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Sabir und Ma'layba

Sabir und Ma'layba - Die frühe Besiedlung der Küstenebene am Golf von Aden

Die prähistorischen Siedlungsplätze von Sabir und Ma'layba sind die bisherigen Forschungsschwerpunkte eines Kooperationsprojektes, das seit 1994 die Außenstelle Sana'a der Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts gemeinsam mit dem Institute of Oriental Studies der Russian Academy of Sciences, Moskau durchführt.

Location

Die beiden zum Gouvernement Lahj gehörenden Fundplätze Sabir und Ma'layba liegen im Delta des Wadi Tuban etwa 25 km nördlich der Hafenstadt Aden. Mit einer Länge von mindestens 2.5 km und einer Breite von 1.5 km gehört Sabir zu den größten archäologischen Fundplätzen des Jemen. Das deutlich kleinere Ma'layba liegt am Rande der Küstenoase etwa 5 km östlich von Sabir. Die gegenwärtigen Umweltbedingungen können als tropische Küstenwüste mit geringen Niederschlagsmengen, hohen Durchschnittstemperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit beschrieben werden. Auch heute ist die Umgebung beider Fundplätze dicht besiedelt, wird intensiv landwirtschaftlich genutzt und befindet sich nach den schweren Verwüstungen während des Bürgerkrieges 1994 im Wiederaufbau. Die Randbereiche beider Fundplätze sind teilweise wegen Verminung unzugänglich.

Departments:
Sana'a Branch of the Orient Department

Further Information on the Section in Charge

 

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Objectives

Die Ziele der Forschungsunternehmung sind die Erstellung einer archäologischen Karte des Hinterlandes von Aden, die Rekonstruktion der Besiedlungsgeschichte dieses geographischen Raumes, die Erstellung einer Material- und Kultursequenz, Untersuchungen zu Paläoökologie und Subsistenzweisen, und Studien zu den kulturellen Beziehungen zur afrikanischen Seite des Golfs von Aden und des Roten Meeres. 

Methods

Seit 1999 werden mit Mitteln der Theodor-Wiegand Gesellschaft am Lehmziegelmauerwerk in Sabir Konsolidierungsmaßnahmen durchgeführt. 

Results

    
   

Mit den Grabungen in Sabir (seit 1994) und in Ma'layba (seit 1997) wurde erstmals eine bronzezeitliche Küstenkultur erfaßt, die sich von der Abyan-Oase bis weit hinter die jemenitisch-saudische Grenze erstreckt. Diese mit dem Begriff 'Sabir-Kultur' bezeichnete Besiedlung ist im restlichen Jemen unbekannt. Ihr größter Fundplatz, Sabir, weist Kulturschichten von teilweise mehr als 5 m Mächtigkeit auf. Vor allem im oberen Abschnitt der Schichtenabfolg wurden in mehreren großen Grabungsarealen die Grundmauern von Hofhäusern, öffentlichen Gebäuden und Heiligtümern, Werkstattbereichen und ovalen Pfahlhütten freigelegt. Aufgrund seiner im Jemen bislang einmaligen Ausdehnung und der nachweislichen Zuordnung von kleineren Satellitensiedlungen kann der Fundplatz als städtisches Zentrum bezeichnet werden. Mit Hilfe von 25 Radiokohlenstoffdatierungen wird die Hauptbesiedlung Sabirs vorläufig dem Zeitraum vom 14./13. Jh. bis zum 9. Jh. v. Chr. zugeordnet. Eine Nachbesiedlung reicht möglicherweise bis ins 6. Jh. v. Chr. Das sehr umfangreiche Fundgut umfaßt Keramik, Terrakottafigurinen, Stein-, Knochen- und Buntmetallgerätschaften sowie großen Mengen von Tierknochen und gut erhaltenen botanischen Resten. Die Paläobotanik, die Keramik und auch die Figurinen belegen Querverbindungen vor allem zum äthiopisch-eriträischen Raum des späten 2. und frühen 1. Jts. v. Chr. Der nahe gelegene Fundplatz Ma'layba überlappt sich chronologisch mit den Grabungen in Sabir, ist aber besonders wegen seiner frühen Kulturschichten von herausragender Bedeutung. Der größte hier durchgeführte Tiefschnitt zeigt in seinem unteren Bereich zwei Paläoböden aus dem 6. und dem 4. Jt. v. Chr. Darüber liegen mehrere Kulturschichten mit ausschnittsweise ergrabenen Bewässerungskanälen, die sich mit Siedlungsschichten (Pfahlhüttengrundrisse) abwechseln. Das geborgene Fundgut nimmt wesentliche Kennzeichen des in Sabir gefundenen Materials voraus, belegt somit die lokalen Wurzeln der Sabir-Kultur und datiert in die Zeit vor dem 14./13. Jh. v. Chr. Die obersten Schichten in Ma'layba zeigen wiederum das bereits bekannte Sabir-zeitliche Fundgut. Radiokohlenstoffdatierungen stehen noch aus. Eine mehrbändige Publikation der Grabungsergebnisse ist mit den folgenden Schwerpunkten geplant: Stratigraphie und Architektur: A. Sedov (Moskau) und B. Vogt (Sanaa) Kleinfunde: N.N. Keramik: B. Vogt, V. Buffa (Kairo), A. Sedov Paläozoologie: A. von den Driesch (München) Paläobotanik: D. Desmoulin (London)  

