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Marib, Bar'an-Tempel

Der Bar'an-Tempel - Ein ländliches Heiligtum des Almaqah in der Oase von Marib

Das Heiligtum wurde in den Jahren1988 bis 1997 fast vollständig von der Außenstelle Sana'a der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts ausgegraben. Seitdem werden nur noch kleinere Sondagen sowie Konsolidierungsmaßnahmen durchgeführt.

Location

Marib liegt am Südwest-Rand der innerarabischen Wüste Rub`al Khali, 135 km östlich von Sana`a in einer Höhe von etwa 1200 m. Der Bar'an-Tempel befindet sich ca. 3 km südöstlich außerhalb der antiken Stadt Marib.

Departments:
Sana'a Branch of the Orient Department

Further Information on the Section in Charge

 

druckerfreundliche Version
 

History

Bereits vor den Ausgrabungen bildete der Bar'an-Tempel von Marib ein im Jemen weit bekanntes und mit seinen fünfeinhalb Pfeilern symbolträchtiges Monument. Anhand dieses Baues sollte sabäische Sakralarchitektur beispielhaft erforscht werden. Die nach der Einstellung der Ausgrabungstätigkeiten begonnen Konsolidierungsmaßnahmen haben zum Ziel, das Monument zum einen vor dem weiteren Verfall zu schützen und zum anderen für die gefahrlose Begehbarkeit durch Besucher vorzubereiten. 

Results

Der Almaqah-Tempel von Bar'an - im Volksmund 'Arsh Bilqis: Thron der Bilqis - genannt, ist ein ländliches Heiligtum außerhalb der Stadt Marib inmitten von Feldern der Südoase Marib. Insgesamt konnte die Existenz von vier übereinander errichteten Tempelbauten nachgewiesen werden. Damit kann eine nahezu kontinuierliche Nutzungsdauer von mindestens 1300 Jahren angenommen werden. Tempel 1 geht mit seiner Gründung bis in das 10. oder 9. Jh. v. Chr. zurück, Tempel 2 datiert in das späte 9. Jh. v. Chr. und Tempel 4 wurde während des 5. Jh. v. Chr. erbaut. Letzterer bildet lediglich eine Umgestaltung, genauer gesagt eine Erhöhung von Tempel 3, der allerdings nicht genau datiert werden kann. Tempel 4 steht heute noch in seinen Grundformen an. Es handelt sich um einen Podiumstempel (27,5 m x 19,5 m) südarabischen Typs mit vorgelagertem Peristylhof (36,5 m x 31,5 m). Das achsial angelegte Gesamtbauwerk war nur bestimmten sozialen Gruppen zugänglich. Es besaß eine reiche Ausstattung mit vielfältigem Bauschmuck. In den Galerien des Hofes befanden sich Alabasterbänke und Basreliefs mit Antilopenköpfen und knienden Steinböcken sowie Stifterinschriften und Altäre. Der Tempel selbst besaß wiederum Alabasterbänke sowie Architravfriese mit stilisierten Antilopenköpfen. Sowohl der Tempel als auch der Hof waren reichlich mit Bronzeplastiken ausgestattet, die allerdings alle verloren gegangen sind. Basen und Plinthen in der Tempelcella sowie auf den Treppenwangen der großen Freitreppe, die in den Tempelhof hinunter führt, zeugen aber von der einstigen prachtvollen Ausstattung des Heiligtums. Um die Zeitenwende kam es zu weiteren großen Veränderungen an der Anlage. Zwar erfolgte nach einer Zerstörung des Tempels sein Wiederaufbau, doch wurden bauliche Maßnahmen durchgeführt, die den Gesamteindruck der Anlage entscheidend veränderten. Bedingt durch die zunehmende Anlagerung von Sedimenten durch die kontinuierliche Bewässerung wurde zum Schutz des Tempels westlich und nördlich eine mindestens 3 m hohe Lehmziegelmauer errichtet. Im 2./3. Jh. n. Chr. verstärkte man diese noch einmal durch massive rechteckige Türme. Bedingt durch diese Maßnahmen, vielleicht auch durch eine Umorientierung der Kultpraxis veränderte man das axiale Zugangssystem und führte damit das ursprüngliche Baukonzept ad absurdum. Mit dem Aufkommen monotheistischer Kulte gab man im Laufe des 4. Jh. n. Chr. den Tempelbetrieb vollständig auf. Die Publikation der Grabungsergebnisse ist nach folgenden Themen gegliedert geplant: Stratigraphie und Architektur: N. N. Kleinfunde: N. N. Epigraphik: N. Nebes (Jena) Keramik: S. Ayoub (München) Knochenmaterial: A. von den Driesch (München) 

Cooperation

Seit 1997 werden unter der Aufsicht von W. Herberg Konsolidierungsmaßnahmen durchgeführt, die zum einen den Erhalt des Bauwerkes sichern, zum anderen aber auch das Monument für den Tourismus erschließen sollen. Durchgeführte und noch geplante Maßnahmen betreffen u. a. die Lehmziegelbastionen, mehrere Treppenaufgänge, die Pflasterung des Hofbodens, das Tempelpodium sowie die Anlage einer Drainage zur Entwässerung des Hofes. Eine Besucherplattform ist bereits eingerichtet. 

Contact

Dr. phil. Iris Gerlach

Vorderasiatische Archäologie
Telefon: +967-(0)1 287 175/177-0
Telefax: +967-(0)1 485 213
Email: dai.sanaa@y.net.ye

Dr. phil. Burkhard Vogt

Vorderasiatische Altertumskunde
Telefon: +49-(0)1888-7712-12
Telefax: +49-(0)1888-7712- 49
Email: vogt@kaak.dainst.de

Further Contact Partners

Werner Herberg
Architekt
Nicolaistr. 9-11
D-12247 Berlin
Tel.: 0049-30-769903-0
Fax: 0049-30-769903-99

Bibliography

N. Nebes, New Inscriptions from the Bar'an temple (al 'Ama'id) in the Oasis of Marib, in: A. Harrak (Hrsg.), Contacts between Cultures. West Asia and North Africa. Selected Papers from the 33rd International Congress of Asian and North African Studies, Bd. I. (1992) 160 ff.; J. Schmidt, Die Ruinen auf der Südoase: Der Almaqah-Tempel ”Al-'Ama'id”, ABADY 1, 1982, 81 ff.; ders., Tempel und Heiligtümer in Südarabien. Zu den materiellen und formalen Strukturen der Sakralbaukunst, Nürnberger Blätter zur Archäologie 14, 1997/98, 20 ff.; B. Vogt, Der Almaqah-Tempel von Bar'an ('Arsh Bilqis), in: Jemen - Kunst und Archäologie im Land der Königin von Saba. Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Wien 1998/99 (1998) 219 ff.  

 


 
 

updated: 03/20/08

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