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Der Almaqah-Tempel von Bar'an - im Volksmund 'Arsh Bilqis: Thron der Bilqis - genannt, ist ein ländliches Heiligtum außerhalb der Stadt Marib inmitten von Feldern der Südoase Marib. Insgesamt konnte die Existenz von vier übereinander errichteten Tempelbauten nachgewiesen werden. Damit kann eine nahezu kontinuierliche Nutzungsdauer von mindestens 1300 Jahren angenommen werden. Tempel 1 geht mit seiner Gründung bis in das 10. oder 9. Jh. v. Chr. zurück, Tempel 2 datiert in das späte 9. Jh. v. Chr. und Tempel 4 wurde während des 5. Jh. v. Chr. erbaut. Letzterer bildet lediglich eine Umgestaltung, genauer gesagt eine Erhöhung von Tempel 3, der allerdings nicht genau datiert werden kann. Tempel 4 steht heute noch in seinen Grundformen an. Es handelt sich um einen Podiumstempel (27,5 m x 19,5 m) südarabischen Typs mit vorgelagertem Peristylhof (36,5 m x 31,5 m). Das achsial angelegte Gesamtbauwerk war nur bestimmten sozialen Gruppen zugänglich. Es besaß eine reiche Ausstattung mit vielfältigem Bauschmuck. In den Galerien des Hofes befanden sich Alabasterbänke und Basreliefs mit Antilopenköpfen und knienden Steinböcken sowie Stifterinschriften und Altäre. Der Tempel selbst besaß wiederum Alabasterbänke sowie Architravfriese mit stilisierten Antilopenköpfen. Sowohl der Tempel als auch der Hof waren reichlich mit Bronzeplastiken ausgestattet, die allerdings alle verloren gegangen sind. Basen und Plinthen in der Tempelcella sowie auf den Treppenwangen der großen Freitreppe, die in den Tempelhof hinunter führt, zeugen aber von der einstigen prachtvollen Ausstattung des Heiligtums.
Um die Zeitenwende kam es zu weiteren großen Veränderungen an der Anlage. Zwar erfolgte nach einer Zerstörung des Tempels sein Wiederaufbau, doch wurden bauliche Maßnahmen durchgeführt, die den Gesamteindruck der Anlage entscheidend veränderten. Bedingt durch die zunehmende Anlagerung von Sedimenten durch die kontinuierliche Bewässerung wurde zum Schutz des Tempels westlich und nördlich eine mindestens 3 m hohe Lehmziegelmauer errichtet. Im 2./3. Jh. n. Chr. verstärkte man diese noch einmal durch massive rechteckige Türme. Bedingt durch diese Maßnahmen, vielleicht auch durch eine Umorientierung der Kultpraxis veränderte man das axiale Zugangssystem und führte damit das ursprüngliche Baukonzept ad absurdum.
Mit dem Aufkommen monotheistischer Kulte gab man im Laufe des 4. Jh. n. Chr. den Tempelbetrieb vollständig auf.
Die Publikation der Grabungsergebnisse ist nach folgenden Themen gegliedert geplant:
Stratigraphie und Architektur: N. N.
Kleinfunde: N. N.
Epigraphik: N. Nebes (Jena)
Keramik: S. Ayoub (München)
Knochenmaterial: A. von den Driesch (München)
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