahren 1875 bis 1881 ist die erste durch zwischenstaatliche Verträge geregelte Großgrabung in Griechenland; finanziert wurde sie vom Deutschen Reich und geleitet von einem Direktorium in Berlin (E. Curtius, F. Adler). Verantwortliche Ausgräber vor Ort waren u. a. G. Hirschfeld, G. Treu, A. Furtwängler als Archäologen und A. Boetticher, W. Dörpfeld, R. Borrmann als Architekten. Freigelegt wurde das Zentrum des Heiligtums mit Zeustempel, Heraion, Metroon, Schatzhäusern, Buleuterion, Philippeion, Echohalle, Palästra usw. Wichtigste Funde: Skulpturen des Zeustempels, Nike des Paionios, Hermes des Praxiteles, zahlreiche Bronzen (mehr als 14.000 inventarisierte Stücke). Ziel der Unternehmung war die wissenschaftliche Erforschung des Grabungsplatzes, nicht - wie bis dahin üblich - der Gewinn von Ausstellungsstücken für die heimischen Sammlungen. Für die Funde wurde erstmals ein eigenes Museum am Ort errichtet (nach Plänen von F. Adler). Zwischen 1908 und 1929 fanden einzelne, zeitlich und örtlich begrenzte Untersuchungen durch W. Dörpfeld vornehmlich zur Frühgeschichte des Heiligtums statt (Entdeckung der prähistorischen Häuser). Ein Neubeginn systematischer Ausgrabungen erfolgte 1936 aus Anlaß der Olympiade in Berlin. Seit 1937 waren E. Kunze und H. Schleif mit der Durchführung der Arbeiten betraut. Schwerpunkte bildeten der Stadion-Südwall, die Südhalle, der Bäderbezirk und das Gymnasion. Die Grabungen nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen 1952 und 1966 standen wiederum unter Leitung von E. Kunze, dem A. Mallwitz als Grabungsarchitekt zur Seite stand. Gegraben wurde im Bereich der Phidias-Werkstatt, im Leonidaion, Stadion-Nordwall, Südostgebiet (Aufdeckung von fast 140 Erdbrunnen mit zahlreichen Bronze- und Keramikfunden sowie Dachterrakotten). Von 1972 bis 1984 lag die Leitung in den Händen von A. Mallwitz. Nach einer Pause zur Aufarbeitung der Funde begannen 1978 neue Ausgrabungen im Südosten und seit 1980 im Südwesten (wichtigste Ergebnisse: Umdatierung der Stadionanlagen, Entdeckung der Arkader-Gräben, Lokalisierung des Hestia-Heiligtums, weitere Brunnenfunde, Studium von Dachterrakotten). 1984 übenahm H. Kyrieleis die Oberleitung (Stellvertreter seit 1992 K. Herrmann). Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen zur Frühzeit des Heiligtums mit Grabungen im Prytaneion und Pelopion (1986-1996). Außerdem wird die Veröffentlichung verschiedener Fundgattungen durch befristet angestellte Mitarbeiter kontinuierlich fortgesetzt. Daneben läuft ein eigenes Forschungsprogramm »Olympia während der römischen Kaiserzeit und in der Spätantike« unter Leitung von U. Sinn (Würzburg) mit Grabungen im römischen Gebäude nordwestlich vom Prytaneion und im Bereich des Südwest-Gebäudes, das als Vereinshaus der Athleten interpretiert wird. Baugeschichtliche Untersuchungen werden von K. Herrmann durchgeführt, verbunden mit Sondagen am Buleuterion, an der Kladeos-Ufermauer (zusammen mit J. Knauss, Obernach) und auf der Schatzhaus-Terrasse; hinzu kommen denkmalpflegerische Maßnahmen (Anlage von Steindepots, Erschließung der Ruinen und Restaurierungen einzelner Monumente). Außerdem erfolgt eine Neubearbeitung der Zeustempel-Architektur unter der Obhut von W. Koenigs, München. 

Kooperationen

Alle Arbeiten des DAI in Olympia werden in enger Abstimmung mit dem staatlichen griechischen Antikendienst und unter Aufsicht des griechischen Kulturministeriums durchgeführt. 

Ansprechpartner

PD Dr. Reinhard Senff

Klassische Archäologie
Telefon: + 30-210-33 07 400
Telefax: + 30-210-381 47 62
Email: senff@athen.dainst.org
weitere E-Mail Adresse: sekretariat@athen.dainst.org

Externe Ansprechpartner

Für das Forschungsprojekt »Olympia in der römischen Kaiserzeit und Spätantike«: Prof. Dr. Ulrich Sinn, Seminar für Klassische Archäologie der Universität, D - 97070 Würzburg, Residenzplatz 2.

Literatur

Wichtige Publikationen: Olympia. Die Ergebnisse der vom Deutschen Reich veranstalteten Ausgrabung. Bd. I-V mit 4 Tafelbänden und 1 Mappe mit Plänen (1890-1897) Berichte über die Ausgrabungen in Olympia Bd. I-XI (1937-1999), Bd. XII (im Druck) Olympische Forschungen (= monographische Materialvorlagen), bislang 28 Bände (1944-2000) Ausführliche Zusammenfassungen: A. Mallwitz, Olympia uns seine Bauten (1972); H.-V. Herrmann, Olympia. Heiligtum und Wettkampfstätte (1972); A. Mallwitz - H.-V. Herrmann (Hrsg.), Die Funde aus Olympia (1980) Aufsätze zu speziellen Themen und Vorberichte über die Grabungen in verschiedenen Zeitschriften u. a. Mitteilungen des De  

 


 
 

Aktualisiert: 24.02.2009

Copyright 2002-2009 Deutsches Archäologisches Institut | Impressum & Disclaimer  Sitemap