Contact

Dr. phil. Burkhard Vogt

Vorderasiatische Altertumskunde
Telefon: +49-(0)1888-7712-12
Telefax: +49-(0)1888-7712- 49
Email: vogt@kaak.dainst.de

Further Contact Partners

Aleksandr Sedov Institute of Oriental Studies Russian Academy of Sciences Rozhdestvenka str. 12 Moscow 103753, Russia Fax: 007-095-9752396 E-Mail: sedov@sed.msk.ru

Bibliography

Vgl. B. Vogt, Jahresberichte 1994, 1995, 1996 und 1997 des Deutschen Archäologischen Instituts: Außenstelle Sanaa - Ausgrabungen und Forschungen, in: Archäologischer Anzeiger 1995 - 1999.; B. Vogt und A. Sedov, La Culture de Sabr sur la côte yéménite, in: Chr. Robin / B. Vogt (Koord.), Yémen - au pays de la reine de Saba', catalogue de l'exposition présentée àl'Institut du monde arabe (1997) 42 ff.; ders., Sabr - une ville de la fin du IIe millénaire dans l'arrière-pays d'Aden, in: Chr. Robin und B. Vogt (Koord.), Yémen - au pays de la reine de Saba', catalogue de l'exposition présentée àl'Institut du monde arabe (1997) 47 ff.; ders., The Greater Aden Area in Pre-Islamic times, The Halaqa Journal 1, 1998, 9 ff.; ders., Frühe Kulturen an der Küste des Roten Meeres und des Golfs von Aden, in: Jemen. Kunst und Archäologie im Land der Königin von Saba'. Ausstellungskatalog des Kunsthistorischen Museums Wien 1998/99 (1998) 122 ff.; B. Vogt / A. Sedov, Die Sabir-Kultur und die jemenitische Küstenebene in der 2. Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr., in: Jemen. Kunst und Archäologie im Land der Königin von Saba'. Ausstellungskatalog des Kunsthistorischen Museums Wien 1998/99 (1998) 129 ff. Kat.-Nr. 77-130; B. Vogt/A. Sedov, The Sabir Culture and coastal Yemen during the 2nd Millennium BC - The present state of discussion, Proceedings of the Seminar for Arabian Studies 28, 1998, 261 ff.; B. Vogt/A. Sedov, Begraben und vergessen - Sabir, eine Stadt des späten 2. Jts. v. Chr. am Golf von Aden/Jemen, in: Deutsches Archäologisches Institut (Hrsg.), Archäologische Entdeckungen. Die Forschungen des Deutschen Archäologischen Instituts im 20. Jahrhundert (2000); B. Vogt, V. Buffa, H. Amirkhanov und U. Brunner, Ma'layba and the Bronze Age irrigation systems in Lahj (in Vorbereitung).  

 


 
 

updated: 03/20/08

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