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Syrakus (italiano)

Syrakus. Die Mauern Dionysiois'I. und das Kastell Euryalos

Aufnahme und baugeschichtliche Erforschung des größten Mauer- und Festungskomplexes der Alten Welt

Lage

Syrakus (gr. Syrakosiai, ital. Siracusa) liegt an der Ostküste Siziliens in einer durch die Natur besonders begünstigten Lage. Die Insel der Altstadt Ortygia schließt eine tiefe Hafenbucht sicher ab; die auf dem Festland anschließende Neustadt wird im Norden durch das Hochplateau Epipolai begrenzt. Die Langen Mauern, die dieses umziehen, und das Fort, welches seine Westspitze deckt, sind der Gegenstand der Forschung des DAI.

Abteilungen:
Abteilung Rom

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Geschichte

    
   

Syrakus, 732 v.Chr. von Siedlern aus Korinth gegründet, sollte die mächtigste und auf allen Gebieten bedeutendste Stadt der Griechen des Westens werden, bis sie 212 v.Chr. von Rom eingenommen wurde. In der römischen Kaiserzeit, im hohen und späten Mittelalter und in der Barockzeit immer wieder neu erblühend, lebt die Stadt heute - außer von der Petrochemie - vor allem durch ihre komplexe Geschichte. 

Ziele

    
   

Die Untersuchungen des 21 km langen Mauerzuges um das 1800 ha große Hochplateau durch D. Mertens und des Kastells an seinem westlichsten Ende durch H.-J. Beste sollen sich zu einem Gesamtbild einer großangelegten Landschaftsfestung klassischer und hellenistischer Zeit ergänzen. Der sehr unterschiedlich gut erhaltene Baubefund, im Westen um das Kastell gut und teilweise monumental anstehend, im Osten spärlicher und oft nur in Spuren an der Felsoberfläche auszumachen, wird dabei auch vor dem Hintergrund bekannter großer historischer Ereignisse und der antiken Überlieferung verstanden. Dabei ist die berühmte Schilderung des Baues der Nordmauer unter dem Tyrannen Dionysios I. durch den Historiker Diodorus Siculus (Diod. XIV 8) besonders wichtig. 

Forschungsgeschichte

Die einzige nennenswerte Arbeit zu den Langen Mauern besteht in ihrer kurz kommentierten Aufnahme im für seine Zeit (1883) vorbildlichen "Atlante" von Cavallari- Holm (s. Lit.). Daß viele wesentliche Elemente darin nicht erfaßt werden konnten, lag sowohl am Maßstab (1:5000) als auch an den technischen Möglichkeiten der Zeit. Dasselbe gilt für die bekannte Studie zum Kastell von L. Mauceri (1928, s. Lit.). Eine ausführliche Diskussion der Baugeschichte des Kastells durch F.E. Winter (s. Lit) findet ihre Grenzen in der mangelhaften Dokumentation des Baubefundes. Wichtigen Impuls erfuhr die moderne Forschung durch die definitive Feststellung von H.P. Drögemüller (s. Lit.), daß das ummauertePlateau nie zum eigentlichen Stadtgebiet gehörte. 

Bisherige Arbeiten

Die umfassende Bauaufnahme beider Bestandteile ist abgeschlossen. Dabei wurden die Mauern auf der Grundlage eines photogrammetrisch erstellten Geländeplanes im M 1:2000 in konventioneller Vermessung kartiert und begleitend kommentiert. Das Kastell wurde in Grundriß und Schnitten im M 1:100 vermessen und verformungsgerecht gezeichnet. Die Aufnahme von Details und Einzelbauteilen in größeren Maßstäben half bei der Erarbeitung der Rekonstruktionszeichnungen. 

Aktuelle Arbeiten

Fertigstellung der Baubeschreibungen und Vorbereitung der Arbeit zum Druck (vorgesehen für die Sonderschriften des Deutschen Archäologischen Instituts Rom) 

Methoden

Baukomplexe von der Größenordnung wie die Langen Mauern, aber auch baugeschichtlicher Vielfalt wie das Kastell mit einer Reihe von aufeinanderfolgenden Bauphasen können nur auf der Grundlage einer angemessenen Bauaufnahme untersucht werden. Bei der Geländeaufnahme konnte die Luftphotogrammetrie zur Erstellung des Planes der Geländemorphologie verwendet werden. Alle Baulichkeiten sind aber aus Gründen der Autopsie konventionell von Hand, nur auf ein angemessenes Netz von mit dem elektronischen Theodoliten eingemessenen Punkten gestützt, auf-genommen worden. 

Ergebnisse

Die 5,7 km lange Nordmauer, mit der der Bau im Jahre 401 v.Chr. begann, und die 7,8 km lange Ostmauer wurden in einheitlicher Technik sehr zügig gebaut, die 4,4 km lange Südmauer muß wenig später realisiert worden sein. Die Beobachtungen zu Bautechnik und -abläufen, die Entdeckung der Steinbrüche längs des ganzen Mauerzuges und anderes lassen gar Diodors Überlieferung als möglich erscheinen, nach der die 30 Stadien lange Nordmauer in nur 20 Tagen gebaut worden sei. Die Westspitze, in der Nord- und Südmauer zusammenlaufen, wurde stets besonders geschützt und nach und nach zu dem Kastell ausgebaut, dessen teils aus dem Fels gearbeitete, teils hoch aufragende gebaute Architektur eine raffinierte Anlage zur Offensivverteidigung erkennen läßt. Durch die Baubeobachtungen wurden wenigstens vier größere Ausbauphasen unterschieden, die sich von der ersten, noch recht einfachen, Anlage Dionysios I. bis zu dem gewaltigen Baukomplex Hierons II. verfolgen lassen. Das letztlich unvollendet gebliebene Festungswerk wurde offenbar nie ernsthaft auf die Probe gestellt - der erfolgreiche Angriff der Römer wurde von der Seeseite her geführt.  

Kooperationen

Soprintendenza ai BB.CC.AA. della Provincia di Siracusa; TU München; Fa. S.A.R.A. Nistri, Rom 

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Beste

Bauforschung
Telefon: + 39-06-488814-1
Telefax: + 39-06-4884973
Email: beste@rom.dainst.org

Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Dieter Mertens

Telefon: 0039-06-48881461
Telefax: 0039-06-4884973
Email: mertens@rom.dainst.org

Förderung

Fritz Thyssen Stiftung  

Literatur

F.S. Cavallari - A. Holm, ..; L. Mauceri, Il Castello Eurialo nella storia e nell'arte (1928); AJA 67, 1963, 363 ff.; D. Mertens, Die Landschaftsfestung Epipolai bei Syrakus, DiskABauforschung 7, 1999, 142 ff.; H.-J. Beste, Kastell Euryalos: Baugeschichte und Funktion, DiskABauforschung 7, 1999, 150 ff.  

 


 
 

Aktualisiert: 20.03.2008

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